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Zentralbank wird am 22. Mai die Aufwertung der Hrywnja beschließen

Die Leitung der Zentralbank verkündete, dass der offizielle Kurs der Hrywnja bereits am 22. Mai aufgewertet werden könnte. Bei der NBU schließt man nicht aus, dass er sofort dem Marktkurs – 4,8 Hrywnja/$ – angenähert wird und aus dem Schwankungskorridor tritt. Experten gehen davon aus, dass die Änderung des offiziellen Kurses keinen Einfluss auf die Wirtschaft haben, doch zu einem Signal der weiteren Stärkung der Hrywnja werden wird. Dies kann einen Dollar Ausverkauf durch die Bevölkerung führen, sowie gleichzeitig zu einer Entdollarisierung der Wirtschaft.

Der Zentralbankvorsitzende, Wladimir Stelmach, informierte am Sonnabend über die Unausweichlichkeit der Kursänderung der Hrywnja zum US-Dollar: “Der offiziellen Kurs muss revidiert werden, da er bereits im Missverhältnis zu den Realitäten steht”. Seiner Meinung nach, sprechen viele Faktoren für eine Änderung des offiziellen Kurses, insbesondere der gute Zustand der Leistungsbilanz, welche von einer positiven Dynamik der Devisenbilanz unterstützt wird – der Devisenzufluss übersteigt den Abfluss. Von Januar bis einschließlich April 2008 erhöhte die NBU ihre Goldreserven auf 868,2 Mio. $, dabei Devisen in den letzten drei Monaten einlösend.

Die reale Aufwertung der Hrywnja – auf dem Interbanken und dem Bargeldmarkt – ging Ende März vor sich. Seit dem hat erhöhte sich die Hrywnja bis auf 4,77 Hrywnja/$, wobei der offizielle Kurs ungeändert bei 5,05 Hrywnja/$ verblieb. Der erste stellvertretende Vorsitzende der NBU, Anatolij Schapowalow, präzisierte gestern gegenüber dem “Kommersant-Ukraine“, dass die Leitung auf einer gemeinsamen Sitzung mit dem Zentralbankrat am 22. Mai plant die Hrywnja aufzuwerten. “Der Kurs wird eindeutig revidiert werden und dessen Parameter stehen zur Diskussion.”, sagte er dem “Kommersant-Ukraine“. “Ich möchte den Kurs nicht nennen, da dies ein Prärogativ der Leitung ist, doch dieser wird nahe an dem sein, was der Markt bereits bestimmt hat.” Auf die Frage des “Kommersant-Ukraine“, welche Wahrscheinlichkeit eine Absenkung des offiziellen Kurses auf 4,75 Hrywnja/$ hat, antwortete Schapowalow: ??“Das, was an einem Tag war, bedeutet nicht, dass es zur Tendenz wurde. Der mittlere Kurs liegt momentan bei 4,8 Hrywnja/$”.

Die Absicht Mitte Mai den Kurs der Hrywnja stärken teilte man dem “Kommersant-Ukraine“ seitens der Zentralbank Ende letzten Monats mit (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 25. April). Diese Erklärung folgte der Sitzung des Zentralbankrates, welche den Vorschlag des Vorsitzenden Pjotr Poroschenko, den Währungskorridor von jetzigen 4,95-5,25 Hrywnja/$ auf 4,9-5,3 Hrywnja/$ zu erweitern, ablehnte. Übrigens gab Wladimir Stelmach den Journalisten zu verstehen, dass, wenn der Korridor nicht geändert wird, dies die Leitung nicht daran hindert diese Grenzen zu überschreiten. Im Weiteren ist die Zentralbank bereit ein freies Schwanken des Kurse zu unterstützen und auf Interventionen zu verzichten. “Wenn wir einen frei schwankenden Kurs einführen, dann werden wir nicht in den (Markt) eingreifen. Für uns wird die Geldpolitik zum Hauptinstrument.”, sagte Stelmach. Aufgrund des Unterschiedes zwischen dem offiziellen und dem realen Kurs – mehr als 5,5% – macht sich für die Vertreter der Realwirtschaft ein zusätzlicher fiskalischer Druck bemerkbar.

Experten gehen davon aus, dass sogar eine scharfe Aufwertung der Hrywnja zum Marktwert keinen negativen Einfluss auf die Wirtschaft hat, welche bereits zwei Monate in einem vom offiziellen Kurs losgerissenen Regime arbeitet. Von dem Kursunterschied von 5,5% profitierten die Importer und verloren die Exporten. “Dies wird ein Signal dafür, dass der Kurs marktförmiger wird.”, merkt der Direktor des Institutes für ökonomische Forschung und politische Beratung, Igor Burakowskij, an. “Die Stärkung des Kurses wird die unterschiedlichen Zahlungsarten beeinflussen und sollte den Eintrag von Änderungen im Budget aufgrund der Verringerung der Importeinnahmen nach sich ziehen.”

Banker merken an, dass unter den Bedingungen der faktischen Aufwertung der Landeswährung die Unternehmen nur schwer ihre Bilanzen planen können. “Wenn die Devisenein- und Devisenverkaufsoperationen zum Marktpreis durchgeführt werden, bei solche einem Unterschied zwischen Marktkurs und offiziellem Kurs, muss jedes Wirtschaftssubjekt diesen Unterschied irgendwo unterbringen. Entweder bei den Verlusten oder den Gewinnen.”, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Index-Bank Igor Franzkewitsch. Dabei geht er davon aus, dass wenn die Zentralbank die Hrywnja bereits im letzten Jahr gestärkt hätte, man die Inflation hätte senken können. “Den Kurs hätte man wahrscheinlich stützen müssen, als er sich auf einem Niveau von 5 Hrywnja/$ befand.”, sagte der Banker. “Auf Kosten eines kleinen Teils der Währungsreserven hätte man den Markt stabilisieren können. Doch der Kurs ist ein Preisanker. Sobald die Preise sich dem neuen Kurs anpassen, bleiben sie auf diesem Niveau.”

Experten sind sich sicher, dass nach der Stärkung der Hrywnja eine weitere Aufwertung sich anschließt. “Dies wird das Signal zu einer weiteren Stärkung des Kurses bis auf 4,7 – 4,5 Hrywnja/$.”, prognostiziert der Finanzdirektor der UkrGasBank Andrej Ponomarjow. Igor Burakowskij geht davon aus, dass der neue Kurs der NBU Grund für eine Spekulationsphase auf dem Bargeldmarkt seit wird, wie es bereits Ende März der Fall war. “Wenn die Zinsen auf dem Interbankenmarkt weiter auf hohem Niveau bleiben, dann wird der Bargeldkurs den Interbankenkurs überholen und die Bevölkerung wird endgültig aus dem Dollar rausgehen.”, sagte Ponomarjow. Der Meinung von Bankern nach, wird die Aufwertung die Arbeitgeber, welche die Gehälter der Mitarbeiter an den Dollar gebunden haben, dazu stimulieren, die Gehaltsverträge in Richtung einer Absenkung zu ändern. Die Mitarbeiter, ihrerseits, werden eine Entbindung der Gehälter vom Dollar und eine Bindung an die Hrywnja, den Euro oder den russischen Rubel fordern. “Dies wird zum Signal dafür, dass der Dollar abgewertet ist und senkt die Dollarisierung der Wirtschaft.”, konstatiert Andrej Ponomarjow.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 898

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«Sehr netter Plan , aber ob das klappt? In Aleksandrija haben die noch vor einpaar Jahren ein neues Stadium gebaut anstatt...»

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