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Durch Metall in der Stimme ist das verschmähte Metall nicht zu ersetzen

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Die scharfen Erklärungen, die Präsident Wiktor Janukowitsch auf dem traditionellen Treffen mit den ukrainischen Botschaftern abgegeben hat, sind lediglich für unser Land Neuigkeiten. Tatsächlich, noch vor Kurzem äußerte sich Janukowitsch viel vorsichtiger, versprach zu überprüfen, zu begnadigen oder bedauerte, dass seine politischen Gegner verhaftet wurden. Ständig versuchte er zudem zu beweisen, dass er damit nichts zu tun hatte, dass dafür das unabhängigste Gericht in der Welt zuständig war. Jetzt weicht er nicht mehr aus, spricht scharf und ausdrücklich, verhöhnt den Westen und versucht nicht mehr zu verbergen, dass er bei der Bestrafung von Julija Timoschenko und Jurij Luzenko mitgewirkt hat. Es ist natürlich noch keine Diktatur, es ist die Vorbereitung zur Diktatur. Sobald die Parlamentswahlen gefälscht worden sein werden, kommt die echte Diktatur in unser Land.

Die Feindseligkeit im Ton und Kritikmissachtung sind die Kennzeichen von jedem Diktator und autoritären Herrscher. Genau mit diesem verächtlichen Ton spricht Wladimir Putin über Chodorkowski. Genau mit diesem gereizten Ton äußert sich Alexander Lukaschenko über die von ihm ins Gefängnis gebrachten politischen Gegner. Und Hugo Chávez! Haben Sie gehört, in welchem Ton Hugo Chávez von seinen Gegnern spricht?

Putin besitzt jedoch Unmengen an Erdöl. Hugo hat es auch. Sie können dementsprechend einige Untertanen ins Gefängnis stecken und die anderen ernähren. Lukaschenko hat russisches Geld: investiert Russland weniger, richtet sich Lukaschenko nach Venezuela. Wiktor Janukowitsch dagegen befindet sich fast in kriegerischen persönlichen Beziehungen zu Wladimir Putin, kennt Hugo Chávez nur flüchtig, wartet lange für ein Treffen mit Barack Obama, um ihn aus dem Augenwinkel anzusehen und sich mit ihm fotografieren zu lassen. Wiktor Janukowitsch hat weder Erdöl noch Erdgas. Überdies sind die Metallpreise gesunken.

Demgemäß haben wir begriffen, dass er vorhat, eine Diktatur zu errichten. Es ist sogar angenehm, dass er aufgehört hat, diese Tatsache zu verbergen. Am interessantesten ist jedoch die Frage, womit er seine Mitbürger ernähren will. Das ist doch die Hauptaufgabe des Autokraten. Klar ist, dass er den größten Teil der Einkünfte zwischen der Familie und seiner Umgebung zu verteilen hat. Allerdings sollte so viel für die Untertanen bleiben, damit sie von seiner Arbeit und seiner Fürsorge ergriffen sind. Ich bin mir nicht sicher, ob das Land über das Geld für eine Diktatur verfügt. Man kann natürlich eine Anleihe aufnehmen, sich noch ein paar Mal mit dem amerikanischen Präsidenten fotografieren lassen, nach Brüssel fahren. In diesem Fall sollten jedoch der Diktatur Grenzen gesetzt werden. Deutliche Grenzen: die Opposition sollte bewahrt werden, die Stimmen sollten ordentlich gezählt und Journalisten nicht verfolgt werden. Allerdings strebt Wiktor Janukowitsch nicht nach den Grenzen der eigenen Möglichkeiten.

Deshalb machen wir uns auf den Weg eines bemerkenswerten historischen Experiments. Was ist wichtiger: das Metall in der Stimme oder das verschmähte Metall in den Schatzkammern? Was erweist sich als seriöser: das Streben nach unbeschränkter Macht oder die Versuche, wenigstens irgendwelche Beziehungen mit dem Westen zu behalten und nicht auf die „Exekutionsliste“ der mit Einreiseverbot belegten zu geraten? Sollt die Ukrainer schließlich die Worte ihres Präsidenten ernst nehmen oder sollten sie jedes Mal über die tatsächlichen Möglichkeiten des Präsidenten und ihre eigenen Zukunftsaussichten nachdenken?

5. Oktober 2012 // Witalij Portnikow – Chefredakteur und Fernsehmoderator des Programms TVi

Quelle: Lewyj Bereg

Übersetzerin: Olesia Oniksimova

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