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"Naftogas Ukrainy" lässt sich von "Gasprom" nicht unter Druck setzen

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Ungeachtet der mehrfachen Drohungen den Gaspreis für die Ukraine mehr als zu verdoppeln – auf 400$ für die tausend Kubikmeter, gab “Gasprom” gestern zu, dass der Preis für Europa insgesamt 260-300$ betragen wird und folglich für die Ukraine 230-270$. Auf diese Weise hat der russische Monopolist den einzigen Einflusshebel auf “Naftogas” in der Frage der Schuldzahlung verloren – bis gestern wurden von 2,9 Mrd. $ lediglich 800 Mio. $ bezahlt. Übrigens erhöht dies die Wahrscheinlichkeit dafür, dass RosUkrEnergo auch im nächsten Jahr Gas in die Ukraine liefern wird.

Die Staatliche Aktiengesellschaft “Naftogas Ukrainy” tilgte 800 Mio. $ der Schulden für Erdgas und wird in nächster Zeit weitere 200 Mio. $ überweisen, teilte gestern Präsident Wiktor Juschtschenko mit. “Auf diese Weise, werden 1 Mrd. $ für die Abrechnung des Gases verwendet, welches (in die Speicher) gemäß den Saisonanforderungen gepumpt wurde. Für heute ist diese Frage gelöst und man kann einen Punkt setzen”, sagte Juschtschenko.

Der Pressesprecher von “Naftogas” Walentin Semljanskij bestätigt, dass das Unternehmen die Schulden für Erdgas aus dem September und Oktober bezahlt hat und bis Ende des Monats einen Teil der Schulden des Novembers zahlt. Seinen Worten nach, wurden für die Schuldtilgung Kreditmittel verwendet und ebenfalls Geld, welches von den Brennstoffnutzern erhalten wurde. “Naftogas” verwendete 300 Mio. $ Kredit von der Oschtschadbank und 214 Mio. $ an Eigenmitteln, die aus Verkäufen von Erdgas auf dem Binnenmarkt stammen, erzählte dem “Kommersant-Ukraine“ ein hochgestellter Informant im Kabinett.

Bei “Gasprom” bestätigte man gestern den Erhalt von 800 Mio. $, doch dabei teilte man mit, dass “Naftogas” angeblich das russische Unternehmen darüber informiert hat, dass bis Ende des Jahres keine Zahlungen mehr erfolgen. Übrigens, Semljanskij dementierte diese Information. Und der Pressesprecher von RosUkrEnergo, Andrej Knutow, erklärte der Agentur für Gasinformationen, dass “Naftogas” sogar nicht einmal für den Oktober bezahlt hat: “Zum heutigen Tag betragen die Verpflichtungen von ‘Naftogas’ unter Einbeziehungen der Lieferungen im Oktober, November und Dezember und ebenfalls der Strafsanktionen mehr als 2 Mrd. $. Dabei ist die überfällige Schuld für Gas, welches im Oktober geliefert wurde, nicht getilgt worden”.

Im November forderte “Gasprom” von der Ukraine die Schulden für Gas zu tilgen, damit drohend sich an das Stockholmer Schiedsgericht zu wenden und den Preis für Brennstoff auf 400$ pro tausend Kubikmeter zu erhöhen (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 21. November). Gestern erklärte der Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden von “Gasprom”, Alexander Medwedjew, dass er erwartet, dass die Weltmarktpreise für Gas in 2009 260-300$ pro tausend Kubikmeter – in Abhängigkeit von den Transportausgaben – betragen werden. Das bedeutet, dass ein Preis von 400$ für die Ukraine nicht zustande kommt, außerdem verlor “Gasprom” faktisch die Einflusshebel auf das Land, denkt der Leiter der speziellen Parlamentskommission zu Fragen der Untersuchung der Situation auf dem Gasmarkt, Wassilij Kisseljow. “Sogar wenn der Preis für die Ukraine von 179,5$ auf 270$ für die tausend Kubikmeter steigt, wird das nicht zum Todesstoß für die ukrainische Chemie, welche mehr als andere Branchen vom Gaspreis abhängt”, stimmt der Präsident der Union der Chemiker, Alexej Golubow, zu.

Derweil erhöht das die Chancen für Russland RosUkrEnergo als Hauptlieferanten für Brennstoff in das Land beizubehalten, ist sich das Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, Oleg Sarubinskij, sicher. “Das lehnt Premierministerin Julia Timoschenko sehr ab und das könnte zum Argument der Druckausübung auf ‘Naftogas’ werden”, sagt er. Der Meinung von Kisseljow nach, wird niemand, außer der Premierministerin, eine Tragödie aus der Beibehaltung von RosUkrEnergo im Gaslieferschema für ein weitere Jahr machen, daher wird dieses Argument nicht ernsthaft auf den Gang der Verhandlungen einwirken.

Beim russischen Monopolisten bleibt noch ein weiteres Argument im Streit mit “Naftogas” – gestern verkündete man bei “Gasprom” die mögliche Unterbrechung der Gaslieferungen an die Ukraine im Januar, falls die Schulden nicht vollständig beglichen werden. Doch bei “Naftogas” ist man, wie es aussieht, bereit zu einer solchen Entwicklung des Konfliktes. “Ein warmer Winter, die Verringerung des Gasverbrauches in der Industrie und 17 Mrd. Kubikmeter eigenen Gases in den Gasspeichern erlauben uns optimistisch der weiteren Entwicklung der Ereignisse auf dem Gasmarkt im Januar entgegen zu sehen”, erklärte Semljanskij dem “Kommersant-Ukraine“.

Oleg Gawrisch, Natalja Grib

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 720

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