Die Volksbank will eine weitere ukrainische Bank erwerben


Gestern verkündete die Volksbank, welche die ukrainische Elektronbank besitzt, ihre Absicht eine weitere Bank in der Ukraine zu erwerben, soweit aufgrund der weltweiten Liquiditätskrise in Zentral- und Osteuropa ein verlangsamtes Wachstum der Preise für Kreditunternehmen erwartet wird. Der Meinung von Experten nach, kauft die Volksbank eine Bank im Osten der Ukraine für die weitere Vereinigung mit der Elektronbank.

Der Vorstandsvorsitzende der österreichischen Volksbank International Group (VBI), Friedhelm Boschert, informierte gestern Journalisten darüber, dass die Volksbank bereit ist ein weiteres Kreditunternehmen in der Ukraine zu erwerben. “In Verbindung mit der Krise, welche im letzten Sommer einsetzte, planen nur wenige Institute Banken in Osteuropa zu kaufen, daher ist zum ersten Mal das Preiswachstum stehengeblieben. In der Ukraine, Bulgarien und Moldawien gibt es Banken, welche uns interessieren könnten.”, sagte Boschert.

Bei der Presseabteilung der Volksbank bestätigte man dem “Kommersant-Ukraine“ die Absicht ukrainische Aktiva zu erwerben, doch die Summe der möglichen Investition wurden nicht genannt. “Wir sehen die Ukraine als sehr interessanten Markt und wir haben bereits gut Erfahrung bei der Arbeit mit der Elektronbank. Bislang haben wir keine konkreten Vereinbarungen mit Banken, doch wir untersuchen alle Möglichkeiten für die weitere Expansion auf diesem Markt.”, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ der Marketing- und Kommunikationsdirektor der Volksbank Otto Andre mit. “Die Elektronbank ist im Westen der Ukraine aufgestellt, doch uns interessieren auch andere Teile des Landes. Wir betrachten Banken, die unserer Strategie, Kultur und Mentalität entsprechen.” Bei der Elektronbank kommentierte man die Erklärung des Aktionärs nicht. Die Volksbank kam auf den ukrainischen Markt Anfang 2007, indem sie 98,25% der Aktien der Lwower Elektronbank für 57 Mio. € erwarb.

Die Volksbank International Group besitzt außerhalb von Österreich zehn Banken: In Bosnien Herzegowina (zwei Banken), Ungarn, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Kroatien und der Ukraine. Die Aktiva der Gruppe beliefen sich in 2006 auf 6,7 Mrd. €. Im November 2007 betrug die Anzahl an Filialen der VBI 524, mit 5076 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 9,9 Mrd. €.

Den Angaben der Assoziation der ukrainischen Banken nach, nahm die Elektronbank den 54. Platz bei den Aktiva (1,393 Mrd. Hrywnja [ca. 185 Mio. €)] und den 59. beim Kapital [181,87 Mio. Hrywnja (ca. 24,25 Mio. €)] ein. Den Informationen der Bank nach, betrug die Anzahl der Kredite, die an kleine und mittlere Unternehmen vergeben wurden, zum 1. Januar 2007 etwa 52,7% des Kreditportfolios – 282,6 Mio. Hrywnja (ca. 37,68 Mio. €). Das Filialnetz der Elektronbank besteht aus 53 Einrichtungen.

Der Meinung von Marktteilnehmern nach, ist die Entscheidung über den Kauf eines zweiten Kreditunternehmens, in Verbindung mit dem langsamen Entwicklungsprozess der Elektronbank, getroffen worden. “Die Elektronbank planmäßig zu entwickeln dauert zu lange und ist teuer. Momentan kann man eine Bank mit dem Multiplikator 3-4 kaufen (die Elektronbank wurde mit einem Multiplikator von 3,95 erworben) und die Volksbank hat genügend Mittel. Für die Gruppe ist es notwendig die zentrale und die östliche Ukraine abzudecken. Dabei ist es für sie lohnenswerter ein Unternehmen zu erwerben, da die Auswahl eines neuen Teams Zeit und Mittel erfordert.”, ist sich der Vorstandsvorsitzende der Industrialbank, Leonid Grebinskij, sicher.

Experten gehen davon aus, dass die beste Variante für den österreichischen Spieler der Erwerb eines Unternehmens mit einem entwickelten Filialnetz im ganzen Land ist. “Für die Entwicklung des Netzes, welches die gesamte Ukraine abdeckt, hat die Volksbank zu wenig Zeit. Folglich werden sie eine Bank in Betracht ziehen, welche in allen Regionen der Ukraine breit aufgestellt ist, ein entwickeltes Filialnetz besitzt und als Konkurrent für andere Banken erscheint.”, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Bankenrates “Demark” Alexander Stezenko. “Ich denke, dass dies Banken der zweiten und dritten Reihe sein werden, mit Aktionären die aktive Gespräche über den Verkauf ihrer Aktien führen, dabei die Verringerung von Agiotagehandel zwischen den potentiellen Bankkäufern berücksichtigend.” Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der “Perwij Inwestizionij Bank”, Sergej Kaplin, ist sich sicher, dass die Österreicher “genauso eine Bank, wie die Elektronbank, kaufen werden”: “Und wenn sie diese vereinigen und ihre Mittel hinzufügen, so können sie unter die ersten dreißig kommen”.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 685

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