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„Made in Ukraine“ – Der wahre Preis für europäische Markenkleidung

Seit den 1990er Jahren wird in der Ukraine für westliche Firmen genäht. Öffentliche Informationen wie etwa die Lieferantenlisten, Webseiten oder Interviews mit Fabriksdirektoren zeigen, dass die Ukraine C&A, Adidas, Asos, Hugo Boss, Mark&Spencer, New Balance, PVH, Triumph, Saint James und viele andere Firmen beliefert. Die Tätigkeit der ukrainischen Nähfabriken steht manchmal im Rampenlicht der Presse, gewöhnlich aber eher positiv. Nur selten werden die niedrigen Löhne erwähnt, und wenn, dann als Standortvorteil der Ukraine für westliche Firmen. Die Arbeitsbedingungen und die Folgen der niedrigen Löhne für die Arbeiter und Arbeiterinnen geraten selten in den Fokus.

Maja, ihre Mütter und der Wettbewerb der Ideen

Für die „Konservativen“ ist bereits der Gedanke an die Existenz einer Alternative unerträglich – Vom Skandal um das Buch von Laryssa Denysenko haben wohl schon alle gehört. Und alle, die das wollten, haben ihre Wut über das Geschrei von „Obskurantismus“ oder „Tolerastentum“ ausgesprochen. Hinter den Kulissen dieses Konflikts lassen sich aber tiefe Probleme und feine Nuancen erkennen.

Die Polen gehen nach Deutschland – die Ukrainer nach Polen

Heute fahren die Polen wegen der besseren Bezahlung nach Deutschland, die Ukrainer dagegen nach Polen. Wer aber in die Ukraine kommen wird, ist bislang nicht klar. Diese Lücke wird irgendwann von irgendjemandem geschlossen werden. Das ist ein grundlegendes Problem, das in jedem Fall aktuell werden wird, wenn sich die Ukraine anfängt zu entwickeln.

Kollision mit der Realität

Für den zeitweiligen psychologischen Komfort muss mit aufgeschobenen Kopfschmerzen bezahlt werden. Und, um so eifriger wir unsere innere Welt vom Unbequemen und Missliebigen säubern, um so schmerzhafter wird die unvermeidliche Kollision mit der Realität.

Analyse der aktuellen Situation der Nationalmannschaft in der WM-Quali

Der ukrainische Fußball steckt in einer Krise. Schon vor den politischen Unruhen im Land hatte sich unter den Clubs der ersten ukrainischen Liga ein Graben aufgetan. Auf der einen Seite diejenigen Clubs, die von reichen Oligarchen gekauft wurden und auf der anderen die Clubs, hinter denen kein reicher Geldgeber steht. Während die Clubs mit gutem finanziellem Hintergrund regelmäßig um die Meisterschaft kämpfen, kämpfen die anderen ums nackte Überleben.

Wohin der Glaube verschwindet: Wie man im wichtigsten Dorf der Altgläubigen in der Ukraine lebt

Im Gebiet Tschernowzy an der Grenze zu Rumänien steht das Dorf Belaja Kriniza, vor langer Zeit weltbekannt als das „Mekka“ der Altgläubigen. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurden hier einzigartige Architekturdenmäler gebaut, Kirchen, Kathedralen, Klöster. In das Dorf kamen Altgläubige aus einer Vielzahl von Ländern. 1945 wurde das Gebiet Teil der Sowjetunion. Die Bolschewiken zerstörten die religiösen Bauwerke und die Menschen begannen aus dem Dorf zu fliehen. 70 Jahre später, schon in der unabhängigen Ukraine, hat sich die Situation nicht sonderlich geändert. Der Ort, der ein weiteres touristisches Ziel der Westukraine hätte werden können, ist heute fast menschenleer.

Der Glaube an das Leben und die Geschichtsschreibung: Die dritten „Jüdischen Tage im Rathaus“

„Ach, das ist es nicht wert!“ oder „Darüber ist schon mehr als genug gesagt!“ – Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich noch einmal davon zu überzeugen, wie manche Leute ein besseres Maß und bekanntermaßen bessere Maßstäbe ihr eigen nennen. Es war ein privates Gespräch, aber diese Stimme „nicht zu vernehmen“ wäre ein Zeichen der Unfähigkeit das Vorhandene anzuerkennen. Vor allem der Gedanke der „Entbehrlichkeit“ ist ursächlich für ein links liegen lassen eines der Höhepunkte des Sommers in der Ukraine – „die Jüdischen Tage im Rathaus“. Seit dem Jahr 2015 sind sie bereits die dritten. Innerhalb von drei Wochen fanden im Restaurant „Rathaus / Ratuscha“ sieben unentgeltliche Veranstaltungen statt für all diejenigen, die einmal offen kennenlernen wollen, was zeitgenössische Wissenschaftler in den USA, in Israel, Polen, Russland und der Ukraine untersuchen.

BANKSY, BOURGEOISIE, BARRIKADEN: Ein Lehrstück zu Beginn der politischen Saison in der Ukraine

Im Zentrum von Kyjiw ist es vorgestern zu einer Protestaktion gekommen, bei der ein kleiner Trupp von Mitgliedern verschiedener nationalistischer Organisationen (darunter des Nationalen Korpus, Sitsch, des Rechten Sektors sowie von Nowyj Wohon) ein Geschäft für Luxusmöbel von außen demolierte, besprühte, und eine kleine Reifenbarrikade vor dem Eingang in Brand setzte. Auslöser war die am Vortag bekannt gewordene Entfernung des „Ikonen der Revolution“ betitelten Graffito-Triptychons (siehe Bild) von der Fassade ebenjenes Geschäftes.

Warum die Reformen unter Poroschenko stocken

Der ukrainische Präsident bleibt dem Oligarchensystem, aus dem er stammt, verhaftet und ist offenbar eigenständig nicht in der Lage, alte klientelistische Praktiken aufzugeben.

Ein Schröder als Maß für Unmoral

Schweinereien sollten seit langem schon in Schröder gemessen werden. Wenn ein westlicher Politiker den russischen Tschekisten zu Diensten steht, dann ist das ein Schröder.

Von Thukydides zu Parubij

Während des totalitären Regimes saßen wir in Käfigen. Wir wurden freigelassen und sind erneut am unteren Ende der Nahrungskette. Die zynischen und intellektuell beschränkten Führer des Imperiums wurden mit ebensolchen Führern des ukrainischen unabhängigen Staates ersetzt. Übrigens, weitaus freier in ihrem Verhalten als ihre imperialen Vorgänger. Das ist erklärbar: Geschmacklosigkeit gerät in Ekstase und Raserei, wenn sie sich selbst mit Charisma ausgestattet wiederfindet.

Ein Plan für morgen

Der Planungshorizont der Ukrainer liegt bei drei Monaten. Und damit muss etwas gemacht werden.

Auf der Suche nach der eigenen Ukraine

Vor drei Jahren war der Unabhängigkeitstag der Ukraine voll von Tragik, beschwingter Stimmung und unverfälschter Einung. Seit dem haben sich die Akzente merklich verschoben. Und jetzt stehen Enttäuschung, Missstimmung, Zwietracht, Streit über Emigration und gegenseitige Anschuldigungen im Trend. Nicht selten ist zu hören, dass es uns an Zusammenhalt mangelt. Dass die Ukrainer zu verschieden bleiben und darin unser Elend liegt. Dass Heterogenität und Pluralismus beinahe das Land zugrunde richteten und es zu Putins Beute machten.

Ralf Fücks zu Christian Lindners russlandpolitischen Eskapaden

Mich nervt der Gestus des Tabubrechers und Realisten, mit dem er seinen Ausflug in die Außenpolitik rechtfertigt. Als ob es eine kühne Tat wäre, die Wahrheit auszusprechen, dass die russische Annexion der Krim auf absehbare Zeit fortbestehen wird (zumindest solange Putin und der von oben geschürte Großmacht-Nationalismus die russische Politik prägen). Dabei ist diese nüchterne Erkenntnis längst in die Politik des Westens gegenüber Moskau eingepreist.

Ukrainische Inflation steigt im Juli auf 15,9 Prozent

Nach einem relativen Rückgang im Vorjahr zieht die Inflation in der Ukraine 2017 wieder an. Den Angaben des ukrainischen Statistikamtes nach stiegen die Preise im Juli im Jahresvergleich um 15,9 Prozent. Die Produzentenpreise erhöhten sich mit 23,3 Prozent sogar noch stärker. Seit März 2014 haben sich damit die Preise für Produkte und Dienstleistungen in der Ukraine mehr als verdoppelt.

Der russisch-ukrainische Konflikt – Herausforderungen und Lösungen

In den letzten Monaten hat sich Russland im Donezbecken vergleichsweise moderat verhalten. Zumindest hat es Eskalationen ähnlich der großen Schlachten um Ilowajsk 2014 und Debalzewe 2015 vermieden. Stattdessen bevorzugen die Konfliktdesigner im Kreml nunmehr sog. „low-intensity warfare“ (Kriegführung niedriger Intensität) gegen die Ukraine. Ziel des Kremls ist es, einerseits so wenig Aufmerksamkeit als möglich im Westen zu erregen und so den Eindruck zu erzeugen, der russisch-ukrainische Konflikt sei „eingefroren“. Andererseits soll langsam aber stetig mit allwöchentlichem Scharmützeln das generelle öffentliche Klima in der Ukraine vergiftet und vor allem die Stimmung in den russophonen Gebieten der Ostukraine verdorben werden. Sollte diese Strategie aufgehen, könnten insbesondere die russophonen Teil der Ukraine in eine anhaltende wirtschaftliche, soziale und psychologische Depression verfallen, was deren künftigen Anschluss an Russland vorbereiten würde – so zumindest scheint die Kalkulation des Kremls zu sein.

Patronale Politik nach dem Euromajdan: Wie sich die ukrainische Oligarchie neu erfindet

In Kiew gehen seltsame Dinge vor sich. Im Frühjahr 2017 wurden vor laufenden Fernsehkameras zwei bekannte ukrainische Politiker – Mykola Martynenko, ehemaliger Abgeordneter der Werchowna Rada, und Roman Nassirow, ehemaliger Leiter der ukrainischen Finanzverwaltung – verhaftet. Beide Verdächtigten wurden jedoch schon bald wieder aus der Haft entlassen. Nassirow kam gegen eine Kaution von 100 Millionen Hrywnja frei, die weit unter der staatsanwaltlich geforderten lag. Martynenko wurde gar ohne Kaution wieder entlassen. Solange die Fälle untersucht werden, bleiben beide auf freiem Fuß.

Die jüdische Frage in der Ukraine: Lohnt sich ein Blick von der Seite?

Ukrainer haben das volle Recht auf ihre Helden. Klar, sie sind nicht immer uneindeutig. Indes, wie absolut eindeutig sind die Helden Israels, nach denen ebenfalls Straßen benannt sind. Sie verfolgten vor allem die nationalen Interessen des Staates Israel. Und selbstverständlich fragt Israel nicht jeden, wie sie diese oder jene Straße oder Allee benennt. Zurecht.

Reflexive Kontrolle als Königsdisziplin russischer hybrider Kriegführung: Ukrainische Entscheidungsengpässe in einem „nichtlinearen“ Konflikt

Der kürzliche radikale Eingriff des ukrainischen Staates in das Funktionieren Russland-basierter sozialer Netzwerke und Webseiten in der Ukraine ist nur einer der sich mehrenden Entwicklungen, welche Ukrainer und Russen immer mehr voneinander entfremden. Dieses Verbot setzt frühere nichtmilitärische Maßnahmen Kiews zur Schwächung der Soft Power, ökonomischer Hebel, Geheimdienstaktivitäten usw. des Kremls im russisch-ukrainischen Konflikt fort. Etliche der ukrainischen Sanktionen gegenüber verschiedenen russischen Akteuren und Strukturen seit 2014, so auch das Verbot der sozialen Netzwerke und Webseiten, sind unter sowohl ethisch-moralischen als auch politisch-pragmatischen Gesichtspunkten kritikwürdig. Vor allem reduzieren die immer neuen Informations-, Handels- und anderen Blockaden Kiews die Kontakte und den Austausch von Ukrainern mit Staatsbürgern Russlands, die nicht in Moskaus verdeckten Krieg gegen die Ukraine involviert sind und diesen womöglich sogar verurteilen. Sie vermindern damit auch ukrainische Soft Power in Russland und behindern Kommunikation mit möglichen Bündnispartnern dort. Oft ist nicht klar, ob und inwieweit diese ukrainischen Maßnahmen tatsächlich einen Effekt im Sinne der offiziellen Argumentation und Rechtfertigung ihrer Einführung haben. So erschwert z.B. die Behinderung von Russland-basierten Netzwerken und ähnlichen Diensten nun auch die Kommunikation zwischen Ukrainern in und außerhalb der Ukraine, wobei der Nutzen der leicht umgehbaren Webblockade für die Abwehr russischer Einflussnahme strittig ist. Wie auch bei früheren ähnlichen Maßnahmen steht die ukrainische Führung sowohl im In- als auch Ausland unter mehr oder minder berechtigter Kritik von Politikern, Bürgerrechtlern, Experten, Diplomaten usw.

Die ukrainische Dezentralisierungsreform nach der Euromajdan-Revolution 2014-2017: Vorgeschichte, Erfolge, Hindernisse

Die Dezentralisierung seit 2014 ist eine bislang nur wenig im Ausland wahrgenommene relativ erfolgreiche Reform der Ukraine nach dem Euromajdan. So findet derzeit eine umfassende Neuverteilung staatlicher Finanzen und Kompetenzen an örtliche Selbstverwaltungsorgane sowie eine dynamische Neuordnung des ukrainischen administrativen Systems durch die fortschreitende Amalgamierung früherer Kleinkommunen in größere, lebensfähigere Territorialgemeinden statt. Aufgehalten werden wichtige Teile der Dezentralisierung bislang vor allem durch die Nichtvollendung einer für die Reformumsetzung relevanten Verfassungsänderung. Diese wird vom ukrainischen Parlament abgelehnt aufgrund seiner Verbindung mit einer umstrittenen Auflage aus den Minsker Vereinbarungen, nämlich mit der Zubilligung eines Sonderstatus für die von moskaugesteuerten Separatisten derzeit kontrollierten Gebiete des östlichen Donezbeckens. Die trotzdem zügig voranschreitende Dezentralisierung wird von westlichen Geberorganisationen, vor allem von solchen der EU und USA, mit mehreren speziell aufgelegten Sonderprogrammen wie U-LEAD und DOBRE unterstützt.

Wer tötete Pawel (Scheremet)? Ein Jahr ohne Antworten

Am 20. Juli jährte sich der Tag des schrecklichen Mordes an Pawel Scheremet, dem bekannten Journalisten, unserem Kollegen und Freund. Vor einem Jahr wurde der Subaru, an dessen Steuer Scheremet saß, im Zentrum von Kyjiw gesprengt, an der Kreuzung der Bohdan-Chmelnyzkyj-Straße und Iwan-Franko-Straße.

Für die Freunde alles, für die Feinde das Gesetz: Wie Poroschenko die Ukraine zur selektiven Rechtssprechung zurückbringt

Der Fall Saakaschwili – das ist nicht allein die Frage des persönlichen Konflikts zweier Politiker. Das ist erneut der Versuch, die politische Zweckmäßigkeit über das Gesetz zu stellen. Der Versuch sich mit unbeschränkter Macht auszustatten. Nicht umsonst wird in den sozialen Netzwerken bereits gescherzt: der Präsident beschloss die „Staatsbürgerschaft“, die in demokratischen Staaten existiert, mit der „Untertanenschaft“, die Monarchien eigen ist, zu ersetzen. Das Prinzip „für die Freunde alles, für die Feinde das Gesetz“ kam der Ukraine unter den vorhergehenden Präsidenten teuer zu stehen. Eben daher sieht dessen Rückkehr so beschämend aus. Und eben deswegen kann dazu nicht geschwiegen werden.

Ukrainische Durchschnittslöhne stiegen im Juni auf knapp 250 Euro

Die nominalen ukrainischen Durchschnittslöhne sind den Angaben des Statistikamtes zufolge im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2.023 auf 7.360 Hrywnja gestiegen. Umgerechnet in Euro verdienten die Ukrainer damit durchschnittlich mit 248 etwa 54 Euro mehr als vor einem Jahr. Nach Abzug der Einkommenssteuer von 18 Prozent und der Kriegsabgabe von 1,5 Prozent verbleiben netto im Schnitt etwa 200 Euro.

Ukraine entzieht Micheil Saakaschwili die Staatsbürgerschaft wieder

Die Ukraine hat dem ehemaligen georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili die Staatsbürgerschaft nach etwas mehr als zwei Jahren wieder entzogen. Präsident Petro Poroschenko gab einen entsprechenden Erlass heraus, teilte der Staatliche Migrationsdienst am Mittwoch in Kyjiw mit.

Grund zur Hoffnung

Das Zauberwort Majdan füllt sich immer mehr mit der grauen Farbe der Enttäuschung. Und mit Schmerz bei jenen, die Angehörige und Freunde verloren haben. Und je mehr die Politiker und ihre Technokraten versuchen, das Problem der niedrigen Umfragewerte mit der Ausnutzung „ihres“ vergangenen Sieges zu lösen, desto weniger bedeutungsvoll wird für den Großteil der Ukrainer das neue Wort „Visafreiheit“. So ist die Welt konstruiert: die Worte werden müde und nutzen sich ab, wie die Menschen müde und abgenutzt werden.

Anti-Zaren-Impfung

Die ganze Geschichte der ukrainischen Reformen – das ist der Kampf gegen die Monopole.

Die Schweiz hat sich von der Atomenergie losgesagt. Wäre dies auch in der Ukraine möglich?

Im ersten Quartal 2017 haben die ukrainischen Atomkraftwerke nach Angaben von Energoatom rekordverdächtige 23,8 Milliarden Kilowattstunden produziert. Das ist die höchste Kennzahl der letzten zehn Jahre. Zur gleichen Zeit sagt man sich in vielen entwickelten Ländern von der Atomenergie los und geht zu alternativen Quellen über. Im Mai 2017 wurde eine solche Entscheidung in einem Schweizer Referendum getroffen. Könnte sich die Ukraine in naher Zukunft von ihren Atomkraftwerken trennen?

Komfortzone

Das Verlassen der Hurra-patriotischen Komfortzone wird nicht weniger schmerzhaft sein, als der erzwungene Abschied der prorussischen Bevölkerung von der „russischen Welt“. Und ganz sicher wird sich bald jeder von uns fragen müssen: Möchtest du wirklich den Sieg und bist du auch wirklich zu diesem bereit? Oder möchtest du in der Tiefe deiner Seele, dass der Hybridkrieg mit Moskau nie enden mag?

DIE EIGENEN: Ukrainische Geschichtspolitik - Fortsetzung

An meinem Beitrag Der Eigene über ukrainische Geschichtspolitik als Huldigung an den integralen Nationalismus schieden sich vor einigen Wochen die Geister. Wer schadet der Ukraine – die Kritiker dieser Politik oder ihre Anhänger?

Sich an alles erinnern

Für die heutigen Ukrainer ist es tatsächlich schwierig eine gemeinsame Sprache mit den russischen Liberalen zu finden und zum Teil mit den europäischen Gutmenschen. Doch wenn wir uns selbst nur fünf Jahre in die Vergangenheit begeben, wäre es für uns nur wenig leichter eine gemeinsame Sprache mit uns selbst zu finden.

Das eigene "Land" (Strana.ua): Was ist bekannt über das Verfahren gegen Ihor Huschwa (Igor Guschwa)

Strana.ua hat verkündet, dass dies ein nie dagewesener Angriff auf die Meinungsfreiheit ist, das Verfahren gefälscht sei und es keinerlei Beweise gegen kann. Generalstaatsanwalt Jurij Luzenko zeigte die ersten operativen Videos, in denen eine Person, die Ihor Huschwa ähnelt, mit seinem “Assistenten” einen detaillierten Plan und Kostenüberschläge für die “Zusammenarbeit” mit der Radikalen Partei besprechen.

Putin mit Kohlensäure

Der russische zivilisatorische – und Fernseh- – Raum gibt in unserem Land langsam, aber sicher Positionen preis. Russische Fernsehprogramme gibt es in der Ukraine bereits nicht mehr. Bald müssen auch die Hauptagenten des russischen Einflusses – solche wie (der Fernsehsender) Inter – sich auf die Produktion eigener Inhalte konzentrieren. Und die Schmuggelware, die auf der Malaja Arnautskaja (in Odessa) produziert wird – das ist bereits eine komplett andere Ware, als die, welche direkt aus Moskau eingeführt wird.

DER EIGENE - Nicht so schlimm: Integraler Nationalismus als Kiewer Prospekt

In Kiew wurde der bisherige Vatutin-Prospekt in Šuchevyč-Prospekt umbenannt, als weiterer Akt der Substitutions-„Dekommunisierung“ der ukrainischen Zeitgeschichtsschreibung und Öffentlichkeit. Wobei die in Kiew gegenwärtig dominierenden Historiko-Politiker nach der guten alten amerikanischen Vorgabe zu handeln scheinen, dass, wenn man die Wahl habe, der hauseigene „son of a bitch“ dem fremden stets vorzuziehen sei.

Versprechen der Ukraine an den IWF: Der Gassektor

Im April erhielt die Ukraine die nunmehr vierte Tranche des IWF im Rahmen des vierjährigen Kreditprogramms (2015 bis 2019), obwohl Kiew nach der Revision seines Reformprogramms nur fünf von vierzehn Bedingungen zur Durchführung struktureller Veränderungen tatsächlich umgesetzt hat. Nach Ansicht des schwedischen Ökonomen Anders Åslund fiel die Entscheidung des Fonds deshalb so aus, weil „die Ukraine den makroökonomischen Bedingungen nachgekommen [ist], insbesondere hat sie ihren Haushalt konsolidiert. Und das ist das Wichtigste.“

Der Nichtganz-Staat Ukraine: Apathie und Euphorie als Begleiter der ukrainischen Staatsbildung

Es ist überraschend, aber die Euphorie der Ukrainer über die Existenz eines unabhängigen ukrainischen Staates ist immer eng benachbart mit Apathie und mangelndem Vertrauen. So wechseln regelmäßig Apathie und Euphorie einander ab. Verständlicherweise haben solche kritischen Einstellungen weder der Staat noch der Gesellschaft Stabilität gegeben. Ebenso überraschend ist, dass es nach wie vor in der Ukraine zwei entgegengesetzte Lager gibt, die äußerst scharfe Positionen hinsichtlich der staatlichen Souveränität einnehmen. Die einen verstehen den Staat als Abstraktion, die man als einen Wert an sich schätzen muss. Ihrer Meinung nach darf man den Staat nicht deshalb kritisieren, weil man deshalb bestraft werden kann, sondern deshalb, weil er der „eigene“, „jung“, „unreif“, „schwach“ ist und jederzeit zusammenbrechen kann. Es gibt aber auch eine andere große Gruppe von Bürgern, sie haben die Einstellung, der unabhängige ukrainische Staat sei ein temporäres Phänomen, ein kurzfristiges Missverständnis, das sich ziemlich schnell „korrigiert“. Das Schlimmste in dieser Situation war, dass die Gesellschaft nie zu einer breiten öffentlichen Debatte dieses sehr wichtigen Themas herangereift ist.

Temporäre Staatlichkeit: Um zu überleben haben die Ukrainer gelernt, sich vom Staat loszukaufen

Misstrauen der Bürger gegen den Staat macht ihn unzureichend, fehlerhaft, und vor allem – ungerecht. Die lange Geschichte der Beziehungen der Ukrainer zu staatlicher Macht endete schließlich im Jahr 1991 mit der Errichtung ihres eigenen Staates. Aufgrund der sozialen Struktur der Nation, die sich unter den Bedingungen eines eigenen inneren Dualismus formte, die auf grundlegend anderen Erfahrungen in verschiedenen administrativ-politischen Gebilden fußte, war die Einstellung gegenüber dem Staat äußerst unterschiedlich. Diese Einstellung fing an mit dem galizischen Legitimismus und endete mit der Anarchie im Dnipro-Gebiet. Die alten galizischen Legitimisten mussten seinerzeit unter dem Druck der Umstände den Einfluss / die Rolle den jungen radikalen Nationalisten überlassen, die sogleich erklärten: „Unsere Regierung muss schrecklich sein!“ Die Dnipro-Anarchie hingegen wurde zunächst gebraucht, dann aber von der bolschewistischen Diktatur zerrieben.

Was stört den Aufbau eines Silicon Valley in der Ukraine?

Ukrainische Start-ups sind schon lange weltweit erfolgreich, aber das einheimische Wirtschaftsklima bremst die Entwicklung der Branche. Die Ekonomitscheskaja Prawda klärte, was in dem innovativsten Sektor des Landes vor sich geht.

Ohne Visum, aber nicht ohne Regeln: Wie wird die Visafreiheit mit der Europäischen Union in der Praxis funktionieren?

Das einzige, was eine echte Bedrohung darstellt, ist die Nichtbefolgung der Regeln durch uns, die Bürger der Ukraine. Und in dem Fall, wenn wir nach einem halben Jahr von massenhaften Verstößen gegen die „90-Tage-Regelung“ oder von „Reisen“ illegaler Arbeitsmigranten hören, dann wird die Ukraine tatsächlich ein Problem mit der Visafreiheit bekommen. Doch das ist eine komplett andere Geschichte, die, so hoffen wir, nicht zur Realität wird.

Die Nachfolger der Horde: Zum Eurovision Songcontest werden archäologische Funde am Postplatz zerstört

Im Februar 2015 machte eine Sensation in der Ukraine Schlagzeilen: am Postplatz (Poschtowa Ploschtscha) in Kyjiw hatte man einzigartige archäologische Funde freigelegt. (Bürgermeister Witalij) Klytschko schrieb damals auf seiner Facebook-Seite: „Wer seine Geschichte nicht bewahrt, hat keine Zukunft. Dieser einmalige Fund muss eindeutig bewahrt werden“. Man hatte sogar vor, unter dem Platz ein Museum zu machen. Nun sind diese Ideen begraben – den Artefakten droht ihre Zerstörung.

Oleh Skrypka: "Für Leute, die Ukrainisch nicht lernen können, muss ein Ghetto geschaffen werden"

Oleh Skrypka ist ein Veteran der ukrainischen Rock-Szene. Seine Gruppe Wopli Widopljassowa wird dieses Jahr 31. Um seine Solomusikprojekte und ebenso seine Produzenten- und Festivalprojekte aufzuzählen, reichen kaum die Finger beider Hände. Während der Winterschule für Journalistik der Ukrajinska Prawda ergab sich ein offenes Interview mit Skrypka. Er erzählte aus dem Backstagebereich von „Holos Krajiny“, seiner Position zu Quoten im Radio und erläuterte, warum er eine große Kollektion ukrainischer Musik wegwarf. Wir führen die markantesten Zitate an.

Gnadenlose Revolutionäre

Manchmal möchte ich aufhören. Einfach aufhören und nicht mehr mit dem Kopf gegen die unzerstörbare Wand aus Zynismus und Gleichgültigkeit der Machthaber rennen. Damals, in meiner Jugendzeit, war alles einfacher. Es gab einen klaren, brutalen Feind. Er hatte einen Namen: der totalitäre imperiale Staat. Er war allmächtig und per definitionem schrecklich, und mit ihm brauchte man nicht zu streiten. Es gab nur eine einzige Möglichkeit. Widerstand.

Die Krim: Drei Jahre unter russischer Kontrolle

Die Bewohner der Halbinsel, die die Ukraine unterstützen, verbinden voraussagbar die alltäglichen Probleme mit dem Übergang der Krim unter russische Kontrolle. Aber sie können ihre Position nicht offen verlautbaren. Die anderen Krim-Bewohner, die sich über den russischen Status der Republik freuten, sind bereit, die „vorübergehenden Schwierigkeiten“ geduldig zu ertragen. Es ist naiv zu behaupten, dass alltägliche Probleme sie dazu bringen, ihre Meinung zu ändern.

Der Staat, der zum Vaterland wurde

„Wenn der Staat etwas von dir braucht, dann nennt er sich Vaterland“. Im postsowjetischen Raum hat sich der Aphorismus des Schweizers Friedrich Dürrenmatt eben in dieser, leicht umformulierten Form, eingelebt.

Kleinvieh macht auch Mist: Was vom Zusammenschluss der Nationalisten zu erwarten ist

Gelingt den Nationalisten die Rückkehr in die große Politk? Vor ein paar Wochen ereignete sich in der ukrainischen Politik etwas Außergewöhnliches – die größten nationalistischen Parteien (und zwar gleich drei: Swoboda, der Prawyj Sektor und der Nazionalnyj Korpus) gaben zum Erstaunen der Beobachter ihren Zusammenschluss bekannt.

Pokrowsk: wie das Sowjetische zum Mondänen wird

Pokrowsk, Krasnoarmejsk (Krassik), Postyschewo, Grischino – es geht immer um „das westliche Tor des Donbass“; schon vom Kommunismus befreit und im Status einer Stadt bestätigt, aber noch nicht ganz von seinem Sowjetisch-Sein getrennt.

Die unzerstörte ukrainische Anarchie: Fluch oder Rettung?

Eine funktionierende Armee aufrechtzuerhalten, die Otamanenherschaft zu vermeiden, eine Spaltung des Landes zu verhindern, sich vor einer äußeren Aggression und der Ausbreitung des hiervon inspirierten Separatismus zu schützen, das waren die zentralen Herausforderungen für die neue Zentralregierung in Kiew. Den Beteiligten an der Revolution der Würde, während derer Blut geflossen war und nach welcher der ukrainische Staat eine direkte Aggression seitens des Nachbarn erfuhr, schien es, dass eine Rückkehr zu den alten Mustern nicht mehr kommen wird, und dass sich in der ukrainischen Gesellschaft keine Zyniker mehr finden lassen, die ein System aufrechterhalten wollen, dessen Bekämpfung mit Menschenleben bezahlt wurde. Der ukrainische Staat sollte erneut eine Staatsmacht der Ukrainer werden (im umfassenden Sinne dieses Wortes) und für die Ukrainer.

Proteste in Belarus und Russland. Warum schweigt die ukrainische „Revolutionsregierung“?

Am 25. und 26. März kam es in Belarus und Russland zu Protestaktionen, die wie üblich mit der Verhaftung von Aktivisten ihren Abschluss gefunden haben. Was bedeuten die Proteste in Russland und Belarus? Wozu könnten sie führen? Warum beziehen die ukrainischen Regierungsvertreter keine Position zu ihnen? Diese Fragen hat „vgolos“ mit drei internationalen Experten erörtert: den Diplomaten Oleksander Chara und Bohdan Jaremenko, sowie dem Politologen und Leiter des Zentrum für angewandte politische Studien „Penta“ Wolodymyr Fessenko.

600 Millionen Euro statt Reformen: EU-Hilfe die der Ukraine schaden kann

In den kommenden Wochen kommt in der Ukraine die zweite Tranche der Makrofinanzhilfe der EU in Höhe von 600 Millionen Euro an. Doch die Umstände der Bereitstellung dieser Mittel lassen zweifeln, was hier überwiegt: das Schlechte oder das Gute. Denn Kiew hat die schärfsten Forderungen nicht erfüllt, die für den Erhalt dieser Hilfe notwendig sind.

Die Minsker Sackgasse

Vor drei Jahren annektierte Russland die Krim, danach stieß es separatistische Bewegungen in den südöstlichen Regionen der Ukraine an. Der Kreml förderte damals das Projekt „Neurussland“, das acht ukrainische Oblaste umfassen sollte, von Charkiw im Osten bis Odessa im Süden. Das Szenario ließ sich jedoch nicht realisieren. Den Ukrainern gelang es durch ihren Einsatz in Armee, Freiwilligenbataillonen und einer breiten Freiwilligenbewegung die großangelegte russische Aggression zu stoppen.

Samoylova, go home - Warum es nicht wert ist, die Sängerin nach Kyjiw zu lassen

Im letzten Jahr erinnerten wir die Welt von der Eurovision Song Contest-Bühne an die Annexion der Krim und die Verbrechen der Besatzer gegen die Krimtataren. Nun versucht auch Moskau den Wettbewerb zu benutzen, um der Ukraine eine zynische Provokation zu bereiten. In Kyjiw wägt man klar ab auf der Suche nach einem optimalen Ausweg aus der Situation. Sich auf sie einzulassen ist jedoch diesmal der beste Weg, um auf die Provokation zu reagieren.

Die große ukrainische Anarchie - Warum die Ukrainer den Staat als etwas national und sozial Fremdes auffassen

Eingangs will ich sofort warnen, dass es in dem Aufsatz nicht um die Geschichte der anarchistischen Bewegung in der Ukraine geht, auch wenn wir nicht ohne historische Exkurse auskommen werden. Wenn die Rede von der Anarchie in der Ukraine ist, dann wird wahrscheinlich in den Köpfen vieler das Bild von Nestor Machno auftauchen. Das ist wenig überraschend, eben dieser rustikale Typ hat die ukrainische Duftnote fest in die Weltgeschichte des Anarchismus eingeschrieben. Wahr ist, dass später nach seinem Bild verschiedene Propagandisten ziemlich so gut agierten, so dass von der im Prinzip interessanten Erscheinung eine komplette Karikatur übrigblieb.

Der (russische) Frühling, der scheiterte

Der Ironie des Schicksals nach fielen die massenhaften Straßenproteste in der Russischen Föderation praktisch auf den dritten Jahrestag des sattsam bekannten „russischen Frühlings“. Der Aufbruch der russischen Jugend, die unzufrieden mit eben jener russischen Regierung ist, erinnerte unfreiwillig an den gescheiterten Auftritt unter den Flaggen der „russischen Welt“.

Das ukrainische Dating-Business in Zeiten des Kriegs und der Wirtschaftskrise

Die Ukraine war in den letzten 25 Jahren immer ein Zentrum für Partnervermittlungen, die ledige und alleinstehende ukrainische Frauen an Männer aus wohlhabenderen Regionen, besonders Westeuropa und die USA, vermitteln. War in Deutschland vor dem Fall des Eisernen Vorhangs diese Art der Partnersuche vorwiegend auf asiatische Länder und deren Frauen beschränkt, wandelte sich dies mit Beginn der 90er Jahre entscheidend: ukrainische und russische Frauen standen bei Männern, die sich auch eine ausländische Ehefrau vorstellen konnten, ganz oben auf der Wunschliste. Das immer noch mit einer ausländischen Frau verbundene Stigma ist seitdem zumindest optisch nicht mehr sichtbar, was vielen Männern entgegenkommt. Ebenso kommen die Frauen aus einem ähnlichen Kulturkreis, was die Eingewöhnung und Integration einfacher macht.

"Das Team der Para-Ärzte"

Noch ein Theater. Mit sehr teuren Eintrittskarten, für die wir bezahlen werden müssen, verehrte ukrainische Steuerzahler! Im übrigen: Nicht nur wir. Madame Uljana Suprun hat es geschafft, auch Geld ausländischer Steuerzahler einzusammeln. Ein in Kiew arbeitender europäischer Diplomat hat, bei einer inoffizieller Gelegenheit, das gesamte Führungsteam des Gesundheitsministeriums ein “Team von Para-Ärzten” genannt.

Verlangsamtes Wirtschaftswachstum, Inflation und Kursverfall. Der Preis für den Abbruch der Beziehungen zu den ORDLO

Die Energie- und Metallurgie-Holdings von Rinat Achmetow gestanden heute (15. März) den Kontrollverlust über ihre Unternehmen in den okkupierten Sonderregionen des Donezker und Lugansker Gebiets (ORDLO) ein. Man kann sagen, dass diese Unternehmen höchstwahrscheinlich ihre Tätigkeit einstellen werden – sie waren alle fest in die ukrainische Wirtschaft integriert. Ohne diese Verbindungen haben sie weder einen Absatzmarkt noch Rohstoffquellen. Vor wenigen Tagen haben wir ausführlich über die wirtschaftlichen Verbindungen der ORDLO zur übrigen Ukraine berichtet. Jetzt wollen wir untersuchen, welche Folgen der endgültige Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen zu den nicht von ihr kontrollierten Gebieten für die Ukraine haben wird.

Beichte der Enttäuschten

Der ukrainische Maidan war keine Revolution einfach deswegen, weil Revolutionen nicht nur eine klare Tagesordnung haben, sondern auch Menschen, die diese anschließend umsetzen. Doch der ukrainische Maidan war eher ein Aufstand gegen den Versuch der Usurpierung der Staatsmacht. Doch eine Vereinigung nach dem Prinzip „dagegen“ ist nicht das Gleiche, wie eine Vereinigung nach dem Prinzip „dafür“. Und daher ist alles, was heute in der Ukraine vor sich geht absolut gesetzmäßig.

Drei Jahre danach - Unkaputtbare "Wahrheiten" über den ukrainisch-russischen Sezessionskrieg

Auch wenn momentan alle über Schlagerwettbewerbe und Rollstühle als Kriegswaffen diskutieren, was der ganzen Sache fast schon wieder den Anschein der tragischen Geschichte gibt, die sich als Farce wieder auf die Bühne drängelt: Es gibt gewisse Interpretationen des russisch-ukrainischen Konflikts, die zäher sind als Lenins Leiche im Mausoleum und langlebiger als Plutonium.

Sechs Ukrainer schafften es 2017 in die Milliardärsliste von Forbes

Trotz anhaltender Wirtschaftskrise, Krieg und politischen Querelen haben es 2017 sechs Ukrainer in die Milliardärsliste von Forbes geschafft. Gegenüber dem Vorjahr stieg das geschätzte Vermögen der ukrainischen Milliardäre um mehr als drei Milliarden Dollar.

Das Ende des Donbass

Im 21. Jahrhundert empfand sich der Donbass immer noch als „All-Unions-Heizraum“ und bereitete sich darauf vor, mit den Faschisten zu kämpfen.

Räuber und Gendarm - Justiz in der Ukraine

Verkehrspolizisten müssen für das Festnehmen einer Richterin, die sich weigerte, ihr Auto umzuparken, Gefängnisstrafen fürchten. Eine perfekte Illustration für verpasste Reformen im Justizwesen und für Institutionen, die in dem einen Fall volksnah werden konnten, während andere nach wie vor als Fremdkörper wahrgenommen werden.

Die Weisheit der Jahrhunderte, begraben von Hammer und Sichel - Über die „Popularität“ der lateinischen Kultur in der Ukraine

In der Sowjetunion gab es nicht nur keinen Sex, sondern auch einige wichtige Dinge nicht. Zum Beispiel Latein. Aber wenn sich mit dem ersteren noch jemand beschäftigte, so ist das mit dem zweiten überhaupt nicht geschehen. Denken Sie mal daran, „Was für ein Land wurde verkackt“, aber in ihm gab es nur einige Zentren, Klassiker zu lernen: Moskau, Leningrad, Tiflis und Lwiw. Wahrscheinlich zurecht, denn was hätten die ehrlichen bienenfleißigen Erbauer des Kommunismus dem veralteten und toten Latein abgewinnen können?

Krimtataren (qırımlı) zwischen Kampf und Überleben: Wie Moskau die Krimtataren bricht

Den Zustand der Krimtataren auf der okkupierten Halbinsel kann man, ohne zu übertreiben, tragisch nennen. Deportiert unter Stalin 1944 kehrten sie bald zurück, doch ein Vierteljahrhundert später befanden sie sich erneut in den Händen Moskaus und erneut gerieten sie als Volk unter Verdacht. Nur diesmal bezichtigt man die Tataren nicht der Kollaboration mit den “deutschen faschistischen Eindringlingen”, sondern mit der “Kiewer Junta”. Während vielen 2014 die Annexion der Krim noch wie ein wildes geopolitisches Missverständnis erschien, ist nun allen klar, dass sich die Russen für länger auf der Halbinsel aufhalten werden.

Gontarewa. Kontrollierter Abgang

Schon den zweiten Tag berichten Medien über die Möglichkeit eines schnellen Rücktritts der Vorsitzenden der Nationalbank der Ukraine (NBU) Walerija Gontarewa. Nach Informationen vieler Quellen hat die Chefin der NBU tatsächlich eine solche Absicht. Nur wird diese nicht von der Bankowa-Straße (Sitz des Präsidenten) geteilt. Im Umfeld des Präsidenten wird betont, dass mit einem Abgang in unmittelbarer Zukunft trotzdem nicht zu rechnen sei.

Wollen die Amerikaner unseren Tod?

Früher habe ich das im Bus oder auf dem Markt gehört. Gesprochen haben darüber ältere, ärmlich angezogene Leute, die offensichtlich nicht gerade luxuriös lebten. In letzter Zeit hört man das offen von gut gebildeten, abgesicherten Männern und Frauen zwischen 30 und 40. Vor kurzem, genauer gesagt letzte Woche war ich in dem Krankenhaus, wo ich früher gearbeitet habe. Meine frühere Kollegin hat mich erkannt, sie ist Kinderärztin. Sie hat privat so einiges durchgemacht und hat bei mir gleich ihren ganzen Frust abgeladen.

Ukrainer verdienen durchschnittlich wieder mehr als 200 Euro

Die nominalen ukrainischen Durchschnittslöhne sind den Angaben des Statistikamtes zufolge im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.646 auf 6.008 Hrywnja gestiegen. Umgerechnet in Euro verdienten die Ukrainer damit durchschnittlich mit 206 etwa 50 Euro mehr als vor einem Jahr. Nach Abzug der Einkommenssteuer von 18 Prozent und der Kriegsabgabe von 1,5 Prozent verbleiben netto im Schnitt etwas mehr als 166 Euro.

Verbieten darf man nicht erlauben

In den drei Jahren des hybriden Kriegs mussten die Ukrainer mehr als einmal überlegen, wo in diesem Satz ein Komma gesetzt werden soll. Nahezu täglich wird über die Zweckmäßigkeit von Beschränkungen und Verboten für unterschiedliche Bereiche diskutiert: Politik, Wirtschaft, Geschichte, Kultur, Sprache, Medien…

Hilfe für Kinderklink Poltawa (Ostukraine)

Anja Kulik ist Psychotherapeutin in der Geburtsklinik in Poltawa in der Ostukraine. Sie arbeitet mit Frühgeburten, die ganz besondere Pflege und Aufmerksamkeit brauchen.

Straßenhunde in der Ukraine

Wir bitten euch um einige Minuten Aufmerksamkeit für die schwierige Situation der Straßenhunde in der Ukraine. Dort gibt es sehr viele streunende Hunde und leider immer noch viel zu wenige Tierheime.

Prüfung des Steuerbeamten

Nassirow ist wahrlich ein Klondike für spezifisches giftiges Wissen über die Schlüsselmachthaber der Postmaidanperiode. Er ist das richtig vom Nationalen Antikorruptionsbüro ausgewählte Ende des Knäuels … Ob er auf einen Deal mit den Ermittlern eingeht oder die Ermittler den Weg durch den Wald gehen – erfahren wir schon sehr bald. Die Hauptsache ist, dass Roman Michajlowitsch (Nassirow) gesund und lebendig bleibt.

Ein Friedensplan für den Donbass - „Drei Säulen“: Legitimität – Sicherheit – Vertrauen

An dieser Stelle möchte ich heute den Lesern des „Dserkalo Tyschnja“ (dt. „Wochenspiegel) einen von mir und meinem Team entwickelten Friedensplan vor- und zur Diskussion stellen. Die abermals blutigen Kämpfe um Awdijiwka haben mich davon überzeugt, dass ein solcher Plan gerade zum jetzigen Zeitpunkt überlebensnotwendig ist. Der Beschreibung des Plans schließen sich die Fragen an, die am häufigsten im Diskurs mit Experten auftraten.

Schriftsteller Serhij Zhadan: "Es gibt eine enorm große Zahl von Fragen an die Regierung"

Etwas mehr als vor einer Woche haben weißrussische Polizisten in Minsk den bekannten Charkiwer Schriftsteller Serhij Zhadan unter dem Vorwand festgenommen, Zhadan sei „wegen Teilnahme an terroristischen Aktionen“ die Einreise in die Russische Föderation untersagt. Da Belarus (Weißrussland) und Kasachstan Teile eines Staatenbündnisses mit Russland seien, erstrecke sich das Verbot auch auf dieses Land. Zhadan übernachtete in der Polizeistation und rief seine Fans zu einem „Kreuzzug nach Minsk“ auf, der Zug wurde aber nicht notwendig – die belarussische Staatsmacht wendete sich schnell und erklärte, es habe ein Missverständnis gegeben, und die untersagte Einreise für Zhadan sei aufgehoben worden.

Jana Panfilowa: „HIV ist eine bessere Krankheit“

Die neunzehnjährige Jana Panfilowa ist seit ihrer Geburt HIV-positiv. Schon seit fünf Jahren spricht das Mädchen offen über ihren Status und hilft anderen ihn anzunehmen. Seit dem letzten Jahr führt Jana außerdem die Jugendorganisation Teenergizer, eine Gruppe von Kindern, die eine diskriminierungsfreie Welt erschaffen wollen. Im Interview mit LB.ua sprach Jana Panfilowa darüber, warum sie HIV für die bessere unter den Krankheiten hält, wie der Irrtum, dass das Virus beim Küssen weitergegeben wird, die Diskriminierung verschlimmert, und warum HIV-positive Menschen aufhören sollen sich selbst zu bedauern.

Eine altes Lehrbuch der Geschichte: Wie man den Adel in Lemberg vor drei Jahrhunderten erzog und bildete

Die Erziehung der jungen Generation und die Ausrichtung ihrer Fähigkeiten in Hinblick auf den richtigen Weg ist seit alters her eine Frage von erstrangiger Priorität. Gerichtsprozesse wegen Verderbens der Jugend sind schon seit der Antike bekannt, ein schlechtes Vorbild für Nachahmung abzugeben war ein Hinweis für schlechtes Verhalten und wurde in jedweder anderen Zeit für unmoralisch angesehen. So überrascht es nicht, ja ist sogar absolut verständlich, dass es jene „Kriege“ um Geschichts-Lehrbücher und ihre Inhalte gibt, die ständig bei uns regelmäßig geführt werden, denn ein Lehrbuch ist Schlüssel zur Formung des Bewusstseins der Menschen und der Grundkategorien der Einschätzung und Wahrnehmung ihrer Welt. Im Hinblick auf letzteres ist es interessant, sich den Inhalt vergleichbarer Erscheinungen vor einigen Jahrhunderten anzuschauen, die es sogar im selben Wirkungsraum von Lemberg gab. Hierfür betrachten wir ein Lehrbuch aus dem 18. Jahrhundert.

„Mächtepoker“: Wie kann die Ukraine das Spiel meiden, das gar nicht gespielt wird?

„Ein gutes Verhältnis zu Russland zu haben ist eine gute und keine schlechte Sache“, twitterte Donald Trump als designierter US-Präsident. „Es ist besser Subjekt als Objekt in den internationalen Beziehungen zu sein“, meinen ukrainische Experten und Politiker. „Lieber reich und gesund als arm und krank“, konstatiert der Volksmund. „Um etwas zu verkaufen, was man nicht braucht, muss man zuerst etwas kaufen, was man nicht braucht. Und wir haben kein Geld“, spricht die Klassik aus unlängst verblichenen Zeiten.

Der entpersonalisierte Donbass

Der Märtyrerkalender der Söldner im Donbass wächst in einem solchen Tempo, dass schwer mit ihm Schritt zu halten ist. Bendow, Ischtschenko, Wosnik, Mosgowoj, Drjomow, Schilin, Pawlow, Bolotow – man könnte noch viel mehr aufzählen, aber wofür? In der Mehrzahl haben alle öffentlichen Hauptpersonen der russischen Invasion diese Erde verlassen. Vor diesem Hintergrund erscheinen Igor Strelkow und Alexander Borodaj als zufällige Glückspilze. Sie schafften es, nicht nur den Krieg zu überleben, sondern auch den eigenen Rücktritt. Mit Gewissheit kann keiner sagen, ob hinter ihrem Schicksal schon ein Punkt gesetzt ist.

Das Offensichtliche ignorieren

Ich habe einmal einen sehr beliebten ukrainischen Fernsehmoderator gefragt: „Warum behandeln Sie in Ihren Beiträgen nur politische Themen? Ich helfe Ihnen gerne dabei, die Zuschauer auf sozialpolitische Probleme aufmerksam zu machen. Das ist näher an den Menschen…“ Die Antwort war einfach und offen: „Solche Themen aufzubereiten ist sehr schwer. Ukrainische Politiker sind absolut vorhersehbar, man kann sie leicht dazu bringen, offen und offensichtlich zu lügen…“

Das Recht, schwach zu sein

Im Jahr 1971 fand in den Vereinigten Staaten der Prozess “The New York Times vs. United States” statt. Die amerikanischen Journalisten verteidigten ihr Recht, die geheimen Pentagon-Papiere zum Vietnam-Krieg zu veröffentlichen. Sie gewannen. Hugo Black, Richter am Supreme Court schrieb in seiner Urteilsbegründung, dass eine freie Presse eine sehr wichtige Rolle für die Verteidigung der Demokratie spiele, daher müsse sie “den Regierten dienen, und nicht den Regierenden.”

Jurij Andruchowytsch: Wie sich zeigt, schreibe ich mein ganzes Leben an ein und demselben Buch

In einem Interview anlässlich der aktuellen Ukraine-Tour des Stückes „Albert, oder Die höchste Form der Todesstrafe“ – einem Projekt von Jurij Andruchowytsch und der Regisseurin Olja Myichajljuk – sprachen wir mit dem Schriftsteller darüber, warum „Albert“ sich ständig verändert, womit alles angefangen hat und was daraus geworden ist. Außerdem ging es darum, was Comics mit seinem zukünftigen Buch zu tun haben, was wir in der internationalen Kulturdiplomatie nicht richtig machen, warum Künstler frech und provokativ sein sollten und welche literarischen Tendenzen in Zukunft zu erwarten sind.

Annäherung an ein Fest

Der Staat hatte dazu keinerlei Beziehungen. Und hat es bis heute nicht. Wie immer. Über all die Jahre unserer Tätigkeit wollte sich keiner der oberen Beamten des Landes nicht einmal minimal an der Übersetzung und Ausgabe von Büchern, die uns von den bekanntesten Psychiatern Nordamerikas und Europas empfohlen wurden, beteiligen.

Letzte Änderungen in der Steuergesetzgebung der Ukraine 2017

Am 1. Januar 2017 sind das Gesetz der Ukraine „Über die Änderungen im Steuerkodex der Ukraine und in einigen anderen Gesetzen bezüglich der Sicherung der Balance der Budgeteinnahmen“ und das Gesetz der Ukraine „Über die Änderungen im Steuerkodex der Ukraine bezüglich der Verbesserung des Investitionsklimas in der Ukraine“ in Kraft getreten.

Korruption in der Ukraine

Ein Grund für die Proteste auf dem Maidan in Kiew war die allgegenwärtige Korruption. Die Menschen wehrten sich dagegen und sie hatten es satt, dass Reiche immer reicher werden und sie selbst kaum genug Geld zum Leben haben.

Die Ukraine und die Europäische Union

Einer der entscheidenden Gründe für die Entstehung der Euromaidan-Protestbewegung in der Ukraine war der Wunsch vieler Bürger, sich an die Europäische Union anzunähern. Während wichtige Teile des Assoziierungsabkommens mittlerweile in Kraft getreten sind, müssen bis zu einem EU-Beitritt des Landes jedoch noch zahlreiche Hürden überwunden werden.

Der Euromaidan und seine Folgen für die ukrainische Gesellschaft

Drei Jahre nach dem Euromaidan sind viele langfristige Ziele der Bewegung in der Ukraine bei Weitem noch nicht erreicht. Während die umfassende Polizeireform als Erfolg gefeiert wird, leben viele Politiker aus der Sicht zahlreicher Bürger immer noch in einer korrupten Welt. Und doch es ändert sich.

Zivilgesellschaft in der Ukraine

Im Rahmen der Wahlfälschungen von 2004 bekam die Zivilgesellschaft in der Ukraine erstmals Gewicht. Sie lösten die “Orangene Revolution” aus. Während sich in den folgenden Jahren die politischen Eliten in Machtkämpfen gegenseitig schwächten und zunehmend das Vertrauen der Basis verloren, erwiesen sich die geschlossenen Allianzen zwischen NGOs, der außerparlamentarischen Opposition und Teilen der Bevölkerung als erstaunlich stabil. Dies führte zu den Maidan-Protesten im Herbst 2013.

Die teilweise Verstaatlichung des Bankensektors

Nach einer Reihe von Insolvenzen privater Banken und der Verstaatlichung der PrivatBank als größter Bank hat der Staat mehr als die Hälfte der noch am Markt verbliebenen Banken unter seiner Kontrolle. Für ihren Erhalt werden Summen in Milliardenhöhe ausgegeben, die strategische Ausrichtung aber ist bei allen mehr oder weniger gleich. Der Staat möchte die Banken irgendwann wieder verkaufen.

Welche Konsequenzen hätte eine mögliche Washingtoner Akzeptanz der Krim-Annexion Russlands für die internationale Ordnung?

Eine der wichtigsten außenpolitischen Fragen für die neue US-Administration wird sein, wie sie mit dem jüngsten militärischen Abenteurertum des Kremls umgeht. Eine neue Annäherung zwischen Washington und Moskau könnte über die früheren Versuche eines Neustarts der russisch-amerikanischen Beziehungen unter der Bush- oder Obama-Administration hinausgehen. Im weitestgehenden Fall würde ein „verständnisvollerer“ Ansatz des Weißen Hauses gegenüber dem Kreml bedeuten, dass bestimmte Präferenzen der neuen US-Administration vor die Interessen jener Nationen gestellt würden, die sich derzeit mit Russland im Konflikt befinden. Dies betrifft insbesondere die geopolitischen Positionen der Ukraine und Georgiens, welche je zwei Schwarzmeergebiete (Abchasien und die Krim) und zwei weitere Gebiete (Südossetion und das östliche Donezbecken) an Russland verloren haben.

"Schleichende Offensive" im Donbass: Wie die Ukraine den Positionskrieg führt

Die ukrainischen Truppen im Donbass nehmen neue Positionen in der sogenannten „grauen“ Zone ein. Diese Taktik erhielt die Bezeichnung „schleichende Offensive“ im Verlaufe derer die Streitkräfte der Ukraine neue Territorien in Übereinstimmung mit den Minsker Abkommen einnehmen, die auch so unter Kontrolle der ukrainischen Seite sein sollten.

Zur Dezentralisierung: Erfolge, Risiken und die Rolle des Parlamentes

Am 1. April 2014 hat die Regierung, die nach der Revolution der Würde gebildet wurde, das Konzept der Reform der lokalen Selbstverwaltung und der territorialen Organisation der Regierung (Nr. 333-r) beschlossen, was zum Start einer für die Ukraine wichtigen Reform wurde, die heute bekannter als Dezentralisierung ist.

Änderungen im ukrainischen Steuergesetzbuch: Auswirkungen auf das Investitionsklima in der Ukraine

Am 30. Dezember 2016 unterzeichnete der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, das Gesetz Nr. 1797 „Über die Einführung der Änderungen im Steuerrecht der Ukraine und der Verbesserung des Investitionsklimas in der Ukraine”. Das Gesetz ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten, mit Ausnahme von einigen wichtigen Änderungen, die im Laufe des Jahres 2017 eingeführt werden. Die Änderungen erfolgten vor allem in den Bereichen Steuerverwaltung, Verrechnungspreise, Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Transferpreise.

Das Gefühl der Tragik

Doch ich kann protestieren. Unbequem, entschlossen und zielgerichtet. Es ist traurig, dass ich in der unabhängigen Ukraine auf meine Erfahrungen zurückgreife, die ich während meiner Lagerzeit, der Zeit des Widerstands, gesammelt habe. Heute, im Jahre 2016, stehe ich nicht allein. Es ist eine neue Generation herangewachsen und nimmt Form an. Eine Generation von klugen und gebildeten Ärzten und Psychiatern, die keine Lust haben, ihr Land zu verlassen. Und die Verwandten von Patienten in psychiatrischer Behandlung, die ihr Recht schützen können und wollen. Ich stehe schon nicht mehr allein, wie es im Jahre 1971 der Fall war.

Warum ist die Neutralität kein Ausweg für die Ukraine?

Anfang Dezember 2016, am Tag eines weiteren Jahrestages der Unterzeichnung des bekannten Budapester Memorandums, hat das Institut für Weltpolitik die Studie „Sicherheit in der Übergangszeit. Wie der Aggression mit beschränkten Ressourcen widerstehen“ veröffentlicht. Eines der fünf Sicherheitsmodelle, die in der Studie analysiert wurden, ist die bewaffnete Neutralität. Insofern von allen Seiten der verschiedenen Fraktionen von Friedensstiftern erneut damit begonnen wurde eine Neutralität für die Ukraine als effektivstes und lang anhaltendstes Beruhigungsmittel für Putin anzupreisen, haben wir beim Institut für Weltpolitik beschlossen noch ein Memo aus diesem Anlass vorzubereiten und zu präsentieren.

Oblast Odessa: Neuer Gouverneur - alte Probleme

Nach zweimonatiger Führungslosigkeit hat Odessa einen neuen Gouverneur. Maksim Stepanov, der frühere Direktor des Polygrafischen Kombinat Ukraina und Sieger in dem nominellen Auswahlverfahren für die Stelle als Leiter der Odessaer Regionalverwaltung, ist gewillt, in kürzester Zeit Ergebnisse zu liefern. Wird es ihm gelingen?

Was erwartet die ukrainische Wirtschaft im Jahr 2017?

Das Vorjahr 2016 war nicht einfach für die ukrainische Wirtschaft. Banken sind weiter pleitegegangen – erinnern wir uns an die Geschichte der Privatbank, die Inflation hat die Einkommen aufgefressen und der Dollarkurs, blieb weiterhin besorgniserregend. LB.ua hat versucht herausfinden, was im kommenden Jahr zu erwarten ist.

Die ukrainische Erfolgsfalle: Obwohl die Reformen in der Ukraine letztlich umgesetzt werden, bedeutet dies noch keinen stabilen Staat

In den vergangenen zwei Jahren hat die westliche Staatengemeinschaft erhebliche Mittel für den ukrainischen Stabilisierungs- und Reformprozess zur Verfügung gestellt. Nach der Euromaidan-Revolution und im Gefolge der verdeckten russischen Intervention auf der Krim und im Donezbecken stand der ukrainische Staat 2014 vor dem Kollaps. Dieser konnte durch die Anstrengungen der ukrainischen Zivilgesellschaft und mit westlicher Finanzhilfe abgewendet werden. Doch ist Kiew nun auf dem richtigen Weg?

Die Ukrainskaja Prawda an Pintschuk

Die Diskussion, die von der Veröffentlichung Wiktor Pintschuks verursacht wurde, hat gezeigt, dass vor uns allen – Journalisten, Experten und natürlich der Regierung – eine schwierige, doch wichtige Aufgabe steht: Eine positive Agenda zur Lösung der ukrainischen Frage so schnell wie möglich vorzulegen.

Der Streit um Anteilnahme

Die Reaktionen auf den Absturz der russischen Tu-154 zeigen, wie sehr sich die Ukraine und Russland voneinander entfernt haben. Aber Moskau hat das nicht begriffen.

Ohne Namen – neuer Artikel von Wiktor Pintschuk

Der Artikel Wiktor Pintschuks, der Ende vergangenen Jahres im Wall Street Journal veröffentlicht wurde, rief eine stürmische Diskussion und einen Schwall an Kritik in der ukrainischen Gesellschaft hervor. Die gesellschaftliche Resonanz berücksichtigend, entschloss sich die Ukrainskaja Prawda Pintschuk das Recht zu gewähren, seine Position dem ukrainischen Leser zu erklären.

Ukrainische Inflationsrate 2016 bei 12,4 Prozent

Zum Ende des Jahres 2016 zog die Inflation in der Ukraine wieder an. Dennoch liegt sie den Angaben des ukrainischen Statistikamtes mit 12,4 Prozent weit unter dem Rekordwert des Vorjahres. Gleichzeitig stiegen jedoch die Produzentenpreise um 35,7 Prozent, was einige Ökonomen die offiziellen Daten anzweifeln lässt. Seit März 2014 verteuerten sich Produkte und Dienstleistungen demnach zusammengefasst um etwa 95 Prozent.

Was steckt hinter den Erfolgen von Naftogas im Jahr 2016?

Naftogas Ukrainy ist heute gleichbedeutend mit bis zu 90 Prozent des Gases und Öls im Land, mit dem nahezu gesamten Gasimport sowie mit 40 Prozent des Transits russischen Gases nach Europa. Das Unternehmen nimmt hinsichtlich der Gasversorgung der Bevölkerung und kommunalen Versorger eine Monopolposition ein. Daher kann man auch ohne Übertreibung sagen, dass das Wirtschaftsergebnis von Naftogas quasi mit dem der gesamten Branche gleichgesetzt werden kann.

Träges System

Vor einer geraumen Weile bemerkte der russische Historiker Kljutschewskij: „Früher war die Psychologie die Wissenschaft der Seele, heute ist sie die Wissenschaft ihres Fehlens.“ Ein kluger Gedanke… Und völlig aktuell für die ukrainische psychologische „Wissenschaft“ im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts.

Das Russland, das wir verlieren werden

Die Ukrainer schauen aus vielen Gründen in das kommende Jahr mit verhaltenem Pessimismus. Jedoch galt eben 2017 vor einigen Jahren als das Jahr, das alle unsere Probleme lösen wird. Die allwissenden Experten prognostizierten, dass 2017 dem Kreml das Geld ausgeht, dem Bankrott des Nachbarregimes folgt der Zerfall Russlands und wir werden schlussendlich den angeborenen Feind los.

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Leserkommentare

«Das Wirtschaftswachstum wird dieses Jahr, im gegensatz zum Vorjahr sinken. Zumal "3" nicht grad viel sind für ein Land wie...»

«Hahaha, sicher :D Der größte Investor in der Ukraine ist immer noch Russland. An 2. Stelle kommt die !gesamte! EU. Hören...»

«Die Wahlbeobachter und die Journalisten WURDEN EINGELADEN! Die gibt es auf der Krym aber immer noch nicht weil keine Redaktion...»

«Selten so ein Schwachsinn gelesen. 1. Krimer Chan war ein Vasall der Osmanen. Also von der "Unabhängigkeit" kann man schon...»

«Das, was Michael hier behauptet, ist reine Propaganda, typisch ukrainisch verlogen. In jedem Fall ist das, was er da von...»

«Zwei Anmerkungen: 1) Der beste Kenner der Altgläubigen in der Ukraine ist ТАРАНЕЦЬ, Сергій Васильович,...»

«Du solltest auch mein Attribut " frei gewählt" nicht vernachlässigen, das ist wichtig! Wenn du meinst, dass Putin die Krim...»

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