Ukraine erzielt wieder Exportüberschuss


Der Import von Waren in die Ukraine fiel zum ersten Mal seit einigen Jahren um über die Hälfte. Wenn die Tendenz fortbesteht, dann wird der Haushalt monatlich zwischen 250 und 500 Mio. Hrywnja (ca. 23,8 bis 47,6 Mio. €) verlieren.

Einen heftigen Rückgang des Warenimports hat der Staatliche Zolldienst verzeichnet. Seinen Angaben nach, wurden im Januar-Februar 2009 in die Ukraine Waren der Summe von 4,2 Mrd. Dollar (ohne Berücksichtigung des Gasimports) eingeführt. Zum Vergleich: in der analogen Periode des letzten Jahres wurden zweimal mehr Waren importiert – 9,5 Mrd. Dollar.

Gleichzeitig berechnete der Zoll, dass die Volumina des Exports den Import um fast eine Milliarde Dollar überstiegen. “Der Warenexport betrug in den ersten zwei Monaten 5,1 Milliarden”, sagte der Leiter des Staatlichen Zolldienstes, Anatolij Makarenko.

Der Meinung von Experten nach, begann der Rückgang des Importes noch im Dezember des letzten Jahres. Hauptgrund für dessen Verringerung wurde die scharfe Abwertung der Hrywnja. Vor der Hintergrund der Instabilität der Landeswährung begannen die Importeure massenhaft die Warenmengen zu reduzieren, welche in die Ukraine eingeführt werden. Mehr als andere litten die Automobilimporteure und ebenfalls die Metallhändler. Den Ergebnissen der vergangenen zwei Monate nach hat sich der Import dieser Waren in Dollar ausgedrückt um 71% bzw. 61% verringert.

Außerdem wies der Erdölimport in Geld ausgedrückt ein Minus von 59% auf. Doch dies ist nicht mit einer Verringerung des Verbrauchs verbunden, sondern damit, dass der Erdölpreis um einiges gefallen ist. “In den Mengen ist das keine sehr große Verringerung”, erläutert die Analystin der Investmentfirma “Dragon Capital”, Jelena Belan.

Einen bösen Streich spielte dem Import auch der Rückgang der Nachfrage in der Ukraine. Im Ergebnis verzeichneten im Lande populäre Konsumentenwaren ausländischer Herstellung ebenfalls ein Minus. So verringerte sich der Import von Textilprodukten um 35%. Gemeinsam damit ging die Einfuhr von Lebensmitteln um 15% im Vergleich zur analogen Periode des letzten Jahres zurück.

Den Prognosen von Jelena Belan nach, wird sich in den nächsten Monaten der Rückgang der Importvolumina fortsetzen und diese Tendenz zieht sich praktisch über das ganze Jahr. Der Analyst der Investmentfirma “Concorde Capital”, Andrej Parchomenko, sagt, dass dies dazu führt, dass sich im Ganzen die Importmengen um 35% im Vergleich zum letzten Jahr reduzieren werden.

Die Analystin der Investmentfirma “Troika Dialog”, Irina Piontkowskaja, konstatiert: als erste in die Risikogruppe geraten die Waren, welche nicht zu der Gruppe der absolut notwendigen gehören und deren Konsum zum Teil mit Krediten zusammenhängt. In erster Linie betrifft dies Autos und Haushaltstechnik.

Den Prognosen von Jelena Belan nach, wird sich den Ergebnissen des Jahres nach auch die Produktion des Maschinenbaus in Dollar ausgedrückt um 75% verringern. “Außerdem erwarten wir einen Rückgang von 50% im Bereich des Imports von chemischer und metallurgischer Produktion. Gleichzeitig wird die Verringerung des Imports der Produkte der Lebensmittelindustrie weniger bedeutend ausfallen – im Bereich von 20% den Ergebnissen des Jahres nach”, erzählt die Expertin.

Beim Zoll selbst konstatiert man bereits jetzt eine spürbare Verringerung bei den für das Budget wichtigen Warengruppen. So hat sich der Import von Maschinen, Ausrüstung und Transportmitteln um ein Viertel verringert. Außerdem spielt das von der Werchowna Rada beschlossene und vom Präsidenten ratifizierte Gesetz zur Einführung eines zeitweiligen 13%-igen Aufschlages auf eine Reihe von Importwaren, welches am 6. März in Kraft tritt, nicht in die Hände des Staatshaushaltes. Den Prognosen des Leiters des Staatlichen Zolldienstes, Anatolij Makarenko, nach, wirkt sich das negativ auf die Einnahmen des Budgets aus dem Import aus. “Der Minderbetrag beläuft sich einem optimistischen Szenario nach auf 250 Mio. Hrywnja, einem pessimistischem nach auf 500 Mio. Hrywnja im Monat”, erklärte er.

Quelle: Delo

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 605

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