Demonstration rassistischer Fußballfans mit Neofaschisten gegen "ausländische Fußballspieler" in der ukrainischen Liga


Gestern protestierten „Fans“ ukrainischer Fußballklubs gemeinsam mit Aktivisten der Allukrainischen Vereinigung „Swoboda/Freiheit“ (ukrainische Neofaschisten) gegen die Anwesenheit von ausländischen Legionären in den ukrainischen Fußballmannschaften, die Idee der Vereinigung der Fußballmeisterschaften der Ukraine und Russlands und ebenfalls gegen das Verbot von Pyrotechnik in Fußballstadions. Die mögliche Vereinigung der Meisterschaften hatte im April der Präsident des Fußballklubes „Dynamo“ (Kiew), Igor Surkis, verkündet. „Die Idee der Vereinigung der Meisterschaften der Ukraine und Russlands wäre eine Idee, die ich unterstützen würde“, erklärte Surkis dabei.

Die etwa fünftausend Teilnehmer der Aktion versammelten sich beim „Dynamo“-Stadion in Kiew. Transparente zeigend und laut „Der Ukraine – ukrainischen Fußball!“ und „FFU (Fußballföderation der Ukraine) – Lakaien Moskaus!“ skandierend, bewegte sich die Demonstration in Richtung des Gebäudes der Fußballföderation der Ukraine, wo sie gegen drei anlangten.

Dort wandte sich das „Swoboda“-Mitglied, der Sportjournalist Igor Miroschnitschenko an sie. „Wir wollen unter unseren Fußballern Ukrainer sehen und keine Brasilianer und andere Ausländer“, sagte Miroschnitschenko durch ein Telefon. Der Vorsitzende der gesellschaftlichen Organisation „Ljustrazija/Durchleuchtung“ und ehemalige Fußballer Oleg Osuchowskij entrüstete sich: „Heute schlägt man vor die Meisterschaften zu vereinen und morgen die Ukraine mit Russland!“.

Zu den Demonstranten kam der Vizepräsident der FFU, Boris Woskressenskij, heraus. „Es wird keine Vereinigung geben, das sind nur laut geäußerte Überlegungen. Und was die übrigen Eurer Forderungen betrifft, so ist das eine Frage der Verfassung und nicht des Fußballs. Wenn ein Ausländer der Ukraine dienen möchte, so kann er dies dem Gesetz nach tun. Doch Feuerwerkskörper in Stadions anzuzünden, ist einfach gefährlich“, sagte Woskressenskij.

Später, als die Fernsehjournalisten ihre Kameras bereits ausgeschalten hatten, wandte sich der Vizepräsident der FFU an Oleg Osuchowskij: „Ich begreife selbst, dass man die eigenen Jungs heranziehen muss, doch das ist etwas für die Zukunft. Und jetzt? Wer wird da spielen?“.

Artjom Skoropadskij

Quelle: Kommersant-Ukraine

Losungen richteten sich gegen Bildungsminister Tabatschnyk, der an “den Mast” soll. Die “Neger” sollen nach Afrika, “Bandera und Schuchewitsch sind Helden der Ukraine” und die Ukraine geht “über alles”.

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 335

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