Maschinenbau steht vor Konsolidierungswelle


In der Ukraine wird eine große Maschinenbauholding gegründet. Gestern teilte die Gruppe “Energetitscheskij Standart” Konstantin Grigorischins die Übergabe der Unternehmensrechte an den ukrainischen Aktiva des Unternehmers an ein neues Verwaltungsunternehmen mit. Den Einschätzungen von Experten nach, beträgt ihr Gesamtwert 2-2,5 Mrd. $. Die Konsolidierung des Geschäfts erlaubt es die Basis für weitere M&A Geschäfte zu legen, betonen Analysten.

Die Gruppe “Energetitscheskij Standart” Konstantin Grigorschins gründet ein Unternehmen zur Verwaltung der Industrieunternehmen des Geschäftsmannes. Momentan werden diese Aktiva von “Svarog Asset Management”, “Energetischeskij Standart” und anderen Unternehmen kontrolliert. Das Verwaltungsunternehmen, dessen Name noch nicht festgelegt wurde, wird vom Vize-Präsidenten der “Energetitscheskij Standart” dem Vorstandsvorsitzenden der Forschungs- und Produktionsvereinigung namens Frunse, Wiktor Tschoban, geführt. Neuer Direktor der Forschungs- und Produktionsvereinigung namens Frunse wird der momentane Verkaufsdirektor des Saporoshjer Transformatorenwerks, Igor Iwanow. Den Einschätzungen des Analysten der Investmentfirma Alfa Capital Dennis Schawruks nach, beträgt der Wert der Aktiva 2 Mrd. $. Und Alexej Nekrasa von Steinberg Research bewertet das Unternehmen mit 2,5 Mrd. $.

Bei “Energetitscheskij Standart” erzählt man, dass das Verwaltungsunternehmen sich in drei Richtungen entwickeln wird – Energiegewinnung, Erdöl-, Gas und Chemie und den Maschinenbau. Doch Priorität bleibt für das Unternehmen der Maschinenbau im Energiebereich, dessen Verkäufe jährlich um 25-30% steigen (”Kommersant-Ukraine“ vom 10. Juni). Hauptziel der Reorganisation ist die Zentralisierung des Verkaufs, der finanziellen und juristischen Betreuung und ebenfalls die Kostenoptimierung. Bei der Holding selbst tat man sich schwer damit genauer zu sagen, um wie viel man die Ausgaben senken möchte, doch, der Meinung von Schawruk nach, geht die Rede von der Einsparung von 25-30 Mio.$ im Jahr. “Dies geschieht hauptsächlich auf Kosten der Senkung der administrativen Ausgaben, der Einsparung beim Marketing und ebenfalls der Optimierung des Liefersystems für Ergänzungen und des Absatzsystems der fertigen Produkte.”, sagt Inna Perepeliza von der Investmentfirma Concorde Capital.

Übrigens, der Hauptvorteil der Gründung der Holding liegt nicht bei den Einsparungen, sondern in der Anziehung von Fremdkapital für den Kauf neuer Aktiva, sind sich Analysten sicher. “Das neue Unternehmen kann große Kreditsummen von bis zu 3 Mrd. $ für den Kauf neuer Aktiva anziehen.”, vermutet die Analystin der Investmentfirma “Renaissance Capital”, Jekaterina Malofejewa. Außerdem verbilligen sich für das Unternehmen Kredite, was es Einsparungen bei den Bankzinsen von bis zu 3 Mio. $ bei 100 Mio. $ an aufgenommen Krediten erlaubt, fügt Dennis Schawruk hinzu.

Der Analyst der Investmentfirma “Sokrat” Andrej Iwasjuk geht davon aus, dass dank den besseren Kreditmöglichkeiten die Verwaltungsfirma besser den Konkurrenten aus der Russischen Föderation widerstehen kann, welche ebenfalls ukrainische Maschinenbauaktiva im Energiesektor erwerben möchten. “In Russland existiert die Holding ‘Silowyje Maschiny’, welche von den Strukturen an das Unternehmen erinnert, welches Konstantin Grigorischin gründen will. Dieses interessiert sich auch seit langem für ‘Turboatom’. Doch jetzt wird es dem Unternehmer leichter fallen es im Konkurrenzkampf zu umgehen.”, stimmt der Analyst der Investmentfirma “UralSib” Kirill Tschujko zu.

Der Meinung von Inna Perepelizy von Concorde Capital nach, die Holding im Bereich des Energiemaschinenbaus gründend, bemüht sich Grigorischin in Zukunft seine Aktiva im Schiffsbau und im Transportbereich zu vereinen. Insbesondere, kann man eine Vereinigung in einer Holding von “Sewmorsawod” und “UkrRetschFlot” erwarten. Der Generaldirektor der Geschlossenen Aktiengesellschaft “Charkowawtomatika”, Jewgenij Kisel, vermutet, dass auch andere Maschinenbauer die Erfahrung Konstantin Grigorischins nutzen werden. “Zur Zeit kennen die Metallurgie und der Energiebereich eine ganze Reihe von großen Vereinigungen, Maschinenbauaktiva waren bislang vereinzelt. Ich denke, dass uns in der nächsten Zeit eine Welle ähnlicher Vereinigung im Schwermaschinenbau erwartet und in der Zukunft auch die Durchführung von Börsengängen einiger dieser Unternehmen.”, sagt Iwasjuk.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 617

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