Ukrainischer Fleischproduzent erfolgreich an der Londoner Börse platziert


Ungeachtet der weltweiten Finanzkrisis gelang es dem größten Hühnerfleischproduzenten der Ukraine – “Mironowskij Chleboprodukt” – einen erfolgreichen Börsengang durchzuführen. Am Ende der letzten Woche erlöste das Unternehmen 322,5 Mio. $, dabei 19,4% seines Stammkapitals an der Londoner Börse verkaufend. Experten erklären diesen Erfolg des ersten Börsengangs eines ukrainischen Fleischproduzenten mit der Struktur dessen Geschäfts.

Wie der “Kommersant-Ukraine“ mitteilte, erlösten die Eigentümer der “Mironowskij Chleboprodukt” 322,5 Mio. $, dabei 19,4% des Stammkapitals der “Mironovskiy Hleboproduct SA” an der Londoner Börse am letzten Donnerstag verkaufend. Die Kapitalisierung des Unternehmens erreichte durch den Börsengang 1,7 Mrd. $. Am Freitag wurden die Aktien des Unternehmens in das Listing der Londoner Börse aufgenommen und die Kapitalisierung betrug zum gestrigen Tag 1,8 Mrd. $. Bei der “Mironowskij Chleboprodukt” kommentierte man die Investitionspläne nicht, lediglich mitteilend, dass die erlangten Mittel in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und die Entwicklung des Agrobusiness gesteckt werden.

Die “Mironowskij Chleboprodukt” (Marken “Nascha Rjaba”, “Lechko”, “Sertifizirowannyj Angus” und “Fua Gra”) vereinigt 15 Vereinigungen, bearbeitet 148,5 Tausend ha an Ackerland. Umsatz in 2007 – 477,6 Mio. $, Gewinn – 46,9 Mio. $. Den Daten des “Kommersant-Ukraine“ nach, beträgt das EBITDA des Unternehmens in 2008, den Prognosen von UBS und Morgan Stanley nach, 288 Mio. $ (201 Mio. $ nach Steuern), der Reingewinn 169 Mio. $ (80 Mio. $). Eigentümer des Unternehmens nennen Marktteilnehmer den Vorstandsvorsitzenden Jurij Kosjuk.

Die “Mironowskij Chleboprodukt” ist der erste ukrainische Fleischproduzent, der einen Börsengang durchgeführt hat, merkt der Präsident der Investmentbankingabteilung von “Concorde Capital”, Witalij Strukow, an. Die Analystin der Investmentfirma “Renaissance Capital”, Swetlana Drygusch, nennt den Börsengang erfolgreich. So ist der Koeffizient R/E (Beziehung der Kapitalisierung des Unternehmens und dem prognostizierten Reingewinns) beträgt 18,1. “Dies ist 65% höher, als, beispielsweise, bei der russischen Gruppe ‘Tscherkisowo’”, sagt Drygusch. “Tscherkisowo” nahm im Laufe des Börsengangs an der LSE im Mai 2006 251 Mio. $ für 27,8% des Stammkapitals ein.

Das Unternehmen plante bis zu 20% der Aktien an der Londoner Börse bereits im Mai-Juni 2007 zu verkaufen (”Kommersant-Ukraine“ vom 24. Dezember 2006), doch entschied sich den Verkauf aufgrund der instabilen politischen Situation im Lande zu verschieben. “Momentan ist die Situation auf den globalen Finanzmärkten schlechter, als im letzten Jahr.”, merkt Strukow an. Seinen Worten nach, wurde das Unternehmen von den Investoren hoch bewertet dank der vertikal integrierten Struktur: außer der Vogelfleischproduktion werden Getreidekulturen angebaut, Ölkulturen verarbeitet und ein Teil der Verarbeitungsprodukte wir für die Herstellung von Futtermitteln verwendet. “Andere ukrainische Fleischhersteller könnten dem Beispiel folgen und ihre Aktien an die Börse bringen.”, ist sich Witalij Strukow sicher.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 465

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