Wiktor Janukowitsch: An die Initiative Wladimir Putins muss man pragmatisch herangehen, ausgehend von den Interessen der Ukraine


Der Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowitsch, kommentierte auf Bitte der Nachrichtenagentur “Interfax” die Erklärung des Premierministers Russlands, Wladimir Putin, bezüglich einer Fusion von “Gasprom” und “Neftegas Ukrainy”.

“Wie verhält man sich zur Initiative des Premierministers der Russischen Föderation? Meiner Meinung nach, als eine der möglichen Varianten der Zusammenarbeit mit Russland im Gasbereich. Ja, dieses Thema wurde vorher nicht diskutiert. Das ist eine spontane Äußerung und die Antwort der Ukraine wird danach erfolgen, wie wir alles aus der Sicht unserer nationalen Interessen durchgerechnet haben.

Zu den Verhandlungen zu diesem Thema, wenn wir uns entscheiden diese zu beginnen, muss man ab einer bestimmten Etappe die EU als Hauptgasverbraucher und Hauptpartner mit hinzuziehen.

Jetzt konkret zu dem, was im Gasbereich wichtig für die nationalen Interessen der Ukraine ist. Erstens, dass das ukrainische Gastransportsystem technisch zuverlässig ist. Damit wir die Möglichkeit haben eine optimale Gasmenge nach Europa zu liefern.

Ich möchte noch einmal unterstreichen: die Ukraine hat Möglichkeiten die Gasliefermengen nach Europa bei einer bestimmten Modernisierung des Gastransportsystems und dem teilweisen Ausbau bedeutend zu erhöhen. Dies kann man schrittweise tun – innerhalb von etwa fünf Jahren, dabei in diesem Prozess die Gaslieferungen nach Europa nicht einstellend. Wir haben diesen Plan und für dessen Realisierung muss man eine bedeutende Arbeit mit unseren Partnern durchführen.

Vor allem muss man die Möglichkeiten Russlands gemeinsam mit den Staaten Zentralasiens zur Erhöhung der Liefermengen klären

Notwendig sind Zusicherungen der EU darüber, welche maximal möglichen Mengen Europa verbrauchen/abnehmen kann

Doch die erste und Hauptvoraussetzung für uns ist die technische Bereitschaft des ukrainischen Gastransportsystems.

Eben in Abhängigkeit von diesen Faktoren, von den Prognosen und dem entsprechenden Verhandlungsprozess muss die Ukraine eine Entscheidung treffen; eine Antwort auf die Initiative Wladimir Putins. Fraglos soll die Entscheidung, welche die Ukraine trifft, mit den Partnern abgestimmt werden – sowohl den Lieferanten, als auch den Verbrauchern des Gases

Was ist von Vorteil für uns? Nicht nur die Beibehaltung der jetzt existierenden Gasliefermengen nach Europa, sondern auch deren Erhöhung – bis zu 200 Mrd. Kubikmeter.

Es bedeutet, dass wir darüber nachdenken müssen, wie unsere Transitmöglichkeiten erhöht werden und wie man unsere Partner dazu bewegen kann, dass das Gas nach Europa eben über die Ukraine fließt.

Die Initiative Russlands aus der letzten Zeit, ‘South Stream’ in Umgehung der Ukraine zu errichten, rief bei mir, sagen wir es so, große Verwunderung hervor. Falls diese Idee einen Versuch der Druckausübung auf die Ukraine darstellt, mit dem Ziel eine gemeinsame Sprache für die weitere Nutzung des ukrainischen Gastransportsystems mit uns zu finden, dann ist dies eine Sache jedoch kann man es auch anders verstehen…

Ich möchte unterstreichen: das Modernisierungsprojekt unseres Gastransportsystems ist wesentlich konkurrenzfähiger, als der Bau von ‘South Stream’. Und das steht außer Zweifel. Wir wissen, dass einige europäische Länder anlässlich dieser Sache unterschiedliche Sichtweisen haben, aber wir haben hier noch nicht die Meinung der Europäischen Kommission gehört. Und die ist eine sehr wichtige.

Daher, falls eine Entscheidung zur Führung von Verhandlungen zu dem vom Premierminister Russlands ausgesprochenen Angebot gefällt wird, dann muss man ab einer bestimmten Etappe die EU als Hauptverbraucher/-abnehmer des Gases zu den Verhandlungen hinzuziehen”, hob Wiktor Janukowitsch hervor.

Quelle: Präsidentenseite

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 530

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