Arbeiter in Tokmak haben seit Juni keinen Lohn mehr gesehen


Gestern fand in Tokmak (Oblast Saporoshje) eine Versammlung der ehemaligen Mitarbeiter der OAO (Offenen Aktiengesellschaft) “Jushdieselmasch” statt, die eine unverzügliche Begleichung der Schulden bei den Löhnen und die Anerkennung der Unrechtmäßigkeit ihrer Entlassung durch die Leitung des Unternehmens forderten. An der Protestaktion nahmen mehr als 500 Menschen teil. Wie dem “Kommersant-Ukraine“ der Vertreter der Initiativgruppe, Wladimir Iwanow, mitteilte, belaufen sich die ausstehenden Löhne auf etwa 6 Mio. Hrywnja (ca. 530.000 €). “Den Leuten werden seit Juni keine Löhne gezahlt, dabei hatte das Unternehmen bereits vorher Schulden bei den Arbeitern. Parallel dazu wurden Entlassungen in Größenordnungen durchgeführt. Am 15. März hat die Leitung von ‘Jushdieselmasch’ die letzte Gruppe von Arbeitern entlassen, die noch zum Personalbestand des Werkes gehörten. Dabei hat niemand sein ausstehendes Gehalt erhalten!”, sagte Iwanow. Übrigens endeten die Belagerung des Gebäudes der Finanzverwaltung Tokmak und des Eingangs des Unternehmens ohne Resultat.

Am 27. September 2007 hatte das Kabinett der Minister die OAO “Jushdieselmasch” in die Verwaltung des Saporoshjer Oblastrates (69,86%) übergeben, der einen Sanierungs- und Entwicklungsplan für das Unternehmen ausarbeitete und ebenfalls die Verbindlichkeiten gegenüber der Steuer und die Schulden gegenüber den Arbeitern übernahm. Das Werk “Jushdieselmasch” war eines der größten Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR. Haupttätigkeit war die Herstellung von Motoren für gepanzerte Technik.

Wie dem “Kommersant-Ukraine“ der Stellvertreter des Vorsitzenden des Saporoshjer Oblastrates, Anatolij Swetlizkij, mitteilte, findet gerade die Suche nach einem Investor statt, der das Unternehmen aus der Krise führen kann. Doch ein Datum für die Begleichung der Schulden gegenüber den Arbeitern des Unternehmens nannte er nicht.

Jakow Noskow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 280

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