Poroschenko erzählte gestern, wie das Image der Ukraine beschädigt wird


Gestern berichtete Außenminister Pjotr Poroschenko über die Desinformationsgefahren, welchen die Ukraine unterliegt. Insbesondere hob er die vielzahligen Versuche der russischen Massenmedien hervor, die Zuverlässigkeit der Ukraine als Gaslieferant nach Europa in Zweifel zu ziehen. Als Beispiel für die Diskreditierung wurde ein Videobericht des russischen Fernsehsenders „NTW-Mir“ über die Festsetzung des Flugzeuges in Thailand angeführt, „welcher ein negatives Image der Ukraine auf dem Waffenmarkt erzeugte“. Vertreter von NTW versichern jedoch, dass sie keinerlei „ Aufträge zur Verleumdung der Ukraine“ erhalten haben.

Gestern trat Außenminister Pjotr Poroschenko auf der Sitzung des Beirates des Außenministeriums auf, die der Verteidigung der nationalen Interessen der Ukraine im Informationsraum gewidmet war. In seiner Einleitungsrede hob Poroschenko die vielzahligen Versuche der russischen Massenmedien hervor, die Zuverlässigkeit der Ukraine als Gaslieferant nach Europa in Zweifel zu ziehen. „Bereits ein ganzes Jahr lang werden im Nachrichtenraum/überall Gerüchte zur Unfähigkeit der Ukraine den unterbrechungsfreien Gastransit nach Europa zu gewährleisten verbreitet“, erklärte der Minister. Seinen Worten nach kann man die Verbreitung von Informationen, welche die Ukraine diskreditieren, als „bewusste Versuche das Bewusstsein der Ukrainer zu manipulieren“ bewerten.

Als Beispiel für die Diskreditierung nannte das auf der Sitzung anwesende Mitglied des Beirates des Außenministeriums, der Präsident des Analysezentrums „Offene Politik“, Igor Shdanow, den Videobericht des russischen Fernsehsenders „NTW-Mir“ zur Festsetzung der IL-76 in Thailand. „Der Videobericht enthält zweideutige Kommentare des (ukrainischen) Parlamentsabgeordneten Walerij Konowaljuk (Partei der Regionen), die ein negatives Image der Ukraine auf dem internationalen Waffenmarkt erzeugten“, erklärte Shdanow dem „*Kommersant-Ukraine*“.

Die IL-76 wurde mit einer Besatzung aus Bürgern Weißrusslands und Kasachstans am 11. Dezember in Thailand festgesetzt. Thailändische Geheimdienstler entdeckten an Bord Waffen, die in Nordkorea geladen wurden und angeblich in die Ukraine geliefert werden sollten. Am 14. Dezember hatte Pjotr Poroschenko erklärt, dass die offizielle Ukraine in keiner Beziehung zum festgesetzten Flugzeug in Thailand hat (siehe gestriger „*Kommersant-Ukraine*“). Jedoch teilte Walerij Konowaljuk dem Reporter von „NTW-Mir“ mit, dass die Ukraine in den offiziellen Listen ihre Position als Hauptwaffenexporteur eingebüßt hat, doch „bei schwarzen Lieferungen“ führend ist.

Der Direktor des Kiewer Büros des Fernsehsenders NTW, Ajrat Schawalijew, versicherte gestern dem „*Kommersant-Ukraine*“, dass es keine Aufträge „für eine Verleumdung oder Diskreditierung der Ukraine gab“. „Die Meinung Walerij Konowaljuks war lediglich ein Fragment des Berichts und eine von vielen Sichtweisen. Es gab da viele verschiedene Kommentatoren. Wir bemühen uns, uns nicht in die Wahlkampfkriege einzumischen und beschäftigen uns nicht mit politischer PR. Wir arbeiten gemäß den Gesetzen der Fernsehjournalistik und bemühen uns die Ereignisse objektiv zu beleuchten“, sagte Schawalijew.

Nach den einleitenden Worten Pjotr Poroschenkos wurde die Sitzung des Beirates hinter verschlossenen Türen fortgesetzt. Wie dem „*Kommersant-Ukraine*“ bekannt wurde, haben Experten und Mitarbeiter des Außenministeriums die unzureichende Vorbereitung der Ukraine auf „Informationskriege“ und Wege zur Lösung dieses Problems diskutiert. Außerdem hoben die Mitglieder des Beirates die Wichtigkeit der zielgerichteten Arbeit mit internationalen Nachrichtenagenturen und die Notwendigkeit der rechtzeitigen Reaktion auf internationale Desinformationsbedrohungen hervor.

Julia Rjabtschun

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 486

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