Das Recht zu trauern: Zu den Bataillen um die Memorialisierung der Opfer von Babyn Jar


Es scheint so, dass es am schwierigsten ist, über Genozide, Massenmorde, Verfolgung aus politischen, rassistischen oder sozialen Motiven zu schreiben. Am schwierigsten aus vielen Gründen. Man muss derart tief in Ziffern und das Ausmaß der Handlungen eintauchen, so dass man leicht den Menschen aus dem Blick verlieren kann. Besonders, wenn man in konkreten politischen oder noch schlimmer ideologischen Paradigmen arbeitet. Unwahr ist ebenfalls, dass es keinen fremden Schmerz gäbe. Wirklichen Schmerz kann man nur am eigenen Beispiel oder der Erfahrung des Verlusts von sehr Nahestehenden oder engsten Verwandten erfahren. Über den Holocaust, den Holodomor [große Hungersnot in der Sowjetukraine in den Jahren 1932/33, A.d.Ü.] oder die ethnischen Säuberungen gegen die Polen in Wolhynien kann man nur unter der Voraussetzung schreiben, wenn dem Geschriebenen eine tiefe Selbstreflexion über die genannten Ereignisse vorausgeht. Denn andernfalls lugt das partei-politische Ohr hinter jeder pathetischen Phrase, hinter jedem Kratzer in der Phantomwunde hervor.

In letzter Zeit haben die Bataillen hinter der Memorialisierung von Babyn Jar [rus. Babi Jar] einen Höhepunkt erreicht. Sie zeigten sich in der Gegenüberstellung zweier Projekte oder genauer zweier existenzieller Ansätze: des sogenannten privaten und des angeblich staatlichen. Es muss hervorgehoben werden, dass in den Ansätzen und besonders den Bewertungen sich die partei-politischen Bestandteile der Teilnehmer dieses Wettbewerbs zeigen. Denn die Bewertungen werden in der Regel auf der Grundlage persönlicher politischer und gesellschaftlicher Zugehörigkeiten vorgenommen.

Daher hat das Babyn Jar Holocaust Memorial Center entgegen der historischen Gründlichkeit und intellektuellen Größenordnung sofort ein äußerst negatives Etikett erhalten. Unter anderem wurde es angegriffen, wegen der Gelder von angeblich Putin’schen Oligarchen. Ihm wurde vorgeworfen, dass dieses Projekt das russische Narrativ verbreitet. Dass der Aggressorstaat [Russland] dieses unter der Bedingung der Realisierung des Projekts der Ukraine aufzwingt. Es gab Gemäkel zu den künstlerischen Ansätzen einzelner Projektleiter. Obgleich die Antworten für alle Vorwürfe auf der Hand liegen. Erstens, die Sponsoren des Projekts haben keinen Einfluss auf die Formierung des grundsätzlichen historischen Narrativs und können praktisch keinerlei feindliche oder sabotierende These durchsetzen. Denn im Memorial Center gibt es einen Aufsichtsrat, der sich aus in der Welt angesehenen, anerkannten Menschen zusammensetzt. Und zweitens, gibt es dort auch einen Akademischen Rat, zu dem die besten Fachleute zu dieser Thematik gehören.

Der internationale Charakter dieses Projekts ist äußerst wichtig, denn das Thema des Holocausts hat einen internationalen Klang. Solange die ukrainische Geschichtswissenschaft ein Bestandteil der sowjetischen Ideologiemaschine war, fanden im Westen die wichtigsten Diskussionen über das Thema Holocaust statt. Ergebnis dessen wurde die Einführung einer strafrechtlichen Verantwortung in einigen Staaten für die Leugnung der Tragödie des Holocausts und sogar für die Verringerung der Opferzahl. Es wurden internationale Regeln und Prinzipien der Memorialisierung des Holocausts ausgearbeitet, nach denen der Holocaust eine einzigartige Tragödie des jüdischen Volkes ist. In Verbindung damit sind alle Versuche der Relativierung, Verwässerung über eine ungerechtfertigte Kontextualisierung Verbrechen.

Das historische Basisnarrativ des Holocausts ist authentisch aufgezeichnet. Und dieses kann man nicht zugunsten von parteilichen, politischen oder ideologischen Doktrinen ändern. Es ist klar bekannt, wer die Initiatoren und wer die Mörder und wer die Opfer dieser Morde waren. Daher sind die tölpelhaften Versuche den „Holocaust in das ukrainische nationale Narrativ zu schreiben“ ohne Selbstreflexion der Ukrainer selbst eine aussichtslose Angelegenheit. Sogar wenn wir „ukrainische“ Juden finden [gemeint ist damit wohl auch Jossyf Sissels, A.d.Ü.], die einverstanden sind, entsprechend den situativen Stimmungen eine andere Geschichte des Holocausts zu erzählen, dann wird das die Welt nicht akzeptieren. Doch darüber später mehr.

Dem Projekt des Holocaust Memorial Center wird das „staatliche“ gegenübergestellt, das, den Worten von Iwan Koslenko nach, „ein riesiger Teil der ukrainischen geisteswissenschaftlichen Gesellschaft öffentlich unterstützte“. Diese Gesellschaft erwies sich in ihrer Mehrzahl als Anhänger der kurzsichtigen historischen Politik der Präsidentschaftszeit von Poroschenko und überhaupt des fünften Präsidenten der Ukraine. Der übrigens am Anfang seiner Regierung das Projekt des Holocaust Memorial Center heiß unterstützte, dabei erklären, dass er es initiiert habe. Doch am Ende seiner Kadenzzeit und besonders während seines Wahlkampfs „ging ihm ein Licht auf“ und er begann es „feindlich“ und „von Putin“ zu nennen. So lag damals die politische Karte.

Staatlich ist beim „staatlichen“ Projekt nur, dass an seiner Ausarbeitung eine Reihe von Mitarbeitern des Instituts für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der Ukraine arbeiteten und es die völlige Finanzierung aus dem Staatsbudget vorsieht. Was tatsächlich eine schlechte Neuigkeit für die Bürger der Ukraine ist, denn alle vorherigen Versuche Museen mit staatlicher Finanzierung zu bauen erlitten ein Fiasko. Das Geld wurde ausgegeben, doch Museen wurden nicht gebaut. Leider hat auch dieses Projekt niemals eine abgeschlossene Gestalt erlangt. Und jetzt richten seine Anhänger ihre Tätigkeit auf die Einschüchterung der Ukrainer damit, dass Russland das ukrainische Gedenken an die Opfer von Babyn Jar schänden wird. Die Geschichte gegen die Ukrainer verwenden wird. Dass die Ukraine die Möglichkeit verlieren wird ihre staatliche historische Wahrheit zu erzählen. Den Worten einer Historikerin nach „hat faktisch der Staat in Person der zentralen und der örtlichen Regierung die Initiative komplett dem privaten Projekt überlassen, das staatliche dabei vernachlässigend. Doch mit diesem Herangehen wird es schwierig, das Narrativ des Holocausts in das nationale Gedenken der Ukrainer aufzunehmen.“

Das wichtigste ist, dass von dieser Gruppe Historiker keine Antworten zu erwarten sind, wer denn diese mit Regierungsvollmachten ausgestatteten Leute sind, die wissen, wie man die staatliche Sicht auf das Thema Holocaust richtig verabreicht. Zumal es beim Holocaust Memorial Center bereits ein wunderbar ausgearbeitetes historisches Basisnarrativ gibt – das intellektuelle Produkt eines großen Kollektivs führender Gelehrter der Welt. Was können der Staat oder die Kommune dem noch hinzufügen? Nur im Putin’schen Russland weiß der Staat alles und entscheidet, wie es richtig sein muss. Deren „Einheitsführung“ ist bereit in jeden Konflikt einzusteigen, dabei weder an die Folgen für die Gesellschaft noch für den Staat denkend.

Und weiter werden die für die sowjetischen Propagandisten traditionellen Postulate ins Spiel gebracht: wir sind keine Aborigines, denen ausländische Autoritäten erzählen, wie man richtig schreibt. Wir haben unsere Fachleute. Doch dabei wollen sie nicht zugeben, dass die Ausarbeitungen derjenigen ukrainischen Historiker, die unmittelbar die Tragödie von Babyn Jar erforscht haben, bereits im historischen Basisnarrativ berücksichtigt sind. Jetzt geht es um, entschuldigen Sie, etwas höhere Materie beim Thema der Memorialisierung des Holocausts und hier braucht es das Habe der weltweiten Wissenschaft. Jedoch können sich die ukrainischen Propagandisten nicht beruhigen, in sowjetischer Tradition bestehen sie darauf, dass die Staatsorgane über ukrainische Wissenschaftler Einfluss ausüben müssen, die gleichberechtigte Partner bei internationalen Projekten sein sollen. Doch sind die ukrainischen Wissenschaftler mit den entsprechenden Qualifikationen auch so bereits in das Projekt des Holocaust Memorial Center mit einbezogen. Und was den Einfluss staatlicher Angestellter oder Politiker auf die Bildung des Narrativs anbelangt, so verbietet sich das. Das ist hier nicht Russland.

Von den Beteiligten an der Diskussion um das Gedenken an Babyn Jar kann man vernehmen, dass das Projekt des Holocaust Memorial Center die Fortsetzung des russischen Krieges gegen die Ukraine über die Aufzwängung ihrer „Gedanken und Werte“ sei. Und eben das bringt unter den nicht gleichgültigen Mitgliedern der ukrainischen Gesellschaft die Furcht vor dem Einfluss der Investoren und der Position der Manager des Projekts hervor. Tatsächlich liegt das Wesen des Konflikts auf einer ganz anderen Ebene.

Ich werde nicht über den Konflikt um Geld, persönliche Ambitionen und persönliche Kränkungen reden. Ich finde, dass das grundlegende Problem um die Memorialisierung von Babyn Jar das untaugliche Konzept der ukrainischen Geschichtspolitik des vergangenen Jahrzehnts ist. Welcher die Tätigkeit der ukrainischen Nationalisten zugrunde gelegt wurde, die am Vorabend und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eng mit den Nazis kollaborierten. Offen gesagt, entzieht sich die Tätigkeit beider Flügel der Organisation Ukrainischer Nationalisten [gemeint sind der Flügel von Andrij Melnyk und von Stepan Bandera] zwischen Juni und Oktober 1941 jeder Erklärung. Ebenso nicht erklärbar ist die Beteiligung eines Teils der Ukrainer an jüdischen Pogromen, mitunter vor dem Eintreffen der Deutschen, die Schaffung einer Hilfspolizei, die Beteiligung an Erschießungen, sogar wenn sie sich auf die Bewachung des Geländes beschränkte, damit die Unglücklichen nicht fliehen konnten. Nicht erklärbar ist die Tätigkeit städtischer Besatzungsverwaltungen, die von Vertretern der Organisation Ukrainischer Nationalisten gebildet wurden, die einfach nicht nichts von den Massenmorden wissen konnten.

Ebenso gibt es keine Rechtfertigung für die Arbeit in den Besatzungszeitungen der Nazis wie dem „Ukrainischen Wort / Ukrajinske slowo“ oder „Wolyn / Wolhynien“, welche die Bevölkerung aufriefen Juden zu fangen, die sich als Kaukasier versteckten, und diese den Nazis auszuliefern. Falls jemand sagt, dass diese Propagandisten ihre Loyalität zu den Nazis nur gespielt haben, doch tatsächlich für eine unabhängige Ukraine kämpften, so muss ihnen klar geantwortet werden, dass diese Strategie und Taktik falsch und äußerst schädlich waren. Und daher wird es ihnen nicht gestattet, mit einem positiven Vorzeichen in die ukrainische Geschichte einzugehen. Ganz einfach gesagt, ist das so.

Jedoch gelang es das nationalistische Narrativ auf Staatsebene zu bringen. 2015, unter den Bedingungen der russischen Aggression gegen die Ukraine, verabschiedete die Werchowna Rada drei sogenannte Geschichtsgesetze. Sie betrafen angeblich hauptsächlich die Entkommunisierung, doch dienten sie tatsächlich der Glorifizierung der ukrainischen radikalen Nationalisten. Es gelang sogar in gewissem Maße die historischen Widersprüche zu „glätten“, dies mit dem Kriegsimperativ erklärend. Doch blieb ein wichtiges Thema, das es nicht zu relativieren gelang. Das ist das Thema der Tragödie von Babyn Jar. Und die ukrainischen Nationalisten, die nach Kyjiw im deutschen Tross oder aber in Form von Marschgruppen gelangten, nahmen aktiv an diesen Ereignissen teil. Sie kamen als Hilfspolizei, Propagandisten und Funktionäre der Zivilverwaltung. Also waren sie in dieser tragischen Positionierung auf der Seite der Nazis. Der Nazis, die innerhalb von zwei Tagen 33.771 Menschen erschossen. Diese Tatsache zerstörte das gesamte einfallslos verborgene nationalistische Konzept. Da musste etwas getan werden. Und dann begannen die Schöpfer der Geschichtspolitik, die sowjetische Erfahrung zu wiederholen.

Babyn Jar wurde, trotz aller Bemühungen der Sowjetmacht diese Katastrophe aus dem Gedächtnis als Tragödie des jüdischen Volks zu löschen, für die ganze Welt zu einem blutigen Symbol des Massenmords in Europa. Die Versuche der sowjetischen Ideologen das Hauptaugenmerk von den Juden auf „sowjetische Menschen“ zu lenken, war nicht von Erfolg gekrönt. Die Erinnerung blieb lebendig. Leider sind wir in der unabhängigen Ukraine erneut mit diesem Problem konfrontiert. Mit dem Versuch der Relativierung des Holocausts über das Hinzufügen einiger Dutzend ukrainischer Nationalisten und ihrer Familien zu den Zehntausenden jüdischen Opfern. Die Ukrainer sind zwischen zwei Ansätzen bei der Auslegung von Babyn Jar geteilt. Gemäß dem ersten, fanden die Hauptereignisse am 28./29. September 1941 statt und also muss Babyn Jar als Symbol des Holocausts ausgelegt werden. Der zweite Ansatz versucht, wie ein Zwilling zum sowjetischen, die Einzigartigkeit des Holocausts zu verwaschen und nur neben anderen „örtlichen Einwohnern“ werden in der Opferliste die Juden genannt.

Eben dieser Ansatz liegt dem „staatlichen“ Projekt zugrunde. Entsprechend diesem Narrativ ist Babyn Jar eine ukrainische Tragödie, die auch die ukrainischen Juden betraf. Der Höhepunkt des Zynismus war die Einbeziehung der ukrainischen Nationalisten zu den unterschiedlichen Opfern der Tragödie. Der Zynismus lag darin, dass in der Liste der Nazis der Kategorien, die der Ermordung unterlagen, Juden, Roma, psychisch Kranke waren, doch die ukrainischen Nationalisten haben in dieser Zeit Bekanntmachungen über die Sammlung der Juden in Babyn Jar plakatiert und standen Wache, als das schreckliche Massaker verübt wurde. Daher: wie kann man unschuldige zivile Opfer mit denen in eine Reihe stellen, die den Nazis beim Morden halfen und danach diese durch irgendetwas enttäuschten und selbst den Kopf verloren? Und das nicht unbedingt in Babyn Jar.

Indem sie die ukrainischen Nationalisten zu den Opfern von Babyn Jar zählten, versuchten die Schöpfer dieser Manipulation auf diese Art diese „weißzuwaschen“. Sie seien sozusagen auch Opfer des Nationalsozialismus. Damit konnte man das Land im Inneren „füttern“, besonders wenn Historiker, öffentliche Intellektuelle und moralische Autoritäten sofort aktiv eine klare partei-politische Position bezogen, die Augen schlossen und so taten, als ob sie die nationalen Interessen vertreten. Dabei nicht begreifend, dass sie eben damit im Einklang mit der russischen Propaganda handeln. Denn nicht ein wissenschaftliches Zentrum in der Welt wird einer derart brutalen Relativierung des Holocausts zustimmen. Sie werden die Kollaborateure nicht als gleichwertige Opfer der im Holocaust getöteten Juden anerkennen. Daher, wenn noch irgendjemand die Hoffnung hat, dass es gelangen mag, das alternative Projekt zum Holocaust Memorial Center durchzudrücken, so täuscht er sich gewaltig. Verlangsamen und Aufhalten kann man. Doch das „alternative“ durchzudrücken, das die Einzigartigkeit des Holocausts als Tragödie des jüdischen Volkes abstreitet, wird nicht gelingen.

Und zum Schluss: der Direktor des Ukrainischen Instituts für nationales Gedächtnis, Anton Drobowytsch, schrieb einen seltsamen und emotionalen Artikel „Wir haben das Recht unsere Juden zu beweinen“. Ich werde nicht in die Diskussion um die historischen Fakten einsteigen, obgleich auch damit nicht alles in Ordnung ist. Es lässt aufhorchen, dass Anton Drobowytsch den Terminus „ukrainisches ethnisches Land“ verwendet und gleichzeitig vom Recht der Ukrainer spricht, die eigenen Juden zu beweinen. Doch nach der Theorie über ethnisches Land sind alle, außer die Ukrainer, Fremde und Zuwanderer. Das heißt, die „Autochthonen“ sollen die Fremdlinge beweinen? Er greift auf die außerordentlich emotionale Ansicht zurück, dass nur Ukrainer, darunter die Kyjiwer, den Schmerz durch den Verlust der Juden verstehen können. Weder die Israelis, noch die amerikanischen Juden – nur die Ukrainer.

Er schreibt über irgendeine „Enteignung“ der Ukrainer um das Recht, um die jüdischen Opfer zu trauern. Seltsam, aber der Direktor des Ukrainischen Instituts für nationales Gedächtnis sollte nicht nur mit emotionalen Kategorien operieren. Denn zu den Aufgaben seines Instituts gehört auch, die ukrainische Gesellschaft zur Reflexion über die schwierigsten Fragen der Vergangenheit zu bewegen. Das heißt, wenn man schon über die Tragödie von Babyn Jar spricht, dann nur unter Bedingung einer reifen und verantwortungsvollen Diskussion über die ukrainische Kollaboration, die Reaktion der örtlichen Bevölkerung auf die Massenerschießung, die Reaktion der sowjetischen Ukrainer auf das Übertünchen des Gedenkens an die Tragödie in der UdSSR. Nicht hinter den Gerechten unter den Völkern verstecken und nicht vom Beweinen reden. Denn das Beweinen von Menschen, die vor 80 Jahren umkamen, ist eine irrationale Sache. Weitaus wichtiger ist es selbstkritisch diese tragischen Geschehnisse zu analysieren, um die nächsten Generationen vor der Wiederholung derartig schrecklicher Tragödien zu bewahren.

P.S. Und noch zur Trauer. Aus irgendeinem Grund möchten die ukrainischen Staatsbediensteten, Politiker und gesellschaftlichen Aktivisten gerade jetzt die Opfer von Babyn Jar beweinen. Und sie wollen absolut kein Klagen über die jüdischen Opfer der Erschießungen von Kamjanez-Podilskyj hören, wo einen Monat vor der Tragödie von Babyn Jar 23.600 Juden getötet wurden. Und dazu noch die Erschießungen in allen Städten der besetzten Ukraine, die Pogrome und den Abtransport in Konzentrationslager in den sicheren Tod. Das instrumentalisierte Gedenken ist derart ….

13. August 2021 // Wassyl Rassewytsch

Quelle: Zaxid.net

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 2394

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