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Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, startet Initiative für ein Holocaust Memorial Center am Ort des Babi Yar-Massakers

Babi Jar Memorial Pressekonferenz 2016Witalij Klytschko, Wiktor Pintschuk, Swjatoslaw Wakartschuk, Natan Sharansky, German Chan, Wolodymyr Hrojsman, Wolodymyr Klytschko, Pawel Fuks, Michail Fridman, Rabbi Yaakov Dov Bleich
Zum 75. Jahrestag einer der berüchtigtsten Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges versammelten sich die Mitglieder einer breiten internationalen Koalition in Kiew, um ihr Engagement für den Bau einer neuen Gedenk- und Bildungsstätte in der Ukraine vorzustellen, das an des Massaker von Babi Yar erinnern soll.

Kiew, Ukraine, 29. September 2016 – Das Staatsoberhaupt richtete sich an die gesamte internationale Gemeinschaft sowie das ukrainische Volk und sprach von der Notwendigkeit, eine Gedenkstätte zu schaffen, die allen Opfern des Holocaust in der Ukraine gewidmet ist und die an das Leben all derer, die in Babi Yar getötet wurden, erinnern soll.

„Der Bau des Babi Yar Holocaust Memorial Center ist für die gesamte Menschheit von großer Bedeutung. Dieses Zentrum muss zu einem Teil der Bemühungen der zivilisierten Menschheit werden, mit denen sichergestellt wird, dass bei der Erforschung der historischen Wahrheit die menschlichen Werte Vorrang behalten“, betonte der Präsident der Ukraine.

Der Präsident sagte weiterhin, dass der Holocaust das tragischste Kapitel der Geschichte der jüdischen und ukrainischen Völker war. „Diese Tragödie war nicht nur ein nationales, sondern ein globales Geschehen. Die Ukraine war einer der wichtigsten Schauplätze des barbarischsten Krieges aller Zeiten, und der Völkermord an den Juden fand auf ukrainischem Territorium gegen den Willen der Ukrainer statt. Nie wieder. Eine solche Tragödie darf nie wieder passieren“.

Die Initiativgruppe für das „Babi Yar Holocaust Memorial Center“ stellt eine völlig neuartige Form der Zusammenarbeit des öffentlichen und privaten Sektors dar, die von Bürgermeister Vitali Klitschko geleitet wird. Zu den Mitgliedern zählen:

  • Rabbi Yaakov Dov Bleich, Oberrabbiner von Kiew und der Ukraine;
  • Joschka Fischer, ehemaliger Außenminister und Vizekanzler Deutschlands;
  • Michail Fridman, Mitbegründer und Vorsitzender des Alfa-Gruppe Konsortiums, Mitbegründer und Vorsitzender der LetterOne Investment Holding, Mitbegründer und Aufsichtsratsmitglied des Russisch-Jüdischen Kongresses sowie der Genesis Philanthropie-Fraktion;
  • Pavel Fuks, Vorsitzender der Babi Yar Memorial Foundation und Unternehmensleiter;
  • German Khan, Mitbegründer und Mitglied des Aufsichtsrats, Alfa Group Consortium, LetterOne Investment Holding, Mitbegründer und Mitglied des Aufsichtsrats des Russisch- Jüdischen Kongresses und Genesis Philanthropie-Fraktion;
  • Volodymyr Klitschko, ehemaliger Weltmeister im Schwergewichts-Boxen, Philanthrop und Person des öffentlichen Lebens;
  • Alexander Kwasniewski, ehemaliger Präsident von Polen (1995 – 2005);
  • Joe Lieberman, ehemaliger US-Senator aus Connecticut;
  • Victor Pinchuk, ukrainischer Geschäftsmann und Philanthrop, Gründer der EastOne und Victor Pinchuk Foundation. Im Rahmen seiner philanthropischen Aktivitäten hat er über mehr als ein Jahrzehnt zahlreiche Projekte unterstützt, mit denen Aufmerksamkeit über Holocaust in der Ukraine geschaffen und das jüdische Leben in der Ukraine gestärkt werden sollen;
  • Natan Sharansky, Vorsitzender des Vorstands der Jewish Agency for Israel (JAFI);
  • Swjatoslaw Vakarchuk, Künstler, Gründer der erfolgreichsten ukrainischen Rockband „Okean Elzy“ bürgerlicher Aktivist und Meinungsführer; Yale World Fellows 2015 Alumnae.

„Um an die Opfer des Holocaust zu erinnern, nämlich an alle Juden, die an verschiedenen Orten der ehemaligen Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs getötet worden sind, und zum Gedenken an jene Bürger der Ukraine und anderer Länder, die in diesem Land getötet wurden, sehen wir uns verpflichtet, die Erinnerung auf diejenigen zu bewahren, die erschossen wurden, in die Schlucht stürzten und in Babi Yar vergraben oder verbrannt worden sind“, sagte Natan Sharansky, der mit der Freiheitsmedaille des Präsidenten ausgezeichnet worden ist. „Wenn wir uns erlauben, den Schrecken des Holocaust und die Gründe, die dazu geführt haben, zu vergessen, dann schaffen wir die Voraussetzungen, dass es wieder geschehen könnte. Wenn wir die Schrecken dieses Ereignisses und wie es dazu kam, leugnen, lassen wir stillschweigend zu, dass solche Grausamkeiten erneut geschehen. Wir sind vereint im Kampf gegen Völkermord, Antisemitismus, Diskriminierung und anderen Formen der Aggression, die ein friedliches Leben zu zerstören.“

Bei einer Zeremonie im Taras-Schewtschenko National-Museum, bei der die Mitglieder der Initiativgruppe die Absichtserklärung unterzeichneten, diese Gedenkstätte zu schaffen, waren etwa 200 Gäste anwesend, darunter Beamte, Historiker, Pädagogen, Museumsleute, führende Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft sowie Vertreter der Medien.

Der geplante Termin für die Eröffnung der Gedenkstätte ist das Jahr 2021 zum 80. Jahrestag des Babi Yar-Massakers. Die Initiativgruppe wird von Spendern bei der Finanzierung des Projektes großzügig unterstützt. Wie die Erfahrungen bei ähnlichen internationalen Institutionen in den USA und Europa zeigen, ist ein US-Dollar-Budget im zweistelligen Millionenbereich erforderlich, um das Holocaust Memorial Center in Kiew zu realisieren. Die Initiativgruppe rechnet auch mit der Unterstützung von möglichst vielen Menschen auf der ganzen Welt.

Galyna Kozyra, Überlebender: „Es leben nur noch wenige Leute wie ich. Es wird nicht mehr lange dauern, bis auch wir nicht mehr sind, und das alles wird ein für allemal vergessen werden. Und in Kiew, wo all dies passiert ist, gibt es noch kein Holocaust-Museum.“

„Es ist Zeit für die Menschen in der Ukraine, die Tragödie von Babi Yar und das Leiden der Juden sowie anderer Minderheiten und verfolgten Gruppen anzuerkennen, deren Toten hier begraben sind“, sagte Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew. „Die Ermutigung, über die dunklen Ereignisse des Holocaust mehr zu erfahren und darüber nachzudenken, einschließlich dessen, was hier in Kiew passiert ist, ist ein Schritt nach vorn in unserem vereinten globalen Kampf gegen die unerträgliche Ideologie des Völkermords.“

Historiker sehen die Massenmorde an der Babi Yar-Schlucht am 29. September 1941, die bis 1943 andauerten, als einen der ersten wichtigen Schritte in Hitlers „Endlösung der Judenfrage“. Das Ziel des Babi Yar Memorial Centre ist es, dass die Erinnerung an all jene, die in Babi Yar von den Nazis getötet wurden, bewahrt wird, und auf den Massenmord an den Juden auf dem Territorium der Ukraine und der ehemaligen Sowjetunion aufmerksam zu machen, was bisher weltweit kaum bekannt ist, sowie Toleranz und Offenheit zu fördern, in dem Geschichte lebendig gemacht wird und so die Lehren aus der Vergangenheit gezogen werden können. Trotz der Bemühungen von Nichtregierungsorganisationen und Politikern sind frühere Initiativen für ein Babi Yar-Denkmal in der Ukraine am fehlenden Bewusstsein und Verständnis für die Geschichte des Holocaust in der Ukraine und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion bisher gescheitert.

„Europäische Werte basieren heute nach dem Holocaust auf ,nie wieder‘“, sagte Victor Pinchuk, „auf dem Verständnis, dass Toleranz, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte die Grundlage unserer Gesellschaft bilden müssen. Die Leute wissen, dass heute Bürger der Ukraine weltweit für diese europäischen Werte kämpfen. Aber die Leute wissen nicht genug drüber, wie sehr die Tragödie des Holocaust die Ukraine betroffen hat und wie sehr die Ukraine Kernbestandteil dieser Geschichte ist. Im Mittelpunkt der modernen europäischen Gesellschaft steht die Offenheit gegenüber der Geschichte. Für alle Juden, die in der Ukraine von den Nazis getötet wurden, und für alle Ukrainer, die sich eine Zukunft in Freiheit, Demokratie und einem friedlich vereinten Europa wünschen, werden wir schließlich das Denkmal bauen, das man eigentlich schon vor langer Zeit geschaffen haben sollte.“

Die Initiativgruppe bereitet die Gründung einer gemeinnützige Stiftung vor, die als übergeordnete Organisation für den Aufbau der Babi Yar Holocaust Memorial Center verantwortlich sein wird. Unter den ersten Aufgaben, die die Initiativgruppe übernehmen wird, ist eine nachhaltige Struktur und Plan für die Entwicklung des Babi Yar Holocaust Memorial Centre zu schaffen, die Finanzierung des Projekts zu realisieren, und Partnerschaften mit Organisationen und Regierungen aufzubauen.

Weitere Informationen, einschließlich einem Film, der die Zeremonie mit Überlebenden zeigt, sind unter der Videoadresse von Joe Lieberman erhältlich, Material für TV-Nachrichten und Pressemitteilungen in Ukrainisch, Russisch, Deutsch, Französisch, Hebräisch und Polnisch sowie Fotos von der Veranstaltung sind erhältlich über Google-Disk: bit.ly/babi-yar-press

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Weiteres Zitat

„Selbst heute, wenn wir den 75. Jahrestag barbarischer Taten der Nazis in Babi Yar feierlich begehen, sind wir mit einer Welt konfrontiert, wo Intoleranz, Fanatismus, Hass und sogar Völkermord noch in den Köpfe schrecklicher Mitmenschen zu finden ist“, sagte der ehemalige US-Senator Joe Lieberman. „Es liegt an jedem von uns, gegen solches Übel zu kämpfen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Schrecken der Vergangenheit und der Gegenwart zu erkennen, und die Toten durch unser Andenken zu ehren, nämlich mit dem, was wir an diesem Gedenkort tun. Mit dem Babi Yar Holocaust Memorial Center wird erstmals an die Tausende von Menschen erinnert, die hier während des Holocaust ermordet wurden, und auch unsere Kinder und Enkel werden hier die Wahrheit des Holocaust in der ehemaligen Sowjetunion erfahren.“

Für Informationen wenden Sie sich bitte Marek Siwiec, Projektkoordinator: info@babiyar.org Presseanfragen richten Sie bitte an: press@babiyar.org

Die offizielle Webseite des Projekts: www.babiyar.org
Die offizielle Facebook-Seite: fb.com/babiyar.memorial

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«Ganz ehrlich, worauf wartet unsere Bundesregierung? Ich bin in Deutschland geboren und fahre sehr gerne in die Ukraine. Die...»

«Ach so. Sie wollen uns mitteilen, daß Annexionen und hybride Kriegsführung erlaubt sind, wenn das angegriffene Land nicht...»

«Sie schreiben "... sollte zuerst einmal die Ukraine beweisen ..." - sind Sie noch bei Sinnen? Ob die Ukraine zu auch nur...»

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