Ukrainischer Energiemaschinenbau trotzt der Krise


Vor dem Hintergrund eines allumfassenden Rückgangs in der Industrie gelingt es einzelnen Subbranchen des Maschinenbaus ihre Verkaufsmengen zu erhöhen. Als vom Gewinn und dem Auftragsbestand her stabilste bezeichnen Experten heute die Unternehmen, die Ausrüstungen für die Erdöl-/Erdgas- und die Energieerzeugungsbranchen produzieren.

Den Ergebnissen des ersten Halbjahres nach erhöhte der Hersteller von Turbinen “Turboatom” (Charkow) die Einkünfte um 38,7% und den Reingewinn um 77,5% in Bezug auf die analoge Periode des letzten Jahres. Dies ist dem Finanzbericht des Unternehmens zu entnehmen. Einen Anstieg der Finanzkennzahlen bemerkte man auch be ider OAO (Offenen Aktiengesellschaft) “Saporoshtransformator”, die sich auf die Fertigung von Leistungstransformatoren und Reaktoren spezialisierte. Das Verkaufsvolumen des Unternehmens betrug in den sechs Monaten des Jahres 2009 1,66 Mrd. Hrywnja (derzeit ca. 142 Mio. €), was um 20% höher als der in der gleichen Periode des Vorjahres erzielte Erlös ist. Die “NPO (ungefähr wissenschaftliche Produktionsgesellschaft) namens Frunse” in Sumy hat ihren Finanzbericht für das 1. Halbjahr bislang noch nicht veröffentlich, jedoch nach vorläufigen Prognosen erhöhte sich der Hrywnjaumsatz des Unternehmens im Vergleich zum letzten Jahr. Experten richten die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass der Anstieg in den Finanzkennzahlen nicht zuletzt auf den Kursunterschied bei den Währungen zurückzuführen ist, daher ändert die Umrechnung in das Devisenäquivalent das Bild: die Verkaufsvolumina blieben entweder auf dem alten Niveau oder sanken etwas. “Wir prognostizieren, dass die Einkünfte von ‘Turboatom’ im Jahr 2009 um 55% in Hrywnja und 3% im Devisenäquivalent steigen”, sagt Jegor Samusenko, Analyst von Concorde Capital. “Mehr als 50% ihrer Produktion liefern die Produzenten von Ausrüstung für die Energiewirtschaft ins Ausland, das heißt sie generieren Umsatz in Devisen. Der Einkauf von Rohstoffen, anderen materiellen Werten, die Bezahlung der Arbeitskräfte wird in Landeswährung abgewickelt, was für das Unternehmen zu einem positiven Resultat führt”, fügt Konstantin Stepanow, Direktor der Analyseabteilung der Investmentfirma “Sokrat” hinzu.

Den Worten des Generaldirektors von “Saporoshtransformator”, Igor Klejner, nach, stellt sich das Werk die Aufgabe das Verkaufsvolumen auf dem Niveau von 2008 zu halten, da in der jetzigen makroökonomischen Situation aktiver als vorher am Absatz der Produktion gearbeitet werden muss. Jedoch, ist den Prognosen von Experten nach, in kurzfristiger Perspektive die Stabilität des Energiemaschinenbaus gesichert. “Die Projekte dieses Sektors sind von der Sache her langfristig angelegt”, erklärt es Jegor Samusenko. Seinen Worten nach, erklärt dies die niedrige Volatilität des Marktes für Energieausrüstung. Den Angaben der Investmentfirma “Sokrat” nach, haben die führenden Hersteller in dieser Branche bereits einen gefüllten Auftragsbestand bis 2011. “‘Turboatom’ hat in seinem Portfolio Aufträge über 280 Mio. $, ‘Saporoshtransformator’ über 420 Mio.$ und die Sumyer NPO namens Frunse über 650 Mio. $”, teilt Konstantin Stepanow mit.

Denis Schawruk, Analyst bei “Alpha Capital”, erinnert ebenfalls daran, dass ein bedeutender Anteil der Projekte zur Modernisierung der Unternehmen des Erdöl-/Erdgassektors und der Energieerzeugungsbranche von staatlicher Finanzierung abhängt, daher hat die Krise in den Geschäftsbanken nicht bedeutend auf die Zahlungsfähigkeit der Hauptauftraggeber des Energiemaschinenbausektors gewirkt. Daher prognostiziert der Experte eine hohe Stabilität dieser Unternehmen in kurzfristiger Perspektive. “Trotzdem muss man die Situation in den Ländern verfolgen, die unsere Energieausrüstungen bestellen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Krise sich dann noch in zwei bis drei Jahren zeigt und viel Staaten mit einem Budgetdefizit konfrontiert werden”, konkretisiert der Analyst, sich mit Prognosen in Bezug auf die Stabilität der Produzenten in langfristiger Perspektive zurückhaltend.

“Die große Abnutzung der Energieausrüstung, die entweder früher von ukrainischen Unternehmen geliefert wurde und jetzt Ersatz erfordert, oder seit UdSSR Zeiten nicht gewechselt wurde, wird eine positive Konjunktur in diesem Markt für die nächsten Jahre erzeugen”, ist sich Konstantin Stepanow.

Merken wir an, dass die Absatzmärkte für die ukrainischen Unternehmen im Energiemaschinenbau die Länder der GUS, Mittelasiens, Afrikas und Lateinamerikas umfassen. Die aktivsten Auftraggeber für Energieausrüstungen waren in letzter Zeit Russland, Usbekistan, Indien und China.

Die OAO “Saporoshtranformator” und die OAO “Sumskoje NPO namens Frunse” gehören zur Gruppe “Energetitscheskij Standart” von Konstantin Grigorischin. Mehr als 75% der OAO “Turboatom” werden vom Fonds für Staatseigentum verwaltet; etwa 14% gehören ebenfalls “Energetitscheskij Standart”

Jekaterina Grebenik

Quelle: Ekonomitscheskije Iswestija

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 699

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