Die Partei der Regionen versucht durch die russische Tür nach Europa zu gelangen


Die neue ukrainische Regierung startete eine Propaganda-Kampagne im Ausland. Der gewählte Mechanismus ist einfach und bewährt: aufklärende Reisen durch die ausländische Hauptstädte, die von treuen Propagandafachleuten, die sich selbst loben können und gegenüber den Vorgängern nicht mit bösen Worten sparen, durchgeführt werden.

In diesen Tagen hat eine Gruppe von fünf Abgesandten Tel Aviv und Paris besucht. Zu der Delegation von “Imagemakern” gehören Dmytro Schentsew – neuer stellvertretende Vorsitzender der Partei der Regionen, Olexij Leljuk – und Wolodymyr Olijnyk – Abgeordnete der Partei der Regionen, Dmytro Wydrin – stellvertretender Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates und Serhij Saworotnij – Berater des Premiers Asarow. Zum dritten Schwerpunkt der Informationskampagne wurde Berlin erklärt.

Die “Ukrajiniska Prawda” hat versucht herauszufinden, wer den Vorstoß der Partei der Regionen nach Europa organisiert hat.

Mit dem Besuch der Anhänger von Janukowytsch nach Paris hat sich die wenig bekannte PR-Struktur “SD Consulting” beschäftigt. Sie spezialisiert sich auf das russische Thema.

Auf den Einladungskarten zur Teilnahme an einer Sitzung mit der Partei der Regionen, die in den französischen Medien verbreitet wurden, wurde die persönliche Handynummer von Herrn Sebastian Droideln??? angegeben.

Die vielleicht einzige öffentliche Aktion, durch die sich diese Fachkraft der Beratung bekannt gemacht hat, war eine Mission zur Förderung der russischen Geschäftsinteressen und Investitionen innerhalb der Mauern des französischen Senats. Gelegentlich arbeitet Herr Droideln??? für die Struktur „Russland 21“. Sie ist ebenso noch nicht bekannt.

Schließlich galt als Sprecher und Organisator des Treffens zwischen Janukowytschs Boten und der Öffentlichkeit Dimitri de Koschko – Journalist der Agentur “France-Press“.

In journalistischen Kreisen genießt dieser Herr einen Ruf des überzeugten Kritikers des ukrainischen Holodomors und des Aktivisten der Association „France – Ural“.

Also, wenn Dmitro Wydrin mit Kollegen versuchen, sich “im Gegensatz zu den orangen Führern als wahre Europäer“ zu zeigen, dringen sie nach Europa durch den Moskauer Korridor vor.

Ein weiteres Detail – im Hotel „Normandie“, wo die Vertreter der Partei der Regionen mit den Franzosen gesprochen haben, konnte man viele Stammgäste des Instituts für Demokratie und Zusammenarbeit (IDC) sehen, angeführt von Natalja Narotschnyzkaja.

Ende April hat das IDC noch einen Propagandisten aus dem Team Janukowytsch zu Besuch eingeladen – Anatolij Orel – einen ehemaligen stellvertretenden Außenminister der Ukraine

Beispielhaft kann man sagen, dass auch der Botschafter der Ukraine in Frankreich Konstantin Tymoschenko, der jetzt in die Ukraine zurückberufen wurde, abgelehnt hat, sowohl für Wydrin als auch für Orel die Räume der Botschaft zur Verfügung zu stehen. Darüber haben die beide zu Beginn ihrer Auftritte gesprochen.

Das Hauptthema sowohl der aktuellen Rede von Dmytro Wydrin, als auch der vorangehenden Rede von Anatolij Orel war die Diskreditierung der Führerin des Blockes Julija Tymoschenko in der französischen Hauptstadt.

In Paris versprach man, den Film “Gestohlenes Popcorn” zu zeigen, in dem es um das Strafverfahren gegen Lasarenko in den USA geht. Doch aus unbekannten Gründen haben die Organisatoren diese Aktion abgesagt. Obwohl man erzählte, dass der Film in Israel gezeigt wurde.

Wer ist Eure Meinung nach ein größerer Europäer – wir oder Tymoschenko mit Juschtschenko? – sprach zu den Besuchern des Hotels „Normandie“ Dmytro Wydrin in der Hoffnung, Komplimente zu bekommen.

Die Abgesandten der Partei der Regionen versuchten die Zuschauer davon zu überzeugen, dass „die ukrainische politische Führer nach Brüssel kommen, um irgendwo zu sprechen und sich neben Manneken Pis zu fotografieren.“

Solche Anspruchslosigkeit hat offenbar dem Randteil des Publikums – linksradikaler und antieuropäischen Orientierung – gefallen, an dem es keinen Mangel gab.

“Achten Sie auf die Meerjungfrauen mit süßen Stimmen aus Brüssel wie die Pest!” – begann der abwechslungsreiche aber nicht einflussreiche Blogger Maurice Jandre??? die ukrainischen Gäste zu erschrecken. – Achten sie auf die Technokraten und Oligarchen der Europäischen Kommission!

Dieser Ruf hat dem ehemaligen Bürgermeister von Tscherkassy, und jetzigem Abgeordneten der Partei der Regionen Wolodymyr Olijnyk gefallen, der erfreut lächelte.

“Guter Rat”, sagte Olijnyk leise.

Die Gäste haben den neuen geopolitischen Kurs der Ukraine vorgestellt – eine gleichzeitige Bewegung in zwei Richtungen: nach Moskau und dem Westen.

Die Präsentation der Partei der Regionen wurde in Paris von den Vertretern der französischen Qualitätspresse fast vollständig ignoriert. Ebenso von den Aktivisten aus der ukrainischen Gemeinde.

In den letzten Monaten ist das ukrainische Thema aus den Kolonnen der französischen Zeitungen fast verschwunden. Die Frage ist nur für wie lange: für fünf, zehn Jahre oder für immer?

13.05.2010 // Catherine Duplessis

Quelle: Ukrajinska Prawda

Übersetzerin:   Ilona Stoyenko  — Wörter: 718

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