FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Informationen über Grundstücke werden im Jahre 2013 veröffentlicht.

0 Kommentare

Alle Informationen über Grundstücke werden in einer einheitlichen Datenbasis im Netz bis 2012 gesammelt. Öffentlich zugänglich werden sie jedoch erst ab Januar 2013. Am Dienstag zeigte die Staatliche Agentur für Bodenressourcen Journalisten, wie das System funktioniert.

Um dem beizuwohnen, musste man etwas mehr als drei Stunden in die Stadt Haisyn in der Region Winnyzja fahren. Vor den Augen der Journalisten registrieren Mitarbeiter des Regionalorgans der Staatlichen Agentur für Bodenressourcen von Haisyn ein Grundstück in einem automatischen System und geben dem Besitzer eine Katasternummer. Die gesamte Prozedur der Eintragung der Informationen in die Datenbank und der Ausgabe der Dokumente (inklusive detaillierte Erläuterungen) dauerte nicht länger als eine Stunde.

Normalerweise dauert es um die 14 Tage, bis man alle Informationen überprüft hat. Aber für die Ukraine ist diese Frist ein Wunder. Heute dauert die Prozedur der Sammlung der Informationen im Register und die Ausgabe der Katasternummern drei Monate und mehr. Ohne die Nummer darf man weder Land verkaufen, noch verschenken, auch wenn es eine staatliche Urkunde ist (in neuen staatlichen Urkunden gibt es die Nummer von Anfang an).

Im Haisyner Regionalorgan für Bodenressourcen gibt es natürlich auch Unzulänglichkeiten. Es ist einquartiert in einem baufälligen, 70 Jahre alten Gebäude zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer Organisationen. Die Agentur für Bodenressourcen teilt sich beispielsweise den Platz mit der Gewerkschaft der Landwirte, der Verwaltung der Landwirtschaft, dem Rat der Kolchose, der Partei der Regionen und dem Block Litvins (auf dem Foto ist das „regionale“ Aushängeschild gut erkennbar). Dies widerspricht geradezu dem Artikel 37 der ukrainischen Verfassung, der besagt: „Nicht gestattet sind die Bildung und Tätigkeit von Organisationsstrukturen politischer Parteien in den Organen der vollziehenden und rechtsprechenden Gewalt und in den vollziehenden Organen der örtlichen Selbstverwaltung, in militärischen Einheiten sowie in staatlichen Unternehmen, in Bildungseinrichtungen und sonstigen staatlichen Institutionen und Organisationen.“ Aber könnte es nicht sein, dass die Agentur für Bodenressourcen von den Parteien einiger Kabinette gemietet wurde?

Was das staatliche Kataster betrifft, so ist mit diesem in der Region Haisyn alles in Ordnung. Im Kataster werden alle Kenntnisse über die natürliche, landwirtschaftliche und rechtliche Lage der Grundstücke bewahrt. Jedes Stück Land bekommt eine Katasternummer, die ganze Geschichte des Landes wird aufgenommen – wer war sein Besitzer, wer hat es gemietet, zu welchem Ziel und Zweck wurde das Land gebraucht. Die Grenzen des Landes werden auf einer Ortskarte fixiert, anhand von Koordinaten festgezurrt.

Das Kataster existiert in Kiew bereits seit mehr als zehn Jahren. Aber Kiew ist noch nicht die ganze Ukraine, und sogar in der Kiewer Region entstanden dauernd Skandale rund um das Thema Bodenreform. Dokumente wurden nur in Papierform aufbewahrt, manchmal sind sie „verbrannt“ oder gingen einfach „verloren“.

Am 17. Oktober 2003 hat die Ukraine eine Vereinbarung mit der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung mit dem langen Namen „Herausgabe Staatlicher Urkunden auf das Recht auf Grundbesitz in ländlichen Gebieten und Entwicklung eines Katasters“ abgeschlossen. Das Dokument spricht von einer Herstellung eines einheitlichen Katasters auf dem ganzen Gebiet der Ukraine bis zum 30. Juni 2012. Für dieses Ziel (es wurden noch andere Ziele mit anderem Budget vereinbart) bekam die Ukraine 89 Millionen Dollar von der Weltbank.

Der Direktor des Weltbankprojekts, Sergej Kubach, bemerkt, dass die Ukraine von 2006 bis 2010 die Vereinbarung faktisch nicht erfüllt hat. Das Hauptproblem war ein fehlendes Gesetz zum staatlichen Kataster. Am 2. August 2011 unterschrieb der Präsident das „Gesetz über das staatliche Bodenkataster“. Danach wurde begonnen, das Projekt sehr schnell zu realisieren. Das staatliche Kataster gibt es bereits in der Region Winnyzja, als nächstes wird es in der Region Charkiw eingeführt. Bis zur Mitte des Jahres 2012 soll das Kataster in allen Regionen des Landes eingeführt worden sein. Bisher eingetragen sind schon 14 Millionen Landstücke, 17 Millionen werden noch folgen (sie bestehen bisher nur auf dem Papier). Für einen Teil der Grundstücke existieren noch keine Dokumente. Laut Daten des staatlichen Unternehmens „Zentrum für staatliches Bodenkataster“ gibt es in der Ukraine 42 Millionen Grundstücke. Die Sache kann sich hinziehen, zumal die Umsetzung nicht bei allen Grundstücken ideal abgewickelt wurde. Hier und da gab es Unregelmäßigkeiten, hier und da hat man einfach unterschiedliche Methoden angewendet. Im Endergebnis kann es passieren, dass Grundstücksgrenzen nicht zueinander passen.

Nach Einführung des Katasters kann jeder Bürger Basisangaben über Grundstücke erhalten: Informationen über die Grenzen des Grundstücks, seinen Rechtsstatus (zum Beispiel, ob ein Teil davon beschlagnahmt ist) und seinen landwirtschaftlichen Status (wird das Land für kommerzielle Zwecke genutzt oder nicht) werden öffentlich zugänglich sein.

Das Einzige, was der Bürger hier nicht erkennen können wird, ist der Name des Eigentümers oder Mieters. Das sind die Anforderungen des Gesetzes „Über den Schutz persönlicher Daten“, erklärt Sergej Kubach von der Weltbank. Obwohl in Georgien beispielsweise auch diese Information öffentlich zugänglich ist. Eine andere Beschränkung des Zugangs zu den Informationen ist eine mögliche Einführung von Zahlungen für den Ausdruck aus dem Kataster.

Das Herz des staatlichen Katasters besteht aus einer speziellen Software und technologischen Ausstattung (Server, geschützte Verbindungskanäle usw.). Die Ausschreibung zur Ausarbeitung und Einführung des Katasters hat die Firma „ILS Ukraine“ 2010 gewonnen. Ihr Leiter, Igor Popov sagt, dass seine Firma von der amerikanischen ILS, der deutschen GAF AG und der schwedischen Swede Survey besessen wird. „Es ist faktisch eine Koalition“, erklärt er. Am Dienstag führte Popov eine Präsentation des Programmes für drei Journalistengruppen durch, denen er jeden Schritt genau erläuterte.

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

Kevin Dogerty von der amerikanischen ILS hört seinen Ausführungen schweigend zu. Auf die Frage von LB.ua, wie lange es das Kataster denn schon in den Staaten gibt, lacht Dogerty: „Das ist bei uns schon früh entstanden. Im 18. Jahrhundert.“

02. September 2011 // Andrej Janizkij

Quelle: Lewyj Bereg

Übersetzerin:   Corinna König — Wörter: 920

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)14 °C  Ushhorod13 °C  
Lwiw (Lemberg)10 °C  Iwano-Frankiwsk10 °C  
Rachiw8 °C  Jassinja8 °C  
Ternopil8 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)11 °C  
Luzk9 °C  Riwne7 °C  
Chmelnyzkyj8 °C  Winnyzja10 °C  
Schytomyr10 °C  Tschernihiw (Tschernigow)13 °C  
Tscherkassy15 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)14 °C  
Poltawa19 °C  Sumy17 °C  
Odessa14 °C  Mykolajiw (Nikolajew)15 °C  
Cherson17 °C  Charkiw (Charkow)18 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)19 °C  Saporischschja (Saporoschje)20 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)21 °C  Donezk17 °C  
Luhansk (Lugansk)16 °C  Simferopol16 °C  
Sewastopol19 °C  Jalta19 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Haben noch vor der Grenze im Wohnmobil geschlafen. 600 km am Stück mit 90 km/h, da wollten wir nicht noch stundenlang an der Grenze stehen. War am Abend voll 55 PKW, laut Info. Am Montag früh gegen 10...“

„Der Blockposten zwischen Ustyluh und Urgyniw an der Oblastgrenze hat mich, das war jetzt aber nur einmal, auch nach 23 Uhr passieren lassen, lässt für mich den Schluss zu, auch hier ist 24/7 passierbar.“

„Kann nur zum Blockposten vor USTYLUH sagen, der ist geöffnet 24/7 und der Blockposten vor URGYNIW schließt von 23.00 Uhr bis 04:00 Uhr. (Fahrtrichtung Grenze/Ausreise); Wer in Richtung Landesmitte fährt,...“

„Ja, der Grenzübergang in Ustyluh ist echt toll geworden, ich habe letztens den Spaß gemacht und angedeutet, dass wohl jetzt die Polen eifersüchtig sind auf diese Arbeitsplätze. Die Zöllnerin hat zustimmend...“

„Fahre am Sonntag nach Lwiw und will noch am späten Abend einreisen. Hat da jemand Erfahrung wegen der Wartezeiten und ist dann die Weiterfahrt wegen der Sperrstunde nicht möglich ?“

„Montag letzte Woche 11 Uhr, komplett, von Schranke zu Schranke in 21 Minuten, optimal. Ansonsten für diesen Zeitpunkt 30 bis max 40 Minuten einplanen“

„Ich schau immer bei ... ... , finde es nicht schlecht, liegt meiner Meinung nach nie KRASS daneben, DIE gemeldeten Zahlen kann man zumindest für eine seriöse Entscheidungsfindung heranziehen.“

„Hallo Handrij, Bin letzten Freitag am Abend um 22 Uhr ausgereist. In 40 Minuten total, am Freitag! Ich schildere nochmals den Ablauf, damit der optimale Ablauf nachvollziehbar wird. Ankunft vor dem Grenzübergang,...“

„Falls dann da eine Erweiterung der APP kommt oder was neues, werde ich natürlich ausprobieren und dann berichten. Hab mir jetzt mal die APP geholt, derzeit funktionieren ja nur Busse und LKW, im Grunde...“