Alle Informationen über Grundstücke werden in einer einheitlichen Datenbasis im Netz bis 2012 gesammelt. Öffentlich zugänglich werden sie jedoch erst ab Januar 2013. Am Dienstag zeigte die Staatliche Agentur für Bodenressourcen Journalisten, wie das System funktioniert.
Um dem beizuwohnen, musste man etwas mehr als drei Stunden in die Stadt Haisyn in der Region Winnyzja fahren. Vor den Augen der Journalisten registrieren Mitarbeiter des Regionalorgans der Staatlichen Agentur für Bodenressourcen von Haisyn ein Grundstück in einem automatischen System und geben dem Besitzer eine Katasternummer. Die gesamte Prozedur der Eintragung der Informationen in die Datenbank und der Ausgabe der Dokumente (inklusive detaillierte Erläuterungen) dauerte nicht länger als eine Stunde.
Normalerweise dauert es um die 14 Tage, bis man alle Informationen überprüft hat. Aber für die Ukraine ist diese Frist ein Wunder. Heute dauert die Prozedur der Sammlung der Informationen im Register und die Ausgabe der Katasternummern drei Monate und mehr. Ohne die Nummer darf man weder Land verkaufen, noch verschenken, auch wenn es eine staatliche Urkunde ist (in neuen staatlichen Urkunden gibt es die Nummer von Anfang an).
Im Haisyner Regionalorgan für Bodenressourcen gibt es natürlich auch Unzulänglichkeiten. Es ist einquartiert in einem baufälligen, 70 Jahre alten Gebäude zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer Organisationen. Die Agentur für Bodenressourcen teilt sich beispielsweise den Platz mit der Gewerkschaft der Landwirte, der Verwaltung der Landwirtschaft, dem Rat der Kolchose, der Partei der Regionen und dem Block Litvins (auf dem Foto ist das „regionale“ Aushängeschild gut erkennbar). Dies widerspricht geradezu dem Artikel 37 der ukrainischen Verfassung, der besagt: „Nicht gestattet sind die Bildung und Tätigkeit von Organisationsstrukturen politischer Parteien in den Organen der vollziehenden und rechtsprechenden Gewalt und in den vollziehenden Organen der örtlichen Selbstverwaltung, in militärischen Einheiten sowie in staatlichen Unternehmen, in Bildungseinrichtungen und sonstigen staatlichen Institutionen und Organisationen.“ Aber könnte es nicht sein, dass die Agentur für Bodenressourcen von den Parteien einiger Kabinette gemietet wurde?
Was das staatliche Kataster betrifft, so ist mit diesem in der Region Haisyn alles in Ordnung. Im Kataster werden alle Kenntnisse über die natürliche, landwirtschaftliche und rechtliche Lage der Grundstücke bewahrt. Jedes Stück Land bekommt eine Katasternummer, die ganze Geschichte des Landes wird aufgenommen – wer war sein Besitzer, wer hat es gemietet, zu welchem Ziel und Zweck wurde das Land gebraucht. Die Grenzen des Landes werden auf einer Ortskarte fixiert, anhand von Koordinaten festgezurrt.
Das Kataster existiert in Kiew bereits seit mehr als zehn Jahren. Aber Kiew ist noch nicht die ganze Ukraine, und sogar in der Kiewer Region entstanden dauernd Skandale rund um das Thema Bodenreform. Dokumente wurden nur in Papierform aufbewahrt, manchmal sind sie „verbrannt“ oder gingen einfach „verloren“.
Am 17. Oktober 2003 hat die Ukraine eine Vereinbarung mit der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung mit dem langen Namen „Herausgabe Staatlicher Urkunden auf das Recht auf Grundbesitz in ländlichen Gebieten und Entwicklung eines Katasters“ abgeschlossen. Das Dokument spricht von einer Herstellung eines einheitlichen Katasters auf dem ganzen Gebiet der Ukraine bis zum 30. Juni 2012. Für dieses Ziel (es wurden noch andere Ziele mit anderem Budget vereinbart) bekam die Ukraine 89 Millionen Dollar von der Weltbank.
Der Direktor des Weltbankprojekts, Sergej Kubach, bemerkt, dass die Ukraine von 2006 bis 2010 die Vereinbarung faktisch nicht erfüllt hat. Das Hauptproblem war ein fehlendes Gesetz zum staatlichen Kataster. Am 2. August 2011 unterschrieb der Präsident das „Gesetz über das staatliche Bodenkataster“. Danach wurde begonnen, das Projekt sehr schnell zu realisieren. Das staatliche Kataster gibt es bereits in der Region Winnyzja, als nächstes wird es in der Region Charkiw eingeführt. Bis zur Mitte des Jahres 2012 soll das Kataster in allen Regionen des Landes eingeführt worden sein. Bisher eingetragen sind schon 14 Millionen Landstücke, 17 Millionen werden noch folgen (sie bestehen bisher nur auf dem Papier). Für einen Teil der Grundstücke existieren noch keine Dokumente. Laut Daten des staatlichen Unternehmens „Zentrum für staatliches Bodenkataster“ gibt es in der Ukraine 42 Millionen Grundstücke. Die Sache kann sich hinziehen, zumal die Umsetzung nicht bei allen Grundstücken ideal abgewickelt wurde. Hier und da gab es Unregelmäßigkeiten, hier und da hat man einfach unterschiedliche Methoden angewendet. Im Endergebnis kann es passieren, dass Grundstücksgrenzen nicht zueinander passen.
Nach Einführung des Katasters kann jeder Bürger Basisangaben über Grundstücke erhalten: Informationen über die Grenzen des Grundstücks, seinen Rechtsstatus (zum Beispiel, ob ein Teil davon beschlagnahmt ist) und seinen landwirtschaftlichen Status (wird das Land für kommerzielle Zwecke genutzt oder nicht) werden öffentlich zugänglich sein.
Das Einzige, was der Bürger hier nicht erkennen können wird, ist der Name des Eigentümers oder Mieters. Das sind die Anforderungen des Gesetzes „Über den Schutz persönlicher Daten“, erklärt Sergej Kubach von der Weltbank. Obwohl in Georgien beispielsweise auch diese Information öffentlich zugänglich ist. Eine andere Beschränkung des Zugangs zu den Informationen ist eine mögliche Einführung von Zahlungen für den Ausdruck aus dem Kataster.
Das Herz des staatlichen Katasters besteht aus einer speziellen Software und technologischen Ausstattung (Server, geschützte Verbindungskanäle usw.). Die Ausschreibung zur Ausarbeitung und Einführung des Katasters hat die Firma „ILS Ukraine“ 2010 gewonnen. Ihr Leiter, Igor Popov sagt, dass seine Firma von der amerikanischen ILS, der deutschen GAF AG und der schwedischen Swede Survey besessen wird. „Es ist faktisch eine Koalition“, erklärt er. Am Dienstag führte Popov eine Präsentation des Programmes für drei Journalistengruppen durch, denen er jeden Schritt genau erläuterte.
Kevin Dogerty von der amerikanischen ILS hört seinen Ausführungen schweigend zu. Auf die Frage von LB.ua, wie lange es das Kataster denn schon in den Staaten gibt, lacht Dogerty: „Das ist bei uns schon früh entstanden. Im 18. Jahrhundert.“
02. September 2011 // Andrej Janizkij
Quelle: Lewyj Bereg


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Einreise als Flüchtling, bedeutet......., nicht als Deine zukünftige Frau, bist dann erst einmal ihr Vermieter, mehr Hilfestellung gibt es jetzt aber nicht mehr.“
Bernd D-UA in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Gehe auf das Ausländeramt Deiner Gemeinde und erkundige Dich, kann ja sein ich irre mich, derzeit können Ukrainer als Flüchtlinge einreisen und unterliegen dem Paragraphen 24, aufgtund dessen läuft...“
Bernd D-UA in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Grundsätzlich könnte ich die Sachen mit in die Ukraine nehmen, bis Luzk, ABER Der Zoll und die Einfuhr muss geklärt sein und die Kosten und daran wird es wohl scheitern!“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Jetzt lief gestern um 23:30 Uhr alles wie geschmiert in Ustyluh/Zosin, Einreise UA in ca. 50 Minuten. Dieses Mal die Polen schnell 3 PKW, bei den Ukrainern länger, 2 Busse und sonst ein paar Fahrzeuge,...“
cxmorph in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo, die Heirat an sich ist nicht sonderlich aufwändig und Bürokratisch, wenn man in der Ukraine heiratet. Bei Anreise Montag oder Dienstag, kann die heirat am Donnerstag oder Freitag derselben Woche...“
aust72 in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Guten Tag, ich habe Kontakt zu einem Unfallchirurgen aus Sumy, der zur Zeit in einem Fronthospital arbeitet. Durch meinen Beruf habe ich aus Kliniken 10 Kisten (130kg) chirurgische Instrumente und Implantate...“
Ahrens in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo, die Heirat an sich ist nicht sonderlich aufwändig und Bürokratisch, wenn man in der Ukraine heiratet. Bei Anreise Montag oder Dienstag, kann die heirat am Donnerstag oder Freitag derselben Woche...“
cxmorph in Recht, Visa und Dokumente • Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo zusammen, ich (Deutscher und wohne in Süddeutschland) bin seit fast 4 Jahren mit einer Ukrainerin zusammen. Sie ist bei Kriegsbeginn aus der Ukraine in die Schweiz geflüchtet. Sie wohnt aktuell...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Gestern Freitagnacht auf Samstag, 2 Uhr Kiewzeit, habe ich bei Zosin/Ustyluh ins Klo gegriffen, ca. 12 bis 15 PKW und pro Einlas nur 5 PKW..., der weitere Ablauf bei den Polen, unerträglich langsam, das...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Meine derzeitige Ein- und Ausreisestrategie sieht wie folgt aus, Einreise am Grenzübergang in Ustyluh, zuletzt beide Grenzen in 18 Minuten passiert, Lichtgeschwindigkeit. 1 Uhr in der Nacht (Kiewzeit)...“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„..... Mir liegen von meinen Eltern unterzeichnete Generalvollmachten in deutscher Sprache vor. ..... Grundsätzlich wirst du mit Vollmachten in deutscher Sprache bei einem ukrainischen Konsulat nicht weit...“
kasamb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„2016? Sorry, ich meinte 2026“
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„Sehr geehrte Damen und Herren, meine Eltern sind ukrainische Staatsbürger und leben seit 2008 mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, genauer gesagt in Hamburg. Im Juni 2016 läuft...“
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