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Der Kanzler des Maidans

Der Rücktritt von Nikolai Asarow lässt die Bildung einer neuen Regierung nicht länger als Utopie erscheinen – und schon wird wieder darüber geredet, wie ein neues Kabinett zusammengesetzt sein könnte.

Im Prinzip sieht die Regierung heute genauso aus, wie sie vor dem Maidan geplant war: Im Premiersessel sitzt Sergej Arbusow, und, wären da nicht die Proteste gewesen, so hätte man ihn mit der Bildung eines neuen Ministerkabinetts beauftragt. Doch jetzt, wo der Präsident zumindest den Anschein eines gesellschaftlichen Kompromisses erwecken muss, kann man sich vorstellen, dass das Staatsoberhaupt jemand anderen mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragen wird – einen Politiker, der eine Brücke zur Opposition und zu den Protesten schlägt, und der als Premierminister einen Kompromiss symbolisiert.

Arsenij Jazenjuk hat das Amt des Premierministers bereits abgelehnt – was im Übrigen nicht bedeutet, dass man nicht noch zu seiner Kandidatur zurückkehren könnte. Möglicherweise tauchen andere Figuren auf – etwa Pjotr Poroschenko oder Vitali Klitschko. Doch solche Personalien sind für mich ehrlich gesagt nicht besonders interessant. Mir geht es ums Prinzip.

Im existierenden System ist der Ministerpräsident auf jeden Fall nicht mehr als ein gewöhnlicher Staatsdiener, der vom Präsidenten abhängig ist. Der Einfluss, den Nikolai Asarow hatte, hing damit zusammen, dass er ein langjähriger Weggefährte von Janukowitsch war, dass der Präsident auf ihn hörte und schließlich auch damit, dass der Asarow, anders als viele seiner Kollegen in der Regierung, sich ganz vorzüglich im Regierungssystem und den Finanzströmen auskannte. Ein Premierminister von der Opposition wird niemals Stammgast in der Präsidentenresidenz Meschigorje werden, und seine Tätigkeit wird auf Schritt und Schritt vom Machtapparat kontrolliert werden. Beispiele für eine solche „Zusammenarbeit“ sind allgemein bekannt.

Nachdem der simbabwische Präsident Robert Mugabe im Jahre 2008 die Präsidentenwahlen an den Kandidaten der Opposition, Morgan Zwangirai, verloren hatte, erklärte er sich kurzerhand zum bedingungslosen Sieger und warf seinen Konkurrenten sogar ins Gefängnis. Unter dem Einfluss des Westens und benachbarter afrikanischer Staaten ließ er ihn später wieder frei und machte ihn sogar zum Premierminister. Doch der Oppositionsführer hatte auf seinem neuen Posten keinerlei reale Macht. Einen Monat nach seiner Ernennung hatte er einen Autounfall – er überlebte wie durch ein Wunder, doch seine Ehefrau verstarb –, und nach einem weiteren Monat ertrank sein Enkelsohn in einem Schwimmbecken. Was das Politische angeht, so verlor die Opposition fast die Hälfte ihrer Wählerschaft, da die Menschen von den Resultaten des Deals enttäuscht waren. Zwangirai ist jetzt ein ganz gewöhnlicher Abgeordneter. Immerhin ist er noch am Leben.

Für jeden Politiker, der echtes Interesse an Veränderungen im Land hat, ist es völlig sinnlos, Ministerpräsident zu werden, solange es nicht zu Änderungen am Rechtsumfeld kommt und solange sich nicht eine neue Mehrheit im Parlament findet. Nur in diesem Falle kann ein Kandidat mit dem rechnen, worum es beim Posten des Ministerpräsidenten eigentlich geht – mit Macht und mit Handlungsspielraum. Andernfalls fällt auf den Premier von der Opposition nämlich einfach nur die gesamte Verantwortung für die unvermeidliche Verschlechterung der Situation im Land, und seine Anhänger werden befremdet davon sein, dass er sich zum Ministerpräsidenten ernennen ließ, ohne die Möglichkeit zu haben, irgendetwas zu verändern.

Außerdem – falls das jemand vergessen haben sollte – gibt es da noch den Maidan. Den Maidan, der sich überhaupt nicht deswegen gesammelt hat, damit irgendeiner der Oppositionspolitiker Ministerpräsident wird. Die frierenden Menschen auf den Straßen in Kiew und anderen Städten in der Ukraine wünschen sich wirkliche Veränderungen – wirkliche Veränderungen, keine personellen.

Wirkliche Veränderungen hängen von ganz bestimmten Dingen ab, von denen schon Dutzende Leute vielfach gesprochen haben: Entkriminalisierung der Gesellschaft, Befreiung der politisch Inhaftierten, Durchführung von Wirtschaftsreformen, europäische Integration. Kann man das tun, solange Viktor Janukowitsch nicht nur Präsident bleibt, sondern auch noch seine gesamten derzeitigen Vollmachten beibehält? Ich halte diese Frage für rhetorisch. Und sollte ein Politiker vor dem Maidan auftreten und diesen davon überzeugen wollen, dass ein solches Vorgehen realistisch sei, so hört er als Politiker auf zu existieren und wird zu einem ganz gewöhnlichen Staatsdiener in der Administration von Viktor Janukowitsch. Auf dem Maidan verbleiben diejenigen Anführer, die sich der Beteiligung an derartigen Kombinationsspielen verweigern und weiter an der Bildung einer neuen Mehrheit im Parlament arbeiten und den Verhandlungsprozess mit dem Präsidenten fortsetzen.

Ich verstehe sehr gut, dass die Machthabenden den Impetus der Protestbewegung und den hohen Grad der Ablehnung der Vorgänge im Land durch die Bevölkerung unterschätzen. Doch jetzt ist es wichtig, dass diese Unterschätzung nicht auch bei den Oppositionspolitikern Einzug hält. Sie müssen verstehen, dass sie weder im eigenen Namen noch im Namen ihrer politischen Parteien Verhandlungen führen, sondern dass sie dies im Namen des Maidans tun, im Namen von Millionen von Menschen. Und diese Verhandlungen können nicht erfolgreich sein, wenn die Interessen dieser Menschen nicht berücksichtigt werden.

Im Januar 1979 ließ sich Schapur Bachtiar, einer der herausragenden Anführer des iranischen Widerstands, vom Schah zur Übernahme der Regierungsgeschäfte des Landes bewegen. Bachtiar hatte Angst vor der einem Voranschreiten der Revolution, vor einer Radikalisierung der Stimmungslage und vor einem Zusammenbruch der Wirtschaft … Das Resultat war beeindruckend: Die Autorität von Bachtiar, bis dato einer der beliebtesten Politiker bei den Menschen, war bereits nach einem Tag spurlos verschwunden. Niemand im Iran glaubte mehr an Liberalismus und Reformen. Und nach einigen Wochen kehrte Ayatollah Khomeini nach Teheran zurück.

29. Januar 2014 // Witalij Portnikow

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Quelle: iPress.ua

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Diplom-Physiker, Fachübersetzer für IT, Wissenschaft und Technik (BDÜ), Ehrenvorstand des Trägervereins der Deutschen Schule Kiew

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„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“

„Kein Zoll. Du musst an sich nur sagen dass das privat ist und du nicht damit handeln willst. So lange das nicht Originalverpackt ist und ersichlich das nicht neu sollte es keine Probleme geben“

„Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Anfrage. Ich möchte 4 Umzugskartons mit gebrauchter Straßen Kleidung bei der Einreise in die Ukraine mitnehmen. Es ist gebrauchte Kleidung...“

„Wir sind mit unserem Wohnmobil, wie geplant am Montag 15.6. in Krakovets rüber. Sehr zeitig los gegen 5 Uhr in der Früh. Mit sehr sehr wenig Verkehr, super bis zur Grenze. Nur 8 PKW vor der Schranke....“

„Gestern 6 Stunden warten vor der Grenze Richtung Polen in Krakowez mit dem Kleinbus. Abfertigung ging dann schnell da auch Passagiere mit EU-Pass dabei waren“