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Wer kam wann auf die Losung „Slawa Ukrajini!“?

Die Losung wurde in Charkiw geboren. Donnerte aus Kyjiw über die ganze Ukraine. Wurde aufgrund der Anstrengungen der Galizier und Wolhynier in Lwiw und Riwne bewahrt. Doch in den gesammelten Werken von Stepan Bandera gibt es dieses breit im Internet gebrauchte Zitat nicht, das ihm zugeschrieben wird: „Und es kommt die Zeit, wenn einer ruft: ‚Slawa Ukrajini!‘ und Millionen werden antworten: ‚Herojam slawa!“ [„Ruhm der Ukraine!“ – „Den Helden Ruhm!“, A.d.Ü.]

Die Devise „Slawa Ukrajini!“ und die Antwort „Po wsij semli slawa!“ [In der ganzen Welt gerühmt!, A.d.Ü.] wurde bereits im Umfeld der ukrainischen Studentenschaft in Charkiw am Ende des 19. Jahrhunderts benutzt.

Eben jener, auf deren Basis im Jahr 1900 die Revolutionäre Ukrainische Partei auftauchte – die erste moderne ukrainische politische Partei unter der russischen Landnahme. Die erste bekannte Erwähnung der Losung ist eben mit diesem Umfeld verbunden.

Die Gruppe der Begründer der Revolutionären Ukrainischen Partei, studentischer Anhänger der Eigenstaatlichkeit des Charkiwer Technologischen Instituts (jetzt die Nationale Technische Universität „Charkiwer Polytechnisches Institut“). Im Zentrum – Jurij KoDie Gruppe der Begründer der Revolutionären Ukrainischen Partei, studentischer Anhänger der Eigenstaatlichkeit des Charkiwer Technologischen Instituts (jetzt die Nationale Technische Universität „Charkiwer Polytechnisches Institut“). Im Zentrum – Jurij Kollard, links – Olexandr Kowalenko, rechts – Lewko Mazijewytsch. Charkiw 1900.

Es fuhr irgendein „Genossenschafts-Vater“ Mykola Lewytskyj zur Familie von Olexandr Kowalenko zu Besuch, dem Mitgründer der Revolutionären Ukrainischen Partei, der 1905 zu einem der Anführer des Aufstands auf dem Panzerkreuzer Potjomkin wurde.

Fuhr, fuhr, schaute ringsherum, doch er hatte den Namen der erforderlichen Gasse vergessen. Er würde jemanden fragen, doch die könnten lachen, denn Charkiw ist nicht Kobeljaky [Kleinstadt im Gebiet Poltawa, A.d.Ü.], wo jeder jeden kennt.

„Als ich mich umschaue, geht ein Technologie-Student, schwarzhaarig, gebräunt, nun einer unserer Burschen aus dem Dorfe, ja und trotzdem, auch ihn zu fragen, wäre irgendwie peinlich.

Als ich höre, wie er pfeift ‚Schtsch ne wmerla Ukrajina‘ [„Noch ist die Ukraine nicht gestorben“, Hymne der späteren Ukraine, A.d.Ü.]. – Warten Sie! – rief ich zum Droschkenkutscher – ‚Slawa Ukrajini!‘ – rief ich zum Studenten. – ‚Po wsij semli slawa!‘, antwortet er, aus der Gasse zu mir laufend.“

Mykola Lewytskyj – Organisator der Genossenschaftsbewegung in der Ukraine, Publizist. Jelyssawethrad/Jelissawetgrad (Kropywnyzkyj), 1896 – Foto: Institut für Manuskripte der Nationalbibliothek der UkraineMykola Lewytskyj – Organisator der Genossenschaftsbewegung in der Ukraine, Publizist. Jelyssawethrad/Jelissawetgrad (Kropywnyzkyj), 1896 – Foto: Institut für Manuskripte der Nationalbibliothek der Ukraine

Weiter erinnert Olexandr Kowalenko in seinen Memoiren daran, dass sich so untereinander diejenigen erkannten, die damals für die ukrainische Sache arbeiteten.

Es waren wenige, doch sie vereinigten sich unter dem Ruf: „Wir lassen die Ukraine nicht sterben, ihr Ruhm wird nicht vergehen! …“1

Diese Erinnerung und das vorhergehende Zitat sind deswegen interessant, da sie den Ursprung der Losung „Slawa Ukrajini!“ mit der ukrainischen Nationalhymne verbinden (denn der Ruf wurde auf der Basis der ersten Zeile des rühmenden „Noch ist die Ukraine nicht gestorben“ formuliert).

In der Arbeiterdiaspora, der sogenannten ersten Welle, wusste man ebenfalls gut, wann „Slawa Ukrajini!“ zu rufen ist.

Als im September 1916 in Detroit (USA) während der großen ukrainischen Versammlung unter Beteiligung von 1.200 Personen die Nationalflagge entfaltet wurde, da brandete im Saal ein nichtnachlassender Beifallssturm auf.

Die Anwesenden standen von ihren Plätzen auf, um der Flagge die Ehre zu erweisen. Und aus ihren Kehlen brachen kräftige Rufe aus: „Slawa Ukrajini! Chaj schywe Ukrajina!“2 [„Ruhm der Ukraine! – Es lebe die Ukraine!“, A.d.Ü.]

Der Beginn der Revolution 1917

Im März 1917 begann in Kyjiw gerade die Revolution und auf den Versammlungen in den Regionen konnte man als Antwort auf die Losung „Chaj schywe awtonomija Ukrajiny! [„Es lebe die Autonomie der Ukraine!“, A.d.Ü.] bereits damals das einhellige „Slawa! Slawa Ukrajini!“ vernehmen.

Das war das gewöhnliche Set an Losungen, wie das: „Chaj schywe demokratytschna respublika! Slawa Ukrajini!“3 [„Es lebe die demokratische Republik! Ruhm der Ukraine!“, A.d.Ü.]

Information der Zeitung Nowa Rada über die Versammlungen, die am 15. März 1917 im Dorf Dijiwka stattfanden (jetzt ein Stadtbezirk in der Stadt Dnipro)Information der Zeitung Nowa Rada über die Versammlungen, die am 15. März 1917 im Dorf Dijiwka stattfanden (jetzt ein Stadtbezirk in der Stadt Dnipro)

In der Stadt Irkutsk (asiatischer Teil Russlands) organisierten die dortigen Ukrainer mit den örtlichen Arbeitern Erste-Mai-Feierlichkeiten zum Fest der Arbeit. [In der Originalquelle ist vom 18. April die Rede, A.d.Ü.]

Soldaten und Offiziere des 12. Regiments bereiteten zwei offensichtlich riesige blau-gelbe Flaggen vor und trugen sie durch die Stadt …

Es kamen viele Leute, um die Aufschrift zu betrachten. Und dort stand auf einer geschrieben „Chaj schywe wilna Ukrajina!“ [„Es lebe die freie Ukraine“, A.d.Ü.] und damals populäre revolutionäre Losungen. Und auf der anderen: „Chaj schywe Awtonomija Ukrajiny! Slawa Ukrajini! Slawa wsim Nazijam!“4 [„Es lebe die Autonomie der Ukraine! Ruhm der Ukraine! Ruhm allen Nationen!“, A.d.Ü.]

Offensichtlich am gleichen Tag formierte sich in Irkutsk eine Kolonne von ungefähr 1.000 Demonstranten (es kamen auch Soldaten des 10. Regiments mit ihrer ukrainischen Flagge hinzu).

Die Stimmung war freudig, es wurde „Noch ist die Ukraine nicht gestorben ….“ und „Wir sind Hajdamaken“ gesungen. Und weiter: „… die Manifestation bewegte sich. ‚Slawa Ukrajini!‘ erklang aus der Gruppe, von den Dächern und den Balkonen der Häuser.“

Demonstration in Wladiwostok mit ukrainischen Flaggen und Losungen. Wahrscheinlich im Frühling 1917.Demonstration in Wladiwostok mit ukrainischen Flaggen und Losungen. Wahrscheinlich im Frühling 1917.

Der erste Soldatenkongress, der vom 18.-21. Mai 1917 in Kyjiw stattfand, begrüßte den oben erwähnten legendären Genossenschaftsaktiven Mykola Lewytskyj stehend mit Beifall und „Slawa!“ – Rufen.

Der Alte weinte vor Freude, doch antwortete er: „Ich danke … Kinderchen! Danke! …Ruhm dem Schöpfer, dass ich das dennoch erlebe!….Slawa Ukrajini!“ Und dieses „Slawa Ukrajini!“ griff der ganze Saal auf.

Der Chersoner Wolodymyr Kedrowskyj bezeugt: „Lange erklingt im Saal das ‚Slawa Ukrajini!‘ und geht danach irgendwie komplett natürlich in den Gesang: ‚Schtsche ne wmerla Ukrajina!‘ über.“5

Auf diesem Kongress verloren die Anhänger der Eigenstaatlichkeit von [Mykola] Michnowskyj den Kampf um die Soldatenmassen gegen die Autonomieanhänger von [Wolodymyr] Wynnytschenko.

Die Kluft zwischen den damaligen beiden Lagern markierte sich auch in den entsprechenden Losungen. Vor dem Kongress schrie eine Menge von Ukrainern vor dem Haus von Mychajlo Hruschewskyj: „Slawa Ukrajini!“ Und darauf antwortete Mychajlo Hruschewskyj von der Freitreppe: „Chaj schywe demokratytschna Rossija.“ [„Es lebe das freie Russland“, A.d.Ü.]

Tatsächlich fehlt diese Episode in dem Hinweis von P. Schtepa auf diese Geschichte in der Tageszeitung Nowa Rada vom 7. Mai 1917.6

Umschlag des Buchs von Wolodymyr Kedrowskyj (Winnipeg, 1967), in dem Erinnerungen gesammelt sind, veröffentlicht auf „frischen Spuren“ Ende der 1920er Jahre in ukrainischen PeriodikaUmschlag des Buchs von Wolodymyr Kedrowskyj (Winnipeg, 1967), in dem Erinnerungen gesammelt sind, veröffentlicht auf „frischen Spuren“ Ende der 1920er Jahre in ukrainischen Periodika

Wolodymyr Kedrowsky erinnert sich, dass als er vom Soldatenkongress in seine Kaukasische Kavalleriedivision (die „Wilde“ genannt) zurückkehrte, so versammelte er die ukrainischen Kämpfer – darunter die aus dem Kuban – insgesamt 800 Personen.

Die letzten Worte seines Erzählungsberichts wurden durch „lauten Beifall und gemeinsame ‚Slawa Ukrajini‘-Rufe!‘“ übertönt. Weiter beschreibt er in seinen Erinnerungen, wie die Ukrainisierung der Streitkräfte in seinem heimatlichen Cherson vonstatten ging:

„‘… ein ganzes ukrainisches Regiment schaffen oder auch zwei. Slawa Ukrajini!‘, beendete Lychanskyj seine Rede. Dieses ‚Slawa Ukrajini‘ giffen die tausenden Körper kräftig auf und es ertönte lang und mächtig in der Luft.

Diejenigen, die sich selbst für bewusste Ukrainer halten und sich unter die eigene heimatliche gelb-blaue Flagge stellen wollen, bitte ich die Hand zu erheben … Beinahe alle reckten die Hand nach oben.

Es waren am Anfang einzelne Rufe zu hören, die jetzt in einen gemeinsamen Schrei übergingen: Slawa Ukrajini! Sla-a-a-a-wa Ukrajini!“7

Kirchenvertreter und Gläubige standen nicht hinter den Soldaten zurück.

Anfang Mai fand in Kamjanez-Podilskyj der ukrainische Diözesenkongress des Gouvernements Podolien unter Beteiligung des Klerus und der Gemeindemitglieder statt, der die Frage der Ukrainisierung der Kirche und der Autokephalie [kirchenrechtliche Unabhängigkeit, A.d.Ü.] diskutierte. Den Ergebnissen der Beratungen des Kongresses nach wurde ein Telegramm an die Zentralrada [Zentralna Rada, Parlament in Kyjiw im heutigen Haus des Lehrers, A.d.Ü.] geschickt, das mit den Worten endete: „Slawa Ukrajini j jiji Zerkwi.“8 [„Ruhm der Ukraine und ihrer Kirche“, A.d.Ü]

Das am 23. Juni 1917 verkündete Erste Uniwersal [Autonomie-Proklamation innerhalb des Bestands von Russland, Uniwersal ist eine Bezugnahme auf die Kosakenzeit im 17. und 18. Jahrhundert, die Form wurde von den polnischen Königen der Rzeczpospolita übernommen, A.d.Ü.] der Zentralrada begrüßten die Ukrainer mit dem Ruf „Chaj schywe wilna Ukrajina“ und „Slawa Ukrajini.“9

Diese Proklamation – sogar der vollständigen Selbstständigkeit – forderten bereits aktiv die Delegierten des ersten Soldatenkongresses, doch das Uniwersal tauchte erst im Ergebnis des zweiten Soldatenkongresses auf. Der zukünftige Chef des Ministerrates der Ukrainischen Volksrepublik, Borys Martos, hinterließ die Erinnerung, wie in Poltawa die örtliche Bürgerschaft dieses Uniwersal feierte.

„eine vieltausendköpfige Prozession mit dem Klerus an der Spitze, ging mit ukrainischen Flaggen in Richtung des Bischofshauses, wo im Hofe eine hölzerne, aus Saporischschja herbeigebrachte, Kirche stand …

In der Kirche wurde ein Gottesdienst abgehalten … es kam ein alter, vielleicht siebzigjähriger Diakon im Messgewand heraus und verlas feierlich, mit erregter Stimme das Uniwersal.

Ich stand nah dran und sah, wie über seine Wangen Tränen flossen. Als er endete, so erklang das tausendstimmige: ‚Slawa! Slawa Ukrajini!‘“10

Die Ukrainer von Petrograd organisierten ebenfalls eine riesige Manifestation in der Hauptstadt des Imperiums zu Ehren der verkündeten vollkommenen Autonomie der Ukraine. Vor dem Zug trugen sie Nationalflaggen mit den Aufschriften:“Nechaj schywe wilna Ukrajina“, „Slawa Ukrajinskij Zentralnij Radi“ [„Möge die freie Ukraine leben“, „Ruhm der ukrainischen Zentralrada“, A.d.Ü.] und so weiter vor sich her.11

Die Chroniken haben die Nutzung der Losung „Slawa Ukrajini!“ auf dieser Veranstaltung nicht festgehalten, jedoch war sie dort höchstwahrscheinlich präsent, denn die örtlichen Ukrainer kannten sie gut.

1917 führten die Ukrainer der ehemaligen Garderegimenter des Zaren frei bewaffnete Demonstrationen unter blau-gelben Flaggen in der Hauptstadt Russlands durch. Sogar auf der legendären Aurora war eine Organisation ukrainischer Matrosen tätig.1917 führten die Ukrainer der ehemaligen Garderegimenter des Zaren frei bewaffnete Demonstrationen unter blau-gelben Flaggen in der Hauptstadt Russlands durch. Sogar auf der legendären Aurora war eine Organisation ukrainischer Matrosen tätig.

Der Stellvertreter des Chefs des ukrainischen Hauptsoldatenkomitees erinnert sich an sein Treffen mit Ukrainern, die den Winterpalast bewachten: „Wir begrüßten uns mit ihm (dem Wächter) und hörten im Gegenzug aus voller Brust ‚auf Gardeart‘ ein ‚Slawa Ukrajini!‘“

Weiter, als sich die Wachhundertschaft zusammenfand, ertönte auf den Gruß Olexandr Pylkewytschs aus den Gardebrustkörben über den ganzen ehemaligen Zarenpalast das mächtige: „Slawa Ukrajini! Slawa Zentralnij Radi! Slawa Heneralnomu Komitetowi! Slawa!“12 [„Ruhm der Ukraine! Ruhm der Zentralrada! Ruhm dem Generalkomitee! Ruhm!“, A.d.Ü.]

Vom zweiten zum dritten Uniwersal

In Reaktion auf das erste Uniwersal fuhr eine Delegation der Minister der provisorischen Regierung aus Petrograd nach Kyjiw, die Kriegsminister Alexander Kerenskij und Außenminister Michail Tereschtschenko einschloss.

Als die Minister am 12. Juli in der Zentralrada waren, fand vor den Fenstern des Hauses eine Parade ukrainischer Truppenteile statt.13 Wolodymyr Kedrowskyj erinnert daran so:

„Im Verlaufe von anderthalb bis zwei Stunden gingen die ukrainischen Kämpfer in kernigen schnittigen Reihen, unter nationalen Flaggen in einem zeremoniellen Marsch vor der Zentralrada alle Teile der Kyjiwer Garnison vorbei und auf den Gruß des Rada-Oberhaupts antworteten sie mit einem lauten: ‚Slawa Ukrajini!‘ …“14

Bleibt hervorzuheben, dass die ukrainische nationale Losung am gleichen Tag, den 12. Juli 1917, auch in Sewastopol erklang.

Als das in Mykolajiw neu gebaute Schiff Wolja [Freiheit, A.d.Ü.] in der Stadt eintraf, so wehte an einem seiner Masten eine riesige blau-gelbe Flagge (das war die erste ukrainische Flagge auf Schiffen der Schwarzmeerflotte).

Als Antwort auf den Gruß des Oberhaupts des Sewastopoler Ukrainischen Hauptrates antwortete der ukrainisierte Teil der Besatzung mit einem lauten: „Slawa“, „Slawa Ukrajini“, „Slawa Tschornomorskij Fljoti“.15 [„Ruhm, Ruhm der Ukraine, Ruhm der Schwarzmeerflotte“, A.d.Ü.]

Im Ergebnis der Verhandlungen in Kyjiw zwischen den Ministern aus Piter/Petrograd und der Zentralrada kam ein gemeinsames weiteres Uniwersal heraus, das viele Zeitgenossen als schändlich und Schritt zurück auffassten (die Frage zur Form der Autonomie der Ukraine wurde zurückgestellt).

Doch die Revolution dauerte an, wie auch die Ukrainisierung der Streitkräfte unter der Losung „Slawa Ukrajini!“

So fand im September 1917 in Berdytschew der erste ukrainische Kongress der Südwestfront unter Beteiligung von über eintausend Delegierten statt. Unter den auftretenden Delegierten waren viele Anhänger der Selbstständigkeit, unter anderem auch Walentyn Otamanowskyj. Die Rede ging von einer unabhängigen Ukraine, ihrer Grenze, ihrer Flagge und ihrem Wappen, über die ukrainische Geschichte, die Hetmanzeit und so weiter.

„Diese Reden riefen unter den Teilnehmern des Kongresses großes Pathos und Enthusiasmus hervor – alle Delegierten und Gäste gingen auf die Knie, unter ihnen viele Soldaten, mit nicht ganz verheilten Malen auf den Köpfen und im Gesicht und mit Tränen in den Augen sangen sie die ukrainische Nationalhymne.

Und wieder aufgestanden begannen sie die (auf der Ehrentribüne anwesenden) Petljura, Hruschewskyj und Skoropadskyj mit Jachzen auf den Händen zu tragen – Slawa Ukrajini! Nechaj schywe wilna Ukrajina!“16

Südwestfront – September 1917. Feldwebel des Bohdan-Chmelnyzkyj-Regiments mit dem Chef der 10. Infanteriedivision, zu deren Bestand das Regiment von Generalmajor Wiktor Halfter gehörte – Foto: Buch von Ja. Tyntschenko: „Die Armee der Ukraine: 1917-1920“, Südwestfront – September 1917. Feldwebel des Bohdan-Chmelnyzkyj-Regiments mit dem Chef der 10. Infanteriedivision, zu deren Bestand das Regiment von Generalmajor Wiktor Halfter gehörte – Foto: Buch von Ja. Tyntschenko: „Die Armee der Ukraine: 1917-1920“, Moskau 2002

An dieser Südwestfront kämpfte auch das legendäre Bohdan-Regiment, das in Kyjiw in den ersten Tagen der Revolution geschaffen wurde und mit seinen Unabhängigkeitsideen weiter weg von der Hauptstadt geschickt wurde … an die Front.

Hier ging es sogar in die Attacke auf die Deutschen mit „aufgepflanzten Bajonetten und mit dem mächtigen Ruf ‚Slawa Ukrajini!‘“

Das Mitglied der siebenten Hundertschaft der zweiten Kurin [Kosakeneinheit, A.d.Ü.] des Bohdan-Regiments, Iwan Ostrowerschenko, erinnerte sich später, wie irgendein General ins Regiment kam und sich über die musterhafte Disziplin freute, jedoch schmerzlich auf die Sprache im Regiment reagierte.

„Ach, hol mich der Teufel, ich verstehe diese Chochol-Sprache nicht! Doch dennoch seid Ihr Prachtkerle, dank Ihnen, den Herren Offizieren!“ Und danach wandte er sich an die Kosaken: „Dank Euch Kosakenbrüdern!“ [Die Worte des Generals sind im Text russisch mit Lautumschrift in ukrainischem Alphabet wiedergegeben, wodurch in der Regel Russischsprachige, die des Ukrainischen nicht mächtig sind, lächerlich gemacht werden sollen. Chochol ist eine abwertende Bezeichnung für Ukrainer, die auf die Kosakenfrisur Bezug nimmt. A.d.Ü.]

Die Kosakenschaft antwortete: „Slawa Ukrajini, Herr General!“

„Was, was haben sie gesagt?“, fragte der General bei den Feldwebeln zurück.

„Slawa Ukrajini, Herr General!“, antworteten die Feldwebel.

„Ach, also so ist das, dennoch habt ihr die Ukraine im Sinn, was bedeutet das? Kleinrussland etwa? Nun gut. Ihr seid dennoch Prachtkerle, noch einmal danke Euch!“17

Vielleicht der erste Gruß „Slawa Ukrajini!“, den Georgier aussprachen (Nowa Rada vom 12.11.1917)Vielleicht der erste Gruß „Slawa Ukrajini!“, den Georgier aussprachen (Nowa Rada vom 12.11.1917)

Der dritte Soldatenkongress, der in Kiew vom 2.-12. November 1917 stattfand und etwa 2.000 Delegierte von zwei Millionen ukrainischen Kämpfern versammelte, forderte beinahe einstimmig die unverzügliche Verkündung der Unabhängigkeit der Ukraine.

Die provisorische Regierung schickte sich bereits an die Zentralrada auseinanderzujagen, doch der Umsturz der Bolschewiki änderte die Tagesordnung und mit dem Dritten Uniwersal wurde dennoch die Unabhängigkeit verkündet.

„Im Saal ertönte das ‚Slawa Ukrajini‘ und die von Enthusiasmus erfassten Delegierten sangen in die Knie gehend die Nationalhymne“18

Am Ende des Tages bewegten sich die Kongressdelegierten zum Haus der Zentralrada. „Es flogen die Hüte in die Luft und es erschallte laut:

‚Nechaj schywe Samostijna Ukrajina! Nechaj schywe Ukrajinska Nazionalna Hwardija!‘ [Möge die selbstständige/unabhängige Ukraine leben! Möge die ukrainische Nationalgarde leben!, A.d.Ü.]

Als Antwort darauf ließen die Kämpfer ihre Schritte noch deutlicher erklingen, dabei mit ‚Slawa Ukrajini‘-Rufen antwortend.“19

Aus dem Protokoll der vereinten Sitzung des Präsidiums von 26 Organisationen des Stadt Schostka (darunter der jüdischen Partei Bund und der [Jugendorganisation] Zeire Zion) vom 13. Dezember 1917Aus dem Protokoll der vereinten Sitzung des Präsidiums von 26 Organisationen des Stadt Schostka (darunter der jüdischen Partei Bund und der [Jugendorganisation] Zeire Zion) vom 13. Dezember 1917: „Der Redner ruft die Versammlung dazu auf die Ukrainische Republik, ihr Parlament - die Zentralrada und die Regierung - das Generalsekretariat zu willkommen zu heißen, dabei ausrufend: 'Slawa Ukraine!' Die Versammlung bejaht stehend mit Applaus und Ausrufen 'Slawa!', außer den Bolschewiki.“ [Zitat aus dem Russischen, A.d.Ü.]

Der erste russisch-ukrainische Krieg

Olexandr Schulhin erinnerte sich, dass die Ukrainische Volksrepublik bei der Ausrufung weder Finanzen noch eine organisierte Armee hatte:

„Sondern nur eine Million kriegsmüder Kämpfer, die tatsächlich ‚slawa‘ der Ukraine und ihrer Zentralrada riefen und riefen, doch gleichzeitig aufmerksam den Losungen und Versprechen der Bolschewiki zuhörten.“20

Als im Januar 1918 der Stellvertreter des Oberhaupts der Zentralrada, Mykola Schrah, Professor Mychajlo Hruschewskyj berichtete, dass die Partei der ukrainischen Sozialrevolutionäre die Zahl von einer Million Mitglieder erreichte, die Mitgliedsbeiträge zahlten, da erhielt er diese Antwort:

„Nun ich gehe hin, um zu reden. Eine tausendköpfige Menge ruft besessen vor Freude ‚Slawa Ukrajini‘. In dieser Menge sind Soldaten wohl die Mehrheit, doch hier im ganzen Kyjiw kann man nicht einmal einen Kanonier für die Kanone im Palast finden, dem sich der feindliche Panzerzug nähert!“21

Einer der Teilnehmer des Kampfes bei Kruty schrieb danach, dass die Jünglinge aus der studentischen Kurin den Befehl zum Abmarsch an die Front mit einem dröhnenden „Slawa!“ begrüßten.

Das laute „Slawa Ukrajini!“ beim Abend der Oberschüler in Kyjiw im Klub Rodyna (Nowa Rada vom 20.03.1918)Das laute „Slawa Ukrajini!“ beim Abend der Oberschüler in Kyjiw im Klub Rodyna (Nowa Rada vom 20.03.1918)

„Die Mützen flogen in die Luft, freundschaftliches Händedrücken, freudige Ausrufe: ‚Slawa Ukrajini!‘.

Als wir an die Front abfuhren, so wurde auf die Rufe ‚Lebt wohl! Kehrt als Sieger zurück!‘ mit ‚Slawa Ukrajini!‘ geantwortet.

Und als sie im Feld [auf Russisch] hörten ‚Jungs, werft die Gewehre weg, sonst murksen wir Euch alle ab!‘, so ertönte nach einer kurzen Pause, wie auf Kommando aus den Mündern der Jünglinge: ‚Niemals! Slawa Ukrajini!‘“ Und im Todeskrampf schrien sie: „Chaj schywe Ukrajina!“22

Im Januar 1918 erklang „Slawa Ukrajini!“ auch im Kaukasus [sic!] in der Stadt Trapesund (jetzt das Städtchen Trabzon in der Osttürkei). Unter anderen von den Lippen von Polen, Georgiern und Armeniern.

Als Mykola Swiderskyj in die Stadt als Vertreter der ukrainischen Regierung in Kyjiw in die Stadt mit dem Ziel der Ukrainisierung der örtlichen Garnison der früheren zaristischen Armee reiste, so organisierte er als erste Sache eine demonstrationsartige Parade beziehungsweise Manifestation, die streng vom russischen Kommando verboten wurde.

„Ich musste in der Gesellschaft zur Ehre von Mykola Swiderskyj stehen, als er, unter den Geräuschen des Militärorchesters, das die ganze Zeit ukrainische Märsche spielte, die Abteilungen der ukrainischen Infanterie des Karser Regiments grüßte, danach die Kanoniere, die Kuban Plastuny [unberittene kosakische Aufklärungseinheit, A.d.Ü.] und anderer, noch nicht formierter ukrainischer Kämpfer, die alle an ihm vorbeiliefen und mit dem Ruf ‚Slawa Ukrajini!‘ grüßten …

Die ukrainischen Kämpfer gingen und gingen … Unseren Zählungen nach sollten es ungefähr anderthalbtausend gewesen sein.“

Und weiter wird es in den Erinnerungen von Lew Bykowskyj noch interessanter:

Mykola Olexijowytsch SwiderskyjMykola Olexijowytsch Swiderskyj

„Es endeten die Reihen mit den ukrainischen Flaggen und die Heerscharen liefen und liefen.

Es liefen die gleichen grauen Reihen, denn alle waren in russischen Uniformen und unterschieden sich in nichts voneinander, jedoch unter polnischen Flaggen!

Auch sie grüßten Swiderskyj mit dem Ruf ‚Slawa Ukrajini!‘

Weiter gingen Reihen unter georgischen Flaggen und dort unter armenischen …

All diese vieltausendköpfige Masse defilierte in schnittigen Reihen vor dem Kommissar der Ukraine entlang, die Musik spielte ununterbrochen, alle riefen ‚Slawa Ukrajini‘.

Mykola Olexijowytsch Swiderskyjs Hand starb vom ununterbrochenen Salutieren ab.“23

Den Resultaten des Friedens von Brest nach warfen die Deutschen nicht nur ihre Streitkräfte in die Ukraine, sondern auch die Blaurock-Division, die aus im Ersten Weltkrieg gefangen genommenen Ukrainern bestand.

Als am 3. März 1918 1.200 Blauröcke/Blaumäntel sich mit dem Zug vom Bahnhof im Basislager Wetzlar in die Heimatgebiete begab, da ertönte auf der Plattform und von den Waggons ein lautes „Slawa Ukrajini!“24

In Kyjiw liefen die Blauröcke/Blaumäntel über die Sofienplatz im Parademarsch. „Auf dem Platz war eine unüberschaubare Volksmenge, alle kamen uns zu begrüßen.

Es erschallte aus unseren mächtigen Brustkörben das ‚Slawa Ukrajini!‘ und die Musik spielte ‚Schtsche ne wmerla Ukrajina‘ … Unser Regiment ging voran und nach ihm die ganze Division, unter dem Klang des Orchesters, ging sie auf den Straßen der Stadt … Überall sahen wir freundlich lächelnde Gesichter und hörten laute Rufe ‚Slawa! Slawa!‘“25

Bilder aus dem Vorbeimarsch der Blauröcke/Blaumäntel (März), von der Parade des Lubny-Leibwachen-Kosaken-Kavallerieregiment (September) und der Sitscher Schützen der Armee der Ukrainischen Volksrepublik (Dezember). Kyjiw, 1918

Als am 3. April 1918 die ukrainisch-deutschen Streitkräfte bis Hluchiw vordrangen und als ein Teil der Bolschewiki in Richtung der [Bahnstation] Weiler Mychajliwkyj flüchtete und ein Teil durch die kosakischen und deutschen Kugeln umkam, so: „war überall ‚Slawa Ukrajini‘ zu hören“26

Und weiter illustriert diese Erinnerung schön, welche Losung mündlich ausgesprochen wurde und welche auf Flaggen geschrieben wurden (offensichtlich ist aus diesem Grunde keine einzige Fotografie mit der Flagge und der Aufschrift „Slawa Ukrajini!“ bewahrt worden):

„Die ukrainischen Kosaken holten die roten bolschewistischen Flaggen ein und hissten die ukrainischen gelb-blauen mit den Aufschriften:

‚Chaj schywe wilna Ukrajina‘. Zum Schluss kam die Stoß-Hajdamaken-Kurin des Todes mit ukrainischen Flaggen an, auf denen mit goldenen Buchstaben die Aufschrift geschrieben stand: ‚Umrem sa Ukrajinu‘. [„Wir sterben für die Ukraine“, A.d.Ü]

Es fuhr das zweite Spähfahrzeug mit der Aufschrift heran: ‚Smert woroham Ukrajiny‘“ [„Tod den Feinden der Ukraine“, A.d.Ü.]

Hetmanat, der zweite russisch-ukrainische Krieg

Nach dem Umsturz durch Pawlo Skoropadskyj wurde die Grußtradition auch in den Streitkräften des Hetmans beibehalten. Gemäß den Erinnerungen von Wsewolod Petriw hatten die Serdjuky [Leibgardisten, A.d.Ü.] keine Kampfausbildung und konnten lediglich „gut marschieren, laut ‚Slawa Ukrajini, Hetmanowi Slawa‘ rufen.“27 [„Ruhm der Ukraine, Dem Hetman Ruhm“, A.d.Ü.]

Diese Antwort „Hetmanowi slawa!“ ist dadurch interessant, dass sie erstmals als klare und kurze Antwort auf den Gruß „Slawa Ukrajini!“ verwendet wurde.

Es erinnerte sich an diesen Gruß auch Swjatoslaw Schramtschenko dabei beschreibend, wie am 9. September 1918 Pawlo Skoropadskyj aus dem Hauptpalast in Kyjiw nach Berlin fuhr.

„Die Ehrenhundertschaft präsentierte sehr gekonnt die Waffen. Der Hetman lief mit seiner Umgebung ihre Front ab, grüßte sie mit ‚Slawa Ukrajini!‘ und erhielt laut die Antwort ‚Hetmanu Slawa!‘ [Dem Hetman Ruhm!, A.d.Ü.] Das Orchester spielte nach dem begrüßenden Marsch die Hymne ‚Schtsche ne wmerla Ukrajina‘“28

Parallel zum Gruß der Leibgarde wurde in den Streitkräften die alte Grußformel verwendet.

So ertönte am 27. Mai 1918, als der Otaman der Ersten Schützen-Kosaken-Division (Die Graue) Wiktor Sokyra-Jachontiw mit seinem Stab bei Wolodymyr Wolynskyj eintraf und die Kosaken der Division grüßte, ihm als Antwort entgegen: „Slawa Ukrajini!“29

Im Unterschied zu der Blaurock-Division, die vor dem Umsturz des Hetmans entwaffnet wurde, kämpften die „Grauen“ – ehemalige kriegsgefangene Ukrainer in Österreich-Ungarn – organisiert für die Ukraine bis zum November 1920.

Die Ehrenhundertschaft der Grauen Division grüßt ihren Otaman Wiktor Sokyra-Jachontiw. Wolodymyr-Wolynskyj, 27. Mai 1918Die Ehrenhundertschaft der Grauen Division grüßt ihren Otaman Wiktor Sokyra-Jachontiw. Wolodymyr-Wolynskyj, 27. Mai 1918

Der zweite russisch-ukrainische Krieg im 20. Jahrhundert begann lange vor dem Novemberaufstand 1918 gegen das Regime von Pawlo Skoropadskyj.

Russische Offiziere, „Freiwillige“ genannt (mit der Zeit wurde die Mehrzahl zu „Weißgardisten“), sickerten in die Hetman-Streitkräfte ein und führten dort ihre Ordnung ein.

Als eines der ersten Opfer dieses Krieges fiel der Fähnrich Woropaj. Chronologisch wurde er zum ersten, der durch die Hände der Besatzer fiel, dabei „Slawa Ukrajini!“ ausrufend.

Sein Kamerad Wolodymyr Kedrowskyj erinnerte an diesen ehrlichen ukrainischen Patrioten:

„… während der ersten Invasion der Bolschewiki der Ukraine gehörte er mit mir zu einer Gruppe von zwölf Seelen, die den Kampf mit den Bolschewiki in den Amtsbezirken: Uman, Swenyhorod und Balta führten. [heute in den Gebieten Tscherkassy und Odessa, A.d.Ü.]

Der leidenschaftliche Patriot und Fanatiker starb seinen heroischen Tod 1918 im Poltawaer Gebiet ermordet von Freiwilligen. Durchbohrt von Moskau-hetmanschen Bajonetten, brachte er lediglich eines hervor: ‚Slawa Ukrajini!‘“30

Im Winter 1918-1919, als die Ukraine von einer Welle der „Otamanenherrschaft“ und der zweiten bewaffneten Aggression der bolschewistischen Kreml-Regierung überzogen wurde, verkündete der polnische Staat (der in dieser Zeit schon einen Krieg gegen die Westukrainische Volksrepublik um Galizien führte) seine Rechte auf das Gebiet um Chełm [ukrainisch Cholm, A.d.Ü.] und Wolhynien.

Das rief eine außerordentlich starke Entrüstung sogar jenseits des Ozeans hervor. In den USA führten am 29. Dezember 1918 die orthodoxen Ukrainer aus Cholm eine Versammlung durch, auf der zu den Hauptrufen „Slawa Ukrajini!“ und „Protsch s Ljachamy s naschoji Cholmschyny, s naschoho Pidljascha!“ wurden.31 [„Hinfort mit den Ljachen/Polacken aus unserem Cholm-Gebiet, aus unserem Podlachien“, im heutigen Ostpolen gelegene Region, A.d.Ü.]

Als am 22. Januar 1919 Oberst Hnat Porochiwskyj die „polnischen Banden und Überreste der hetmanschen Freiwilligen“ aus Wolodymyr-Wolynskyj hinauswarf, da erhielt er ein Grußtelegramm von Otaman Wolodymyr Oskilko, das mit den Worten endete:

„Slawa Ukrajini! Slawa slawnomu kosazkomu wijsku!“ [„Ruhm der Ukraine! Ehre der ruhmreichen Kosakenstreitmacht!“, A.d.Ü.]

So begann der tragische bewaffnete polnisch-ukrainische Krieg um Wolhynien.32

Gruß des Otamans Wolodymyr Oskilko an Oberst Hnat Porochiwskyj, 22. Januar 1919Gruß des Otamans Wolodymyr Oskilko an Oberst Hnat Porochiwskyj, 22. Januar 1919

Parallel zu den Kämpfen um Kyjiw wurde am gleichen Tag, dem 22. Januar 1919, der Akt der Einheit der ukrainischen Länder verkündet. Als erste trafen auf dem Sofienplatz die Eisenbahner mit einer riesigen Nationalflagge ein, auf der die Worte geschrieben standen: „Slawa ukrajinskym herojam!“ (der Prototyp des zukünftigen „Herojam slawa!“).33 [„Ruhm den ukrainischen Helden!“, A.d.Ü.]

Es sind einige Varianten der Erinnerungen von Ljonhyn Zhelskyj dazu erhalten, wie der Akt der Einheit verkündete wurde. Darunter, was auf frischen Spuren aufgeschrieben wurde, ist diese Beschreibung:

„Die Sonne schien von oben auf die Frontseite der Sofienkathedrale … es spiegelten sich tausende Funken von den Helmen und Bajonetten … Regimenter, ukrainische Regimenter, trieben vor der obersten Regierung der vereinten Ukraine vorbei … die Glocken aller Kirchen lärmten ohne Unterlass, über dem Dnipro lärmten ein ums andere Mal die Salven der Festungskanonen und das Volk rief in Begeisterung ‚Slawa Ukrajini! Slawa kosaztwu! Slawa Halytschanam! Slawa Direktoriji! Slawa! Slawa!‘ …“34 [„Ruhm der Ukraine! Ruhm der Kosakenschaft! Ruhm den Galiziern! Ruhm dem Direktorium! Ruhm! Ruhm!“, A.d.Ü.]

Der an der Handlung beteiligte damalige Kleriker der Kyjiwer Sofienkathedrale Vater Pawlo-Hryhorij Korsunowskyj erinnerte sich:

„Als der Vereinigungsakt vollzogen war, so brach aus den Kehlen der 250-tausendköpfigen Menge das mächtige ‚Slawa Ukrajini!‘ hervor.“35‚ [Im März 1919 hatte Kyjiw einschließlich der Vororte nach der Eroberung durch die Bolschewiki etwa 540 000 Einwohner, A.d.Ü.]]

Doch als nach zwei Tagen im Saal der Kaufmannsvereinigung (jetzt die Nationale Philharmonie) das feierliche Konzert für die Soldaten anlässlich der Vereinigung stattfand (es traten der Nationalchor unter der Leitung von M. Leontowytsch und die Kapelle der Banduristen von Jemez auf), so:

„rief der Ausruf ‚slawa‘ der Ukraine, dem ruhmreichen Otaman Petljura, allen Anführern und der unbesiegbaren Streitmacht Enthusiasmus hervor.“36

Anfang 1919 wurde die Losung „Slawa Ukrajini!“ derart populär, dass an der Front gegen Russland im Bestand der Gruppe der Streitkräfte aus Sarny [in Wolhynien, A.d.Ü.] (stationiert zwischen Dubrownyzja [Wolhynien] – Lunynez [Belarus]) einer der beiden Panzerzüge der Armee der Ukrainischen Volksrepublik auch so benannt wurde: „Slawa Ukrajini“.37

Und im März 1919 schrien vor der Erschießung durch die Polen an der Zitadelle in Lwiw bereits nicht nur die Kämpfer der ukrainischen Armee „Slawa Ukrajini!“, sondern gewöhnliche Dorfburschen aus der Vorstadt.38

Als die vereinten ukrainischen Armeen (die Armee der Ukrainischen Volksrepublik und die Ukrainische Galizische Armee) nach langen Kämpfen mit den Bolschewiki und den Polen am 31. August 1919 in Kiew einmarschierten, so kamen die feierlich gekleideten Kyjiwer auf die Straße und warfen ihnen Blumen zu:

„… und die Rufe ‚Slawa Ukrajini‘, ‚Slawa Halytschanam‘ oder ‚Slawa Sitschowym Strilzjam‘ nahmen kein Ende.“39 [„Ruhm der Ukraine, Ruhm den Galiziern, Ruhm den Sitscher Schützen“, A.d.Ü.]

Außer Blumen und diesen Grüßen wehten auf den Häusern blau-gelbe Flaggen. Ossyp Stanimir erinnert sich, dass als seine Kurin der Ukrainischen Galizischen Armee beim Stadtratsgebäude (Duma) anlangte, so:

„war der ganze Raum vor der Duma, alle Straßen darum und der breite Chreschtschatyk mit einer bunten Volksmasse gefüllt …

Ich wurde vom Pferd gerissen und beinahe auf Händen zur Duma getragen, wo sich eben die Stadtverwaltung zur Beratung zusammenfand. Ich gab der Kurin die entsprechenden Anweisungen zur Umzingelung, befahl eine scharfe Bereitmachung und hängte vom Balkon des Gebäudes die große blau-gelbe Flagge der Kurin auf …

Das dreifache, laute ‚Slawa Ukrajini!‘ war wie der lebendige Stempel auf dem Dokument der Einnahme von Kyjiw durch uns.“40

Die Losung „Slawa Ukrajini!“ war tief verwurzelt in der Armee der Ukrainischen Volksrepublik – sowohl während der Ausbildung als auch während verwegener Attacken.

Wolodymyr Sosjura, der im Juli 1919 zum Kadetten der Jugendschule in Schytomyr wurde, schrieb in seinem Roman „Die dritte Rotte“: „Unsere Hundertschaft antwortete nicht richtig ‚Slawa Ukrajini‘ (nicht vor den Füßen) und (Graf Serhij) Subok-Mokijewskyj jagte uns im Laufschritt bis auf den Berg hinauf.“

Der Armeekommandeur der Ukrainischen Volksrepublik, Mychajlo Omeljanowytsch Pawlenko, hob hervor, dass im ersten Winterfeldzug am 28. Dezember 1919 nahe des Städtchens Schaschkiw im Gebiet Kyjiw:

„der besondere Heldenmut von Oberst (Petro) Djatschenko, der sich mit dem Ruf ‚Slawa Ukrajini‘ ins gegnerische Feuer warf, die Kosaken derart ermutigte, dass der Feind es nicht schaffte, sich umzublicken und da hatte unsere Reiterei schon das Zentrum seiner Stellung zerschlagen.“ Und weiter: „Dieser kühne Vorstoß desorganisierte den Feind und verbreitete Panik, dass er es nicht sich zu wehren schaffte, die Waffen fortwarf, sich mit hysterischen Rufen ergab, die Straßen mit erhobenen Händen entlanglaufend.“41

Letztendlich wurde der Gruß „Slawa Ukrajini!“ offiziell bei den Streitkräften der Armee der Ukrainischen Volksrepublik eingeführt. Das geschah in der Endphase des legendären ersten Winterfeldzugs und eben am 19. April 1920.

Am gleichen Tag gab Mychajlo Omeljanowytsch-Pawlenko den Befehl an die Streitkräfte der Armee der Ukrainischen Volksrepublik mit der Zahl 18 „Zum Ausbildungsteil“ heraus.

Der Befehl begann damit, dass im ersten Paragrafen der Gruß „Slawa Ukrajini“ erwähnt wurde und weiter ging es um die erfolgreiche Eroberung der Stadt Wosnessensk (jetzt im Gebiet Mykolajiw) und der letzte Punkt des Befehls erwähnte:

„Allen Teilen der Armee zum Lob und zum Dank für den Dienst an der Ukraine ist zu antworten: ‚Slawa Ukrajini‘42 (dem Gesetz nach ist in den derzeitigen Streitkräften der Ukraine in diesen Fällen zu antworten: ‚Sluschu ukrajinskomu narodu.‘ [„Ich diene dem ukrainischen Volk“, A.d.Ü.]

Der Befehl über die offizielle Einführung des Grußes „Slawa Ukrajini!“ in der Armee der Ukrainischen Volksrepublik. 19. April 1920Der Befehl über die offizielle Einführung des Grußes „Slawa Ukrajini!“ in der Armee der Ukrainischen Volksrepublik. 19. April 1920

Aufständische und nationalistische Bewegung

Die Tradition des Grußes „Slawa Ukrajini!“ lebte weiter, auch nachdem die Armee der Ukrainischen Volksrepublik sich in Internierungslagern in Polen wiederfand. Jurij Horlis-Horskyj hebt in seinen 1933 veröffentlichten Memoiren (später wurden sie zum ersten Teil des Romans „Cholodnyj Jar“ [von Wassyl Schkljar, A.d.Ü.] hervor, dass die Aufständischen auf den Gruß „Slawa Ukrajini!“ mit „Ukrajini slawa!“ antworteten.43 [„Ruhm der Ukraine, Der Ukraine Ruhm“, A.d.Ü.]

Jedoch Jakiw Wodjanyj, der in den Jahren 1921-22 ebenfalls im Cholodnyj jar [übersetzt kalte Schlucht, meint ein Waldgebiet im Gebiet Tscherkassy, welches das Zentrum von Aufständischen war, die für eine unabhängige Ukraine kämpften, A.d.Ü.] war, führt eine andere Variante des Grußes der Kämpfer der Cholodnyj-Jar-Republik an: „Slawa Ukrajini! Nawiky slawa!“44 [„Ruhm der Ukraine! Auf ewig Ruhm!“, A.d.Ü.]

Und Jurko Stepowyj (Fedir Pestuschko) schreibt in seiner Erzählung „In den Chersoner Steppen“, dass sein Bruder, der Cholodnyj-Jar-Otaman Kost Blakytnyj mit „Slawa Ukrajini!“ grüßte, aber ihm wurde mit „Slawa!“ geantwortet.45

Otaman Ilko Struk nutzte ebenfalls den Gruß „Slawa Ukrajini!“

Anlässlich der sowjetischen Wahlen (am 28. April 1921 wurden die Dorf- und Gemeinderäte gewählt) klebten die Aufständischen den Appell, dass die Ukrainer ein „nationales Volk sind, das für sich selbst einstehen kann.“

Es wurde vorgeschlagen für die Revolutionäre der Unabhängigkeitsbefürworter und Republikaner zu stimmen. Doch endete der Appell, dessen Fragmente die Kyjiwer Zeitung Bolschewik druckte mit den Worten: „Slawa Wkrajini – Petljuri slawa!“ [Ruhm der Ukraine – Petljura Ruhm!“, A.d.Ü.] Eben die gleichen Losungen wurden von Struk und seinen Jungs auch während der mündlichen Agitation benutzt.46

Im Internet gibt es viele Erwähnungen dessen, dass „Herojam slawa!“ bereits Jurij Artjuschenko innerhalb der Legion Ukrainischer Nationalisten vorschlug, die später zur Mitgründerin der Organisation Ukrainischer Nationalisten wurde.

Jedoch erfordert diese Behauptung eine Quellenbestätigung. Denn die viele Male im Internet zitierte These beginnt mit den Worten „es sieht aus als ob“ und lediglich danach kommt die Phrase „dass eben Jurij Artjuschenko vorschlug den Gruß der Schwarzmützen ‚Slawa Ukrajini! – Kosakam slawa‘ [„Ruhm der Ukraine! – Den Kosaken Ruhm!“, Losung der Schwarzen Saporischschjaer/Saporoger, einem Kavallerieregiment der Ukrainischen Volksrepublik, die sich durch ihre schwarzen Fellmützen mit Zipfeln hervorhoben, A.d.Ü.] zu gebrauchen. Der Vorschlag wurde von der Gemeinschaft angenommen, doch mit der Berichtigung, dass mit ‚Herojam slawa!‘ zu antworten sei.“

In den Memoiren jenes Jurij Artjuschenko und in den Publikationen über ihn, die 1962 und 1966 gedruckt wurden, findet sich überhaupt keine Erwähnung über irgendeine Beziehung zur Losung der Legion Ukrainischer Nationalisten.47

Und in seinen Memoiren von 1957, 1972 und 1985 geht es nicht um den Gruß der Legion Ukrainischer Nationalisten, sondern um den nationalistischen Gruß „Slawa Ukrajini!“ und die Antwort „Slawa Ukrajini, Slawa!“, die ständig das Kavallerieregiment der „Schwarzen Saporischschjaer/Saporoger“ in der Zeit des bewaffneten Kampfes gebrauchte.48

Dennoch, das Jahr der Gründung der Legion Ukrainischer Nationalisten wurde zum entscheidenden für den neuen Gruß der Streitkräfte der Ukraine. Im Befehl Nummer vier vom 10. Juli 1925 bestimmte die Ukrainische Nationale Kosakengemeinschaft, welche die Traditionen der Freien Kosakenschaft fortsetzt, die Form des Grußes für die Mitglieder ihrer Organisation mit „Slawa Ukrajini – Slawa Kosaztwu“49 [„Ruhm der Ukraine – Ruhm der Kosakenschaft“, A.d.Ü.]

Interessant ist, dass die Ukrainische Nationale Kosakengemeinschaft von Iwan Poltawez-Ostrjanyzja angeführt wurde, einem der 1918 Hetman Pawlo Skoropadskyj am nahesten stand. Daher ist nicht ausgeschlossen, dass die Losung „Slawa Ukrajini! – Hetmanu slawa!“ ebenfalls von ihm stammt.

Iwan Poltawez-Ostrjanynzja, der wahrscheinliche Autor der Formulierung „Slawa Ukrajini! - Hetmanowi slawa!“ und „Slawa Ukrajini! - Kosaztwu slawa!“ in den Jahren 1918 und 1925, Foto: Plast-Museum in den USAIwan Poltawez-Ostrjanynzja, der wahrscheinliche Autor der Formulierung „Slawa Ukrajini! - Hetmanowi slawa!“ und „Slawa Ukrajini! - Kosaztwu slawa!“ in den Jahren 1918 und 1925, Foto: Plast-Museum in den USA

Nicht später als 1929 tauchte im Umfeld der Ukrainischen Militärorganisation noch eine weitere Grußformel auf: „Slawa Ukrajini! Slawa Woschdewi“ [„Ruhm der Ukraine! Ruhm dem Führer!“, A.d.Ü.], die im Verlauf der Zeit in der Organisation Ukrainischer Nationalisten gebräuchlich wurde und offiziell auf dem römischen Großen Kongress der Organisation Ukrainischer Nationalisten angenommen wurde.

Geboren wurde diese Losung unter den Anhängern der Ukrainischen Militärorganisation in den USA während des Besuches von Jewhen Konowalez in New York.

„Untereinander beratend, beschlossen wir bei uns den Führer gemäß der Ideologie der Ukrainischen Militärorganisation auf ‚militärische‘ Art zu begrüßen, das heißt zum Zeitpunkt, wenn der Oberst in den Saal kommt, sollen alle Anwesenden auf das Kommando ‚Schaut!‘ ‚stramm‘ mit dem Gesicht zum Oberst stehen und ihn mit einer Stimme mit dem nationalistischen Gruß ‚Slawa Woschdewi!‘ [„Ruhm dem Führer“, A.d.Ü.] begrüßen … als er beim Eingang zum Saal mit einem lauten ‚Slawa Woschdewi!‘ begrüßt wurde … antwortete der Oberst ‚Slawa Ukrajini!‘“50

Von der Mitte der 1920er Jahre an wurde die Losung „Slawa Ukrajini!“ von der ukrainischen Plast-Jugendorganisation in Galizien und Wolhynien [im damaligen Polen, A.d.Ü.] genutzt (erzogen vor allem von Veteranen des Befreiungskampfes).

Die Plast-Mitglieder benutzten ihn im Sommer 1927 zusammen mit ihrem Gruß „SKOB!“ [Abkürzung aus Stark in Verstand und Körper, Anmutiger Seele, Vorsichtig in Absichten und Plänen, Schnell im Denken und im Handeln, A.d.Ü.] während des Plast-Treffens in Oliksandrija bei Riwne (im Ergebnis dieses Treffens verboten die Polen im gleichen Jahr Plast in Wolhynien).

In der Plast-Untergrundorganisation Ende der 1930er Jahre wurde anstatt von „SKOB!“ der Gruß „Slawa Ukrajini – Slawa, Slawa, Slawa!“ üblich. Das heißt, der gleiche, an den Jurij Artjuschenko in seinen Erinnernungen an die Schwarzen Saporischschjaer/Saporoger und die Legion Ukrainischer Nationalisten erinnerte.51

Dieser antwortende Ruf „Slawa! Slawa! Slawa!“ wird bis heute bei Plast benutzt und wurde ebenso auf der Militärparade am 24. August 2018 verwendet.

Eben aus dem Umfeld der Plast-Mitglieder, die massenhaft in der Organisation Ukrainischer Nationalisten nach dem Verbot von Plast durch die Polen aufgingen, kehrte die Losung „Slawa Ukrajini!“ in die Massen zurück und wurde erneut populär unter den Ukrainern.

Während der Zeit der Warschauer und Lwiwer Prozesse über Stepan Bandera und seine Kameraden und Kameradinnen noch aus der Plast-Zeit ertönte periodisch „Slawa Ukrajini!“ im Saal (wofür es gesonderte Strafen vom polnischen Gericht gab).

Über den Nachdruck der Gerichtschroniken in Periodika verbreitete sich der Gruß über die Welt und wurde überall angewendet. Mit ihm begann man Bekanntmachungen und Briefe, sogar der religiösen Gemeinschaften in den USA zu unterschreiben.

Übrigens gibt es in den gesammelten Werken Stepan Banderas das populär im Internet verwendete Zitat nicht, das ihm zugeschrieben wird: „Und es kommt die Zeit, wenn einer ruft: ‚Slawa Ukrajini!‘ und Millionen werden antworten: ‚Herojam slawa!“

Doch Bandera musste gewusst haben, dass als die ungarischen Streitkräfte die Karpatensitsch im Blut erstickten, dass die Sitsch-Anhänger vor dem Tod oft „Slawa Ukrajini!“ ausriefen (im Ergebnis verboten die Nazis noch 1939 die Nutzung dieser Losung in den ukrainischen Radiosendungen aus Wien).

Daher fixierte der Zweite große Kongress der Organisation Ukrainischer Nationalisten 1941 [vom 1. bis 4. April 1941 im deutsch besetzten Krakau nach der Spaltung 1940, auf dem Stepan Bandera zum Führer gewählt wurde, A.d.Ü.] nicht nur einfach mit seiner Anordnung die bereits geformte Tradition, sondern fügte er auch dem Gruß die verpflichtende Antwort: „Herojam Slawa!“ hinzu.

4. Oktober 2018 // Jurij Jusytsch, Historiker, Absolvent der historischen Fakultät der Lwiwer Nationalen Iwan-Franko-Universität

Quelle: Istorytschna Prawda

Anmerkung des Übersetzers:

Nach über 90-mal „Slawa Ukrajini“ muss auch der Autor verklausuliert eingestehen, dass die Wendung „Slawa Ukrajini – Herojam Slawa“ in dieser Form eindeutig faschistischen Ursprungs ist. Nachdem die Bandera-Fraktion (OUN (B)) den Gruß „Slawa Ukrajini – Herojam Slawa“ verbindlich machte, beteiligte sie sich unter anderem über die Bataillone Roland und Nachtigall am Einmarsch der Wehrmacht in der Sowjetunion und half bereitwillig bei der Organisation des Holocaust. Die später aus dem Umfeld der OUN entstandene Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) setzte dann 1943 den Plan ethnischer Säuberungen in Wolhynien mit mehreren zehntausend massakrierten Polen um. Alles natürlich mit dem Schlachtruf „Slawa Ukrajini – Herojam Slawa“ auf den Lippen, der jetzt offiziell als Grußformel in der ukrainischen Armee und Polizei eingeführt wurde.

Verweise:

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2 Dopyssy. S Detroit, Mich: Swit s federazijnoho witscha // Swoboda. – 1916. – Tsch. 122. – 10 schowtnja. – S. 3.

3 Wisty s kraju // Nowa Rada. – 1917. – Tsch. 5. – 31 beresnja. – S. 2.

4 Dopyssy: Irkutsk // Nowa Rada. – 1917. – Tsch. 32. – 6 trawnja. – S. 4.

5 Kedrowskyj Wolodymyr. 1917 rik // Swoboda. – 1928. – Tsch. 13. – 19 sitschnja. – S. 2.

6 Schtepa P. Nazionalism moskwyna // Wyswolnyj schljach. – 1969. – Tsch. 5 (254). – Trawen. – S. 541.

7 Kedrowskyj Wolodymyr. 1917 rik. – Winnipeg, 1967. – S. 61, 75, 78.

8 Wisty s kraju // Nowa Rada. – 1917. – Tsch. 30. – 4 trawnja. – S. 2.

9 Dopys: m. Kobeljaky // Nowa Rada. – 1917. – Tsch. 70. – 22 tscherwnja. – S. 4.

10 Martos Borys. Perschyj Uniwersal Ukrajinskoji Zentralnoji Rady // Soloti rokowyny: Kalendar-almanach UNS na 1967 rik. – S. 19.

11 Ukrajinska manifestazija w Pe­trohradi // Swoboda. – 1917. – Tsch. 101. – 28 serpnja. – S. 4.

12 Kedrowskyj Wolodymyr. 1917 rik // Swoboda. – 1928. – Tsch. 134. – 11 tscherwnja. – S. 2; Kedrowskyj Wolodymyr. 1917 rik. – Winnipeg, 1967. – S. 468-469, 473; Swoboda. – 1928. – Tsch. 19. – 25 sitschnja. – S. 2; Swoboda. – 1928. – Tsch. 20. – 26 sitschnja. – S. 2.

13 Prywjatanje Kerenskoho // Swoboda. – 1917. – Tsch. 107. – 11 weresnja. – S. 1.

14 Kedrowskyj Wolodymyr. 1917 rik. – Winnipeg, 1967. – S. 243; Swoboda. – 1928. – Tsch. 69. – 24 beresnja. – S. 2.

15 Schramtschenko S. Linijnyj korabel-drednout „Wolja“ // Litopys Tscherwonoji Kalyny. – 1939. – Tsch. 5. – Trawen. – S.7.

16 Hikawyj M. Newykorystana stychija ukrajinskoho wojaztwa w 1917 r. // Almanach-kalendar „Homonu Ukrajiny“ na 1971 rik. – Toronto, 1971. – S. 139-143.

17 Ostrowerschenko Iwan. S wyswolnoji borotby (Spohady) // Dorohowkas. – 1966. – Tsch. 9 (28). – Sitschen-ljutyj. – S. 10.

18 Hikawyj M. Newykorystana stychija ukrajinskoho wojaztwa w 1917 r. // Almanach-kalendar „Homonu Ukrajiny“ na 1971 rik. – Toronto, 1971. – S. 139-143.

19 Hikawyj M. Tretij wijskowyj sjisd u Kyjewi // Wisnyk OOTschSU. – 1975. – Tsch. 11 (319). – Lystopad. – S. 4-5.

20 Schulhyn O. Missija Symona Petljury // Dilo. – 1938. – Tsch. 121. – 5 tscherwnja. – S. 5.

21 Kortschynskyj Mychajlo. Koly horiw dim Mychajla Hruschewskoho (8 sitschnja 1918 r.) // Dilo. – 1937. – Tsch. 67. – 27 beresnja. – S. 7.

22 Kuschnir M. Bij pid Krutamy (Narys) // Kruty (Materialy do 50-littja boju pid Krutamy). – Brüssel; New York, – 1968. – S. 27-32; Tscholij I. Pamjati Ossypa M. Twerdowskoho // Litopys Tscherwonoji Kalyny. – 1931. – Tsch. 2. – S. 16.

23 Bykowskyj Lew. Ukrajinzi w Trapesundi w ChCh-u stolitti // Wyswolnyj schljach. – 1963. – Kn. 11-12 (191). – Lystopad-hruden. – S. 1280.

24 Wistnyk Sojusa wyswolennja Ukrajiny. – 1918. – Tsch. 19 (199). – 21 kwitnja. – S. 238.

25 Kurowskyj W. U maternomu Kyjiwi (si spomyniw synjoschupanzja) // Wisty s Luhu. – 1930. – Tsch. 12. – S. 3-6.

26 S sapyssok Illi Rohatynskoho // Schyttja i snannja. – 1930. Tsch. 8 (32). – Trawen. – S. 229-233.

27 Serhijtschuk Wolodymyr. Wsewolod Petriw. – Kyjiw, 2008. – S.119.

28 Schramtschenko S. Prapor holowy Ukr. derschawy i Ukr. woschnni prapory nad Baltykom u 1918 rozi // Ranok (Derbi, Anhlija). – 1953. – Tsch. 6. – 30 trawnja 1953. – S. 3.

29 Nowynky // Dilo. – 1918. – Tsch. 127. – 8 tscherwnja. – S. 2.

30 Kedrowskyj Wolodymyr. 1917 rik. – Winnipeg, 1967. – S. 34; Swoboda. – 1928. – Tsch. 8. – 12 sitschnja. – S. 2.

31 Cholmski ukrajinzji orhanisujutsja // Swoboda. – 1919. – Tsch. 1. – 2 sitschnja. – S. 6.

32 Wolodymyr-wolynskyj usjato // Nowa Rada. – 1919. – Tsch. 16. – 24 sitschnja. – S. 3.

33 Olesnyzkyj Ja. Pered semy rokamy. Den 22 sitschnja 1919 w Kyjiwi // Dilo. – 1926. – Tsch. 14. – 22 sitschnja. – S. 1.

34 Jak perewedeno sluku? Spohady utschasnyka // Ukrajinskyj wistnyk (New York). – 1928. – Tsch. 15. – 19 sitschnja. – S. 1-3.

35 Swjato ukrajinskoji Derschawnosty // Swoboda. – 1937. – Tsch. 50. – 3 beresnja. – S. 3.

36 Teatr i musyka // Nowa rada. – 1919. – Tsch. 20. – 29 sitschnja. – S. 4.

37 Prochoda Wassyl. Dumky pro prawdu. – Drohobytsch, 2009. – S. 222.

38 Hrynewytsch Jaroslaw. S pryhaslych spomyniw: krejdjani chresty // Wisnyk OOTschSU. – 1976 . – Tsch. 5. – Trawen. – S. 25.

39 Podjuk Iwan. Na zjomu mosti stojaly my… / Ukrajinska Halyzka Armija. Materialy do istoriji. – T. 5. – Winnipeg, 1976. – S. 96-102.

40 Stanimir Ossyp. Ukrajinska halyzka armija w bojach s armijeju hen. A.Denikina / Ukrajinska Halyzka Armija. Materialy do istoriji. – T. 1. – Winnipeg, 1958. – S. 470-484.

41 Omeljanowytsch-Pawlenko M. Symowyj pochid (6.XII.1919 – 6.V.1920 rr.) / Sa derschawnist. Sbirnyk 1. – Kalisch, 1935 – S. 28.

42 Dozenko Olexander. Symowyj pochid (6.ChII.1919-6.V.1920). – Warschau, 1932. – S. 170.

43 Horlis-Horskyj Ju. Rik w Cholodnomu Jaru // Litopys Tscherwonoji Kalyny. – 1933. – Tsch. 1. – Sitschen. – S. 13.

44 Wodjanyj Ja.. Cholodnyj Jar. Istorytschna drama na 4 diji. S tschassiw wyswolnych smahan na Ukrajini 1921 r. – Ternopil-Lwiw, 1928. – S. 12.

45 Stepowyj Ju. W chersonskych stepach. – München, 1947. – S. 21.

46 Onazkyj Jewhen. Otaman Struk // Swoboda. – 1932. – Tsch. 232. – 5 schowtnja. – S. 2.

47 Artjuschenko Ju. Podiji i Ljudy na mojemu schljachu borotby sa Derschawu. 1917-1966. – Na tschuschyni, 1966. – S. 71; Lypowezkyj I. Inschener Jurij Artjuschenko // Bjuleten Sojusu Buwschych Ukrajinskych Wojakiw u Kanadi (Toronto). – 1962. – Tsch. 13. – Schowten-hru­den. – S. 25.

48 Artjuschenko Ju. Po torach borziw – sa prawdu i wolju. – Chicago, 1957. – S. 36-37; Artjuschenko Ju. U 60-ritschtschja stworennja Ljegiji Ukrajinskych Nazionalistiw / Kalendar-almanach Nowoho schljachu. – Toronto, 1985. – S. 57; Artjuschenko Ju. Ljegija Ukrajinskych Nazionalistiw / Konowalez i joho doba… 1972. – S. 382.

49 Dawydjuk Ruslana. Ukrajinska politytschna emihrazija w Polschtschi: sklad, struktura, hromadsko-politytschni praktyky na terytoriji Wolynskoho wojewodstwa. – Lwiw-Riwne, 2016. – S. 323.

50 Sadorezkyj Petro. Frahment s dijalnosty polk. Je.Konowalzja / Jewhen Konowalez ta joho doba. – München, 1974. – S. 833-844.

51 ZDIAL. – F. 389. – Op. 1. – Spr. 18. – Ark. 10-11.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 6466

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«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

«Schloss Pidhirzi ... DAS Märchenschloss .... so wie ich es mir als Kind immer vorgestellt habe. Verwunschen .... Dornröschen...»

«es war keine gute geste sondern der "vertriebenen gesetz" ermöglichte den russlanddeutschen nach deutschland zu kommen..zum...»

«Weiß nichts über die anderen westlichen Reproduktionskliniken, aber meine Ehefrau und ich haben eine Erfahrung in dem Kinderwunschzentrum...»

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