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Die "Ukrsalisnyzja" schafft bereits zur Euro 2012 einen Teil der Nachtzüge ab

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Die Einführung eines neuen Fahrplans für Passagierzüge durch die „Ukrsalisnyzja“ rief bei den Passagieren Kritik hervor. Die Unzufriedenheit wurde dadurch hervorgerufen, dass die Verwaltung in ihrem neuen Fahrplan beabsichtigt etwa 25% der Nachtzüge zu streichen und Tageszüge einzuführen, die von Hyundai- und Skodazügen übernommen werden. Beim Monopolisten meint man, dass dies die Rentabilität der Transporte bedeutend erhöht. Jedoch wird die „Ukrsalisnyzja“ Experten nach Passagieren keine Alternative lassen. Der neue Fahrplan wird für viele unbequem werden.

Das Ministerium für Transport und Kommunikation veröffentlichte letzten Freitag einen experimentellen Fahrplan für die Hyundai-Schnellzüge und die Doppelstockwagen von Skoda. Die Züge werden als „Intercity+/Intercity“ klassifiziert werden. Bei der „Ukrsalisnyzja“ rechnet man damit, dass die Züge vom 27. Mai bis zum 1. September nach diesem Fahrplan kursieren werden. Danach ist eine Korrektur des Plans möglich und die Fahrzeit könnte sich um weitere 15-30 Minuten verringern, präzisierte man im Ministerium.

Es ist geplant, dass die Hyundai-Züge Passagiere aus Kiew nach Charkow (488 km) in nur 4:25 h mit einer Geschwindigkeit von mehr als 106 km/h (derzeit 5:40h) bringen werden, von Lwiw nach Kiew (572 km) in 4:55h mit einer Geschwindigkeit von mehr als 116 km/h statt der jetzigen 6:30h und von Kiew nach Donezk (747 km) in 6:30h mit einer Geschwindigkeit von mehr als 112 km/h (derzeit 11:30h). Wie ein Informant des “Kommersant-Ukraine” bei der Ukrsalisnyzja erzählte, wurde die vorläufige Entscheidung getroffen, dass auf der Strecke Kiew – Lwiw drei Zugpaare laufen werden. Von Kiew werden sie um 6:36 Uhr, 13:21 Uhr und 18:20 Uhr abfahren und von Lwiw um 7:26 Uhr, 12:19 Uhr und 18:56 Uhr. Von Kiew nach Charkow werden die Züge dreimal am Tag fahren: um 6:17 Uhr, 13:13 Uhr und 18:14 Uhr. Zurück nach Kiew werden die Züge um 7:29 Uhr, 12:26 Uhr und 18:45 fahren. Auf der Strecke Kiew – Donezk ist ebenfalls geplant drei Züge einzusetzen., doch bislang sind erst die Zeiten für zwei bekannt: um 7:07 Uhr und 15:56 Uhr aus Kiew und um 6:00 und 15:19 Uhr aus Donezk. Dieser Zeitplan wird bereits zur Euro 2012 gelten, präzisierte man bei der Ukrsalisnyzja. Der Tickets für einen Platz in der 2. Klasse von Kiew nach Charkow werden ab 222 Hrywnja (ca. 22 €) verkauft, für einen Platz in der 1 Klasse gelten Preise ab 379 Hrywnja (ca. 37 Euro).

Der Stellvertreter des Direktors des Zentrums für ökonomische und politische Analysen Anton Krawtschenko betont, dass die Schnellzüge tagsüber nur dann von Vorteil sein können, wenn die Fahrtzeit fünf Stunden nicht überschreitet. „Die Passagiere sind nicht bereit länger in den Zügen zu sitzen und eben diese Fahrtzeit ist im Vergleich zu Flügen konkurrenzfähig, wenn man die Fahrtzeit bis zu den Flughäfen, die Registrierungszeit usw. berücksichtigt“, sagt Krawtschenko. Außerdem sind die ukrainischen Passagiere an die Nachtzüge gewöhnt – für die Mehrzahl von ihnen ist das bequem. „Beispielsweise wurden in Russland auf der Stecke Moskau – Sankt-Petersburg bei der Einführung der „Sapsan“-Schnellzüge die Nachtzüge nicht abgeschafft. In der Ukraine wirkt der Übergang zu den Zügen tagsüber wie Zwang“, sagt der Experte.

Viele Passagiere werden gezwungen sein ihre Pläne zu korrigieren und mit den Tageszügen zu reisen, da die Karten für die Nachtzüge einfach nicht ausreichen werden. Mit der Einführung der neuen Schnellzüge tagsüber plant man bei der Ukrsalisnyzja vom 27. Mai an 25% der Nachtzüge zu streichen. Wie ein Informant des “Kommersant-Ukraine” bei der Ukrsalisnyzja erklärt, betrifft das die weniger rentablen Routen. Insbesondere hat die „Ukrsalisnyzja“ zwei der drei Nachtzüge auf der Strecke Kiew-Lwiw abgeschafft, darunter den populärsten Zug Nr. 91/92, der um 22:15 Uhr in Kiew abfuhr und in Lwiw um 6:32 Uhr ankam. Dieser Zug war nur 8h unterwegs, wobei der Zug Nr. 359/366 etwa 14h bis Lwiw fuhr. Faktisch blieb der Zug Nr. 91/92 im Fahrplan, doch wird er auf der Route des Zuges Nr. 359/366 fahren und fährt in Kiew um 15:40 Uhr ab und trifft in Lwiw um 4:37 Uhr ein.

Die Streichung des Lwiwer Zuges rief eine Reihe negativer Reaktionen unter Internetnutzern hervor. Auf die wütenden Kommentare in der Blogosphäre antwortete Premierminister Nikolaj Asarow am Freitag. Auf seiner offiziellen Seite bei Facebook schrieb er, dass er gegen die Abschaffung der nächtlichen Züge nach der Einführung der Tagesexpresse ist. Insbesondere hob der Premier hervor, dass er die Führung der „Ukrsalisnyzja“ anweist, die Abschaffung des existierenden Zuges Nr. 91/92 nicht zuzulassen. „Manchmal bin ich mit der Leitung der Eisenbahnen überhaupt nicht einverstanden. Zuweilen ist es sehr bequem die Nacht im Zug zu verbringen, um am nächsten Morgen in irgendeiner Stadt zu sein, den Tag für die Lösung bestimmter Probleme zu verwenden und abends nach Haus zurückzukehren“, schrieb Asarow. „Ein System, in dem Züge nur tagsüber verkehren, könnte für diejenigen unbequem sein, die ihre Zeit einteilen“.

Der Vorsitzende der Gewerkschaften der Lwiwer Eisenbahnen, Pjotr Draniwskij, hob hervor, dass die Gewerkschaft ebenfalls an den Premier einen Brief mit der Bitte gesandt hat, die Abschaffung des Zuges Nr. 91/92 nicht zuzulassen. „Die übrigen Züge konnten wir nicht retten. Und soweit mir bekannt ist, liegt bei den anderen Gewerkschaften die gleiche Situation vor. In diesem Fall funktioniert die Zusammenarbeit mit der Ukrsalisnyzja nicht reibungslos“, betonte Draniwskij. Seinen Worten nach wird diese Zahl an abgeschafften Nachtzügen nicht nur unbequem für die Passagiere sein, sondern zieht auch Massenentlassungen in der Branche nach sich. „Obgleich man bei der Ukrsalisnyzja davon redete, dass niemand aufgrund der Zugstreichungen entlassen werden wird, sind seit letztem November allein bei der Lwiwer Eisenbahn 1.700 Menschen entlassen worden. Weitere 700 Mitarbeiter wurden aus einem der lokalen Passagierzugdepots entlassen, wo insgesamt 3.400 Menschen arbeiteten“.

Jelena Sinizyna

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 962

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