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Verkauf der PromInvestBank verzögert sich weiter

Die Zentralbank konnte in der letzten Woche die PromInvestBank (PIB) nicht an ein Investorenkonsortium verkaufen, welches von Nikolaj Lagun repräsentiert wird. Da am Freitag im Kampf um die PIB ein neuer Spieler auftauchte – die russische “National Reserve Corporation” (NRC) von Alexander Lebedew. Banker gehen davon aus, dass die Nationalbank Schuld an der Verzögerung hat, welche die Informationen über den realen Zustand der PIB nicht teilt und anbietet “die Katze im Sack” zu kaufen.

Verhandlungsteilnehmer beim Kauf der PromInvestBank teilten dem “Kommersant-Ukraine“ mit, dass am Donnerstag die Unterzeichnung des vorläufigen Abkommens zum Erwerb der PIB durch den Teilhaber der “Delta” Bank, Nikolaj Lagun, gescheitert ist. “Man einigte sich lediglich darauf, dass das Konsortium gegründet wird.”, sagte ein Informant bei der NBU (Nationalbank der Ukraine) dem “Kommersant-Ukraine“. “Nikolaj Lagun sollte Beweise dafür bringen, dass hinter im die Leute stehen, deren Namen er nannte.”, erläuterte ein anderer Verhandlungsteilnehmer. “Außerdem, hat er keine Strukturen, die ein solche großes Institut reanimieren könnten, wie die PIB. Daher forderte der Präsident der NBU, Wladimir Stelmach, dass er sich der Unterstützung des Präsidenten der Oschtschadbank, Anatolij Gulej, versichert.” Gegen Freitag Abend hatten die Seiten keine konkreten Absprachen erreicht.

Dabei hat sich in den Verhandlungsprozess ein neuer Teilnehmer eingeschaltet – die russische “National Reserve Corporation” (NRC). Wjatscheslaw Jutkin, Vorstandsvorsitzender der “Tochterbank der SberBank Rossii”, der die Interessen der “National Reserve Corporation” vertritt, erzählte dem “Kommersant-Ukraine“, dass die NRC außer der Reihe bereits Geld für den Kauf der PIB reserviert hat. “Wenn wir es schaffen, dann nehmen wir teil.”, sagte Jutkin. “Ich weiß nicht, wie viel Geld benötigt wird – 700 Mio. $ oder mehr. Man muss die Bilanz der Bank verstehen, doch bislang haben wir diese Information nicht bekommen.” Die “Tochterbank der Sberbank Rossii” ist der Rechtsnachfolger der NRB Bank, welche die NRC im Sommer 2007 an die russische Sberbank für 150 Mio. $ verkaufte hatte. Die “Tochterbank der Sberbank Rossii” hatte bereits ihr Interesse am Kauf der PIB geäußert, doch verzichtete später darauf (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 21. Oktober). Jetzt erklärt die Sberbank Rossii ihr Interesse an ukrainischen Aktiva. Den Worten des Direktors des Managements für internationale Operationen der Sberbank, Andrej Arofikina, werden die Tochterbanken in der Ukraine und Kasachstan die “vergleichslosen Fusionsmöglichkeiten” mit Problembanken nutzen.

Den Angaben der Zentralbank nach, nahm die PromInvestBank unter den 178 Banken zum 1. Juli 2008 den 6. Platz bei den Aktiva (27,539 Mrd. Hrywnja, ca. 3,9 Mrd. €) bei einem Stammkapital von 200,175 Mio. Hrywnja (ca. 28,6 Mio. €), Eigenmitteln 2,8 Mrd. Hrywnja (ca. 400 Mio. €), Zahlungsverpflichtungen von 21,876 Mrd. Hrywnja (ca. 3,13 Mrd. €) ein.

Am 8. Oktober führte die NBU eine zeitweilige Verwaltung der PIB ein, enthob die Leitung von ihren Posten und führte ein halbjährliches Moratorium für die Befriedigung der Forderungen der Kreditgeber ein. Grund für die Einführung einer zeitweiligen Administration der PIB wurde die Raiderattacke auf das Institut, nach der die Anleger damit begannen massenhaft ihre Einlagen abzuziehen und die Zentralbank gezwungen wurde eine Kreditlinie von 5 Mrd. Hrywnja (ca. 684 Mio. €) zu eröffnen, von der nur 4 Mrd. Hrywnja (ca. 548 Mio. €) überwiesen wurden.

Die Verzögerung der Verhandlungen erläutern die Teilnehmer mit dem Fehlen der Informationen zum realen Zustand der Aktiva der PIB, von denen sich ein Teil als Kreditsicherheit bei der Nationalbank befindet. “Ich verstehe, dass man die Frage schnell lösen muss, andernfalls ‘stirbt’ die PIB, doch wozu sich überstürzen und die ‘Katze im Sack’ kaufen?”, entrüstete sich einer der Käufer. Banker verstehen nicht, welche Liquidität die PIB aufweist, da von ihr bereits zwei Wochen lang keine Zahlungen mehr erfolgen. “Es werden keine Zahlungen vorgenommen, da es kein Geld gibt.”, erläutert ein Informant bei der NBU. “Wenn vorher jeden Tag auf dem Firmenkonto der PIB mehr als 2 Mrd. Hrywnja (ca. 274 Mio. €) waren, dann waren es Freitagmorgen nur 162 Mio. Hrywnja (ca. 22,2 Mio. €).”

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 688

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