Die Vertreter der Föderation der Arbeitgeber der Ukraine (FRU) informierten gestern über die Maßnahmen, welche von den Industrieunternehmen in Verbindung mit der Verschärfung der ökonomischen Krise ergriffen wurden. Den Angaben der FRU nach, ist das Mariupoler Metallkombinat namens Iljitsch zu einer viertägigen Arbeitswoche übergegangen, das Altschewsker Metallkombinat hat seine Mitarbeiter in den Urlaub geschickt, das Charkower Traktorenwerk zieht analoge Maßnahmen in Betracht. Neben der Metallurgie und dem Maschinenbau baut sich eine ähnliche Situation im Bau und in der Chemieindustrie auf. Der Meinung des Generaldirektors der FRU, Wladimir Grischtschenkos, nach, wird es bald bis zu 500.000 Arbeitslose geben. Doch die Leiter der genannten Unternehmen dementieren die Informationen über Entlassungen.
Gestern informierte der Generaldirektor der Föderation der Arbeitgeber der Ukraine (die genannte Organisation vereinigt 584 Unternehmen), Wladimir Grischtschenko, über die Maßnahmen der Leiter der größten metallurgischen Unternehmen des Landes bei der Überwindung der ökonomischen Krise. Den Angaben der FRU nach, ist das Mariupoler Metallkombinat namens Iljitsch zu einer viertägigen Arbeitswoche übergegangen, das Altschewsker Metallkombinat schickt sein Mitarbeiter in den Urlaub, eben solche Maßnahmen könnte auch das Charkower Traktorenwerk ergreifen. “Die Verringerung der Produktionsmengen in der Metallurgie und im Maschinenbau wirken sich auf den Eisenbahntransport aus.”, unterstrich der Leiter der Charkower Oblastvereinigung der Arbeitgeber, der Präsident der Aktiengesellschaft Ukrainisches Industrie-Energieunternehmen (Украинская промышленно-энергетическая компания, Industriegruppe, welche Maschinenbauunternehmen im Osten der Ukraine vereinigt) Anatolij Girschfeld/Hirschfeld auf einer speziell einberufenen Pressekonferenz. “Die gleichen Prozesse können bald auch in der Automobilindustrie stattfinden.”, fügte der stellvertretende Leiter des Rates der FRU, Wladimir Zybulskij.
Der Meinung der Leitung der FRU nach, wird eine Verringerung der Beschäftigung der Bevölkerung in der Ukraine erwartet. “Den Verlusten der genannten Branchen nach, kann man sicher Personalentlassungen prognostizieren. Diese Ziffern sind bislang nur ungefähre, doch in anderthalb bis zwei Monaten wird es bei uns etwa 500.000 Arbeitslose geben.”, sagte Grischtschenko dem “Kommersant-Ukraine“, hinzufügend, dass die Regierung jetzt dringend die Frage der Beschäftigung der Leute lösen muss, welche ihre Arbeit verlieren. “Auf eine Freisetzung von Arbeitskräften sind wir bislang nicht vorbereitet – die existierenden Programme der Umschulung/Neuqualifizierung in den Beschäftigungszentren entsprechen nicht den heutigen Anforderungen.”, unterstrich der Generaldirektor der FRU.
Bleibt anzumerken, dass die Leiter der Unternehmen die Informationen über Entlassungen dementieren. “Niemand entlässt bei uns. In Kiew werden zur Zeit, anstelle einer tatsächlichen Lösung der Probleme der Metallbranche, Gerüchte gestreut. Leute werden von uns nicht den Urlaub geschickt und wir zahlen sogar mehr, als im Tarifvertrag vorgesehen ist.”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ der stellvertretenden Direktor des Mariupoler Metallkombinets namens Iljitsch, Sergej Matwijenkow.
In der Personalabteilung des Altschewsker Metallkombinates weigerte man sich die sich einstellende Situation zu kommentieren, lediglich mitteilend, dass das Kombinat keine Entlassungen vornimmt. Der Vizepräsident der “Industrialnyj Sojus/Industrieunion Donbass”, zu der das Altschewsker Metallkombinat gehört, Alexander Pilipenko, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ seine Meinung bezüglich der Wirtschaftskrise mit: “Das ist eine Systemkrise. Das vorliegende Problem trifft alle und die Rede geht dann nicht nur von der Metallurgie oder der Situation bei der ‘Industrieunion Donbass’, sondern über die Situation im Lande, ähnlich der, wie sie in den USA 1929 vorlag. Ich denke, dass bald in der Ukraine jeder dritte arbeitslos sein wird.”
Gestern wandten sich Vertreter der ukrainischen Wirtschaft im Namen der FRU an Präsident Wiktor Juschtschenko, Premierministerin Julia Timoschenko, den Präsidenten der Zentralbank Wladimir Stelmach und die Sekretärin des Rates für Nationale Sicherheit und Verteidigung, Raissa Bogatyrjowa, mit der Forderung “unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der Tendenzen, in Verbindung mit der ökonomischen Krise, zu ergreifen”. Insbesondere bestehen die Arbeitgeber auf der Bildung eines speziellen Stabilisierungsfonds der Hilfe für Industrieunternehmen, der Fixierung der Elektroenergiepreise und ebenfalls die Rückkehr zu der Praxis der Benutzung von Steuerwechseln.
Quelle: Kommersant-Ukraine


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