Gestern wurde dem “Kommersant-Ukraine“ bekannt, dass Präsident Wiktor Juschtschenko einen Erlass über die Einstellung der gemeinsamen Nutzung der “Stationen zur Warnung vor einem Raketenüberfall/Radarfrühwarnsystem” (SWR) in Mukatschewo und Sewastopol mit Russland unterzeichnet hat. Gemäß dem Dokument, sollen die Stationen modernisiert werden für die weitere Nutzung im Interesse der westlichen Partner. Experten betonen, dass die SWR nicht nur zu militärischen, sondern auch zu friedlichen Zwecken genutzt werden können.
Darüber, dass die Ukraine offiziell die Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation im Bereich der Nutzung der SWR einstellt, informierte den “Kommersant-Ukraine“ ein Informant im Apparat des Rates für Nationale Sicherheit und Verteidigung. “Am Monat (9. Juni) unterzeichnete der Präsident einen Ukas über die Einstellung der Gültigkeit der Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung der SWR. In diesem Dokument existiert neben anderem die Anordnung zur Modernisierung der Stationen mit dem Ziel der weiteren kommerziellen Nutzung gemeinsam mit westlichen Partnern.”, erzählte der Gesprächspartner dem “Kommersant-Ukraine“, hinzufügend, dass dieser Erlass nicht veröffentlicht wurde, da “es dafür festgelegte Gründe gibt”.
In der Liste der Erlasse, von Wiktor Juschtschenko in den letzten Tagen unterzeichnet, gibt es tatsächlich ausgelassene Nummern. Die Erlasse #522/2008 und #524/2008 sind nicht auf der Seite des Staatsoberhauptes veröffentlicht und nicht registriert in der Gesetzessammlung der Ukraine auf der Seite der Werchowna Rada. Übrigens, dem “Kommersant-Ukraine“ gelang es nicht eine Bestätigung zu erhalten, dass die “geheimen” Ukase zur Modernisierung der Radarstationen am 9. Juni unterzeichnet wurden – die Quellen des “Kommersant-Ukraine“ gaben zu dieser Frage unterschiedliche Informationen. “Soweit es mir bekannt ist, plant man den Ukas am 13. Juni im Lauf des Besuchs des Präsidenten in Dnepropetrowsk zu unterzeichnen.”, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ der Vertreter des Präsdialamtes, welcher nicht genannt werden möchte. “Doch die Entscheidung über die Modernisierung der Radarstationen und deren alternative Nutzung ist tatsächlich gefallen.”
Beim Pressedienst des Präsidenten bestätigte man, dass am Freitag die Fahrt Wiktor Juschtschenkos nach Dnepropetrowsk stattfindet, im Verlaufe dessen sich das Staatsoberhaupt “mit den Vorschlägen und Möglichkeiten zur weiteren Nutzung des Warnsystems vor einem Raketenüberfall und der Kontrolle des Weltraums bekannt macht”. “Die Arbeiten zur Modernisierung der Station wird das Dnepropetrowsker Maschinenbauwerk durchführen. Dieses Unternehmen ist der Haupthersteller der Radarsysteme des Types ‘Dnepr’, so dass die technologische Basis für die Durchführung der Arbeit bei uns schon da ist.”, präzisierte ein Informant des “Kommersant-Ukraine“ bei der Dnepropetrowsker Gebietsverwaltung, der in Beziehung zur Vorbereitung der Reise des Präsidenten steht.
Die Botschaft Russlands in der Ukraine hielt sich gestern mit Kommentaren zur der gegebenen Frage zurück. Im Übrigen erschienen bereits am Dienstag in den Meldungen der Nachrichtenagenturen scharfe Kommentare russischer Militärs über die Unzulässigkeit der Nutzung der Radarstationen durch westliche Partner. Der erste Vize-Präsident der Akademie für Probleme der Sicherheit, Verteidigung und Rechtsordnung, der Generaloberst Wiktor Jesin, teilte mit, dass insbesondere die ukrainischen Stationen sehr ungenaue Informationen herausgeben. “Die Radarstationen haben aufgehört Russland zufriedenzustellen, da die Informationen, welche zugestellt wurden, enthalten viele zweifelhafte Daten.”, erklärte der Generaloberst, die Unmöglichkeit der Rekonstruktion der Radarstationen, so dass sie europäischen Anforderungen entsprechen.
Die Unterzeichnung des Ukas über die alternative Nutzung der Stationen in Mukatschewo und Sewastopol erscheint nicht unerwartet. Wie der “Kommersant-Ukraine“ bereits mitteilte, hatte Russland die Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung der Radarstationen Anfang des Jahres einseitig gekündigt. Bis heute setzt Moskau den Kauf der Information fort, welche von diesen Stationen geliefert werden, doch beabsichtigt es bald auf die Dienstleistungen der Ukraine zu verzichten (”Kommersant-Ukraine“ vom 31. Januar).
“Die ukrainische Armee braucht diese Stationen nicht. Sie herrenlos zu lassen lohnt sich nicht, so dass die Entscheidung über die Suche anderer Wege ihrer Nutzung – sehr richtig ist. Dabei ist es nicht ausgemacht, dass sie im Interesse der USA oder der NATO genutzt werden. Wir müssen jeden beliebigen Vorschlag ergreifen, in jedem Fall wird er für die Ukraine einträglich sein.”, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ der Experte des Zentrums für Erforschung der Armee, des Umbaus und der Entwaffnung Wladimir Koptschak. “Dies ist nur möglich unter der Bedingung, dass sich westliche Partner für unsere Stationen interessieren. Doch bislang habe ich nichts über ein solches Interesse gehört.”, sagte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses zu Fragen der Nationalen Sicherheit und Verteidigung Anatolij Grizenko.
Übrigens, Koptschak betont, dass die ukrainischen Radarstationen nicht nur zu militärischen Zwecken nutzen kann. “Neben den militärischen Aufgaben können die Stationen Aufgaben zur Erforschung des Kosmos übernehmen. Zu allererst betrifft dies das Radar in Mukatschewo, welches auf Europa ausgerichtet und für die europäischen Militärs nicht interessant ist. Natürlich müssen die Verarbeitungs- und Übertragungssysteme unserer Radars modernisiert werden, doch die Modernisierung wird sich wirtschaftlich lohnen.”, denkt der Experte.
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“