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Beeline macht keine Werbung für die NATO

Beim Außenministerium der Ukraine informierte man gestern darüber, dass das Unternehmen “Ukrainskije Radiosistemy” (URS, Beeline) auf die technische Unterstützung des SMS-Quiz “Was wissen Sie über die NATO, welches vergangene Woche startete, verzichtet. Der russische Mobilfunkanbieter, die Offene Aktiengesellschaft “Wympelkom”, dessen Tochterunternehmen URS ist, beruft sich auf die mangelnde Koordinierung der Handlungen der Mitarbeiter und verweist auf das Fehlen von geschäftlichen Abmachungen mit dem Außenministerium. Gleichzeitig bekräftigt man beim Geschäftsbereich NATO des Außenministeriums der Ukraine, dass alle Vereinbarungen mit URS eingehalten wurden. Derzeit sucht die ukrainische außenpolitische Behörde einen neuen Partner für das Quiz.

Der Pressesprecher des Außenministeriums, Wassilij Kirilitsch teilte gestern mit, dass der Mobilfunkbetreiber “Ukrainskije Radiosistemy” (Beeline) auf die technische Unterstützung des SMS-Quiz “Was wissen Sie über die NATO?”, welches letzte Woche startete, verzichtet. “Wir haben die Durchführung der Aktion mit diesem Operator gestoppt. Doch führen wir aktive Verhandlungen zur Durchführung dieser Aktion mit anderen Anbietern durch”, erklärte Kirilitsch.

Das SMS-Quiz wurde im Rahmen der Reklamekapagne zum Beitritt der Ukraine zur NATO angekündigt. Teilnehmern des Quiz wurde vorgeschlagen, 15 thematische Fragen zu stellen. Auf den Sieger wartete ein Preis in Form einer Reise nach Brüssel, wo sich auch das Hauptquartier der Allianz befindet. Als technischen Partner der Aktion nannte das Außenministerium das Tochterunternehmen des russischen Betreibers “Wympelkom” – “Ukrainskije Radiosistemy”.

Das Erscheinen der Information darüber, dass das Außenministerium der Ukraine gemeinsam mit dem Unternehmen URS die Aktion zur Informierung der Bevölkerung über die NATO durchführt, rief sofort eine stürmische Reaktion in den russischen Massenmedien hervor. Insbesondere in der letzten Woche rief der bekannte russische Fernsehkommentator Michail Leontjew faktisch die russische Regierung dazu auf Beeline “zu strangulieren”, dabei untertreichend, dass während der ökonomischen Krise ein Unternehmen zu vernichten keine Schwierigkeit darstellt. In den ukrainischen Massenmedien tauchten Meldungen darüber auf, dass die “Russische Gemeinde Sewastopols/Russkaja Obschtschina Sewastopolja” zum Boykott von Beeline aufrief und besonders aktive Sewastopoler organisierten am Freitag eine öffentliche Verbrennung von Startpaketen des Mobilfunkbetreibers.

Als die Angelegenheit eine solche Wendung nahm, weigerte sich URS an der Aktion teilzunehmen. “Ihre Weigerung das Quiz fortzusetzen erklären sie mit ‘der Nichtbeachtung einiger prozeduraler Normen im Inneren des Unternehmens während der Annahme der Entscheidung’. Wir lassen ihnen Zeit zum Nachdenken, solange wir keinen neuen Partner finden. Man kann sagen, dass wir versucht haben mit dem Unternehmen zu arbeiten, doch sie hat einen Schreck bekommen”, sagte gestern dem “Kommersant-Ukraine“ der Stellvertreter des Leiters der NATO Abteilung des Außenministeriums der Ukraine, Wadim Pristajko.

Im Moskauer Büro des Unternehmens “Wympelkom” erklärt man den Skandal mit der fehlende Koordination der Handlungen seiner ukrainischen Tochter. “Als das Außenministerium der Ukraine unsere ukrainischen Kollegen um die Zuweisung einer Telefonnumer für die Durchführung des Quiz bat, hat einer der Kiewer Manager seine Zustimmung dazu gegeben, diese Frage nicht mit der Leitung abstimmend”, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ die Pressesprecherin von “Wympelkom”, Jekaterina Ossadtschaja, mit. Ihren Worten nach, hat das Unternehmen in diesem Moment weder die geschäftlichen Voraussetzungen noch die technischen Möglichkeiten für die Aussendung von SMS zur NATO. Derweil haben viele Kunden des Unternehmens zu dieser Zeit bereits SMS Nachrichten mit der Einladung zur Teilnahme am Quiz erhalten.

Dabei bestätigt Wadim Pristajko, dass alle Vereinbarungen mit URS zur Durchführung des Quiz erreicht wurden: “Es ergaben sich keine Probleme. Für das gewerbliche Unternehmen bedeutet die Durchführung einer solchen Aktion keinen Verlust”. Mehr noch, konnte das Unternehmen, seinen Worten nach, nicht schlecht dabei verdienen. “In der ersten Etappe der Durchführung der Aktion wurde vorgeschlagen 50.000 SMS mit Einladungen zur Quizteilnahme zu verschicken. Falls die Abonnenten jeweils eine SMS als Antwort verschickt hätten, dann hätte das Unternehmen 100.000 Hrywnja (ca. 11.111 Euro) erhalten. Hier haben sie ihren gewerblichen Sinn”, sagt Pristajko.

Bleibt anzumerken, dass man bei URS sich vorher mit der Liste der Fragen beim Quiz bekannt gemacht hatte – das Außenministerium sendete diese vorher an die Leitung des Unternehmens. “Einwände folgten nicht”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ der Stellvertreter des Direktors des Geschäftsbereiches NATO, dabei unterstreichend, dass das Ministerium auf die Zusammenarbeit mit Mobilfunkbetreibern zählt, die “nicht vom ersten ‘Anschnauzer’ erschreckt werden”. “Zumal es gut ist, wenn es ein ukrainisches Unternehmen wird”, fügte Wadim Pristajko. Dabei erinnerte an das Unternehmen “Kyivstar”.

Übrigens, die Chefin des Geschäftsbereiches für Unternehmenskommunikation “Kyivstar”, Shanna Rewnowa, dementiert eine Zusammenarbeit mit dem Außenministerium. “Zum heutigen Tag ist bei uns kein offizieller Vorschlag zur Durchführung der Aktion von Seiten des Außenministerium bei uns eingegangen”, erklärte sie dem “Kommersant-Ukraine“.

Wadim Downar, Jewgenij Burkenja

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 772

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