In dem Artikel „Europas Beitrag zur ukrainischen Misere“ schreibt Andreas Umland, dass die Europäische Union zum Teil mitverantwortlich an dem desolaten politischen Zustand der Ukraine sei. Die Aussicht auf einen möglichen EU-Beitritt könnte das Land insofern stabilisieren, weil damit ein erstrebenswertes politisches Ziel inklusive Orientierungshilfe im Raum stünde.
Es mag richtig sein, dass sich die Ukraine „hängen“ lässt, weil die EU nicht gerade offen gegenüber einem EU-Beitritt des Landes steht. Allerdings ist es wie zwischen Mann und Frau – lehnt der eine Partner eine Beziehung ab, soll das nicht in unnötiger Schuldzuweisung oder Resignation enden. Vielmehr sollte es die Abgelehnte (Ukraine) hinnehmen, um das Beste daraus zu machen.
Die Unabhängigkeit der Ukraine gibt dem Land ungeahnte Möglichkeiten, eigene politische Wege zu gehen und damit zum Vorbild für die EU und sogar für die Welt zu werden. Davon können die bisherigen Mitgliedsstaaten der EU eigentlich nur träumen, die heute bei fast allen Entscheidungen auf Richtlinien aus Brüssel achten müssen.
In mancher Hinsicht ist die Ukraine in ihrem geschwächten Zustand für die EU – und Russland – sogar nützlicher, als ein politisch stabiles Land mit eigenen Interessen und Ansprüchen. Die Ukraine weckt in der EU derzeit eher die Angst, das Land wolle nur deshalb in die Gemeinschaft, um von dort Gelder zu erhalten, ohne einen wesentlichen eigenen Beitrag leisten zu wollen oder gar zu können.
Eine EU-Perspektive könnte die Ukraine sogar stärker lähmen. Dies in dem Sinne, dass sich die Ukraine „zurücklehnt“ und abwartet, bis es endlich in den Genuss der Vorzüge einer Mitgliedschaft kommt.
Natürlich kann die Perspektive auf eine EU-Mitgliedschaft auch motivierend wirken, um dringende Reformen einzuführen, bzw. umzusetzen. Die Ukraine sollte allerdings aus emanzipatorischer Sicht die Notwendigkeit selbst begreifen. Schließlich ist das primäre Ziel eines Staates – ob in einer Staatengemeinschaft oder nicht –, dass es seinen Einwohnern „gut“ geht. Die EU ist kein Garant dafür, dass dieses Ziel tatsächlich erreicht wird.
Dies ist auch verständlich, weil die EU zu Beginn nicht zu diesem Zweck gegründet wurde, sondern um eine Wirtschaftsgemeinschaft zu bilden. Hintergrund ist die Annahme: Geht es der (nationalen) Wirtschaft gut, geht es der (nationalen) Bevölkerung gut. Deshalb setzen fast alle Staaten auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsprogramme. Man geht davon aus, dass Arbeit neben der steigenden Gütererzeugung auch zur Umverteilung des dadurch wachsenden Wohlstandes dient.
In der EU lässt sich zum Beispiel keine einheitliche Sozialpolitik finden; dafür allerdings Richtlinien für Wachstum, Bildung und Beschäftigung. Zudem deutet die Subventionspolitik der EU darauf hin, dass solche wirtschaftlichen Ziele sogar auf Kosten der Dritten Welt erreicht werden sollen – ohne Rücksicht auf Verluste, die weit weg sind und wenn überhaupt durch Migrationsströme aus Afrika im Süden der EU wahrgenommen werden.
Die Ukraine sollte und kann ihre sozialen und demokratischen Fragen auch ohne Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft lösen. Das Land gewinnt damit nicht nur innenpolitisch, sondern kann bei einer guten Umsetzung zu einem internationalen Vorbild werden. Es wäre doch schön, wenn es sich die Ukraine wie die Schweiz leisten könnte, „Nein“ zur EU zu sagen. Dabei macht es die Europäische Gemeinschaft der Ukraine einfach, weil die EU der Ukraine die Perspektive eines Beitritts verweigert.


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Einreise als Flüchtling, bedeutet......., nicht als Deine zukünftige Frau, bist dann erst einmal ihr Vermieter, mehr Hilfestellung gibt es jetzt aber nicht mehr.“
Bernd D-UA in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Gehe auf das Ausländeramt Deiner Gemeinde und erkundige Dich, kann ja sein ich irre mich, derzeit können Ukrainer als Flüchtlinge einreisen und unterliegen dem Paragraphen 24, aufgtund dessen läuft...“
Bernd D-UA in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Grundsätzlich könnte ich die Sachen mit in die Ukraine nehmen, bis Luzk, ABER Der Zoll und die Einfuhr muss geklärt sein und die Kosten und daran wird es wohl scheitern!“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Jetzt lief gestern um 23:30 Uhr alles wie geschmiert in Ustyluh/Zosin, Einreise UA in ca. 50 Minuten. Dieses Mal die Polen schnell 3 PKW, bei den Ukrainern länger, 2 Busse und sonst ein paar Fahrzeuge,...“
cxmorph in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo, die Heirat an sich ist nicht sonderlich aufwändig und Bürokratisch, wenn man in der Ukraine heiratet. Bei Anreise Montag oder Dienstag, kann die heirat am Donnerstag oder Freitag derselben Woche...“
aust72 in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Guten Tag, ich habe Kontakt zu einem Unfallchirurgen aus Sumy, der zur Zeit in einem Fronthospital arbeitet. Durch meinen Beruf habe ich aus Kliniken 10 Kisten (130kg) chirurgische Instrumente und Implantate...“
Ahrens in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo, die Heirat an sich ist nicht sonderlich aufwändig und Bürokratisch, wenn man in der Ukraine heiratet. Bei Anreise Montag oder Dienstag, kann die heirat am Donnerstag oder Freitag derselben Woche...“
cxmorph in Recht, Visa und Dokumente • Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo zusammen, ich (Deutscher und wohne in Süddeutschland) bin seit fast 4 Jahren mit einer Ukrainerin zusammen. Sie ist bei Kriegsbeginn aus der Ukraine in die Schweiz geflüchtet. Sie wohnt aktuell...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Gestern Freitagnacht auf Samstag, 2 Uhr Kiewzeit, habe ich bei Zosin/Ustyluh ins Klo gegriffen, ca. 12 bis 15 PKW und pro Einlas nur 5 PKW..., der weitere Ablauf bei den Polen, unerträglich langsam, das...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Meine derzeitige Ein- und Ausreisestrategie sieht wie folgt aus, Einreise am Grenzübergang in Ustyluh, zuletzt beide Grenzen in 18 Minuten passiert, Lichtgeschwindigkeit. 1 Uhr in der Nacht (Kiewzeit)...“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„..... Mir liegen von meinen Eltern unterzeichnete Generalvollmachten in deutscher Sprache vor. ..... Grundsätzlich wirst du mit Vollmachten in deutscher Sprache bei einem ukrainischen Konsulat nicht weit...“
kasamb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„2016? Sorry, ich meinte 2026“
Frank in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„2016? Das Konsulat ist doch in Hamburg. Warum rufst dort nicht an?“
kasamb in Recht, Visa und Dokumente • Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„Sehr geehrte Damen und Herren, meine Eltern sind ukrainische Staatsbürger und leben seit 2008 mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, genauer gesagt in Hamburg. Im Juni 2016 läuft...“
YbborNhurg in Hilfe und Rat • Mit ukrainischer Frau unter einem Dach
„Hallo an ALLE, ich vermute meine Beteiligung hier entspricht nicht meinen Erwartungen und Hoffnungen. Mein Anliegen war in Erfahrung zu bringen,was ich beachten muss,wenn ich mit einer ukrainischen Frau...“
volontaer45 in Ukraine-Nachrichten • Re: Wegen des Starts einer russischen MiG wurde in der gesamten Ukraine ein Luftalarm ausgerufen
„Das sind Untermenschen, normale Menschen verhalten sich anders. Slava Ukraine Nachricht von Moderator Handrij volontaer45 wurde für diesen Beitrag verwarnt. Nazisprache ist hier unerwünscht! Un|ter|mensch,...“