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Was würde eine ukrainische Präsidentin Tymoschenko bedeuten?

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Julija Tymoschenko in der Sendung "Prawo na wladu"Julija Tymoschenko in der Sendung "Prawo na wladu" - Quelle: ba.org.ua
Viele Beobachter im Westen, so auch dieser, wünschen sich für die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2019 einen prinzipiellen Elitenwechsel in der Ukraine hin zu einer neuen Generation von Politikern. Einige – mich eingeschlossen – würden eine/n junge/n Parlamentsabgeordnete/n etwa von der Fraktion Euro-Optimisten als Präsidenten/in begrüßen. Manche hoffen, dass die nächste Ministerriege sich aus Vertretern neuer prowestlicher Parteien der Ukraine, etwa aus der Demokratischen Allianz oder sog. Kraft der Menschen, zusammensetzen wird. Wieder andere sind vom berühmten Leadsänger der Gruppe „Okean Elsy“ Swjatoslaw Wakartschuk bezaubert, der sich immer mehr für Politik zu interessieren scheint.

Derzeit wahrscheinliche Gewinnerin der Wahl

Das derzeit wahrscheinlichste Szenario für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr ist jedoch, dass die frühere zweifache Premierministerin und ehemalige zweifache politische Gefangene Julia Tymoschenko die nächste Staatschefin der Ukraine wird. Auch wird sich das Gewicht ihrer Vaterlandspartei im Obersten Rat, das Einkammerparlament der Ukraine, nach den Parlamentswahlen im Herbst scheinbar erhöhen. Zwar bleibt die Möglichkeit, dass der heutige Präsident Petro Poroschenko doch noch von einem grundlegenden Stimmungswandel bis März profitieren könnte und so sein Amt behält. Ja es könnte gar ein dritter Kandidat in die zweite Runde der Präsidentenwahl kommen und die Stichwahl im April 2019 gegen Tymoschenko gewinnen. Aber in einer besonders tiefschürfenden Umfrage vom Oktober-November 2018, in der circa 10.000 Respondenten befragt wurden, liegt Tymoschenko in fast der gesamten Ukraine mehr oder minder weit vorn. Dahingegen erscheinen Poroschenkos Siegeschancen angesichts einer hohen Ablehnung seiner Person in der Bevölkerung gering. Auch was die Parlamentswahlen im darauffolgenden Herbst anbelangt, hat Tymoschenkos Partei All-Ukrainische Vereinigung „Batkiwschtschyna“ („Vaterland“) in den Umfragen bislang einen klaren Vorsprung.

Für den Fall, dass die ehemalige Premierministerin und ihr Team im nächsten Jahr das Präsidialamt und/oder die Regierung übernehmen, ist nicht ganz klar, was genau dies bedeuten wird. Der Westen sollte sich jedoch schon jetzt auf diese immer wahrscheinlicher werdende Entwicklung einstellen. Zu einer solchen Vorbereitung sollte unter anderem gehören, die Widersprüchlichkeiten in Tymoschenkos Verhalten im Parlament und in ihren öffentlichen Auftritten kritisch herauszuarbeiten. Ihre mögliche Machtübernahme sollte aber auch als Chance für einen politischen Neustart, verbesserte Beziehungen zum Westen und einen Entwicklungsschub für das Land begriffen werden. Bestimmte Aspekte der politischen Karriere Tymoschenkos könnten hierbei als Ausgangspunkte dafür dienen, einen vorwärts gerichteten Ansatz zu entwickeln.

Positive Aspekte eines politischen Aufstiegs Tymoschenkos

Zum Ersten wird Tymoschenko, so sie gewinnt, die erste gewählte Staatspräsidentin des ostslawischen Raums sein. Dieser Fakt allein wäre im Kontext christlich-orthodoxer Kultur und neosowjetischer Verhaltensmuster – beide nicht gerade feministisch – eine bemerkenswerte Errungenschaft. Tymoschenko hatte bereits im Jahr 2005 als erste weibliche Premierministerin der Ukraine einen politischen Damm gebrochen. Ihr Aufstieg ins Präsidentenamt würde für die gesamte postsowjetische Welt einen großen Fortschritt in puncto Geschlechtergleichstellung darstellen und auch Frauen außerhalb der Ukraine ermutigen, eine politische Laufbahn einzuschlagen. Eine Frage an Tymoschenko in diesem Zusammenhang wird sein, ob sie im Falle eines Wahlsieges ihre neue Macht dazu nutzt, den Anteil von Frauen in den höchsten Regierungsämtern auf das generell empfohlene Mindestmaß von 30 Prozent bzw. auf einen noch höheren Prozentsatz zu heben.

Zweitens hat es Tymoschenko geschafft, mit Batkiwschtschyna über die letzten zwanzig Jahre eine relativ funktionsfähige gesamtnationale und prowestliche Partei aufzubauen. Die Schaffung dieser Struktur bedeutet für sich genommen bereits eine Stärkung der ukrainischen Demokratie, was immer man über Tymoschenko denken mag. Im Unterschied zu anderen politischen Organisationen in der Ukraine, verfügt Batkiwschtschyna über institutionalisierte Regional- und Ortsverbände, die mehr oder weniger gleichmäßig über das Land verteilt sind. Die Partei stellt seit einer Reihe von Jahren eine Fraktion im Parlament und hat bei der Europäischen Volkspartei (EVP), dem Zusammenschluss christdemokratischer Parteien der EU, einen Beobachterstatus. Batkiwschtschyna ist nicht nur wegen der Persönlichkeit Tymoschenkos populär, sondern auch wegen ihrer sozialen und wirtschaftlichen Initiativen. Die Partei ähnelt damit eher einer wirklichen politischen Partei, als einem „polittechnologischen“ Projekt beziehungsweise einer postsowjetischen Pseudopartei, von denen es in der Ukraine seit 1991 etliche gab.

Drittens trifft es zwar zu, dass Tymoschenko – wie auch die letzten Präsidenten Juschtschenko, Janukowytsch und Poroschenko – zur alten Riege der kurz nach dem Zusammenbruch der UdSSR aufgestiegenen Politiker gehört. Doch unterscheidet sie sich von diesen nicht nur dadurch, dass sie eine Frau ist. Sie war zwar Ministerin unter Leonid Kutschma, der von 1994 bis 2005 besonders lange Präsident der Ukraine war. Andererseits wurde sie jedoch 2001 auch kurz von Kutschma eingesperrt. Als Poroschenko 2011-2012 Minister unter Janukowytsch war, saß Tymoschenko von 2011 bis 2014 erneut im Gefängnis.

Diese Inhaftierungen sind an sich nicht notwendigerweise eine Empfehlung. Sie stellen nichtsdestoweniger einen Hinweis dar, dass Tymoschenko scheinbar nicht aus demselben Holz geschnitzt ist wie Kutschma, Juschtschenko, Janukowytsch und Poroschenko, von denen keiner während seiner politischen Karriere arrestiert wurde. Möglicherweise belegen die Festnahmen Tymoschenkos weniger ein außergewöhnliches Fehlverhalten seitens Tymoschenko, als die Furcht ihrer Gegner vor ihrer politischen Effektivität und Entschlossenheit.

Schließlich organisierte Tymoschenko und ihre Partei in den letzten Monaten eine Reihe großer halböffentlicher Programmkonferenzen unter dem Titel „Neuer Kurs“, die eine breite Beteiligung und substantielle Debatten zuließen. Illustriert wurde die relative Offenheit dieser Veranstaltungen durch Vorfälle, bei denen unangemeldete Sprecher sich spontan zu Wort meldeten. Auf den Treffen wurden mehr oder minder gehaltvolle Beiträge und interaktive Diskussionen geführt, die eine Bandbreite origineller, wenn auch bisweilen unausgegorener Ansätze enthielten. Beteiligt waren ebenfalls Aktivisten und Experten, die nicht zu Batkiwschtschyna gehören. In der Tat brachten Tymoschenkos Programmkonferenzen derart viele neue Ideen hervor, dass sie in ihrer Gesamtheit selbst für Politikexperten nur schwer zu überschauen sind.

Ausblick auf eine Tymoschenko-Präsidentschaft

Keiner dieser Umstände ist eine Garantie für eine gute Präsidentschaft Tymoschenkos. Man fragt sich etwa, woher die enormen Gelder stammen, die Tymoschenko derzeit für ihren Wahlkampf ausgibt, und was diese finanziellen Infusionen schattenhafter Spender gegebenenfalls für ihre Politik als Staatschefin beziehungsweise Regierungsoberhaupt bedeuten werden. Nichtsdestotrotz können die erwähnten positiven Aspekte von Tymoschenkos politischer Biographie angesichts des Umstandes, dass sie – nach derzeitigem Stand der Umfragen – wahrscheinlich gewinnen wird, als Ausgangspunkt für eine konstruktive Diskussion zwischen ihr und der ukrainischen Zivilgesellschaft wie auch westlichen Akteursgemeinde dienen.

Ausländische Diplomaten und ukrainische Aktivisten sollten sich bereits heute bemühen herauszufinden, inwieweit eine künftige Präsidialadministration beziehungsweise Regierung unter Tymoschenko bereit sein wird, die ukrainische sozioökonomische Transformation und europäische Integration voranzutreiben. Wird Tymoschenkos Team helfen, Reformen in einem von Oligarchen infiltrierten Parlament, einer von Korruption zerfressenen Regierung und einer reformfeindlichen Bürokratie durchzuboxen? Eine seinerzeit Aufsehen erregende Aktion Tymoschenkos als frisch ernannte Ministerpräsidentin war 2005 die Kündigung der manipulierten Privatisierung sowie die nochmalige Privatisierung von Kryworishstal, des größten ukrainischen Stahlwerks, das im Ergebnis einer offenen Auktion zu ArcelorMittal Kryvyi Rih wurde. Diese damalige Maßnahme könnte darauf hindeuten, dass Tymoschenko es womöglich mit der Begrenzung des Einflusses der Oligarchen in der Ukraine ernster meint als Poroschenko.

Tymoschenko ist wegen ihrer linkspopulistischen Rhetorik, ihrer unrealistischen sozialpolitischen Pläne und ihres unkonstruktiven Verhaltens im Parlament kritisiert worden. Allerdings ist ein solches Vorgehen sowie eine Blockadehaltung gegenüber der Regierung auch bei westlichen Oppositionsparteien nicht unüblich. Es ist daher wahrscheinlich, dass Tymoschenko und ihr Team ihre Positionen, Politik und Losungen erheblich anpassen werden, sobald sie Regierungsmacht und/oder das Präsidentenamt erlangen – ähnlich wie westliche Parteien sich typischerweise nach Wahlerfolgen und einer Übernahme von Exekutivämtern reorientieren. Angesichts des besonders engen finanziellen Bewegungsspielraums, dem sich jede Regierung der Ukraine gegenüber sieht und sehen wird, dürfte eine künftige Tymoschenkoadministration produktiver mit dem IMF, der EU und anderen internationalen Geldgebern zusammenarbeiten, als es die derzeitige Wahlkampfrhetorik der schillernden Präsidentschaftskandidatin vermuten lässt.

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Eine ausführlichere englische Fassung des Beitrags erscheint demnächst auf der Blogseite der Foreign Policy Association New York.

Autor:    — Wörter: 1230

Dr. Andreas Umland (1967) ist seit 2010 Dozent am Fachbereich Politikwissenschaft der Kyjiwer Mohyla-Akademie (NaUKMA) und seit 2021 Analyst am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien (SCEEUS) des Schwedischen Instituts für Internationale Beziehungen (UI).

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„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“