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Regierung hebt Exportquoten für Mais auf

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Die Regierung schwächt die staatliche Regulierung des Getreidemarktes ab; gestern hob das Kabinett die Quoten für den Export von Mais auf und versprach zukünftig auch die Beschränkungen für Weizen aufzuheben. Dank der guten Maisernte im letzten und noch laufenden Vermarktungsjahr werden gerade auf dem Binnenmarkt Maisüberschüsse verzeichnet, erläutern Experten.

Gestern bewilligte das Ministerkabinett die Entscheidung zur Aufhebung der Exportquoten für Mais, teilte der Minister für Agrarpolitik und Lebensmittel, Nikolaj Prisjashnjuk, mit. „Das Land hat ausreichende Vorräte sichergestellt und die Preisstabilität auf dem Getreidemarkt gesichert“, erläuterte Ministerpräsident Nikolaj Asarow. Bis zum Ende des Vermarktungsjahres (endet am 1. Juli) könnte die Ukraine auf die Auslandsmärkte weitere 2 Mio. t Mais liefern, berechnete man beim Agrarministerium.

Prisjashnjuk erklärte, dass das Kabinett die Frage zur Aufhebung der Quoten bei anderen Getreidearten zwischen dem 15. und 20. Mai prüfen könnte. Seinen Worten nach wird eine endgültige Entscheidung nach der Zusammenstellung der Getreidebilanz getroffen. Noch im März hatte die Regierung die Notwendigkeit der Beibehaltung der Quoten bis zum 1. Juli verkündet und nach Ablauf dieser Frist sollte der Export einem Exportzoll unterliegen. Getreidehändler hatten mehrfach erklärt, dass die Quoten intransparent verteilt werden. Die größte Menge erhielt das Unternehmen „Chleb Investbud“ (49% gehören dem Staat, 51% ungenannten privaten Eigentümern). Und die größten Getreidehändler in den letzten Jahren – die internationalen Unternehmen Cargill, Toepfer, Louis Dreyfus und die Soufflet Group – konnten deswegen keine Quoten erhalten, da das Agrarministerium das Vorhandensein der notwendigen Getreidemengen bei ihnen nicht bestätigte (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 28. Januar).

Das Vorgehen der Regierung erwies sich als erwartbar; derzeit hat sich im Markt ein Maisüberschuss gebildet, sagt der Generaldirektor des Unternehmens „Wolary“, Jurij Gordejtschuk. „In diesem Jahr gab es eine Rekordmaisernte – 12 Mio. t“, betont der Direktor des Consultingunternehmens AAA, Sergej Naliwka. Im Ergebnis haben die Unternehmen große Vorräte gebildet und wenn diese nicht ausgeführt werden, dann verdirbt das Produkt, meint der Leiter der Gruppe „Deutsch-Ukrainischer Agrardialog“, Heinz-Wilhelm Strubbenhoff. Sergej Naliwkis Einschätzungen nach kann man im Verlaufe des Vermarktungsjahres 6,5 Mio. t exportieren, ohne die Nahrungsmittelsicherheit des Landes zu gefährden. Von diesen wurden bereits 3,5 Mio. t ausgeführt. Seinen Worten nach wird auch im nächsten Vermarktungsjahr eine große Ernte erwartet – 13,5-14 Mio. t.

Der Maispreis hat heute auf dem Binnenmarkt einen Preis von 250$ pro Tonne erreicht, wobei er auf den Außenmärkten mehr als 300$ pro Tonne beträgt, betont Alexander Zependa, Analyst des Investmentunternehmens „Trojka Dialog Ukraina“. Seinen Worten nach könnten sich im zweiten Halbjahr 2011 unter Berücksichtigung der nicht schlechten Ernteprognosen die Preise etwas vermindern. Naliwkis Einschätzungen nach könnten die Getreidehändler bei einem Export von etwa 3 Mio. t Mai 6-7 Mrd. Hrywnja verdienen. Jedoch, wie Dmitrij Uschenko Analyst bei dem Investmentunternehmen BG Capital meint, ersetzt das nicht die Verluste, die durch die Einführung der Quoten verursacht wurden.

Marktteilnehmer bezweifeln die Erklärung der Regierung zur Prüfung der Aufhebung der Quoten auch für andere Getreidearten. „Wenn es viel Mais im Markt gibt, dann kann man dies von Weizen nicht sagen“, sagt Jurij Gordejtschuk. Tatsächlich hat „Chleb Investbud“ die erhaltenen Getreidequoten nicht vollständig realisiert, betonen Experten. „Dieses Unternehmen sollte zum staatlichen Monopolisten werden, doch vermochte es nicht einmal das Quotenvolumen umzusetzen, welches ihm gewährt wurde“, unterstreicht Naliwka. Seinen Worten nach lag das Liefervolumen von „Chleb Investbud“ um 500.000t unter den dem Unternehmen zugeteilten Quoten.

Maria Popowa

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 554

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