Die Ukraine steht nicht und kann nicht außerhalb der sich in der Welt entwickelnden Trends stehen. Alle werden von ihnen beeinflusst und alle fühlen ihre unwiderstehliche Kraft. Heute geht es um die Beschleunigung des Wandels in der Welt. Vor dem Hintergrund dieser Beschleunigung – kann jeder eigene Ziele formulieren: sowohl einzelne Individuen als auch ganze Länder.
Schweizer Forscher, haben zum Beispiel drei große Bereiche von Veränderungen in der Welt festgestellt: Ressourcen, Organisation und diejenigen, die beeinflussen und somit ändern können (siehe dazu The global trends report 2012“).
Als erstes werden Ressourcenkriege prognostiziert, da die Welt vor dem Problem einer Ressourcenverknappung steht. Sogar Internetressourcen eröffnen neue Möglichkeiten für Konflikte.
Für uns ist der ukrainische Boden zum Schauplatz des Ressourcenkonflikts geworden. Nicht die Internetressource, sondern die Ressource Boden trägt den Beginn von Konflikten in sich, wo sich bereits die wichtigsten finanziellen Spieler befinden. Denn sie haben die Landwirtschaft schon seit langem zu einem ihrer Investitionsprojekte erklärt.
Obwohl unter den ersten Investitionen bei ihnen etwas ganz anderes verlautbart werden könnte.
Ein weiterer globaler Trend ist die Demokratisierung von allem. Diese Situation wird durch die Tatsache erklärt, dass heute alles beeinflusst werden kann. Die Menschen, die vor Millionen von Wählern stehen, werden sich auf die Legitimität und Relevanz als die wichtigsten Faktoren berufen.
Entsprechend wird die Bedeutung der sozialen Netze bei der Hilfestellung zur richtigen Wahl steigen. Vielleicht genau dies macht die heutige Konfiguration “Regierung. Gesellschaft“ so zerbrechlich. Sie beruht nicht auf harten, sondern auf weichen Beziehungen, die man die ganze Zeit pflegen muss.
Dann gibt es einen Kampf um die Erstellung und Änderung der Werte. Mit anderen Worten handelt es sich dabei um eine Abkehr von traditionellen Geschäftsmodellen, wo alle Firmen gleich aussehen und gleich handeln.
In der Zukunft wird sich auch die Form der Konkurrenz selbst ändern, die sich an die neuen anderen Verbraucher anpassen wird. Wenn in der Vergangenheit alles von der Industrie vorgegeben bzw. geprägt wurde, so ist heutzutage der Verbraucher näher in den Produktionsprozess gerückt.
Allerdings spricht man darüber bereits seit langem, aber wir sind kaum in der Lage uns auf dieses Paradigma zuzubewegen, vor allem in der Ukraine.
Der letzte Trend ist der Krieg der Werte, weil die Welt zu einer Gesellschaft der Wahl werden wird, wo es schwierig sein wird, Moral und Ethik im Voraus zu definieren. Der Kampf wird um den Sieg der einen oder der anderen Identität geführt werden.
Die Ukraine befindet sich wieder einmal an der Kreuzung der Einflüsse: Wir sind bereit, sowohl westliche als auch östliche Werte gleichzeitig zu akzeptieren, die darüber sprechen, dass wir unsere eigene Identität verlieren. Als Folge wird die Ukraine eine Verstärkung der Medienkriege auf ihrem Territorium beobachten, die entweder direkt oder indirekt auf die Implementierung des einen oder anderen Wertesystems gerichtet sein werden.
Und der Krieg wird nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch in den Köpfen geführt. Dadurch wird nicht nur politischer, sondern auch schwerwiegender psychischer Druck auf die Menschen ausgeübt.
Für die Ukraine wird ihre Möglichkeit oder Unmöglichkeit als Land, ihr eigenes intellektuelles Kapital zu erhalten, zu einem wichtigen Bestandteil der Zukunft. Und der Krieg um die Werte wird nicht durch physikalische Mittel gewonnen, an deren Einfachheit wir uns gewöhnt haben.
Der Tannenbaum kann den Platz für Proteste kurz schließen, aber nur kurz. Es kommt wieder zu einer neuen Situation, und der Tannenbaum muss entfernt werden. Und dort gibt es nur eine leere Stelle …
Unsere Wirtschaft ist gewohnt, mit physikalischen Ressourcen zu arbeiten (Metall oder Chemie beispielsweise). Wir sind nicht in der Lage, Ideen zu generieren und sie zu verkaufen. Aber die zukünftige Wirtschaft muss genau eine solche sein.
Die Fähigkeit Ideen zu generieren ist direkt an Demokratisierung gekoppelt. Selbst die jüngsten Wahlen in Russland zeigen eine dysfunktionale Vertikale der Macht in demokratischen Situationen. Eine gelenkte Demokratie ist nur im Fernsehen möglich: im wirklichen Leben gibt es sie nicht.
Demokratie muss echt sein. Zu seiner Zeit sah Fukujama genau darin die Ursache für den Zusammenbruch der UdSSR, um wirtschaftlich zu gewinnen, musste das Land zunächst Wissenschaftler und Ingenieuren nach vorne schicken, aber sie hatten eine andere Vorstellung von Demokratie.
Das heißt, die drei (leicht korrigierten) globalen Herausforderungen heißen nun wie folgt: Ressourcenkriege, demokratische Kriege und der Kriege der Werte. Und die Ukraine wird 2012 klar zu ihrem Objekt werden, weil die Ukraine ungeschützt ist.
Unsere eigenen Herausforderungen kommen zu dieser Liste hinzu. Es handelt sich um den Krieg um die Köpfe, wenn der Staat diesen Krieg führen kann und will. Selbst Obama, Präsident von Amerika, ist bemüht, junge Menschen für die Naturwissenschaft wieder zu gewinnen, und das Pentagon zahlt für die Umschulung von Wissenschaftlern zu Drehbuchautoren, um die Aufmerksamkeit der Jugend auf Fragen der nationalen Sicherheit zu lenken.
Sie begreifen deutlich, dass Amerika ohne diese Maßnahmen im nächsten Jahrzehnt nicht als Supermacht bestehen können wird.
Eine weitere unsere eigene Herausforderung ist unser Protestverhalten, das entweder politische oder wirtschaftliche Wurzeln haben kann. Aber unseren Drang zu Protesten können wir heute fast an den Fingern untersuchen, wenn jede Seite alles so darstellt, wie es ihr gerade passt.
Es gibt ein umgekehrtes Beispiel: Die Amerikaner starten jetzt in Afghanistan ein geheimes Projekt unter den Namen Nexus 7. Es ermöglicht, das Protestverhalten anhand von Tausenden von Parametern, einschließlich der Preise auf dem Markt in Kabul, zu berechnen.
Eine der ukrainischen Herausforderungen haben wir auch bei der ungleichen Verteilung des Reichtums im Land vorliegen. Wenn die Starken alles und die Armen, von denen es viele gibt, nichts haben. Dies ist aber auch ein weltweiter Trend, jedoch für uns ist es schmerzhafter, da es vor unseren Augen geschieht.
Die Spannungen in diesen Bereichen werden automatisch steigen, da auch die reichen Länder sie nicht beseitigen können, was die Bewegung “Occupy Wall Street” zeigt.
Auf diese Weise haben wir sowohl weltweite Trends (Ressourcen, Demokratie, Werte) als auch eigene Herausforderungen (Intelligenz, Protestdrang, Armut).
Sie alle werden die vorhandenen Möglichkeiten für den Staat begrenzen. Aber man muss aus den Fehlern von Russland lernen und den Staat nicht auf Kosten der Gesellschaft bauen, sondern in einer völlig entgegengesetzten Richtung handeln.
Der neue Staat soll dabei helfen einen neuen Gesellschaftstypus zu errichten und nicht wie bisher sich an der sowjetischen Variante der Unterordnung der Gesellschaft unter den Staat halten.
13.12.2011 // Heorhij Potschepzow
Quelle: Ukrajinska Prawda



Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“