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Zentralbankpräsident warnt vor Stagflation

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Die wiederholte Verlangsamung des Wachstumstempos der Industrieproduktion im März – auf 5,8 % – veranlasste den Zentralbankpräsidenten, Wladimir Stelmach, dazu von der Gefahr einer Stagflation für die Ukraine zu reden – Verringerung der Produktion einhergehend mit einer hohen Inflation. Experten erkennen die Gefahr der Abbremsung der Wirtschaft in Folge der weltweiten Finanzkrise an, doch kann diese bereits im II. Quartal bei einer beschleunigten Entwicklung einzelner Branchen ausgeglichen werden.

Am Freitag informierte das Statistikamt darüber, dass im März das Wachstumstempo der Industrieproduktion bei lediglich 5,8 % lag, sich im Vergleich zum Februar halbierend (11,5%). Im Ganzen wuchs die Industrie in der Ukraine im I. Quartal um 7,8%, so wie sie im Vergleichsquartal 2007 um 12,9% gewachsen war. Wie den Daten der Behörde zu entnehmen ist, wurde die Abbremsung der Industrieentwicklung von der Verringerung des Wachstums einiger Schlüsselbranchen verursacht: Metallurgie – von 4,5% auf 2,1%, Maschinenbau – von 39,2% auf 29,8%, Lebensmittelindustrie – von 12,9% auf 6,9%. Zwei Sektoren zeigten fallende Produktionsmengen: Erdölverarbeitung – um 24,6% (seit Anfang des Jahres um 20,3%), Förderung von fossilen Brennstoffen – um 1,6% (seit Anfang des Jahres, Wachstum um 0,7%).

Als erster reagierte auf diese Wirtschaftszahlen der Leiter der Nationalbank Wladimir Stelmach, dabei die Gefahr einer Stagflation verkündend (Zustand der Wrtschaft, bei dem ein Nullwachstum oder eine zurückgehende Produktion mit einem ununterbrochenen Preisanstieg einher geht), “Von der einen Seite her – Inflation, von der anderen – zurückgehendes Wachstumstempo der Produktion. Das sind die Vorläufer einer Stagflation.”, sagte er. In der Tat, wurde im März die höchste Verbraucherpreissteigerung der letzten acht Jahre festgestellt – 3,8%, die Herstellungspreisinflation war noch höher – 6%. Stelmach versprach, dass die Zentralbank “keine Stagflationsprozesse zu lassen wird”.

Experten bestreiten nicht, dass die Befürchtungen Stelmachs keine Grundlage haben. “Die Wirtschaft entwickelt sich schnell genug, doch bleibt der Einfluss der Liquiditätskrise bestehen. Das Wachstum der Kreditzinsen und die zügelnden Maßnahmen der Zentralbank beim Zufluss an Fremdwährungen bremsen die Industrieproduktion.”, erkennt der Analyst der Investmentfirma “Sokrat”, Sergej Newmershizkij, an. “Diese Bedrohung ist bislang nicht merkbar, doch, wenn es eine harte Politik bei der Begrenzung der Kredite an Unternehmen gibt, wird die Industrie die Herstellungsmengen verringern.”, ist sich der Abgeordnete Alexej Plotnikow (Partei der Regionen) sicher.

Die Leiterin des Parlamentsausschusses für Fragen der Industrie- und Regulierungspolitik, Natalja Korolewskaja (Block Julia Timoschenko), weist die Möglichkeit der Bremsung des Industriewachstums zurück. “Die Unternehmen wurden gezwungen die Mehrwertsteuer mit realem Geld zu bezahlen und im Februar traten Probleme damit auf. Möglicherweise, resultiert daraus die Abbremsung, doch gibt es keinen Grund von einer Stagnation zu reden.”, ist sie sich sicher.

Im Übrigen, bereits im II. Quartal erwarten Experten eine Verbesserung der Wachstumsdynamik in der Metallurgie und bei der Erdölverarbeitung. “Dank der Fertigstellung neuer Kapazitäten im II. und III. Quartal erwarten wir ein Jahreswachstum der Metallurgie von 5-6%.”, merkt der Analyst der Investmentfirma Dragon Capital Iwan Chartschuk an. “Die Verringerung des Wachstumstempos in der Ölbranche wurde der verspäteten Inbetriebnahme der Odessaer Raffinerie verursacht. Doch bereits Ende April sollte das Unternehmen bei der planmäßigen Kapazität liegen.”, merkt der stellvertretende Direktor des Zentrum “Psicheja”, Gennadij Rjabzew, an. Was den Maschinenbau betrifft, so, den Worten des Analysten der Investmentfirma Galt & Taggart Securities, Jewgenija Achtyrko, nach, wird die Branche weiterhin hohe Wachstumsraten aufweisen.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 566

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