Im zweiten Quartal 2008 fand zum ersten Mal seit 2005 eine Verringerung der Tempi der Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen auf 2,96 Mrd. $, bei einer gleichzeitigen Beschleunigung des Abflusses von ausländischem Kapital aus dem Lande, statt. Experten erklären dies mit den Folgen der in der Ukraine angelangten weltweiten ökonomischen Krise und prognostizierten, dass sich dieses Tendenzen im III. Quartal fortsetzen.
Am Freitag teilte das staatliche Statistikamt mit, dass den Ergebnissen des I. Halbjahres nach, der Zufluss von ausländischen Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment, FDI) 6,708 Mrd. $ betragen hat. Unter Einbeziehung des Kapitalabflusses betrug der reine FDI Zufluss 6,2 Mrd. $. Auf diese Weise, überstieg der Zufluss ausländischen Kapitals von Januar bis Juni des laufenden Jahres um mehr als das 2,5 fache den FDI Zufluss in der analogen Periode 2007 (2,46 Mrd. $). Der Gesamtbestand an FDI in der ukrainischen Wirtschaft betrug zum 1.07.2008 36,4509 Mrd. $.
Die Daten des Statistikamtes zeugen von einer Verlangsamung der Tempi des Zuflusses an FDI um 9,6%. Den Ergebnissen des I. Quartales nach betrug der reine FDI-Zufluss 3,244 Mrd. $, der Zufluss der Investitionen betrug im II. Quartal nur 2,96 Mrd. $. Zum Vergleich: die Tempi des Quartalszuflusses an FDI betrugen von Januar bis März 20,1% und von September bis Dezember 2008 1,5%.
Den Angaben des Statistikamtes nach, führt Zypern weiter bei den Direktinvestitionen in die Ukraine. Im I. Halbjahr kamen aus diesem Land 2,3611 Mrd. $ an FDI in die Ukraine. Ein hoher Kapitalzufluss wurde ebenfalls aus Deutschland (839,9 Mio. $), Italien (740,2 Mio. $), Russland (645,3 Mio. $), den Niederlanden (618,3 Mio. $) und Österreich (740,2 Mio. $) verzeichnet. Das größte Interesse verzeichnet weiter der finanzielle Sektor, wohin 2,0481 Mrd. $ an FDI gingen. Hohe Investitionen wurden bei Operationen mit Immobilien und den Bereichen der Dienstleistungen (942,4 Mio. $), des Handels (524,1 Mio. $), des Baus (468,79 Mio. $), der Lebensmittel- (195,3 Mio.) und der chemischen Industrie (104,4 Mio. $) und ebenfalls im Maschinenbau (96,3 Mio. $) verzeichnet.
Gleichzeitig beschleunigte sich im II. Quartal der Kapitalabfluss von Ausländern; die Wirtschaft verließen 273,2 Mio. $, wo es im I. Quartal 239,4 Mio. $ waren. Das letzte Mal wurde eine solche Verschlechterung im III. Quartal 2005 festgestellt. “Der Investitionszyklus beträgt im Mittleren anderthalb Jahre. Im I. Quartal kamen in die Ukraine noch Investitionen, über die noch vor Beginn der Finanzkrise entschieden wurde.”, sagt die unabhängige Expertin Jewgenija Achtyrko. “Eine solche Verringerung des Volumens an ausländischen Investitionen ist eine Folge der weltweiten Finanzkrise, welche bei uns angelangt ist.”, ist sich der Präsident der Ukrainischen Gesellschaft der Finanzanalytiker, Jurij Prosorow, sicher. “Die Wirtschaften der entwickelten Länder benötigen Finanzen und die Investoren, die orientiert sind auf Kapitalanlagen in die Länder welche gleich nach den BRIC (Brasilien, Russland, Indien, China) Staaten kommen, haben bereits nicht mehr die Möglichkeiten, wie vorher.”, Als Beispiel führt Prosorow die Verringerung des Wachstumstempos an FDI aus der Mehrheit der EU-Staaten an, mit Ausnahme Zyperns. “Dies zeigt, dass die führenden europäischen Länder bereits nicht mehr im gleichen Tempo in der Ukraine investieren können. Der Anteil Zyperns an den Investitionen wächst, doch diese sind, von der Sache her, Reinvestitionen ukrainischen Kapitals.”, sagt er.
Experten hatten auch bereits vorher eine Abbremsung der Wachstumstempi der Investitionen für das II. Quartal und eine Beschleunigung der FDI Zuflüsse im III. Quartal prognostiziert (“Kommersant-Ukraine” vom 19. Mai). Jedoch die festgestellte Verringerung des Tempos der FDI Zuflüsse zwingt die Analysten dazu, ein beschleunigtes Tempo der Zuflüsse an FDI erst für das Ende des Jahres zu erwarten. “Die aktuelle Verringerung des Investitionsvolumens ist ebenfalls von der sommerlichen Verlangsamung der ökonomischen Prozesse bedingt.”, sagt der Direktor zur Entwicklung von Neugeschäften der Investmentfirma Galt & Taggart Securities Sergej Lesik. “Daher kann sich die Periode niedriger Geschwindigkeiten bei Investitionszuflüssen auch das ganze III. Quartal hinziehen und eine Verbesserung wird erst in den Ergebnissen des IV. Quartals bemerkbar.”
Ungeachtet dessen, dass in der nahen Zukunft eine Verringerung des FDI Volumens keine Gefahr für die ukrainische Wirtschaft darstellt, befürchten Experten, dass eine solche Verlangsamung einen dauerhaften Charakter annehmen kann. “In der nächsten Zeit beschränkt die Verringerung an Investitionen das Wachstum der Goldwährungsaktiva (gemeint sind Dollar und Euro) der Zentralbank und gibt dieser nicht die Möglichkeit eine weitere Stärkung der Hrywnja durchzuführen.”, sagt Achtyrko. “Doch wenn sich diese Tendenz fortsetzt, dann wird dies Einfluss auf das BIP-Wachstum haben und entsprechend auf die Einnahmen des Staatsbudgets.” Eine Besonderheit des II. Halbjahres kann der Einfluss der Folgen des momentanen Krieges im Kaukasus auf den Investitionsfluss haben. Den Worten des Finanzministers der Russischen Föderation, Alexej Kudrin, nach, betrug nur vom 8. bis 11. August der Bruttokapitalabfluss aus Russland 7 Mrd. $. “Eine Verlängerung des Konflikte kann die Investoren zwingen nicht nur die Wirtschaft der kämpfenden Länder, sondern auch die gesamte GUS-Region, einschließlich der Ukraine, zu verlassen.”, ist sich Lesik sicher.
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