Die Zentralbank friert den Währungsmarkt ein, einen Beschluss fassend, der Banken dazu verpflichtet Devisen der Bevölkerung nur zum offiziellen Kurs zu verkaufen und diese nicht unter 3% des Verkaufspreises zu kaufen. Außerdem verschwinden zum 1. Januar 2009 in der Ukraine die Wechselstuben – mit Devisen kann man nur noch an Bankschaltern handeln. Banker sagen, dass es unrentabel wird mit Devisen zu handeln und sie Wechseloperationen einschränken werden. Ihrer Meinung nach hat die NBU (Nationalbank der Ukraine) die Marktbeziehungen vernichtet und die Ukraine kehrt in die 90er Jahre zurück, wo man Devisen nur auf der Straße zu überhöhten Kursen kaufen konnte.
Am 5. November beschloss die Zentralbank die Anordnung #353, mit der sie die Regeln der Währungstauschoperationen verschärfte. “Festzulegen, dass auf dem Bargelddevisenmarkt die bevollmächtigten Banken den Verkaufskurs für Bardevisen nicht höher als den offiziellen Hrywnjakurs zu den Valuta festlegen, der von der NBU definiert wird.”, heißt es im Dokument, welches vom NBU-Präsidenten, Wladimir Stelmach, unterzeichnet wurde. “Der Kaufpreis für Bardevisen kann von den Banken innerhalb der Grenzen von 3% unter dem Verkaufspreis für Bardevisen festgesetzt werden.” Banken haben kein Recht den Kurs im Verlaufe eines Arbeitstages zu ändern und sind dazu verpflichtet am gleichen Tag die erworbenen Devisen zu verkaufen. “Im Fall eines Nachfragemangels für Bardevisen muss der Verkauf am nächsten Arbeitstag entsprechend dem entsprechenden Verkaufskurs für die Fremdwährung gegen Hrywnja in Richtung einer Verringerung korrigiert werden.”, erläutert man bei der NBU. Diese Korrekturen sind im Antikrisenerlass #319 eingetragen worden, in dem es bereits keine Normen für den maximalen Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskursen für die Banken bei 5% gibt.
Vom gestrigen Tag an begrenzte die Zentralbank ebenfalls die Operationen auf dem bargeldlosen Markt. “Der Kunde/Deviseninländer ist dazu verpflichtet die gekauften Giral-Devisen nicht später als fünf Arbeitstage nach deren Überweisung auf dessen Girokonto für das Ziel zu verwenden, welches im Antrag zum Kauf der Valuta angegeben wurde.”, fordert der Regulierer. Wenn der Kunde die Devisen nicht in dieser Zeit nutzt, so ist er verpflichtet dazu diese auf dem Interbankenmarkt zu verkaufen. Zusätzlich forderte die NBU von den Banken “organisationsrechtliche Maßnahmen zu beschließen, um zum 1. Januar 2009 zum Handel mit Bargeld ausländischer Währungen ausschließlich an den eigenen Kassen überzugehen.” Faktisch verpflichtete die NBU die Banken die Verträge mit ihren Partnern zu kündigen, die in den Wechselstuben per Agentenvereinbarung arbeiten.
Diese Anordnung wurde am Tag danach beschlossen, als die NBU sich “den offenen Währungsmarkt” unterordnete, auf dem juristische Personen direkt wünschenswerte Kurse für den Kauf und den Verkauf von Devisen unterzuordnen. Von ihnen bevollmächtigte Banken haben kein Recht diese zu ändern und gleichfalls Kunden zu anderen Kursen zu raten. “Es ergibt sich so, dass ich sogar dem Klienten keinen für ihn einträglichen Kurs vorschlagen kann, zu dem er das Geschäft durchführen könnte.”, ereifert sich der Kassenwart einer der großen Banken. “Im Ergebnis ‘hängen’ seit dem gestrigen Tag mehr als die Hälfte der Anträge.”
Im Brief #13-117/4999-15258 vom 4. November erlaubte der Erste stellvertretende Präsident der NBU, Anatolij Schapowalow, es den Banken nur einmal täglich die Kunden über den offiziellen Hrywnjakurs zu ausländischen Währungen und Interventionen der Zentralbank zu informieren. Am 3. November verbot der Regulierer im Brief #13-117/4974-15217 den Banken Anträge bei der NBU auf den Kauf/Verkauf von Devisen zu annullieren. Bei der NBU geht man übrigens davon aus, dass die Kunden lernen müssen “richtige” Kurse zu veröffentlichen. “Das System funktioniert ohne Ausfälle, die Banken müssen einfach auf ihren Gewinn verzichten und der Markt wird normal funktionieren.”, versichert man in der Abteilung für Währungsregulierung bei der NBU. “Gestern beispielsweise schloss der Interbankenmarkt praktisch ohne unsere Teilnahme.”
Mit den letzten ihrer Dokumente nahm die NBU dem Markt faktisch zwei der drei vorher vorhandenen Bestandteile: den Interbanken und den Bargeldkurs. “Dies beendet den Prozess des Überganges zu einem Einheitskurs und erlaubt es die Kontrolle von Seiten des Regulierers des Bardevisenumschlages zu optimieren.”, erklärte der Agentur “RBK-Ukraina” der Leiter der der Beratergruppe der Zentralbank, Walerij Litwizkij.
Früher versprach die NBU zwei Kurse beizubehalten: den Bargeld und den offiziellen (Interbanken) Kurs. Dafür erhöhte sie den Interventionskurs gemeinsam mit dem offiziellen Kurs, diesen an die Notierungen des Interbankenmarktes annähernd. Und zum 31. Oktober begann sie einen Schwellenkurs für den Dollarverkauf an die Bevölkerung einzurichten (andere Währungen ignorierte die NBU). Gestern verkaufte die Zentralbank Dollar auf dem Interbankenmarkt zum Kurs von 5,82 Hrywnja/$ und für heute legte sie einen dazu nahen offiziellen Kurs fest – 5,8224 Hrywnja/$. So soll auch der Bargeldkurs sein.
Händler bezeichnen die Handlungen der NBU als “Vernichtung des Währungsmarktes der Ukraine”, sich weigernd dies offiziell zu kommentieren, da der Regulierer die Refinanzierung ihrer Banken streichen könnte. “Sie wissen doch, wie empfindlich Stelmach gegenüber der Kritik von Bankern ist”, sagte ein Abteilungsleiter einer der größten Banken, daran erinnernd, dass auf Anruf der NBU einige Manager entlassen wurden. Vertreter der Banken mit ausländischem Kapital, obgleich sie nicht von der Notwendigkeit der Refinanzierung durch den Regulierer abhängen, halten sich ebenfalls mit Kommentaren zurück.
Kassenwarte sagen, dass ihre Berufsgruppe bereits nicht mehr nötig ist und verfallen in Panik. “Wozu braucht die Bank jetzt noch meine Abteilung?”, erregt sich der Leiter der Kasse einer der größten Banken. “Zuerst wurden wir zu ‘eingefleischten Schematechnikern’, die versuchten die Normen der NBU zu umgehen, indem sie Hrywnja zuerst in Rubel oder Euro und danach in Dollar und umgekehrt tauschten, doch jetzt wurden wir zu einfachen Arbeitern, die in die Systeme die Anträge der Kunden eingeben.” Den Worten der Händler nach, ist ihre Arbeit verlustreich geworden und dies ist gemäß dem Gesetz “Zu Banken und Banktätigkeiten” verboten. “Es wirken hier noch die Abführungen für Devisentätigkeiten in den Pensionsfonds in Höhe von 0,5% und die Ausgaben für die Operationen. Währungsoperationen werden unrentabel.”, erläutert ein Händler einer russischen Bank. “Mag doch der Kunde Ausrüstung kaufen und selbst auf dem Interbankenmarkt handeln, doch wir reduzieren die Operationen.”, sagt der Kassenwart einer anderen Bank.
Der Kampf der NBU mit der Dollarisierung (валютизация) führt das Land in die 90er Jahre zurück, wo es fast keine Devisen bei den Banken gab und kaufen konnten man diese nur zu überhöhten Kursen bei Geldwechslern. “Derjenige, welcher Devisen nicht verkaufen kann, wird diese halten, da es nicht einträglich ist damit zu handeln.”, denkt einer der Kassenwarte. “Diese Normen dienen der Entwicklung des Schwarzmarktes.” Der Regulierer könnte die Nachfrage verringern, indem er die Exporteure zwingt einen Teil des umgesetzten Geldes zu verkaufen, doch dies hat er wegen der starken politischen Lobby im Zentralbankrat nicht getan, daher wird die Bevölkerung die negativen Folgen tragen. “Wenn man jemanden zu Opfern zwingt, dann besser den, der schweigt und sich nur ein mal aussprechen kann – bei den Präsidentschaftswahlen.”, jammert ein Banker. “Doch das rettet vor nichts und zerstört das Finanzsystem und verursacht Panik unter den Leuten.”
Bei der Zentralbank erklärt man bereits, dass, im Gegenteil, man die Bevölkerung vor Währungsspekulationen der Banker zu schützen versucht. “Wir schicken den Banken jeden Tag Devisen ohne Ende”, bestätigt ein Informant bei der NBU. “Warum verkaufen sie diese nicht, wir werden dies am Donnerstag mit den Bankpräsidenten auseinandernehmen.”
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“