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Katerina Schtschotkina: Der rotangestrichene Tag im Kalender

Präsident Juschtschenko kann man vieler Dinge verdächtigen, nur nicht des Bestrebens die Ukraine in die “Wiege der Völker“ hineinzupressen. Er verlor die letztjährige Runde und versäumte die wahrscheinlich einzige Chance zur Gründung einer lokalen orthodoxen Kirche in der Ukraine. Schwer zu sagen, was bei diesem Scheitern eine größere Rolle spielte – die diplomatische Schwäche des Präsidenten oder sein Unvermögen Verbündete zu wählen und diese zu beeinflussen. Patriarch Filaret stellte in einer kritischen Minute auf stur, damit gleichzeitig zwei Moskauer Patriarchen in die Hände spielend – dem alten und dem neuen. Dem Präsidenten der Ukraine blieb in diesem Jahr nur übrig eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Wobei sich das Spiel des Präsidenten um so schlechter erwies, wie es Patriarch Kyrill besser gelang, der sogar die für ihn schlechteste Situation zu seinem Nutzen wendete. So erwiesen sich die gemeinsame Blumenniederlegung am Denkmal des Unbekannten Soldaten und dem Memorial für die Opfer des Holodomors nicht als diplomatischer Kompromiss, wie es vorgesehen war, sondern als “Ehrung unserer übernationalen Heiligtümer“. In jedem Fall hat die kurze, doch sensible Rede von Patriarch Kyrill auch nur den kleinsten Zweifel beim Auditorium gelassen – die Tragödie des Holodomors, als auch die Tragödie des Großen Vaterländischen Krieges – das ist das, was unsere unter gottlosen Regimen identisch leidenden Völker eint.

Das Thema der Einheit kommt dem Patriarchen nicht von den Lippen. Worte werden hier von anschaulichen Demonstrationen verstärkt. (Journalistische) Kollegen beiderseits der russisch-ukrainischen Grenze waren unfähig die Konferenz der Heiligen Synode der Russischen Orthodoxen Kirche zu kommentieren, die warum auch immer in Kiew stattfand. Welche Beziehung zur selbstverwalteten ukrainischen Kirche hat die Ernennung eines Vorstehers irgendeines Permer Klosters? Eben direkt:: gemeinsam mit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche können wir mit allen Fasern der Seele die Einheit mit der großen Rus spüren.

Doch bei allem Vermögen des Patriarchen elegant aus schwierigen Situationen zu kommen, ist sichtbar, wie viele Anstrengungen dafür aufgewendet wurde, damit es weniger Situationen dieser Art gibt. Die Geographie des Besuches spricht für sich selbst: Kiew, Donezk, Krim, Potschajew und als Gipfel der Kühnheit, Luzk – die Wahl wirkt absurd, da Wolhynien nicht mit Zahlen der Gläubigen der Ukrainischen Orthodoxen Kirche glänzt, doch dafür im “westlichen Gebiet“ liegt. Doch nicht nach Lwow. Dort ist natürlich die “Hauptkampflinie“ und benötigt Unterstützung, doch der Patriarch kann nicht soviel riskieren.

Besonders gut zeigten sich die Bemühungen das Risiko für den Patriarchen zu begrenzen im Studio des Fernsehsenders „Inter“. Mit diesem Auftritt sollte der Patriarch die Ukraine erobern. Das Programm war offensichtlich durchgeplant – kein einziger “überflüssiger Mensch“ im Studium, nicht eine scharfe Frage, nicht die kleinste Hoffnung auf Dialog, um gar nicht von einer Diskussion zu reden. Bei aller Achtung vor den Vertretern der Intelligenz der “drei Brüdervölker“ und der “orthodoxen Jugendorganisationen“, wo der Hälfte von ihnen – so schien es – die Fragen vorher ausgegeben wurden, soweit sie fremd und unwirklich von ihren Lippen kamen. Diejenigen, die unbequeme Fragen stellen oder außer Achtung und/oder aufrichtige Liebe anderes direkt vom Bildschirm aus demonstrieren könnten, wurden selbstverständlich nicht eingeladen. Die Liveübertragung des Patriarchen ist kein Platz für Experimente.

Der Auftritt des Gastes führte zu einem unauslöschbaren Eindruck auf die ukrainischen Zuschauer. Nicht das es sehr schwierig wäre – unsere Führer langweilen, das Niveau ist flach und ruft keine Erregung hervor, nicht einmal Lachen. Der Patriarch vermochte es diesen leeren Raum zu füllen, in den die ukrainischen Fernsehzuschauer mit einer überdurchschnittlichen Bildung mit der Sehnsucht nach Autoritäten schauen. Kameraerfahren noch aus seiner Zeit als Leiter der Abteilung für außerkirchliche Kommunikation, zeigte sich der Patriarch erneut als ausgezeichneter Redner, dessen Stimmgewaltigkeit von der Fähigkeit zur Wahl der Worte ergänzt. Er wurde als Philosoph anerkannt, als wirklicher Priester/Hirte, sein Treffen auf das Fernsehpublikum erhielt im Volk den Status einer “Predigt“. Weltliche Intellektuelle schlugen vor Ergriffenheit die Hände über dem Kopf zusammen: endlich haben wir einen wirklichen fortschrittlichen Führer. Im nahen Ausland taten es ihnen die kirchlichen Intellektuellen gleich: hier sehen sie, die Ukraine braucht keine eigenständige Kirche – das Volk liebt den Patriarchen. Eben so wurde das Wort gewählt – es liebt. Generell ist es richtig ausgewählt worden. Ich schließe nicht aus, dass falls Patriarch Kyrill sich am Ende seines Fernsehauftritts an die Zuschauer mit “Brüder und Schwestern“ gewandt hätte, hätten bei vielen in den Augen Tränen geglänzt.

Der Glanz der Rede des Patriarchen, die feierliche Ehrerbietung des Auditoriums zwang dazu von der Gewichtigkeit und der historischen Bedeutung der vorgetragenen Worte durchdrungen zu werden. Alles führte dazu: zu unserer unvermeidlichen Einheit und der Alternative zum Westen. Der Patriarch spricht die Worte “wir“ und “unsere“ mit Genuss aus: “unserere Ursprünge“, “unser Heiligtum“, “unsere Opfer“, die “wir für die Befreiung Europas und der gesamten Welt leisten mussten“. Er redet viel und gern von den Lügen, die aus der “Umschreibung der Geschichte“ geboren werden. Von der Unvergleichbarkeit des Nationalsozialismus/Nazismus und des Stalinismus. In seinem Auftritt die abfällige Kritik des “Handels mit Bonbonpapieren“ durch die Banken und des “unangemessenen Konsums“ überhaupt, vergisst du irgendwie die Bank „Pereswet“ und auf die Schweizer Uhr, die frech aus dem Ärmel des Patriarchen schaute, schaust du, wie auf einen bösen Scherz eines Fotografen.

Ein beliebtes Thema der Reden des Patriarchen ist die Unmöglichkeit des “westlichen Weges“ für uns (wieder dieses magische “wir“). Der Patriarch lässt sich nicht dadurch in Verlegenheit bringen, dass in seinem Munde die Idealisierung des “russischen Weges“ und die Beispiele dafür, wie verderblich für uns alles aus dem Westen gebrachte ist, ins absurde führen. Die liberale Ideologie ist armselig, die westliche Theologie ist schwach und zweifelhaft. „Was zieht uns am Westen an?“, fragt der Patriarch. Und antwortet gleich selbst, das Streben nach Sattheit. Das im Munde des Patriarchen einen dämonischen Charakter bekommt, da diesem von ihm “unser russisches“ Streben zur Heiligkeit gegenübergestellt wird.

Die Sache liegt nicht am Spiel mit den Worten, hinter denen im Allgemeinen nichts steht – satte gibt es im Westen wesentlich mehr als Heilige in Russland. Die Sache liegt in der Auswechslung der Begriffe. Die europäischen Werte kann man nicht auf die Konsumkultur zurückführen, wie uns der Moskauer Patriarch mit seinem Team zu überzeugen versucht. Übrigens, hat der Patriarch an das europäische System der Rechte und Freiheiten des Menschen ebenfalls viele Ansprüche. In erster Linie stört ihn, dass die Grundlage des Systems der europäischen Werte der Mensch ist, ausgestattet mit den Rechten und Freiheiten von Geburt an. “Die Deklaration von der Würde, der Freiheit und den Rechten des Menschen“, die unter der Leitung von Kyrill, damals noch Metropolit von Smolensk und Kaliningrad, von der Russischen Orthodoxen Kirche als alternatives Dokument für die “orthodoxe Zivilisation“ beschlossen wurde, ist hauptsächlich alternativ, das heißt entgegengesetzt zu verstehen. Da, gemäß diesem, die Menschen nicht gleich in ihren Rechten und Freiheiten sind, sondern in Abhängigkeit von ihrer “moralischen Würde“ einen Rang besitzen. Welcher Art die Würde ist, ist in den Kirchdoktrin festgelegt. Übrigens, brachte Wadim Kolesnitschenko (Partei der Regionen) einen Entwurf zur Annahme dieser klerikalen Konzeption durch die Werchowna Rada zur Prüfung im Parlament ein. Bislang ist jedoch nicht vollständig klar, auf welcher Grundlage und in welcher Form die Werchowna Rada diese Doktrin beschließen soll.

“Eine antiwestliche Rhetorik für die Ukraine“ durchzieht in diesen Tagen die Reden russischer Kirchenvertreter – ihrer Meinung nach ist es für uns Zeit zu verstehen, wer für uns ein Freund ist und mit wem wir zusammen sein sollen. So öffnet der bei Patriarch Kyrill beliebte PR Agent Protodiakon Andrej Kurajew den Ukrainern und Russen die Augen dafür, dass die Bezeichnung unseres Landes von dem polnischen abwertenden Spitznamen “okraina/Grenzgebiet/Randgebiet“ herrührt. Und wir, entweder aus Nichtbegreifen oder wegen irgendeinem bösen Gedanken, nennen uns jetzt so anstelle des stolzen “Malorossija/Kleinrussland“, welches wie Andrej Kurajew warum auch immer meint, für unser Land “eine hohe und ursprüngliche Selbstbezeichnung“ ist. “Wie ist heute nur die Politik und Ideologie in den staatlichen Schulen verzerrt worden!“, ruft der Professor der Moskauer Kirchenakademie in Verzweiflung aus. Ich teile seine Verzweiflung: was geht nur in der russischen Theologie und Kirche überhaupt vor, wenn einer der besten Prediger und Theologen des modernen Russland so leicht seinen Weg ändert und sich in einen unmittelbaren PR-Mann verwandelt?

Darüber, dass Russland die Kirche benutzt, um die Ukraine von Europa zu entfernen und sie in der eigenen geopolitischen Umlaufbahn zu halten, sind hunderte Artikel geschrieben worden. Darüber, dass die mit ähnlichen rhetorischen Fundstücken glänzende Kirche den Befehl des Kremls ausführt ebenfalls. Das spricht gleichfalls davon, dass uns niemand als eigenständiges staatliches Projekt und entsprechend als gleichberechtigten Partner betrachtet und auch nicht dazu übergeht dies zu tun. Übrigens, braucht man keine Haarspalterei mit der eigenen Staatlichkeit zu betreiben, mit der niemand – in einigen Fällen sogar wir selbst – rechnen möchte, wenn man uns vorschlägt an etwas irgendwie tatsächlich grandiosem teilzunehmen? In der “orthodoxen Zivilisation“ mit “ihren eigenen Werten“, die wir auch dem Westen vorschlagen können und sollen. In einer Zivilisation, welche “den einheitlichen Raum der Heiligen Rus, der historischen Rus“ umfasst, der großen, selbstständigen und eigenständigen. Nun, wie kann da der Herzschlag nicht kurz stocken? Wie könnte es uns nicht begeistern, die wir der Gemeinheiten, der Korruption und den Müllhaufen im Hof müde sind und davon, dass Europa für uns verschlossen ist – welches das ehemalige sozialistische Lager “verdaut“. Wir sind keine hungrigen und armseligen – wir sind einfach andere. Wie kann man nicht von der eigenen Einzigartigkeit begeistert sein – wenn auch eine für drei?

Patriarch Kyrill, der diese Rhetorik wählte, kennt unseren Schwachpunkt – er ist für uns tatsächlich einer für drei. Die Nostalgie nach Zeiten “als wir stark waren“ wird spürbarer, je schwächer wir werden. Das betrifft nicht nur die Ukraine, sondern auch Russland. Möglicherweise muss man sich daran erinnern, dass die Ukrainische Orthodoxe Kirche fast die Hälfte der Gemeinde der Russischen Orthodoxen Kirche. Ihre Kraft liegt in der Tat in der Einheit mit uns, da ohne uns die Russische Orthodoxe Kirche nicht die größte orthodoxe Kirche der Welt wäre. Die Rivalität zwischen dem Moskauer Patriarchen und dem Konstantinopeler verlöre ihren Sinn, da dessen Ansprüche auf die Führerschaft seltsam wirken würden.

Das heißt alle, die mit stockendem Herzen die “kleinen Schritte“ der Ukrainischen Orthodoxen Kirche zur Selbstständigkeit verfolgten und erwarteten, dass diese sich auf evolutionärem Wege einstellen würde, können in Urlaub gehen. Das ist amtlich. Denn der aktuelle Besuch des Patriarchen ist nicht anderes als eine Demonstration der harten Absicht die Ukraine im System der “russischen orthodoxen Zivilisation“ zu halten, dafür werden alle Kirchenmechanismen genutzt. Die Äußerungen der russischen Kirchvertreter in Beziehung zur Ukraine, werden wahrscheinlich schwächer werden – außer in den Fällen, wenn irgendjemand vor den Kopf gestoßen werden muss. Die Frage der Sprache des Gottesdienstes wird maximal liberal gelöst. Es hat sich die Mythologie des “Kiewer Lands“ selbst geändert. Jetzt wird der Akzent nicht auf die Zweitrangigkeit (wie kann man!) gelegt, sondern darauf, dass dies die “kleine Heimat“ der Heiligen Rus ist oder “unser Jerusalem“ oder “unser Konstantinopel“ – allgemein, ein Heiligtum. die Erstgeburt und überhaupt “unser alles“. Derweil ist nicht ausgeschlossen, dass die Ukrainische Orthodoxe Kirche in ihrer Selbstverwaltung beschnitten wird – man wird sie nicht wieder in ein Verwaltungsgebiet umwandeln, natürlich, doch die Freiheit wird geringer werden. Da die Triebe der Eigenständigkeit, die in den letzten zehn Jahren in der Ukrainischen Orthodoxen Kirche sprossen, der Moskauer Leitung unerwünschte Früchte bringen könnte.

Die offene Deklarierung der Absichten in Bezug auf die Ukrainische Orthodoxe Kirche und ihre Freiheiten führte zur zweifachen Auszeichnung für Wassilij Anisimow, den Hauptredakteur der Webseite „Ukraina Prawoslawnaja“, Präsident Medwedjew verlieh ihm den Orden der Freundschaft und Patriarch Kyrill den Orden Sergej Radoneshskijs/Sergius von Radonesch. Die Leitung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche bemühte sich in den letzten Jahren sich von dieser Webseite zu distanzieren, offensichtlich in Verbindung mit ihrer antiukrainischen Rhetorik und den ständigen Versuchen Zwist dort zu säen, wo es diesen bereits zur Genüge gibt. Doch bei der Ordensverleihung nannte Patriarch Kyrill Anisimow “Leiter des Pressedienstes“, damit dessen Vollmachten bestätigend und dabei nicht berücksichtigend, wie das bei der Ukrainischen Orthodoxen Kirche und in der Ukraine überhaupt aufgenommen wird.

Der Patriarch braucht ergebene Leute, die in erster Linie ihm und erst in zweiter der Sache dienen. Die Metamorphose von Andrej Kurajew von einem guten Prediger in einen marktschreierischen Ideologen ist sehr bezeichnend. Leute dieser Art braucht der Patriarch in der Ukraine, in Kiew, welches der Patriarch zum russischen, zu seinem Konstantinopel machen möchte. Davon redet insbesondere die Gleichmachung Metropolits Wladimir, des Vorstehers der Ukrainischen Orthodoxen Kirche. Das unterscheidet den Besuch dieses Jahres von denen des letzten Jahres der beiden Patriarchen, neben denen Metropolit Wladimir gleichberechtigter Teilnehmer der Ereignisse war, der Gastgeber, der die Gäste empfängt. Schwer zu sagen, was damals die Ereignisse beeinflusste – die Anwesenheit des Patriarchen Konstantinopels, die Erregung, die mit einem möglichen Vertrag zwischen Patriarch Bartholomäus, Patriarch Filaret und Präsident Juschtschenko zu einer alternativen ukrainischen orthodoxen Kirche verbunden war, die gegenseitige Achtung zwischen Patriarch Alexij und Metropolit Wladimir und die Achtung gegenüber den Vereinbarungen, die zwischen ihnen erreicht wurden. In diesem Jahr hat sich alles geändert. Präsident Juschtschenko, “der Autor der Idee“, leuchtete kurz vor dem Hintergrund des Holodomor Memorials auf, Patriarch Bartholomäus erinnerte sich überhaupt nicht an den Feiertag der Gründung der Tochterkirch, ja und die Feier selbst erwies sich als irgendwie “großrussisch“ und überhaupt nicht ukrainisch und sogar generell nicht christlich.

Jedoch diejenigen, die bereits bereit sind Patriarch Kyrill das Bestreben die Bestellung der russischen Staatsgewalt zur Einheit mit der Ukraine so gut wie möglich umzusetzen vorzuwerfen, sollten sich nicht mit Schlüssen überstürzen. Kyrill macht nicht den Eindruck eines vorbildlichen Soldaten oder eines halsstarrigen Beamten. Er ist ohne jeden Zweifel ambitioniert und ein Zusammenstoß mit der weltlichen russischen Macht um Popularität, Einfluss und Befugnisse scheint praktisch unvermeidlich. Bislang erläuterte der Kreml dem Patriarchen eingängig, wo sich die Linie befindet, zu deren Überschreitung er nicht berechtigt ist. Die Macht in Moskau (Бело­каменная) ist zu monolithisch und eifersüchtig, mit ihr zu streiten ist nicht einfach. In diesem Sinne ist die Ukraine für den Patriarchen sowohl ein Testfeld als auch ein Sprungbrett. Hier rechnet er damit das zu erreichen, wovon er in Russland nur träumen kann, das Recht auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen. Denn Janukowitsch, der Kyrill nicht von der Seite wich, unterhält nicht nur die Eigenliebe des Patriarchen.

Faktisch hat der Besuch von Patriarch Kyrill in der Ukraine bislang nichts komplett Neues gebracht – außer Emotionen. In diesen wurden übrigens keine großen Hoffnungen gesetzt, wie es im letzten Jahr war. Die Worte darüber, dass die “Ukraine und ihre Kirche nicht bereit sind“, dass es “keine einheitliche Meinung gibt“, dass die “Autokephalie zur Spaltung führt“ und so weiter, sind schon so oft wiederholt worden, dass sie ihren Sinn verloren haben. Doch sie werden wie ein Mantra auch bei diesem Besuch wiederholt. Das fehlende Interesse von Patriarch Bartholomäus an der Ukraine beeilte man sich dieses Mal als diplomatischen Erfolg Patriarch Kyrills zu verkünden, der “hinfuhr und Einigungen erzielte“. Doch tatsächlich ist es schwer sich vorzustellen, dass Patriarch Bartholomäus zu aktiv in der “ukrainischen Frage“ nach dem nicht erfolgreichen Versuch Patriarch Filaret im letzten Jahr zu überreden und den Erklärungen des Letzteren, dass er keinen Unterschied zwischen dem “Konstantinopeler Joch“ und dem “Moskauer“ sieht. Interessant ist, ob Patriarch Kyrill seinem ukrainischen Kollegen dankte sagte – die Spaltung, Spaltung sein lässt und die Dienstleistung als Dienstleistung wahr nimmt.

Dass die Pressegruppe des Patriarchen beständig wiederholte, dass der Besuch in keinem Falle politisch ist und nur ein pastoraler oder noch besser ein Pilgerbesuch, rief von Anfang an Verdacht hervor, der bald von Gereiztheit ersetzt wurde. Der Besuch erwies sich als im Vollen und Ganzen politischer. Er zeigte der Ukraine noch einen weiteren russischen Politiker, der sich bemüht diese “heilige Erde“??/dieses ??“heilige Land“ für das Erreichen eigener Ziele zu nutzen.

31. Juli 2009 // Katerina Schtschotkina

Quelle: Serkalo Nedeli

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 2770

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