Der Donezker Besuch des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski und des schwedischen Außenministers Carl Bildt zum Fußballspiel „Schachtjor“ gegen den „FC Porto“ ist eine echte politische Sensation, an welche man sich häufig erinnern wird, wenn man versucht zu verstehen, weshalb sich die Ukraine in der Annäherung an Europa immer weiter entfernt hat.
Eine der letzten Möglichkeiten, die Situation hinsichtlich der vorläufigen Zustimmung zum Beitritt zur Europäischen Union zu ändern, ist zu versuchen, mit Rinat Achmetow über die Lage des Landes zu sprechen. Polen betrachtete die Annäherung der Ukraine und anderer osteuropäischer Länder an die EU als wichtigen Erfolg seines Vorsitzes. Darüber hinaus hätte es auch ein persönlicher Erfolg für Radoslaw Sikorski sein können. In Warschau hat man Kiew besondere Aufmerksamkeit gewidmet, aber als sich zeigte, dass sich mit Wiktor Janukowitsch eine Zusammenarbeit nicht möglich wäre, widmete man Chisinau die Aufmerksamkeit. Auf das Jahresende zu begann die Ukraine sich zielstrebig in einen autoritären Staat zu verwandeln, mit einem nicht einschätzbaren wie nicht selten unangemessen handelnden Präsidenten, einer zugrunde gehenden Wirtschaft und einer verarmenden Gesellschaft. Und in Moldau dieselbe politische Unvorhersagbarkeit: als wären bereits genügend Stimmen für die Wahl des neuen Präsidenten des Landes vorhanden, obwohl der Sessel schon mehrere Jahre leer bleibt und obwohl es unter den Politikern kein Einvernehmen gibt, wird wieder über die Möglichkeit vorgezogener Parlamentswahlen gesprochen, aber mit einer vorübergehenden Regierung – oder auch mit einer ständigen – möchte niemand zusammenarbeiten. Außerdem haben die Europäer bereits die bittere Lektion des Wechsels von Juschtschenko zu Janukowitsch schlucken müssen. So könnte es dann auch in Moldau sein: alles ist mit den dortigen Demokraten verhandelt, und den Bürgern sind die Kommunisten lieber…
So ist das ukrainische Thema, wenn auch fast ohne Aussicht, erneut auf der Tagesordnung. Sikorski macht nicht zum ersten Mal eine so enttäuschende Reise. Seinerzeit flog er mit dem deutschen Kollegen Guido Westerwelle zum Präsidenten Weißrusslands Aleksandr Lukaschenka und wollte das verknöcherte „Väterchen“ überreden, den verfallenden Zaun des weißrussischen Staatswesens im Austausch gegen europäische Hilfe wenigstens etwas zu überstreichen. Das „Väterchen“ zog die Spezialeinheiten vor und alles war umsonst. Für ihn ist es die letzte Möglichkeit gewesen, auf lange Sicht zu überleben – wenn nicht als Präsident, so doch als Weltbürger in der Rubljowka-Gegend. So dringt Russland immer stärker in die weißrussische Wirtschaft vor, „Gasprom“ wird bald nicht nur das Gastransportsystem des Nachbarlandes kontrollieren, sondern auch die größten Unternehmen und es kann passieren, dass man irgendein neues „Väterchen“ dem gealterten und an Kraft verlierenden „Griff“ Aleksandr Grigorjewitschs vorziehen wird. Und in dieser Situation wird er es nicht bis zur Rubljowka schaffen.
Jetzt steht dem ukrainischen Präsidenten derselbe Fehler bevor – nebenbei aus denselben Gründen wie dem weißrussischen Präsidenten. Lukaschenka leidet Todesangst vor echten Wahlen und dem dickköpfigen Volk – und das, obwohl Janukowitsch ihn um dessen Ansehen nur beneiden kann. Warum fürchtet man Janukowitsch bei dieser Popularität nicht? Heißt es deswegen: was für ein Europa? Kontrolle, Kontrolle und nochmals Kontrolle.
Doch, was für Janukowitsch der Machtverlust ist, ist für Achmetow der Verlust von Macht und Eigentum. Deshalb hätte der „Oligarch“, sogar wenn er tatsächlich Einfluss auf den Präsidenten ausüben könnte, das Donezker Treffen mit den Ministern eher zur Demonstration der eigenen europäischen Bestrebungen nutzen können, als aufrichtig die Sorge von Sikorski und Bildt hinsichtlich der versäumten Chance zu teilen. Kiew schenkt den europäischen Ausführungen ohnehin nicht viel Gehör und versucht die Nachbarn mit dem Richtungswechsel nach Osten zu erpressen. Die missglückte Provokation des ukrainischen Präsidenten, mit der Entscheidung das Treffen mit den Europäern gegen ein Treffen mit den ??„Kontroll“??-Brüdern der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft einzutauschen, ist dafür kein schlechtes Beispiel. Weshalb es heißt, die Europäer fürchteten sich vor Russland, verstehe ich nicht. Die Ukrainer haben Angst vor Russland. Janukowitsch fürchtet Russland – und das macht er ganz richtig. Die Europäer hingegen zahlen.
So war der Ministerausflug von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Aber das ist noch nicht das Ende der polnischen Bemühungen. Am Montag wird in Kiew der Präsident des Nachbarlandes Bronislaw Komorowski auftauchen. Die Tatsache, dass nach dem skandalträchtigen Breslauer Treffen der Präsident Polens entschied, dem Präsidenten der Ukraine eine letzte Chance zu geben, ist wohl eine Demonstration von Großmut und der Hoffnung darauf, dass etwas im Arbeitszimmer auf der Bankowaja-Straße (Präsidentensitz) vorhanden ist, was nie vorhanden war – der gesunde Menschenverstand. Und wenn diese Bestrebung nicht gebührend gewürdigt werden wird, wird der Besuch Komorowskis lediglich die Abschiedsreise des polnischen Vorsitzes werden. Dann beginnt der Vorsitz Dänemarks. Das ukrainische Dossier wandert in einen weit entfernten Ordner.
25. November 2011 // Witalij Portnikow – Witalij Portnikow ist Chefredakteur und Fernsehmoderator des Programms TVi
Quelle: Lewyj Bereg




Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Einreise als Flüchtling, bedeutet......., nicht als Deine zukünftige Frau, bist dann erst einmal ihr Vermieter, mehr Hilfestellung gibt es jetzt aber nicht mehr.“
Bernd D-UA in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Gehe auf das Ausländeramt Deiner Gemeinde und erkundige Dich, kann ja sein ich irre mich, derzeit können Ukrainer als Flüchtlinge einreisen und unterliegen dem Paragraphen 24, aufgtund dessen läuft...“
Bernd D-UA in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Grundsätzlich könnte ich die Sachen mit in die Ukraine nehmen, bis Luzk, ABER Der Zoll und die Einfuhr muss geklärt sein und die Kosten und daran wird es wohl scheitern!“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Jetzt lief gestern um 23:30 Uhr alles wie geschmiert in Ustyluh/Zosin, Einreise UA in ca. 50 Minuten. Dieses Mal die Polen schnell 3 PKW, bei den Ukrainern länger, 2 Busse und sonst ein paar Fahrzeuge,...“
cxmorph in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo, die Heirat an sich ist nicht sonderlich aufwändig und Bürokratisch, wenn man in der Ukraine heiratet. Bei Anreise Montag oder Dienstag, kann die heirat am Donnerstag oder Freitag derselben Woche...“
aust72 in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Guten Tag, ich habe Kontakt zu einem Unfallchirurgen aus Sumy, der zur Zeit in einem Fronthospital arbeitet. Durch meinen Beruf habe ich aus Kliniken 10 Kisten (130kg) chirurgische Instrumente und Implantate...“
Ahrens in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo, die Heirat an sich ist nicht sonderlich aufwändig und Bürokratisch, wenn man in der Ukraine heiratet. Bei Anreise Montag oder Dienstag, kann die heirat am Donnerstag oder Freitag derselben Woche...“
cxmorph in Recht, Visa und Dokumente • Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo zusammen, ich (Deutscher und wohne in Süddeutschland) bin seit fast 4 Jahren mit einer Ukrainerin zusammen. Sie ist bei Kriegsbeginn aus der Ukraine in die Schweiz geflüchtet. Sie wohnt aktuell...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Gestern Freitagnacht auf Samstag, 2 Uhr Kiewzeit, habe ich bei Zosin/Ustyluh ins Klo gegriffen, ca. 12 bis 15 PKW und pro Einlas nur 5 PKW..., der weitere Ablauf bei den Polen, unerträglich langsam, das...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Meine derzeitige Ein- und Ausreisestrategie sieht wie folgt aus, Einreise am Grenzübergang in Ustyluh, zuletzt beide Grenzen in 18 Minuten passiert, Lichtgeschwindigkeit. 1 Uhr in der Nacht (Kiewzeit)...“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„..... Mir liegen von meinen Eltern unterzeichnete Generalvollmachten in deutscher Sprache vor. ..... Grundsätzlich wirst du mit Vollmachten in deutscher Sprache bei einem ukrainischen Konsulat nicht weit...“
kasamb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„2016? Sorry, ich meinte 2026“
Frank in Recht, Visa und Dokumente • Re: Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„2016? Das Konsulat ist doch in Hamburg. Warum rufst dort nicht an?“
kasamb in Recht, Visa und Dokumente • Verlängerung ukrainischer Reisepässe bei gesundheitlicher Einschränkung
„Sehr geehrte Damen und Herren, meine Eltern sind ukrainische Staatsbürger und leben seit 2008 mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, genauer gesagt in Hamburg. Im Juni 2016 läuft...“
YbborNhurg in Hilfe und Rat • Mit ukrainischer Frau unter einem Dach
„Hallo an ALLE, ich vermute meine Beteiligung hier entspricht nicht meinen Erwartungen und Hoffnungen. Mein Anliegen war in Erfahrung zu bringen,was ich beachten muss,wenn ich mit einer ukrainischen Frau...“
volontaer45 in Ukraine-Nachrichten • Re: Wegen des Starts einer russischen MiG wurde in der gesamten Ukraine ein Luftalarm ausgerufen
„Das sind Untermenschen, normale Menschen verhalten sich anders. Slava Ukraine Nachricht von Moderator Handrij volontaer45 wurde für diesen Beitrag verwarnt. Nazisprache ist hier unerwünscht! Un|ter|mensch,...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Hallo Lev, habe das im Internet gefunden, Probleme ist wohl die Grenzkontrolle ohne EU Pass, dann wird es eine Warterei von 2h..., Mein Browser hat mir das automatisch auf Deutsch übersetzt.“