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Die linke Ukraine zwischen Bandera und Chavez

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linke Ansichten Ukraine
Für die Regierung ist es vorteilhaft, mit linker Rhetorik zu parasitieren.

Die ukrainische Gesellschaft wird ein weiteres Mal durch Skandale erschüttert. Es gibt viele Skandale und man schafft es kaum alle zu verfolgen. Und beinahe an allen unbemerkt ging die Untersuchung von VoxUkraine vorbei, die eine absolute Dominanz linker Ansichten in der Ukraine zeigte. Um genauer zu sein, unterstützen 73 Prozent der Ukrainer links-autoritäre Ansichten und weitere 17 Prozent links-demokratische.

Jemand könnte sich fragen: Und was ist mit dem Nationalismus? Sind doch unter uns so viele leidenschaftliche Patrioten, die ihren Hass auf alles Linke zur Schau stellen. Doch tatsächlich nur in dem Fall wenn linke Ansichten zum Schutz der Rechte von sexuellen Minderheiten oder sagen wir dem Russischunterricht in der Schule führen. Bei ökonomischen Aspekten möchte niemand linke Ansichten bekämpfen. Mehr noch sind in den Programmen der nationalistischen politischen Parteien linke Fragestellungen reichlich vorhanden, beispielsweise zum Staatseigentum bei der Großindustrie. Tatsächlich schützen die Nationalisten im Unterschied zu den klassischen Linken nicht die Unterdrückten im Allgemeinen, sondern eben die unterdrückten ethnischen Ukrainer.

Wenn man sich den populären Ansatz zur nationalen Geschichte anschaut, dann stellt sich heraus, dass sie komplett links ist. Die Ukrainer in den vergangenen mehreren Hundert Jahren sind arme, mittellose Bauern, die sich gegen fremde Gutsbesitzer auflehnen. Und das begann nicht erst in den Zeiten der Sowjetmacht, denn der Kult um [Ustym] Karmeljuk, der tatsächlich überhaupt nicht das Gestohlene mit den Bauern außerhalb seiner Bande teilte, wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts ausgearbeitet. OUN [Organisation Ukrainischer Nationalisten] und UPA [Ukrainische Aufstandsarmee], deklarierten ebenfalls einen rein linken Ansatz bei der Wirtschaftspolitik, ich zweifle nicht daran, dass [Stepan] Bandera und [Hugo] Chavez mit Leichtigkeit eine gemeinsame Sprache gefunden hätten, wenn ihnen ein Treffen vergönnt gewesen wäre. Doch erhielt Bandera nicht die historische Chance seine wirtschaftlichen Programme zu verwirklichen und die Früchte der Tätigkeit von Chavez können wir mit eigenen Augen sehen.

Natürlich hatte die junge unabhängige Ukraine am Anfang der 1990er Jahre alle Chancen zu einem normalen europäischen Staat mit einer starken Mittelschicht, der Zelle für eine gesunde rechte Weltsicht, zu werden. Doch es kam nicht so, wie gedacht: an die Macht gelangte Leonid Danylowytsch Kutschma, ein „kräftiger Wirtschaftler/Haushälter“, der auf Schaffung einer „starken nationalen Bourgoisie“, das heißt eines Oligarchats setzte. Er besaß sogar die Frechheit, die „industrielle“ Ukraine dem „kleinkrämerischen“ Polen gegenüberzustellen.

Ein Beispiel, das ich anzuführen liebe: der überhohe Zoll auf gebrauchte Autos aus Europa zur „Unterstützung der einheimischen Autoindustrie“. Die Regierung opferte die Mobilität der Bürger, die wirtschaftliche Entwicklung der ukrainischen Provinz für die Mehrgewinne der Eigentümer von PKW-Montagefabriken. Und das ist nur ein Beispiel. Die Ukrainer wurden bewusst an die Nadel staatlicher Unterstützung gehängt, ihnen die Möglichkeit genommen effektiv ihre wirtschaftlichen Fähigkeiten zu zeigen, die Initiativen der Mittelschicht wurden mit Steuern und Kontrollen unterdrückt. Was haben wir am Ende? Am Ende haben wir eine linke Gesellschaft.

Am Schlimmsten ist, dass es für die Regierung vorteilhaft ist mit linker Rhetorik zu parasitieren. Für niemanden ist es wirklich von Vorteil einen angemessenen adäquaten Diskurs zu schaffen. Bleibt nur zu hoffen, dass er sich von selbst zu schaffen beginnt, vom Grunde auf, mit dem Bestreben unternehmerischer Ukrainer zu weniger Steuern und weniger Regulation. Und um so schneller dieser Prozess beginnt, um so besser für die Ukraine. Man sollte auch nicht unseren östlichen Nachbarn vergessen, der schneller auf auf den Pfad effektiver Transformationen gelangen könnte und dann kann man die Krim vergessen.

Die Hauptsache ist es sich nicht zu verspäten.

5. Juni 2019 // Pawlo Subjuk

Quelle: Zaxid.net

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 582

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