Ein neues Jahr 2012 ist angebrochen. Ein ereignisvolles, tumultreiches, tragisches und zugleich für viele Ukrainer lächerliches altes gesellschaftspolitisches Jahr ist hinter der Jahresschwelle geblieben. Die lächerlichste und meist verhasste Figur des Jahres war und bleibt Präsident Janukowytsch, der jedoch einen politischen Wandel in der Ukraine ausgelöst hat.
Wie dem auch sei, das alte politische Jahr 2011 hat bereits durch seine gesellschaftspolitischen Erschütterungen und bösartigen Überraschungen seitens Janukowytsch & Co. die neue Zukunft der ukrainischen Gesellschaft sowie des Politikums geprägt. Die Zukunft ist nicht zu sehen, nichtsdestoweniger ist sie zu spüren. Die kommenden Veränderungen sind nicht allzu fern. Es reicht, einen Blick in die Presse, Medien, Blogs und die gesellschaftliche Stimmung zu werfen, um sie zu wittern. Janukowytsch & Co. werden von der gesamten ukrainischen Bevölkerung verworfen.
Präsident Janukowytsch & Co. sind nicht von ungefähr vor knapp zwei Jahren zu Regierenden gewählt. Da das politische Schicksal immer barmherzig ist, was man am Beispiel der Ukraine nicht bestreiten kann, hat es auch Janukowytsch und seine Höflinge nach all den Erniedrigungen und Niederlagen im Jahre 2004 die begehrte Macht beschert. Die Macht, die das einzige Gut für viele in der Ukraine in die Politik Einsteigende darstellt, ist zu verlockend, um ihr zu widerstehen.
Mit der Macht in der Ukraine ist wie mit der Droge, die keiner Kontrolle unterliegt. Man soll intelligent, ausgebildet und der Gefahr bewusst genug sein, um der Machteuphorie standzuhalten und sie zu beherrschen. Janukowytsch ist leider nicht der Fall: Er ist eine von der Macht berauschte und dadurch zwiespältige Gestalt, die seiner Mission als Präsident der Ukraine nicht bewusst ist. Er ist zu stark darauf konzentriert, die Macht sowie ihre Gefahr in vollem Maße auszukosten. Da fährt er mit seiner Karosse zum Palast, da jagt er große Tiere in seinen Wäldern. Seine bescheidene Familie muss er auch auf Kosten der Untergebenen versorgen, was eigentlich für ihn eine Frage des Adels ist. Einerseits treibt er somit die Ukraine in die Not, andererseits belustigt er sie durch sein plumpes sprachliches Verhalten.
Abgesehen davon, bleibt die Mission von Präsident Janukowytsch eindeutig und entscheidend: Er ist da, um die Ukraine zu konsolidieren, die menschliche Unmut, Gedanken und den Willen nach einem angemessenen und europäischen Leben zu vereinigen. Das, was der ehemalige Präsident Juschtschenko und die Premierministerin Tymoschenko nicht geschafft haben und schaffen konnten, hat Janukowytsch auf seine Art gemacht. Als Mensch und als Staatsoberhaupt hat er längst den Rubikon überschritten. Im Gegensatz zu Caesar hat Janukowytsch seine strategischen sowie taktischen Möglichkeiten überschätzt und alea iacta est.
Janukowytsch & Co. haben veranschaulicht, dass man in der Ukraine ihm sowie keiner groß agierenden Partei vertrauen und glauben kann. Sie haben aufgezeigt, wie korrupt und geldgierig die politischen Eliten in der Ukraine sind. Sie haben auch vor den Augen geführt, dass neue Andersdenkende und anders lebende Eliten erscheinen müssen. Sie haben aufgezeigt, wie passiv, korrupt und ängstlich die Opposition im Lande ist. Eben das Jahr 2012 wird zum Jahr der Geburt der neuen Eliten. Das Potenzial liegt und entwickelt sich in einer Bürgerbewegung, in der Zivilcourage, d. h. in einer Bürgerpartei, die im Jahre 2012 aus dem Nichts entsteht und an Unterstützung sowie Macht gewinnt.
Janukowytsch & Co. führten zu einer irreversiblen Umorientierung nicht nur des Politikkonzeptes an sich, sondern der menschlichen Vorstellung von der Politik. Janukowytsch gab den Menschen die Chance, zu verstehen, was sie wirklich sein und haben wollen. So eine Leistung hat Janukowytsch dadurch erbracht, dass er sich so hingestellt hat, wie er ist: unprofessionell, kurzsichtig und räuberisch. Gerade das hat den Menschen die Augen aufgemacht. Die Bärenmethode hat die Menschen ohne weiteres eingeleuchtet. Im Janukowytsch haben die Menschen aus der ganzen Ukraine kein Ebenbild gesehen. Somit versinnbildlicht die spürbare Bürgerbewegung das Leitbild der neuen Generation der politischen Eliten, indem sie sich nicht immer politisch, sondern bürgerlich engagieren. Janukowytsch hat die Situation geschaffen, in der das Volk, ein Bürger seine Kräfte schöpft und einsetzen kann. Janukowytsch hat die Politik in ihrer bisherigen sowie jetzigen Form obsolet gemacht. Das Sinnbild des Bumerangs begleitet das politisch vorgetäuschte Agieren von Janukowytsch & Co., der es geschafft hat, die Bürger der Ukraine für eine neue Politik zu sensibilisieren und ihre Alltagsroutinen zu überdenken.
Es handelt sich dabei um eine einzigartige Chance, die man heutzutage seit Jahrtausenden als Demokratie bezeichnet. 20 Jahre des Verwandlungsprozesses waren genug, um seinen eigenen Bürgerkörper zu spüren sowie auf ihn zu hören zu lernen. Der Bürger soll endlich wissen und entscheiden, wer ist wer und was ist was. Er soll über seine Zukunft entscheiden. Über die Zukunft, die noch friedlich gestaltet werden kann. Die Janukowytsch-Ära ist die letzte und sie stellt die einzige Chance dar, um diese Entscheidung zu treffen und zu handeln. Die Gesellschaft soll sich als ein ganzer Körper fühlen und mit ganzer positiver Kraft an die Gestaltung ihrer Zukunft herantreten. Das Jahr 2012 ist das günstigste und das letzte Jahr für dieses gute Schaffen und ich glaube fest daran, dass so ein Vorsatz von Millionen Menschen in der Ukraine noch im alten Jahr geschaffen wurde.
Das baldige Ende der kurzfristigen Janukowytsch-Ära bezeichnen zwei Gefangenenfronten: Einmal Janukowytsch selbst und einmal seine politische, obwohl das Wort „politisch“ mit Janukowytsch wenig zu tun hat, sowie geschäftliche Gegner, die im Gefängnis sitzen.
Präsident Janukowytsch bleibt bestimmt bald vergessen, seine jedoch lustige und zugleich bösartige politische Figur wird noch Jahrzehnte die Menschen in Form von Comics und Witzen belustigen sowie an die schlimmsten Zeiten der unabhängigen Ukraine erinnern. So wird das Schicksal von denjenigen, die macht-, geldgierig, betrügerisch und offen heuchlerisch sind, aussehen. Man vergisst sie als Menschen, man erinnert sich an sie als jeweilige Figuren.
In der Ukraine passiert doch viel Neues, viel Positives im Schlechten. Eine neue Macht kommt zur Geburt, aus dem Demos. Eine einzigartige Demokratiegeburt.
Bohdan Androschtschuk


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“