Wie dem Kommersant-Ukraine bekannt wurde, beabsichtigt die Regierung gemeinsam mit dem Präsidialamt die die Bedingungen für die Privatisierung des Odessaer Hafenwerks zu ändern und dieses bis zum Ende des Jahres zu verkaufen. Jetzt soll der zukünftige Besitzer die Tarife für den Umschlag von Ammoniak im Odessaer Hafenwerk mit drei Ministerien und dem Kartellamt abstimmen. Die Wettbewerbsteilnehmer sind von dieser Initiative nicht eingeschüchtert – sie sagen, dass die neuen Bedingungen sie nicht nur nicht aufhalten werden, sondern sich auch nicht im Preis für das Aktienpaket widerspiegeln werden.
Die Offene Aktiengesellschaft “Odessaer Hafenwerk” (OHW) – der drittgrößte Hersteller von Mineraldüngern in der Ukraine und der zweitgrößte Produzent von Ammoniak. Der Umsatz des OHW aus laufender Produktion betrug im letzten Jahr 1,8 Mrd. Hrywnja (ca. 257 Mio. €), der Gewinn 46,7 Mio. $.
Gestern teilte der Wirtschaftsminister Anatolij Kinach dem “Kommersant-Ukraine“ mit, dass die Regierung plant das OHW bis Ende des laufenden Jahres zu privatisieren. “Mit seinem Verkauf zu zögern ist nicht möglich – je teurer die Energieträger in der Ukraine werden, um so billiger wird dieses Unternehmen. Gemeinsam mit dem Präsidialamt haben wir vereinbart das Unternehmen bis Ende des Jahres zu verkaufen.”, erzählte Kinach.
Ein hochgestellter Informant des “Kommersant-Ukraine“ in der Regierung teilte mit, dass in die Bedingungen der Ausschreibung ein Punkt eingefügt wird, der besagt, dass der zukünftige Besitzer die Tarife für den Umschlag von Ammoniak mit dem Ministerium für Industriepolitik, dem Wirtschaftsministerium, dem Transportministerium und dem Kartellamt abstimmen muss. Auf diese Weise wird die Möglichkeit der Einrichtung von Monopolpreisen ausgeschlossen. “Es ist möglich, das die Ausschreibung zurückgezogen wird und danach aufs neue veröffentlicht wird, doch dann bereits mit diesen Bedingungen.”, so der Informant. “Es ist geplant dies alles innerhalb von anderthalb Monaten zu tun.”
Der erste Stellvertreter des Leiters des Präsidialamtes Alexander Schlapak bestätigte gestern, dass die Privatisierung des OHW bereits in diesem Jahr zustande kommen kann. “Wir müssen die Bedingungen des Verkaufes des Werkes überprüfen. Ich denke, bis zum Ende des Jahres könnten wir es verkaufen.”, sagte er.
Der Wettbewerb um den Verkauf von 99,52% der Aktien des OHW wurde am 8. August eröffnet. Der Anfangspreis für die Papiere beträgt 2,5 Mrd. Hrywnja (etwa etwa 357 Mio. €) Der Käufer des Werkes muss im Laufe von fünf Jahren etwa 240 Mio. $ investieren und erreichen, dass der Umsatz mehr als 500 Mio. $ erreicht (37% höher als in 2006). Unter den Bewerbern auf den Kauf des Werkes befinden sich: “Renowa” von Wiktor Wekselberg, die mit Gasprom assoziierte “Sibur Holding”, die russischen “Evrochim” und “Akron”, gleichfalls die Tscherkasser “Asot” und “Tscherkasskoje Chimwolokno” (beide Gruppe UkrSibBank), Dneproasot (Gruppe “Privat”), Yara International ASA (Norwegen) und Nitrofert (Estland). Früher erklärten Experten, dass mit dem Auftauchen von “Sibur” und “Renowa” auf der Liste der Bewerber der Preis für das OHW die 900 Mio. Dollar Marke übersteigt.
Der Vizepräsident der russischen Firma “Akron” Alexander Popow erklärte, dass die Abstimmung der Umschlagstarife mit der ukrainischen Regierung das Unternehmen “nicht erschreckt”. “Wir zweifeln nicht daran, dass der Wettbewerb trotzdem stattfindet. In den nächsten Tagen überweisen wir das Geld, welches für die Teilnahme am Wettbewerb notwendig ist.”, sagte er. Den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Tscherkasser “Asot” Pawel Owtscharenko, werden die neuen Bedingungen keinen Einfluss auf den Preis des OHW haben. Die gleiche Meinung vertritt der erste stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Privatbank Timur Nowikow.
Der Direktor des Institutes für Privatisierung, Eigentum und Investitionen Alexander Rjabtschenko sagt dazu, dass obgleich die neuen Bedingungen des Wettbewerbes keinen Einfluss auf den Wert des Objektes haben, können die Käufer aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzungen weniger, als vorgesehen, für das OHW bezahlen. “Wie die Regeln nun mal sind, die Investoren beziehen die Kosten, welche mit der Regelung der weiteren anstehenden Gerichtsverfahren verbunden sind, mit in die Bewertung des Unternehmens ein.”, sagt der Senioranalyst von Concorde Capital Wladimir Nesterenko. Mit ihm zeigt sich der leitende Partner der Anwaltskanzlei Astapov Lawyers Andrej Astapow einverstanden: “Die juristischen Auseinandersetzungen um die Privatisierung eines Objekts verringern seinen Wert in der Regel um etwa 20 Prozent.” Der “Kommersant-Ukraine“ erinnert daran, dass das Gebietsverwaltungsgericht von Kiew zum 1. Oktober jegliche Veräußerung des Werkes bis zur Untersuchung des Falls der Klage der Firma “Atlantik” verboten hat. Das Unternehmen forderte die Handlungen des Fonds für Staatseigentum bei der Organisierung des Verkaufswettbewerbs ohne Durchführung einer ökologischen Untersuchungen als gesetzeswidrig einzustufen und die Bestätigung des Planes der Privatisierung in der Reihenfolge, welche im Gesetz “Über die Privatisierung von Staatseigentum” vorgesehen ist.


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“