FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Verkauf des Odessaer Hafenwerks doch noch in diesem Jahr?

0 Kommentare

Wie dem Kommersant-Ukraine bekannt wurde, beabsichtigt die Regierung gemeinsam mit dem Präsidialamt die die Bedingungen für die Privatisierung des Odessaer Hafenwerks zu ändern und dieses bis zum Ende des Jahres zu verkaufen. Jetzt soll der zukünftige Besitzer die Tarife für den Umschlag von Ammoniak im Odessaer Hafenwerk mit drei Ministerien und dem Kartellamt abstimmen. Die Wettbewerbsteilnehmer sind von dieser Initiative nicht eingeschüchtert – sie sagen, dass die neuen Bedingungen sie nicht nur nicht aufhalten werden, sondern sich auch nicht im Preis für das Aktienpaket widerspiegeln werden.

Die Offene Aktiengesellschaft “Odessaer Hafenwerk” (OHW) – der drittgrößte Hersteller von Mineraldüngern in der Ukraine und der zweitgrößte Produzent von Ammoniak. Der Umsatz des OHW aus laufender Produktion betrug im letzten Jahr 1,8 Mrd. Hrywnja (ca. 257 Mio. €), der Gewinn 46,7 Mio. $.

Gestern teilte der Wirtschaftsminister Anatolij Kinach dem “Kommersant-Ukraine“ mit, dass die Regierung plant das OHW bis Ende des laufenden Jahres zu privatisieren. “Mit seinem Verkauf zu zögern ist nicht möglich – je teurer die Energieträger in der Ukraine werden, um so billiger wird dieses Unternehmen. Gemeinsam mit dem Präsidialamt haben wir vereinbart das Unternehmen bis Ende des Jahres zu verkaufen.”, erzählte Kinach.

Ein hochgestellter Informant des “Kommersant-Ukraine“ in der Regierung teilte mit, dass in die Bedingungen der Ausschreibung ein Punkt eingefügt wird, der besagt, dass der zukünftige Besitzer die Tarife für den Umschlag von Ammoniak mit dem Ministerium für Industriepolitik, dem Wirtschaftsministerium, dem Transportministerium und dem Kartellamt abstimmen muss. Auf diese Weise wird die Möglichkeit der Einrichtung von Monopolpreisen ausgeschlossen. “Es ist möglich, das die Ausschreibung zurückgezogen wird und danach aufs neue veröffentlicht wird, doch dann bereits mit diesen Bedingungen.”, so der Informant. “Es ist geplant dies alles innerhalb von anderthalb Monaten zu tun.”

Der erste Stellvertreter des Leiters des Präsidialamtes Alexander Schlapak bestätigte gestern, dass die Privatisierung des OHW bereits in diesem Jahr zustande kommen kann. “Wir müssen die Bedingungen des Verkaufes des Werkes überprüfen. Ich denke, bis zum Ende des Jahres könnten wir es verkaufen.”, sagte er.

Der Wettbewerb um den Verkauf von 99,52% der Aktien des OHW wurde am 8. August eröffnet. Der Anfangspreis für die Papiere beträgt 2,5 Mrd. Hrywnja (etwa etwa 357 Mio. €) Der Käufer des Werkes muss im Laufe von fünf Jahren etwa 240 Mio. $ investieren und erreichen, dass der Umsatz mehr als 500 Mio. $ erreicht (37% höher als in 2006). Unter den Bewerbern auf den Kauf des Werkes befinden sich: “Renowa” von Wiktor Wekselberg, die mit Gasprom assoziierte “Sibur Holding”, die russischen “Evrochim” und “Akron”, gleichfalls die Tscherkasser “Asot” und “Tscherkasskoje Chimwolokno” (beide Gruppe UkrSibBank), Dneproasot (Gruppe “Privat”), Yara International ASA (Norwegen) und Nitrofert (Estland). Früher erklärten Experten, dass mit dem Auftauchen von “Sibur” und “Renowa” auf der Liste der Bewerber der Preis für das OHW die 900 Mio. Dollar Marke übersteigt.

Der Vizepräsident der russischen Firma “Akron” Alexander Popow erklärte, dass die Abstimmung der Umschlagstarife mit der ukrainischen Regierung das Unternehmen “nicht erschreckt”. “Wir zweifeln nicht daran, dass der Wettbewerb trotzdem stattfindet. In den nächsten Tagen überweisen wir das Geld, welches für die Teilnahme am Wettbewerb notwendig ist.”, sagte er. Den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Tscherkasser “Asot” Pawel Owtscharenko, werden die neuen Bedingungen keinen Einfluss auf den Preis des OHW haben. Die gleiche Meinung vertritt der erste stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Privatbank Timur Nowikow.

Der Direktor des Institutes für Privatisierung, Eigentum und Investitionen Alexander Rjabtschenko sagt dazu, dass obgleich die neuen Bedingungen des Wettbewerbes keinen Einfluss auf den Wert des Objektes haben, können die Käufer aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzungen weniger, als vorgesehen, für das OHW bezahlen. “Wie die Regeln nun mal sind, die Investoren beziehen die Kosten, welche mit der Regelung der weiteren anstehenden Gerichtsverfahren verbunden sind, mit in die Bewertung des Unternehmens ein.”, sagt der Senioranalyst von Concorde Capital Wladimir Nesterenko. Mit ihm zeigt sich der leitende Partner der Anwaltskanzlei Astapov Lawyers Andrej Astapow einverstanden: “Die juristischen Auseinandersetzungen um die Privatisierung eines Objekts verringern seinen Wert in der Regel um etwa 20 Prozent.” Der “Kommersant-Ukraine“ erinnert daran, dass das Gebietsverwaltungsgericht von Kiew zum 1. Oktober jegliche Veräußerung des Werkes bis zur Untersuchung des Falls der Klage der Firma “Atlantik” verboten hat. Das Unternehmen forderte die Handlungen des Fonds für Staatseigentum bei der Organisierung des Verkaufswettbewerbs ohne Durchführung einer ökologischen Untersuchungen als gesetzeswidrig einzustufen und die Bestätigung des Planes der Privatisierung in der Reihenfolge, welche im Gesetz “Über die Privatisierung von Staatseigentum” vorgesehen ist.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 779

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)0 °C  Ushhorod3 °C  
Lwiw (Lemberg)3 °C  Iwano-Frankiwsk1 °C  
Rachiw-1 °C  Jassinja0 °C  
Ternopil0 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)1 °C  
Luzk2 °C  Riwne2 °C  
Chmelnyzkyj0 °C  Winnyzja0 °C  
Schytomyr0 °C  Tschernihiw (Tschernigow)0 °C  
Tscherkassy-1 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)-8 °C  
Poltawa-9 °C  Sumy-8 °C  
Odessa0 °C  Mykolajiw (Nikolajew)0 °C  
Cherson0 °C  Charkiw (Charkow)-6 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)-2 °C  Saporischschja (Saporoschje)-1 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)-1 °C  Donezk-2 °C  
Luhansk (Lugansk)-3 °C  Simferopol1 °C  
Sewastopol1 °C  Jalta4 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Gestern Freitagnacht auf Samstag, 2 Uhr Kiewzeit, habe ich bei Zosin/Ustyluh ins Klo gegriffen, ca. 12 bis 15 PKW und pro Einlas nur 5 PKW..., der weitere Ablauf bei den Polen, unerträglich langsam, das...“

„Meine derzeitige Ein- und Ausreisestrategie sieht wie folgt aus, Einreise am Grenzübergang in Ustyluh, zuletzt beide Grenzen in 18 Minuten passiert, Lichtgeschwindigkeit. 1 Uhr in der Nacht (Kiewzeit)...“

„..... Mir liegen von meinen Eltern unterzeichnete Generalvollmachten in deutscher Sprache vor. ..... Grundsätzlich wirst du mit Vollmachten in deutscher Sprache bei einem ukrainischen Konsulat nicht weit...“

„2016? Das Konsulat ist doch in Hamburg. Warum rufst dort nicht an?“

„Sehr geehrte Damen und Herren, meine Eltern sind ukrainische Staatsbürger und leben seit 2008 mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, genauer gesagt in Hamburg. Im Juni 2016 läuft...“

„Hallo an ALLE, ich vermute meine Beteiligung hier entspricht nicht meinen Erwartungen und Hoffnungen. Mein Anliegen war in Erfahrung zu bringen,was ich beachten muss,wenn ich mit einer ukrainischen Frau...“

„Das sind Untermenschen, normale Menschen verhalten sich anders. Slava Ukraine Nachricht von Moderator Handrij volontaer45 wurde für diesen Beitrag verwarnt. Nazisprache ist hier unerwünscht! Un|ter|mensch,...“

„Hallo Lev, habe das im Internet gefunden, Probleme ist wohl die Grenzkontrolle ohne EU Pass, dann wird es eine Warterei von 2h..., Mein Browser hat mir das automatisch auf Deutsch übersetzt.“

„Hat eventuell jemand hier im Forum, Erfahrung mit der neuen Zugverbindung und dem Umstieg in Przemyel ?“

„Zuletzt war ich zweimal kurz hintereinander in Ustyluh/Zosin im Röntgenapparat (Polen), kostet halt jedes Mal auch noch ca. 15 - 20 Minuten..., das nervt. Nach Kiew würde ich ebenfalls die "nördliche"...“

„Kowel-Sarnyj-Korosten-Kiew, weil wesentlich weniger Verkehr als die A4-Route im Süden. Ach die Strecke kann man normal fahren? Da ist nur der Grenzübergang Dorohusk nicht möglich.“

„Das hat sich spätestens erledigt seitdem "die Russen" ein Teil der Russen von damals hinterhältig überfallen hat. Und ein Teil der Russen von damals über "den Russen" von heute genauso denkt. Heisst...“

„In diesem Zusammenhang würde mich ja Mal interessieren welche Rolle E-Autos in UA unter den derzeit herrschenden Bedingungen spielen ?“

„Gerade wir als Deutsche sollten uns jetzt hüten wieder in alte verhängnisvolle Denkmuster gegenüber "den Russen" zu verfallen !“

„Ja das könnte passen. Der stand da mitten im Wald auf der Strasse mit der Kalaschnikow um den Hals. Da waren es noch paar km bis zur Grenze. Hatte da nur den EU-Pass gezeigt, hat er mich durch gewunken....“

„Bin erst 2025 das erste Mal bei Uhryniv über die Grenze, der Blockposten ist Schätzungsweise 7 Kilometer von der Grenze weg. Ansonsten lässt sich noch vermuten ggf. Gibt da was in der Nähe, dass gerne...“

„Interessant, Blockposten gibt es an den anderen Grenzorten schon lange nicht mehr. Zumindest nicht in Budomierz oder Korczova, Astey, Kosun, Richtung Ungarn. Uhryniv .... Ist das nicht der wo Armeeposten...“

„"RESPEKT " ist vermutlich das "Fremdwort" schlechthin für einen Russen. Meine Erwartungshaltung wurde " leider " nicht enttäuscht, faschistisches Russenpack, ist bleibt was es ist, ein Haufen voller...“

„Wieso Respekt? Werden die Russenfaschisten mit Absicht gemacht haben - wie kann man auch die Feiertage wie im Westen nutzen ....“

„Ja, das ist interessant, eigentlich sollen ja mit unter, Männer vor der Annäherung zur Grenze abgehalten werden und natürlich dann die Flucht außer Landes. Du hast recht, im Sommer hatte ich in Astey...“

„War über die Feiertage in der Ukraine in Luzk bei der Familie, die Russen sind schon blöde Arschlöcher, Luzk als Stadt zählt meiner Ansicht nach auch eher noch zu den ruhigeren Plätzen im Kriegsgebiet,...“

„Interessant, Blockposten gibt es an den anderen Grenzorten schon lange nicht mehr. Zumindest nicht in Budomierz oder Korczova, Astey, Kosun, Richtung Ungarn.“

„Grenzübergang Urgyniw - Dolgobytschuw Wollte in der Nacht von Samstag 3.1.26 auf Sonntag 4.1.26 am Grenzübergang Urgyniw um ca 2 Uhr ausreisen, daraus wurde aber nichts, da wir am "Blockposten" - Kontrollpunkt...“

„Was wohl die Russen davon halten, dass die Ukrainer beinahe schon nach belieben jede Raffinerie erfolgreich angreifen können, Putins Residenz aber so derartig gut gesichert ist, sodass sie angeblich 91...“

„Was wohl die Ausgebombten aus Dnipro oder die Bauern im Kursker Gebiet denken wenn sie erfahren würden daß sich ihre Kriegsherren selbst gegenseitig nur mit Samthandschuhen anfassen ?“

„Also bisher habe ich nichts davon gelesen dass es entsprechende Angriffe gab. Letztes Jahr gab es mal ein Ziel in der Nähe vom Präsidentenpalast. ... denke mal das läuft auf Gegenseitigkeit hinaus...“

„Mal ganz abgesehen davon daß dieses behauptete Ereignis vermutlich nur als Vorwand konstruiert wurde um sich vor ernsthaften Friedensverhandlungen drücken zu können: Putin scheint wohl ein schlechter...“

Newsletter jeden Morgen

Sie möchten täglich über Neuigkeiten auf der Seite benachrichtigt werden? Dann ist vielleicht ein Kurzüberblick mit den wichtigsten Beiträgen der vergangenen 24 Stunden für Sie interessant. Der Versand erfolgt jeden Tag 6.00 Uhr morgens.




Nach dem Eintrag Ihrer E-Mailadresse erhalten Sie eine E-Mail zum Bestätigen Ihrer Adresse und können dann die Eintragung abschließen (so genanntes "Double Opt-In-Verfahren"). Ihre E-Mailadresse wird dabei nur auf unserem Server in Deutschland gespeichert und nicht an Dritte übermittelt.