Das Staatsunternehmen „UkrSpezExport“ hat einen Vertrag mit dem Ministerium für Landesverteidigung Äthiopiens über die Lieferung von 200 modernisierten Panzern im Gesamtwert von mehr als 100 Mio. $ abgeschlossen. Wie die Panzer in das Land geliefert werden sollen, präzisierte man beim Staatsunternehmen nicht. Den Informationen des “Kommersant-Ukraine” nach könnte die Rede von T-72 gehen. Experten betonen, dass dies der größte Panzervertrag seit dem Abkommen mit Pakistan über die Lieferung von 320 Panzern des Typs T-80UD vor 15 Jahren ist.
Wie man dem “Kommersant-Ukraine” gestern beim Staatsunternehmen „Ukrspezexport“ mitteilte, wurde der Vertrag mit dem Verteidigungsministerium Äthiopiens vor drei Tagen abgeschlossen. Den Informationen der Vertreter des Unternehmens nach sieht der Vertrag die Lieferung von 200 modernisierten Panzern nach Äthopien im Wert von 100 Mio. $ vor. „Die Details des Abkommens im Teil der Festlegung der Subunternehmer, welche sich mit der Modernisierung beschäftigen, werden noch konkretisiert“, betonte man beim Unternehmen.
Bei „Ukrspezexport“ nannte man das Panzermodell nicht, welches man nach Äthiopien zu exportieren plant. Derweil könnte die Rede, wie dem “Kommersant-Ukraine” bekannt wurde, über eine modernisierte Variante des Panzers T-72 gehen, der auf dem ukrainischen Stand der Waffenausstellung IDEX-2011 präsentiert wurde, die vom 20. bis 24. Februar in Abu-Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) stattfand. Wie dem “Kommersant-Ukraine” der Experte des Zentrums für Forschungen zu Armee, Konversion und Entwaffung (ZIAKR), Sergej Sgurez, mitteilte, nutzen die vom Charkower Morosow-Konstruktionsbüro modernisierten T-72 ein verbessertes Feuerlenksystem (das Geschütz wird von zwei Ebenen stabilisiert) und das ukrainische System der dynamischen Verteidigung.
Den Informationen von „UkrSpezExport“ nach gehört das Abkommen mit Äthopien zu den acht größten Verträgen über Lieferung von Rüstungsgütern, die von der Ukraine innerhalb der letzten 15 Jahre abgeschlossen wurden. Experten betonen, dass dies der größte Panzervertrag unseres Landes im gleichen Zeitraum ist. „Seitdem Mitte der 1990er Jahre der Vertrag mit Pakistan über die Lieferung von 320 Panzern des Typs T-80UD im Wert von etwa 700 Mio. $ unterzeichnet wurde, hatten wir keinen großen Vertrag über Panzerlieferungen mehr“, teilte dem „*Kommersant-Ukraine*“ der Leiter des Unterausschusses der Werchowna Rada zu Fragen des Rüstungsindustriekomplexes und militärtechnische Zusammenarbeit, Anatolij Kinach (Partei der Regionen).
Der Meinung Sergej Sgurez nach kann man einen Liefervertrag sogar einer kleineren Panzerzahl als Erfolg ansehen: „Auf dem Weltmarkt übersteigt derzeit das Angebot die Nachfrage, zudem sind Panzer zum heutigen Tag nicht so gefragt, wie leichte gepanzerte Technik“. Er meint, dass die Lieferung von 200 Panzern ukrainische Unternehmen mit Aufträgen versorgt und dabei hilft überschüssige Panzertechnik loszuwerden, da die T-72 nicht zum Kampfbestand der Armee gehören und in den Basen gelagert werden. Den Schätzungen des Experten des ZIAKR nach gibt es in der Ukraine derzeit zwischen 600 und 800 stillgelegte T-72 Panzer. „Wenn der Wert jedes Panzers, gemäß dem Vertrag mit Äthiopien, 500.000$ beträgt, dann ist das doppelt so teuer, wie die von Polen angebotene eigene Variante modernisierter T-72“, fügte Sgurez hinzu.
Anatolij Kinach unterstrich, dass die Realisierung des Vertrages mit Äthiopien es erlaubt, die ukrainische Panzerindustrie zu bewahren, die derzeit eine Krise durchlebt. „In Verbindung mit fehlenden Aufträgen haben die Unternehmen Probleme bei der Auszahlung der Löhne an die Mitarbeiter“, erläuterte der Abgeordnete dem “Kommersant-Ukraine”.
Diese Worte bestätigte auch der Stellvertreter des Direktors für ökonomische Fragen des größten Unternehmens für den Bau von gepanzerter Technik dem Staatsunternehmen „Malyschew-Werk“, Andrej Sima. Am Anfang des Monats hatte Sima Journalisten erklärt, dass die Lohnrückstände des Werks zum 1. Juni 33,2 Mio. Hrywnja (ca. 2,9 Mio. €) betragen. „Die Finanzsituation des Werks hat sich infolge der Nichtzahlung durch Auftraggeber für geleistete Arbeiten stark verschärft. Aufgrund der Unterfinanzierung von Verträgen aus staatlichen Bestellungen hat das Werk 34,5 Mio. Hrywnja (ca. 3 Mio. €) in die Realisierung des Panzerprojekts ‘Bulat’ und 15,5 Mio. Hrywnja (ca. 1,3 Mio. €) in die Realisierung des Panzerprojekts ‘Oplot’ gesteckt“, erläuterte Sima.
Denis Popowitsch
Quelle: Kommersant-Ukraine


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