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Zentralbank meldet Stabilisierung des Bankensystems

Im Bankensystem hat eine zeitweilige Stabilisierung eingesetzt. Der Einlagenabfluss erwies sich im März als der Niedrigste seit Anfang des Jahres – 2% und in den letzten zwei Wochen stellten die Banker sogar eine Erhöhung der Guthaben fest. Hauptfaktoren, die den positiven Trend hervorriefen, wurden die erfolgreichen Auktionen der NBU (Nationalbank der Ukraine) beim Verkauf von Devisen an die Bevölkerung und der unveränderte Kurs der Hrywnja. Banker gehen davon aus, dass falls es in diesem Monat keine bedeutende Zahl von negativen Nachrichten gibt, sich die Stabilisierung bis September fortsetzt.

Gestern hat die Zentralbank einen starken Rückgang des Mittelabflusses im März im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres gemeldet. So, verringerten sich die Einlagen im Ganzen im letzten Monat um 2% (um 4,878 Mrd. Hrywnja; ca. 443 Mio. €) auf 191,386 Mrd. Hrywnja (ca. 17,4 Mrd. €), wo diese Abzug im Februar 5,1% und im Januar 5,6% betragen hatte. Dabei ging die Einlagenmenge in der Landeswährung im März lediglich um 1,1% auf 174,6 Mrd. Hrywnja (seit Anfang des Jahres um 12,8%; ca. 15,8 Mrd. €) zurück, spürbarer verringerten sich die Devisenguthaben – um 3,1%. Im März hob die Bevölkerung von Hrywnja- und Devisenkonten identische Summen ab – jeweils 2,439 Mrd. Hrywnja. Seit Anfang der Krise – 1. Oktober 2008 – hoben die Anleger Hrywnjaguthaben von 29,226 Mrd. Hrywnja (jetzt ca. 2,65 Mrd. €) und Devisenguthaben von 3,74 Mrd. $ ab.

Die Mehrzahl der Banker erklärt, dass die Tendenz zur Abhebung von Guthaben mit anschließendem Umtausch in Dollar nicht nur aufhörte, sondern sich sogar ein gegenläufigen Trend abzeichnet. “Wir haben die schwerste Zeit hinter uns”, sagt der Vorstandsvorsitzende der UkrSozBank, Boris Timonkin. “Sogar wenn bei irgendeiner juristischen Person in irgendeiner Bank das Geld ‘festhängt’, müssen sie trotzdem arbeiten und sie wählen eine andere Bank, daher erhöhen sich bei uns die Mittel auf den Girokonten. Und das ist sehr angenehm, bereits seit zwei Wochen verzeichnen wir einen Zufluss an Einlagen physischer Personen”. Diese Tendenz wurde auch bei anderen Banken verzeichnet. “Im März fand eine Stabilisierung der Einlagenbasis statt und am Ende des Monats setzte langsam ein Zufluss ein”, betonte der Vorstandsvorsitzende der UkrSibBank, Sergej Naumow. “In den drei Tagen des April stiegen die Guthaben der Bevölkerung um 7-8 Mio. $”.

Als Hauptgrund der Änderung in der Tendenz des Einlagenabzugs durch die Bevölkerung nennen Banker die erfolgreiche Währungspolitik der NBU – die Durchführung gezielter Auktionen zum Verkauf von Dollar für die Tilgung von Krediten und der stabile Kurs der Hrywnja. “Erstens hat die Panik ausgesetzt, die mit dem Kursanstieg für Devisen verbunden war. Die Leute heben keine Dollar ab und verbergen diese nicht”, betont Naumow. “Es gab einen positiven Schub von Seiten der Regierung in Bezug auf die Banken”. Positiv wurde von den Anlegern auch das Eintreffen der Mission des IWF aufgenommen.

Von einem langfristigen Trend zu reden, ist bislang zu früh. “Wir reden von einer kurzfristigen Stabilisierung”, unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Oschtschadbank, Anatolij Guljej. “Der Guthabenanstieg ist gut, doch nicht soweit optimistisch stimmend, wie wir es uns wünschten. Für die Rückkehr der Einlagen, die aus dem System in sechs Monaten abgezogen wurden, ist mehr als ein Jahr notwendig”. Im Fall der Beibehaltung einer merklich positiven Dynamik bis Anfang Mai, wird, seiner Meinung nach, sich ein geringer Einlagenzufluss bis September ziehen. “In der Sommerperiode ist die Geschäftsaktivität nicht sehr hoch, daher wird es bereits keine Schwankungen mehr geben”, erklärt Guljej. Dabei sprechen Banker von einem Zufluss, der es lediglich erlaubt die geltenden Kreditlinien der Unternehmen aufrechtzuerhalten und nicht die Kreditvergabe wieder aufzunehmen. “Es wird einen gemäßigten Anstieg der Guthabenbasis geben. In erster Linie bei staatlichen Banken und Banken mit ausländischem Kapital”, betont Sergej Naumow.

Unter den Faktoren, die möglicherweise eine neue Welle des Abzugs von Einlagen auslösen könnten, nennt Anatolij Guljej eine den Ergebnissen des I. Quartals nach zu erwartende negative Berichterstattung der Industrieproduktion und der Bankrott von Banken. Ein bedeutendes destabilisierendes Momentum ist die Verzögerung des Prozesses der Rekapitalisierung von Banken durch den Staat aufgrund des Fehlens einer abgestimmten Position des Kabinetts und der Zentralbank. Den Worten von Bankern nach, beabsichtigt die Regierung Finanzinstitute mit dem Ziel der weiteren Kreditierung der Wirtschaft zu refinanzieren und die NBU orientiert sich auf die Unterstützung der Banken, damit diese die Vorgaben erfüllen können.

Ruslan Tschornyj

Die Entwicklung des Abzugs von Hrywnjaguthaben physischer Personen, in Hrywnja

Oktober 200812,396
November 20084,533
Dezember 20081,765
Januar 20093,004
Februar 20095,089
März 20092,439

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 730

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Leserkommentare

«SEZESSION ist das Zauberwort!!!»

«Wenn die Ukraine gegen Russland Krieg führt, wieso bestehen dann noch immer diplomatische Kontakte zu Russland? Warum wird...»

«Auf Folter hinzuweisen und Bestrafungen zu fordern ist also einjämmerliches Spiel. Ich kenne bessere! Und bessere Kommentare...»

«Danke fuer die Analyse. Eindeutig Russland muss weltweit als Agressor und Kriegspartei anerkannt werden.»

«solange die verbrechen auf der anderen seite geringer ausfallen ist ja alles O.K! WUNDERAR! aber wie sagte es mal der bis...»

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