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Der Bergbau- und Metallurgiekomplex der Ukraine

Im Laufe des letzten Jahrzehnts gewährleistete die Produktion des Bergbau- und Metallurgiekomplex (BMK) der Ukraine, in dem 558.000 Menschen arbeiten, 27% des BIPs und mehr als 40% der Deviseneinkünfte des Exportes. Doch in Verbindung damit, dass nach dem Zerfall der UdSSR in den Unternehmen des Sektors keine radikale Modernisierung vorgenommen wurde, ist die ukrainische Metallproduktion heute nicht konkurrenzfähig. Dies kann zum Hauptgrund der Neuaufteilung des ukrainischen BMKs in den nächsten Jahren werden.

In der Welt stehen wir in hohem Ansehen

Den Angaben des Internationalen Institutes für Roheisen und Stahl (IISI, momentan World Steel Association), belegte die Ukraine 2007 den achten Platz in der Welt unter den größten Herstellerländern für Stahl mit einer Schmelzmenge von 42,8 Mio. t (3,2% vom allgemeinen Volumen der Stahlerzeugung). Die Unternehmen des ukrainischen BMK konzentrieren sich hauptsächlich im Donbass und auf dem linken Dneprufer – dort sind alle metallurgischen Werke, ein großer Teil der Erzanreicherungskombinate (GOK), der Kokschemieunternehmen und der Unternehmen für feuerfeste Materialien (огнеупорных предприятий), Eisenlegierungswerke und Unternehmen der Metallhüttenindustrie konzentriert. Dabei kommen mehr als 56% der Produktion Metallherstellung aus dem Donbass. Hauptarten der Produktion der BMK sind Eisenerzkonzentrat, -sinter und -pellets, Koks, feuerfeste Materialien (огнеупоры), Roheisen, Stahl, Eisenwalzen, Röhren und Eisenlegierungen.

1990 förderte die Ukraine 105 Mio. t an Eisenerzen, 5,3 Mio. t an Manganerzen, fertigte 52,6 Mio. t Stahl. Doch die Erlangung der Unabhängigkeit für Ukraine führte zu einer Industriekrise: von 1991 – 1999 verringerte sich die Produktion der BMK um 50-70%. Ungeachtet dessen, fand in der Krisenzeit eine faktische Enteignung der Staatsunternehmen des BMK zum Nutzen von privaten Industriefinanzgruppen statt. In der Zeit der so genannten “Gutschein/Voucher” Privatisierung konzentrierten sie große Aktienpakete, was es ihnen erlaubte zuerst eine operative und danach die vollständige Kontrolle über die Aktiva zu erlangen. Heute ist von den 89 existierenden Unternehmen des BMK nur noch eines – das Kriwoj Roger Bergbau- und Aufbereitungskombinat (KRBAK), im Staatsbesitz, alle anderen sind privat.

Die Neuverteilung der staatlichen Aktiva des Sektors endete 2004 mit dem Inkrafttreten des Gesetzes “Zu den Besonderheiten der Privatisierung des Unternehmens, der Staatlichen Aktienunternehmens ‘UkrRudProm’”, welches die Eigentümer des BMK in zwei Lager teilte: die metallurgischen Unternehmen, die über eigene Rohstoffvorräte verfügen und diejenigen, welches von diesen abgeschnitten sind. Zu den ersten kann man das größte private Unternehmen der Ukraine “System Capital Management” (SCM) Rinat Achmetows zählen, die das Metallkombinat “Asowstal” und das Jenakijewoer Metallwerk und ebenfalls das Nördliche und das Zentrale Erzanreicherungskombinat besitzt. Einen Zugang zu Eisenerz erhielt ebenfalls die “Smart-Holding” von Wadim Nowinskij, welche das Makejewsker Metallwerk kontrolliert und die Offshore-Kontrolle über den größten Hersteller von Eisenerzkonzentrat in der Ukraine – das Ingulezker Erzanreicherungskombinat – und die Hälfte des Südlichen Erzanreicherungskombinats besitzt. Die zweite Hälfte des Kombinates ging an die “Privat”-Gruppe Igor Kolomojskijs und Gennadij Bogoljubows gemeinsam mit dem Erzanreicherungskombinat “Suchaja Balka/Trockene Schlucht” und dem Kriwoj Roger Eisenerzkombinat. Bis dahin schaffte es “Privat” noch sich im Dnepropetrowsker Metallwerk namens Petrowskij festzusetzen. Und zum kontrollierenden Eigentümer des größten Exporteurs von Eisenerzen – dem Poltawaer Erzanreicherungskombinat – über die Schweizer Gruppe Ferrexpo wurde Konstantin Shewago über die Schweizer Gruppe Ferrexpo. Auf diese Weise blieben das Dnepr-Metallkombinat namens Dzierżyński und das Altschewsker Metallkombinat, welche zur “Industrieunion Donbass” von Sergej Taruta und Witalij Gajduk gehören, das Mariupoler Metallkombinat namens Iljitsch von Wladimir Bojko und die Metallkombinate “Saporoshstal” Eduard Schifrins und “Donezkstal” Wiktor Nusenkis.

Globale Ströme

2005, nach der “orangen Revolution”, unternahm die Regierung den Versuch die Aktiva in der Branche umzuverteilen. Es wurde die Gesetzeskonformität der Privatisierungen von Dutzenden Unternehmen des BMK angezweifelt. Doch im Endeffekt gelang es der Regierung Julia Timoschenko nur die Reprivatisierung eines Unternehmens zu erreichen – des größten Metallkombinates der Ukraine “Kriworoshstal”. Per Gericht wurde das Kombinat dem Konsortium “Metallinvestitionsunion/ Inwestitionno-Metallurgitscheskij Sojus”“, von den Unternehmen SCM Rinat Achmetows und “Interpipe” Wiktor Pintschuks, abgenommen und für 24,2 Mrd. Hrywnja (ca. 3,3 Mrd. €) dem Stahlunternehmen Mittal Steel von Lakshmi Mittal verkauft.

Der Eintritt des transnationalen Unternehemens in die Ukraine trieb die Eigentümer der BMK Unternehmen zur Konsolidierung ihrer Aktiva. 2006 begann Wiktor Pintschuk mit der Vereinigung der von ihm kontrollierten Röhrenwerke (Nishedenprowsker Röhrenwalz, das Nowomoskowsker Röhren und “Niko Tube”) zum Röhren-Räderunternehmen “Interpipe”. Zur Umsetzung des Managements der metallurgischen Aktiva gründete Rinat Achmetow die Gruppe “Metinvest”. Und in 2007 fand die Vereinigung von “Metinvest” und der metallurgischen Aktiva der “Smart-Holding” Wadim Nowinskijs statt: die letztere erhielt eine Sperrminorität bei “Metinvest”, diese zum größten Bergbau- und Metallurgieunternehmen in der Ukraine machend. Ein weiteres Großereignis des letzten Jahres wurde der Erwerb von ukrainischen metallurgischen, koksochemischen und Erz-Aktiva der “Privat”-Gruppe durch die russische Evraz Group, deren größter Aktionär Roman Abramowitsch ist. Anfang 2008 verkündete die Istil Group (International Steel and Tube Industries Limited, besitzt ein elektrometallurgische Werk in der Donezker Oblast) den Verkauf ihrer Aktiva an die russische “Estar”.

Als einzige Industriefinanzgruppe, welche noch kein Unternehmen für die Verwaltung ihrer metallurgischen Aktiva gegründet hat, blieb die “Privat” Gruppe übrig. Heute ist die Holding Monopolist auf den Märkten der Förderung von Manganerzen und der Produktion von Eisenlegierungen in der Ukraine. “Privat” besitzt die Ordshonikidser und Marganezker Erzanreicherungskombinate, kontrolliert das Saporosher und Stachanower Eisenlegierungswerke und besitzt einen großen Anteil am Nikopoler Werk für Eisenerze (das Kontrollpaket gehört Wiktor Pintschuk).

Zum ersten ukrainischen Unternehmer, dessen Unternehmen ein Listing am Haupthandelsplatz der Londoner Wertpapierbörse erhielt, wurde Konstantin Shewago. 2007 führte Ferrexpo einen IPO durch, im Resultat dessen betrug die erste Börsenkapitalisierung des Unternehmens 1,67 Mrd. $ und selbst erhielt Shewago 460 Mio. $ für 27% seiner Aktien.

Probleme des Sektors

In den letzten sieben Jahren erhöhte sich die Produktion der Hauptarten der Metallproduktion in der Ukraine auf das 1,3-1,6 fache. Der Anstieg fand dank einer guten Weltkonjuktur statt, da bis zu 80% des im Lande hergestellten Metalls exportiert wird und der Binnennachfrage nach Metallprodukten, welche von der Aktivierung der Investitionstätigkeit in den vor- und nachgelagerten Branchen gestützt wurde: dem Maschinenbau, dem Bau und dem Transport. Dabei wurde bislang in der Mehrzahl der Metallunternehmen des BMK bislang keine Rekonstruktion von der Wurzel her durchgeführt.

Das Hauptproblem, welches Systembedeutung für die Entwicklung des BMK hat – ist der hohe Grad der Abnutzung der Anlagen und die Nichtentsprechung des technischen Niveaus der ukrainischen Metallproduktion den Weltstandards. Fast 45,2% des in der Ukraine hergestellten Stahls wird in Siemens-Martin-Öfen hergestellt, 51% in Konvertern und nur 3,8% in Elektroöfen. In der Welt gibt es nur noch in Russland Siemens-Martin-Öfen (23%). In Deutschland beispielsweise wird mehr als 70% des Stahls in Konvertern hergestellt und der Rest in Elektroöfen. In der Ukraine beträgt der Anteil des unterbrechungsfreien Rohlinggusses lediglich 33%, zur gleichen Zeit in Russland fast 2/3 und in Deutschland 98%. Außerdem werden in der Ukraine gerade 54% der Koksbatterien, 89% der Hochöfen, 87% der Siemens-Martin-Öfen, 26% der Konverter und fast 90% der Walzstraßen länger als in der festgelegten Frist verwendet, was zu einer hohen Energieintensität der Produktion führt. Das senkt die Konkurrenzfähigkeit und führt zu Verlusten der ukrainischen Firmen auf den Binnen- als auch auf den Auslandsmärkten. Besonders wurde dies nach dem Beitritt der Ukraine zur WTO spürbar und ebenfalls unter den Bedingungen der weltweiten Finanzkrise. Die Verringerung der Weltpreise für Metallprodukte im II. Quartal diesen Jahres führte dazu, dass momentan alles ukrainischen Metallkombinate nicht mit anderen Stahlunternehmen konkurrieren können.

Wachstumsperspektiven

Experten gehen übrigens davon aus, dass die Krise in der Metallbranche zeitweilig ist und prognostizieren in den nächsten zwei Jahren eine Wiederbelebung der Wirtschaftsaktivitäten und eine Erhöhung der Nachfrage in der Welt. Der Anstieg des Stahlverbrauchs an den Weltmärkten wird die Industrialisierung der sich entwickelnden Länder unterstützen – China, Indien, Iran, Brasilien und die Länder des Nahen Ostens. Doch dafür, dass die ukrainische Produktion auf diesen Märkten konkurrieren kann, müssen die Metallurgen unbedingt eine Modernisierung der Werke schaffen.

Vorher hatten praktisch alle ukrainischen Metallunternehmen die Modernisierung der Kapazitäten verkündet. So, wollte das größte Metallkombinat der Ukraine “ArcelorMittal-Kriwoj Rog” 2 Mrd. $ in die Erweiterung der Herstellungskapazitäten von 7 Mio. t auf 12 Mio. t pro Jahr investieren. Die “Industrieunion Donbass” – 2 Mrd. $ in das Altschewsker Metallkombinat (zur Verdoppelung der Kapazitäten auf 7,5 Mio. t Stahl im Jahr) und 1 Mrd. in das Dneprmetallkombinat namens Dzierżyński (um 45% auf 6 Mio. t). Und das Metallkombinat “Saporoshstal” 1,7 Mrd. (von 4,5 Mio. t auf 5,5 Mio. t im Jahr). Das kapitalintensivste Programm präsentierte die “Metinvest” Gruppe – 15 Mrd. $. Bis 2018 werden die ukrainischen Stahlgießerunternehmen etwa 20 Mio. t Stahl im Jahr herstellen: jeweils 8 Mio. t – Asowstal (+21% gegenüber 2007) und das Makejewsker Metallwerk (444%), 4 Mio. t – das Jenakijewoer Metallwerk (+29%). Die Investitionen bei “Asowstal” betragen 5 Mrd. $, im Makejewsker Metallwerk nicht weniger als 6 Mrd. $, im Jenakijewsker Metallwerk 2 Mrd. $. Außerdem plant “Metinvest” den Bau einer Walzstraße zur Herstellung von warmgewalztem Rundstahl mit einer Kapazität von mehr als 5 Mio. t im Jahr im Wert von 1,5 Mrd. €. Insgesamt sind ukrainische Stahlhersteller bis 2015 gewillt ihre Produktion von Stahl von den bisherigen 42-43 Mio. t auf 55-58 Mio. t zu erhöhen.

Falls die ukrainischen Eigentümer die Aktiva nicht zu den verkündeten Modernisierungen führen, dann könnte dies unter den Bedingungen einer Verstärkung der Globalisierung zum Hauptgrund der Neuverteilung des BMK der Ukraine in den nächsten Jahren führen. Den Prognosen von Analysten nach, gehören heute zu den Hauptanwärtern auf eine Übernahme die Industrieunion Donbass (ISD), das Mariupolsker Metallkombinat namens Iljitsch und “Saporoshstal”, die keine eigenen Rohstoffbasen besitzen. So hat sich für die metallurgischen Aktiva der ISD bereits die Evraz Group interessiert. (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 24. Juli).

Als ein weiteres potentielles Aktiva für eine Übernahme erscheint das KRBAK, welches 1985 einige Länder des damaligen sozialistischen Lagers zu bauen begann. Momentan wird der Anteil der Ukraine am Projekt mit 56,4% bewertet, der von Rumänien mit 28%, der der Slowakei mit 15,6%. Die geplante Kapazität des Unternehmens liegt bei 10 Mio. t an Pellets im Jahr. Die Rohstoffvorräte des KRBAK übersteigen 2 Mrd. t. Bislang war der Hauptanwärter für die Teilnahme am Abschluss des Baus des Kombinats das Konsortium “Ukrainskaja Rudno-Metallurgitscheskaja Kompanija / Ukrainisches Erz- und Metallunternehmen”, welches von der “Smart-Holding” Wadim Nowinskijs und der “Metalloinvest” von Alischer Usmanow gegründet wurde. 2006 wurde das Konsortium zum Gewinner der Investitionsausschreibung zum Bauabschluss des Kombinats, im August unterschrieb Premierminister Jurij Jechanurow eine entsprechende Anordnung. Doch im Oktober 2007 hob Wiktor Juschtschenko per Ukas die Geltung der Anordnung der Regierung auf. Damals wies das Staatsoberhaupt an, eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung neuer Projekte der Fertigstellung des Baus des KRBAK zu bilden. Es ist geplant, dass die Gruppe, unter Einbeziehung von Interessen der Stahlhersteller der Ukraine und der Teilnehmerländer des Baus, den besten Vorschlag zur Beendigung des Baus auswählt, welcher auf der Sitzung des Rates der Nationalen Sicherheit und Verteidigung eingebracht wird. Neben der “Smart-Holding” und “Metalloinvest” interessieren sich ArcelorMittal und die ISD für die Aktiva. Diese haben ebenfalls ein Konsortium zur Teilnahme an der Privatisierung des KRBAK gebildet.

Dossier

Wiktor Pintschuk, Unternehmer. Wurde 1960 in Kiew geboren. 1983 schloss der das Dnepropetrowsker Metallurgische Institut mit der Spezialisierung “Verarbeitung von Metallen per Druck” ab. Arbeitet als Laborant am Denpropetrowsker Metallurgischen Institut, Schneider für kalt(-gewalzte) Röhren am Nishedneprowsker Röhrenwalzwerk, als Praktikant-Forscher, Ingenieur und ebenfalls als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Staatlichen Wissenschaftlichen Planungsinstitut für Industrieröhren in Dnepropetrowsk. Anfang der 1990er Jahre gründete er das wissenschaftliche Produktionsunternehmen “Interpipe”, welches später in EastOne umbenannt wurde. Heute gehören zu den Hauptaktiva der Gruppe das Röhren-Räder-Unternehmen “Interpipe”, das Nikopoler Eisenlegierungswerk, die Bank “Kredit-Dnepr” und ebenfalls die Fernsehsender IVTV, “Nowyj Kanal”, STB, M1 und die Zeitung “Fakty”. Neben diesem besitzt Pintschuk die Sperrminorität beim größten ukrainischen Flugunternehmen “Aerosvit”. Er war Abgeordneter der Werchowna Rada der III. – IV. Legislaturperioden.

Rinat Achmetow, Parlamentsabgeordneter, Unternehmer. Wurde 1966 in Donezk geboren. 1991 beendete er die wirtschaftliche Fakultät der Donezker Staatsuniversität. Anfang der 90er Jahre wurde er einer Gründer der Donezker Stadtbank (DongorBank), welche die Unternehmen in der Oblast betreute. In 2000 gründete er das Unternehmen “System Capital Management” (SCM), welches in Bergbau-, Metallurgie und Energieunternehmen investierte. Momentan ist die Tätigkeit der SCM in sechs Hauptgeschäftsbereiche konzentriert: den Bergbau- und Metallurgiekomplex (Gruppe “Metinvest”), Elektroenergie (“Donbasskaja Topliwno-Energetitscheskaja Kompanija”), Finanzen, Telekommunikation, Medien und Immobilien. Neben dem gesagten besitzt und managed SCM Aktiva in anderen Geschäftsbereichen, einschließlich der Förderung von Ton, Einzelhandel und Handel mit Erdölprodukten. Der Abgeordnete der V. und VI. Werchowna Rada gilt als reichster Mensch der Ukraine.

Eduard Schifrin, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Offenen Aktiengesellschaft “Saporoshstal”. Wurde 1960 in Dnepropetrowsk geboren. 1983 beendete er die Physik-Chemie-Fakultät des Moskauer Institutes für Stahl und Legierungen. Arbeitstätigkeit begann er im elektrometallurgischen Werk “Dneprospezstal”. 1993 machte er sich selbständig. Er gilt als Gründer und Hauptbesitzer des Unternehmens Midland Ressources Holding Ltd., welche solche Unternehmen wie “Saporoshstal”, “Saporoshkoks”, das Saporoshjer Eisenerzkombinat, das Saporoshjer Werk für feuerfeste Materialien (Запорожский огнеупорный завод), das Lugansker Röhrenwerk und ebenfalls im Einzelhandel eine Gruppe an Unternehmen wie Amstor (verwaltet 22 Hypermärkte) und “MD Retail” (37 Geschäfte des Formats “u doma/daheim”) besitzt und verwaltet. Seit Juli 2006 ist der Vorsitzende des Aufsichtsrates von “Saporoshstal”.

Sergej Taruta, der Vorsitzende des Direktorenrates der Industrieunion Donbass. Wurde 1955 in der Ortschaft Winogradnoje in der Donezker Oblast geboren. 1979 beendete er die Mechanisch-Metallurgische Fakultät des metallurgischen Institutes Shdanow mit der Spezialisierung “Ingenieur-Mechanik”; 1999 die Donezker Staatliche Management-Akademie mit der Spezialisierung “Manager für Außenhandelstätigkeiten”. 1995 – Mitbegründer der Außenhandelsfirma “Asowimpex”. Ende 1995 wurde er zum ausführenden Direktor der “Industrieunion Donbass” (ISD). Man geht davon aus, dass die ISD zu gleichen Teilen Sergej Taruta und Witalij Gajduk gehört. Anfang diesen Jahres teilte Sergej Taruta mit, dass Herr Gajduk beabsichtigt seinen Teil an der ISD, in Verbindung mit seinem Abgang in die Politik, zu verkaufen.

Witalij Gajduk, Leiter des Dienstes der Berater der Premierministerin. Wurde 1957 im Dorf Chlebodarowka in der Donezker Oblast geboren. 1981-1987 arbeitete er als Senior-Economist, Leiter der Abteilung für Ökonomie und Arbeitsorganisation, Vertreter des Wirtschaftsdirektors des Oblastzentrums von “AwtoWAStechobslushiwanije”. 1994-1997 besetzte er leitende Posten im Donezker Oblastrat und der Donezker Oblastverwaltung. 2000-2002 war er Erster Stellvertreter des Ministers und Minister für Brennstoffe und Energiewirtschaft. Von November 2002 bis zum Dezember 2003 besetzte er den Posten des Vizepremiers, hatte die Verantwortung in Fragen der Industrie und des Treibstoff-Energiekomplexes. Momentan leitet er den Dienst der Berater der Premierministerin Julia Timoschenkos.

Wladimir Bojko, Vorstandsvorsitzender der Offenen Aktiengesellschaft “Mariupolskij Metallurgitscheskij Kombinat im. Iljitscha / Mariupoler Metallkombinat namens Iljitsch” Wurde 1938 in Mariupol geboren. Die Berufstätigkeit begann er 1955 im Metallkombinat namens Iljitsch, den Weg vom Schlosser zum Vorstandsvorsitzenden gehend. 1970 beendete er das Mariupoler Metallurgieinstitut. Dreimal wurde er in den Donezker Oblastrat gewählt. War in der IV. und V. Werchowna Rada Abgeordneter. Offiziell ist er Minderheitseigentümer des Mariupoler Metallkombinats, weniger als 1% der Aktien besitzend. Mehrheitseigentümer des Kombinates ist die Geschlossene Aktiengesellschaft “Iljitsch-Stal”, welche, den Angaben von Marktteilnehmern nach, von Wladimir Bojko kontrolliert wird.

Die größten Stahlhersteller 2007, in %

BRIC (Brasilien, Russland, Indien, China)48,3
China36,4
EU15,7
Japan8,9
USA7,2
Russland5,4
Indien4
Südkorea3,8
Ukraine3,2
Brasilien2,5
Andere Staaten12,9

Ausstoß an Metallprodukten durch den BMK, in Mio. t

Produktionsart20002001200220032004200520062007
Roheisen2626,427,629,531,130,73335,6
Stahl31,833,134,136,938,738,640,942,8
Fertiges Walzgut22,525,426,430,83232,234,436,2
Röhren1,71,61,52,122,32,62,6
Eisenlegierungen1,41,41,41,61,81,61,61,7

Ausstoß an Rohstoffprodukten im BMK, in Mio. t
Produktionsart20002001200220032004200520062007
Eisenerze55,654,758,962,565,568,573,177,4
Eisenerzkonzentrat42,341,344,747,650,55356,861
Sinter38,841,34344,246,847,547,549,7
Pellets12,311,913,51516,417,820,922,4
Koks19,319,318,520,82218,919,120,1

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 2519

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«SEZESSION ist das Zauberwort!!!»

«Wenn die Ukraine gegen Russland Krieg führt, wieso bestehen dann noch immer diplomatische Kontakte zu Russland? Warum wird...»

«Auf Folter hinzuweisen und Bestrafungen zu fordern ist also einjämmerliches Spiel. Ich kenne bessere! Und bessere Kommentare...»

«Danke fuer die Analyse. Eindeutig Russland muss weltweit als Agressor und Kriegspartei anerkannt werden.»

«solange die verbrechen auf der anderen seite geringer ausfallen ist ja alles O.K! WUNDERAR! aber wie sagte es mal der bis...»

Torsten Lange mit 24 Kommentaren

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