In welcher Weise unterscheidet sich das Regime in der Ukraine vom bolschewistischen? Die Kommunisten begangen Verbrechen getrieben von einer Ideologie. Das Regime von Janukowytsch tut das gleiche, ist aber getrieben von krimineller Logik.
Es hat in fast unverhohlener Weise die Macht im Land ursurpiert und alle Wege einer rechtsstaatlichen und demokratischen Lösung des gesellschaftlichen und politischen Konflikts blockiert. Das Regime verhält sich wie ein Terrorist, der Geiseln genommen hat und sie mit dem Messer an der Kehle bedroht.
Das Hauptziel ist, nicht die Macht zu verlieren. Im Jahr 2004 sprach Janukowytsch diesen sakramentalen Satz: «Uns quetschst Du nicht aus der Macht». Unter dieser Maxime begannen sie im Jahre 2010 (das Jahr, in dem Janukowytsch zum Präsidenten gewählt wurde – A.d.Ü.), ein komplettes Konstrukt eines autoritären Regimes zu errichten – scheinbar demokratisch für den Westen, aber faktisch diktatorisch für das ukrainische Volk.
Imageberater halfen Janukowytsch, sich wie ein «Friedenstäubchen» zu geben und dem Westen die richtigen Botschaften zur richtigen Zeit zu senden. Wie wir sehen, war das ausgesprochen erfolgreich. Zur gleichen Zeit wurde die Opposition, die sich an parlamentarische und demokratische Regeln hielt, zum Spielball der Banditen, die immer wieder betrogen und das auch noch kommentierten: «Wir haben sie über den Tisch gezogen wie kleine Kinder».
Wenn eine solche auf Imitation und Betrug aufgebaute Taktik stets so erfolgreich war, warum sollte jemand darauf verzichten? Selbst in diesen Tagen der schlimmen Zusammenstöße mit dem Volk hat sich die Haltung des Regimes nicht ein bisschen geändert.
«Ich rufe die Vertreter aller politischen Kräfte, die Priester und die Bürger auf zu einem nationalen Dialog. Ich bin persönlich bereit, an einem solchen runden Tisch teilzunehmen.» Janukowytsch machte diese Ankündigung mit Blick auf seine Darstellung im Westen. Es funktionierte, weil der Westen Versprechungen glaubt.
Da haben wir, warum der Ministerpräsident der Ukraine, Asarow, diese Tage im russischen Fernsehsender Rossija 24» stolz verkündete, dass die letzten Ereignisse in der Ukraine nicht zum Grund für Sanktionen der USA gegen ukrainische Regierungsangehörige würden: «Ich beschäftige mich wirklich überhaupt nicht mit dieser Frage. Unsere Beziehungen inklusive denen zu den Vereinigten Staaten sind strategisch und langfristig. Diese Episode, die sich gerade in Kyjiw (Kiew) abspielt, is meiner Meinung nach nicht einmal ein Grund zu Diskussionen darüber.»
In der Tat waren diese «runden Tische», die sich in den letzten zwei Monaten abspielten, nichts anderes als groteske Imitationen, die letztlich das Volk nur davon überzeugten, dass diese Regierung nur die Sprache der Gewalt versteht. Aus diesem Grund ging ein Teil der Bevölkerung zu gewaltsamem Widerstand über – gleichwohl die Präambel der Deklaration der Menschenrechte illustrierend.
Heute, wo auf den Kyjiwer Barrikaden bereits Menschen sterben, wenden wir uns an unsere Partner im Westen: Erinnern Sie sich an diese Präambel? Stimmen Sie damit überein, dass «da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen»?
Selbst heute werden wir noch vom «demokratisch gewählten Präsidenten» hören – nachdem Europa bereits die Erfahrung mit dem «demokratisch gewählten Führer Deutschlands» hat machen müssen?
Bisher habe ich nur über das ukrainische Regime gesprochen, jedoch hier das Wirken des Kreml nicht zu berücksichtigen, käme dem gleich, die Mondumlaufbahn berechnen zu wollen und dabei die Erdanziehungskraft zu ignorieren.
Die Ukraine unserer Tage ist buchstäblich überflutet von Agenten des russischen FSB, die sorgfältig einen ganz konkreten Plan Putins ausführen:
- Destabilisierung der Situation in der Ukraine bis zu dem Punkt, dass unter Umständen unorganisierter, «blinder» Revolten alle Merkmale von Demokratie und «orangener» Bedrohung Russlands beendet werden können;
- im Falle von Schwierigkeiten bei der Ausführung dieses Planes dem ukrainischen Volk durch Entsendung von Truppen oder wenigstens eine Teilung des Landes eine «helfende Hand reichen»;
- das Regime Janukowytsch für den Westen so zu diskreditieren, dass jenem nichts anderes mehr übrig bleibt, als als letzte Rettung Russlands Kontrolle über die Ukraine zu akzeptieren;
- Janukowytsch in einem passenden Moment loszuwerden und durch den unaufhörlich dem Kreml seine Loyalität versichernden Wiktor Medwetschuk als «Krisenmanager» zu ersetzen.
Wenn man Putin in die Augen sieht, kann man dort nur eines sehen: Finsternis. Seine Logik basiert auf einer «post-Versailler» Art der Demütigung und dem Wunsch nach Rache – zur Wiedergeburt der «Größe und Ehre Russlands» und einer Neuaufteilung der Welt.
Die Rolle des «speziellen geopolitischen Falles», die dem «faschistischen Polen» im Jahr 1939 untergeschoben wurde (Nazi-Deutschland stellte Polen als den Aggressor dar, was natürlich eine Lüge war – A.d.Ü.), kommt heute der «nationalistischen Ukraine» zu, die in den Augen Putins «nicht einmal ein Staat, sondern ein Gebiet» ist. Sie muss als unabhängige Entität aufhören zu existieren oder zumindest zerstückelt werden.
Die Parallelen mit dem Phänomen des Nationalsozialismus sind offensichtlich – nur wer blind von «politischer Korrektheit» ist, wird sie nicht sehen. Mit fataler Verspätung beginnen westliche Politiker, die Art der ukrainischen Krise zu begreifen. In wenigen Tagen kann es zu spät sein.
Es geht schon nicht mehr um die Notwendigkeit eines «Marshallplans für die Ukraine» – das hat Europa schon vor langem verpasst. Was jetzt notwendig ist, ist eine breite, weltweite Koalition, um den Marsch der neuen Revanchisten zu stoppen, die ein so süßes Vergnügen dabei haben, die Diplomaten aller Welt «wie Kinder über den Tisch zu ziehen».
Erinnern wir uns an die Lehren des zweiten Weltkrieges: Die, die um ihrer eigenen Sicherheit willen den Schutz von Werten verweigern, werden später zwangsläufig den Preis genau dieser Sicherheit zahlen müssen, um diese fundamentalen Werte der menschlichen Zivilisation wiederherzustellen.
25. Januar 2014 // Myroslaw Marynowytsch
Quelle: Zahid.net


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“
Frank in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Kein Zoll. Du musst an sich nur sagen dass das privat ist und du nicht damit handeln willst. So lange das nicht Originalverpackt ist und ersichlich das nicht neu sollte es keine Probleme geben“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Anfrage. Ich möchte 4 Umzugskartons mit gebrauchter Straßen Kleidung bei der Einreise in die Ukraine mitnehmen. Es ist gebrauchte Kleidung...“
lev in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Wir sind mit unserem Wohnmobil, wie geplant am Montag 15.6. in Krakovets rüber. Sehr zeitig los gegen 5 Uhr in der Früh. Mit sehr sehr wenig Verkehr, super bis zur Grenze. Nur 8 PKW vor der Schranke....“