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"Gasprom" möchte Gaspreis von 280$ im II. Quartal

Der Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden von “Gasprom”, Walerij Golubjew, erklärte gestern, dass der Gaspreis für die Ukraine im II. Quartal 280 $ pro tausend Kubikmeter betragen wird, was 10 $ mehr sind als vorher angenommen wurde. Höchstwahrscheinlich wird der Preis auch im II. Halbjahr steigen, fügen Informanten des “Kommersant-Ukraine“ beim Monopolisten hinzu, was das Erreichen des mittleren Jahrespreises von 228$ für tausend Kubikmeter gefährdet. Bei “Gasprom” erklärt man dies mit der Verteuerung der Energieträger auf dem Weltmarkt. Übrigens, Berater von Premierministerin Julia Timoschenko gehen davon aus, dass es für diese Ankündigungen keine Grundlagen gibt.

Gestern teilte im Verlaufe der Investitionskonferenz für Fragen der Modernisierung des ukrainischen Gastransportsystems der Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden der OAO (Offenen Aktiengesellschaft) “Gasprom”, Walerij Golubjew, mit, dass die Ukraine im II. Quartal Gas zu 280$ pro tausend Kubikmeter kaufen wird, was 10$ mehr sind, als vorher eingeplant wurde. Den Worten eines Informanten des “Kommersant-Ukraine“ bei “Gasprom” nach, nannte Golubjew den Preis, der beim russischen Monopolisten bereits einkalkuliert wurde. “Im I. Quartal wurde ein Ausbruch der Preise für Heizöl/Masut und Dieseltreibstoff auf dem Weltmarkt beobachtet. Und sogar wenn die Preise in diesem Monat fallen werden, beträgt der Gaspreis 280$ für tausend Kubikmeter”, erklärte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“. Er betonte ebenfalls, dass zukünftig sich der Preisanstieg bei Erdöl fortsetzen wird und höchstwahrscheinlich der Preis im III. und IV. Quartal ebenfalls über dem liegen wird, der früher genannt wurde”??.

Erinnern wir daran, dass “Gasprom” und die NAK (Nationale Aktiengesellschaft) “Naftogas Ukrainy” am 22. Januar ein Abkommen zur Lieferung von russischem Gas in die Ukraine für das Jahr 2009 unterzeichneten. Gemäß dem Dokument, wird der Preis für russisches Gas quartalsweise nach einer Formel unter Berücksichtigung der Preise für Masut/Heizöl und Dieseltreibstoff auf dem Weltmarkt berechnet. Vorher hatte der Erste Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden von “Naftogas”, Igor Didenko, verkündet, dass im I. Quartal der Preis für den Brennstoff bei 360$ für tausend Kubikmeter festgelegt wurde, für das II. Quartal sollte er 270$ pro tausend Kubikmeter betragen, für das III. 219$ pro tausend Kubikmeter und für das IV. 162$ pro tausend Kubikmeter. Den Angaben des Energieministeriums nach, plant die Ukraine im II. Quartal 8-8,5 Mrd. Kubikmeter zu importieren. Auf diese Weise betragen die Zusatzausgaben für den Einkauf 80-85 Mio. $ und der Preis für Importgas für die Ukraine steigt auf Jahres sicht von 228$ auf 230$ pro tausend Kubikmeter, berechnete man beim wissenschaftlich-technischen Institut “Psicheja”.

Den Worten des Pressesprechers von “Naftogas”, Walentin Semljanskij, nach, hat das Unternehmen bislang den Gaspreis für das II. Quartal nicht abgestimmt. “Der genannte Preis ist nicht der endgültige. Der Endpreis wird erst Anfang April bekannt werden und wird ausgehend von den Preisen für Heizöl und Dieseltreibstoff, darunter im März, berechnet”, sagte er. Beim Unternehmen erläuterte man, dass sogar im Falle eines Preisanstieges des vom Land importierten Gases dessen Preis für die Industrieverbraucher gleich bleibt.

Bei BJuT (Block Julia Timoschenko) beeilt man sich nicht die prognostizierten Preise für dieses Jahr zu revidieren. Das Mitglied des Radaausschusses für Energiefragen, der Berater der Premierministerin, Alexander Gudyma (BJuT), geht davon aus, dass “dies eine rein emotionale Erklärung von Walerij Golubjew ist, die nichts mit der Konjunktur des Heizöl und Dieseltreibstoffmarktes gemein hat und sich nur damit erklären lässt, dass Russland nicht zur Modernisierung des ukrainischen Gastransportsystems zugelassen wurde”. Und Sergej Paschinskij (BJuT), ebenfalls Mitglied des Energieausschusses, fügt hinzu, dass, sogar wenn der Preis für Gas höher als der liegen wird, welchen man für das II. Quartal erwartete, kann er auf Jahressicht unter 228$ pro tausend Kubikmeter liegen, da die Preise für Erdöl und Erdölprodukte zu fallen fortfahren.

Experten vermuten, dass für der russische Monopolist für eine Revision der Preise Gründe haben könnte, die nicht in Verbindung mit der Weltkonjunktur stehen. “Ausbrüche der Preise für Dieseltreibstoff und Heizöl gab es tatsächlich in einzelnen Wochen. Und falls ‘Gasprom’ nicht über den gesamten Zeitraum rechnet, sondern, sagen wir, die ersten zehn Tage jedes Monats nimmt, dann ist es möglich, dass sich 280$ ergeben. Doch im Ganzen war der Trend nicht zum Vorteil des russischen Monopolisten und dessen Erklärung ruft Verwunderung hervor”, sagt der Stellvertreter des Generaldirektors der Vereinigung “UkrNefteChimPererabotka”, Witalij Dawij. Der Stellvertreter des Generaldirektors des wissenschaftlich-technischen Zentrums “Psicheja”, Gennadij Rjabzew, geht davon aus, dass, “Gasprom”, indem es den Gaspreis erhöht, versucht die Verringerung der Einnahmen zu kompensieren, die im Ergebnis der Verringerung der Verkaufsmengen eingetreten sind. Vorher hatte “Gasprom” in Verletzung des Vertrages zugestimmt “Naftogas” nicht dafür zu bestrafen, dass diese im I. Quartal lediglich die Hälfte der vereinbarten Gasmenge kaufte und zukünftig plant den Einkauf von 45 Mrd. auf 33 Mrd. Kubikmeter zu senken.

Oleg Gawrisch, Natalja Grib

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 0

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Leserkommentare

«Eine beeindruckende und schlüssige Analyse!»

«Es ist immer wieder interessant zu sehen, daß der Glaube stärker ist als eine Analyse. Hier der Glaube an der angeblich...»

«na ja, vermutlich hat jeder ein Brett vor dem Kopf. Alle diese Rankings und Auflistungen sind Teil von Interessen. Objektiv...»

«Würden sie die Links lesen,dann wüssten sie das im Pressefreiheitsindex die Ukraine Lichtjahre vor Russland liegen. Russland...»

«Sie wissen genau was ich meine. Ich meine die russischen Terroristen im Donbass. In der Ukraine stehen die Investoren Schlange....»

«Ich möchte doch daran erinnern, dass die Krim vor Katharina der Große ein unabhängiger Staat war . Die Krim wurde damals...»

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