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Dmitrij Firtasch bleibt weiter im Geschäft

Gestern wurde bekannt, welche Kompensation der Mitbesitzer von RosUkrEnergo, Dmitrij Firtasch, für den Verlust der Möglichkeit Gas in die Ukraine zu liefern, erhält. Sein Unternehmen erhielt die Exklusivrechte mittelasiatisches Gas in die Länder Osteuropas zu exportieren, was, den Einschätzungen von Experten nach, dem Unternehmen zwischen 500 Mio. und 1,3 Mrd. $ im Jahr einbringt.

Gestern wurden die Details des Gasabkommens zwischen “Gasprom” und “Naftogas” bekannt. Ein Informant des “Kommersant-Ukraine“ im Umfeld von Dmitrij Firtasch erzählte, dass RosUkrEnergo nicht aufhören wird zu existieren, sondern den Re-Export von freien Erdgasvolumina zentralasiatischen Gases nach Osteuropa fortsetzen wird. Ein hochgestellter Informant des “Kommersant-Ukraine“ bei “Naftogas” bestätigte: “Das neue gemeinsame Unternehmen mit ‘Gasprom’ erhält nicht das Recht für den Re-Export nach Europa, auch wenn wir danach gestrebt haben. Im Endergebnis behält das Schweizer Unternehmen diesen Markt”. Die Rede geht von Exportvolumina in Höhe von 3 Mrd. bis 8 Mrd. Kubikmeter Erdgas pro Jahr im Laufe von wenigstens der nächsten zwei Jahre. Der jährliche Gewinn aus diesem Geschäft beträgt zwischen 500 Mio. $ bis zu 1,3 Mrd. $, berechnet von der Analystin der Investmentfirma “Renaissance Capital” Jekaterina Malofejewa. Der Pressesekretär von RosUkrEnergo Andrej Knutow weigerte sich diese Information zu kommentieren.

Die RosUkrEnergo AG wurde im Sommer 2004 als Nachfolgerin der EuraltransGas für die Lieferung von mittelasiatischem Gas in die Ukraine gegründet. Teilhaber wurden “Gasprom” (50%) und die Unternehmer Dmitrij Firtasch (45%) und Iwan Fursin (5%). Anfang 2006 wurde das Unternehmen zum Monopollieferanten für zentralasiatisches Gas in die Ukraine.

Erinnern wir uns daran, dass am Dienstag im Laufe des Treffens der Präsidenten der Ukraine, Wiktor Juschtschenko, und Russlands, Wladimir Putin, ein neues Schema der Gasbeziehungen zwischen Kiew und Moskau ausgearbeitet wurde. Im Austausch für die Ausweitung des Anteils am Einzelhandelsmarkt der Ukraine vereinbarte “Gasprom” mit “Naftogas” die Bildung zwei neuer Joint-Ventures, welche die tätigen Unternehmen RosUkrEnergo und die Geschlossene Aktiengesellschaft “UkrGas-Energo” ersetzen sollen. Nach den Verhandlungen präzisierte Wiktor Juschtschenko, dass “bis Ende des Jahres auf dem Markt de jure die Strukturen beibehalten werden, welche zum heutigen Tage Verträge besitzen.” Beim pressedienst der Staatlichen Aktiengesellschaft “Naftogas Ukrainy” erklärte man dem “Kommersant-Ukraine“, dass das Datum der Gründung der neuen gemeinsamen Unternehmen bislang nicht definiert ist und der Prozess “sich bis zum Ende des Jahres hinziehen kann”.

Der Generaldirektor der ungarischen Gashandelgesellschaft Magyar GT, Janosch Petöfi, ist sich sicher, dass die Handlungen von “Gasprom” eine Kompensation für die Rückzug Firtaschs aus dem ukrainischen Binnenmarkt für Gas darstellen. “ RosUkrEnergo besitzt einen 25-Jahresvertrag mit ‘Gasprom Export’ über den Kauf des gesamten mittelasiatischen Gases. Der Bruch dieser Vereinbarung hätte Klagen von Seiten RosUkrEnergos und Sanktionen nach sich ziehen können. Jetzt wird Dmitrij Firtasch keine harten Schritte in Betracht ziehen, still dem neuen Joint Venture den ukrainischen Markt überlassend.”, denkt Petöfi. Mit ihm stimmt der Analyst von “Troika Dialog” Walerij Nesterow überein, anmerkend, dass es nicht möglich sein wird innerhalb von ein paar Wochen alle Schulden zu tilgen und alle Verträge umzuschreiben. Der Direktor der “Objedinjennaja Gasowaja Gruppa”, Daniil Schewelew, ist sich sicher, dass Dmitrij Firtasch für “Gasprom” auf den Außenmärkten ein wesentlich bequemerer Partner ist als “Naftogas”. “Die Ukraine trat auf den Auslandsmärkten oft als Dumpinganbieter auf und verdarb ‘Gasprom’ somit den Preis. Daher wurde der Verzicht ‘Naftogases’ auf den Re-Export beim Monopolisten (Gasprom) wie ein großer Sieg aufgefasst.”, erklärte Schewelew.

Ein hochgestellter Informant des “Kommersant-Ukraine“ bei RosUkrEnergo geht davon aus, dass für das Unternehmen diese Wendung der Ereignisse nur zum Nutzen ist. “Im letzten Jahr betrug die Marge bei der Lieferung von Gas in die Ukraine $2 pro tausend Kubikmeter Erdgas, gegenüber 170$ nach Europa. In diesem Jahr erwartete das Unternehmen aufgrund der hohen Preise für kasachisches Gas Verluste in der Ukraine in Höhe von 20 Mio. $.”, erzählte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“.

Oleg Garisch, Natalja Grib

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 686

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„...womit wir wieder beim Thema wären: Was ist so unwahrscheinlich an dem Gedanken daß Rußland so einen Träger direkt auf der Krim baut ? Werftkapazitäten dürfte es in Sewastopol oder Kertsch genug...“

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