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Israel und Ukraine vereinbaren Schaffung einer Freihandelszone

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Der Vertrag über die Einrichtung einer Freihandelszone mit Israel wird im nächsten Jahr unterzeichnet, erklärte gestern der Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowitsch. Experten meinen, dass diese Pläne real sind – das Warenumsatzvolumen zwischen der Ukraine und Israel ist unbedeutend und für die Schaffung einer Freihandelszone muss man lediglich die Zolltarife auf Null setzen.

Die Ukraine beabsichtigt bereits im nächsten Jahr eine Freihandelszone mit Israel einzurichten, teilten gestern auf der gemeinsamen Pressekonferenz der Präsident Israels, Shimon Peres, und Wiktor Janukowitsch mit. Der Meinung des ukrainischen Staatsoberhauptes nach wird die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens, die im nächsten Jahr geplant ist, zum Katalysator der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten.

Israel war niemals ein strategischer Handelspartner der Ukraine – die Lieferungen in dieses Land haben am ukrainischen Export einen Anteil von lediglich 0,96 Prozent. Dabei hat Kiew einen positiven Außenhandelssaldo mit Jerusalem: den Ergebnissen von Januar bis September dieses Jahres nach stiegen die Mengen des ukrainischen Exports nach Israel um 31,9 Prozent auf 349,5 Mio. Dollar und der Import israelischer Waren in die Ukraine um 28,2 Prozent auf 66,4 Mio. Dollar. Hauptpositionen des ukrainischen Exports nach Israel sind Getreide, Stahl und Produkte der chemischen Industrie. Aus Israel werden Früchte, Pharmaprodukte und medizinische Ausrüstungen importiert.

Die Ukraine strebt auch danach mit anderen Ländern Freihandelszonen einzurichten. So verkündete Wiktor Janukowitsch im Mai den Beginn von Verhandlungen mit der Türkei über die Schaffung einer Freihandelszone und bald beginnt die Ukraine ähnliche Verhandlungen mit Syrien – eine entsprechende Entscheidung wird, wie man erwartet, im Verlauf des Besuchs des Präsidenten dieses Landes, Baschar al-Assad, in der Ukraine getroffen. Derzeit führt die Ukraine Verhandlungen über die Einrichtung einer Freihandelszone mit der Europäischen Union, Kanada, Singapur und über eine Modernisierung der bestehenden Einrichtungen mit den GUS-Staaten. Neben den GUS-Staaten hat die Ukraine Freihandelsabkommen mit Georgien, Mazedonien und den Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation (Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz).

Der geringe Warenumsatz zwischen den beiden Ländern vereinfacht die Einrichtung einer Freihandelszone erheblich, bemerken Experten. „Im Unterschied zu den schwierigen Gesprächen mit der EU erfordert die Schaffung einer Freihandelszone mit Israel nur die Nullsetzung der Zolltarife, was man bei vorhandenem politischen Willen innerhalb eines halben Jahres umsetzen kann“, sagt der Analyst der Investmentfirma BG Capital, Witalij Wawrischtschuk.

Übrigens wird sich die Nullsetzung der Zolltarife nur unwesentlich auf die Handelsmengen zwischen den Staaten auswirken. „Diese Liberalisierung des Handelsregimes wirkt sich nicht auf einige Branchen aus, sondern wahrscheinlich nur auf einige Firmen, die sich auf den Handel mit Israel spezialisiert haben“, vermutet Wawrischtschuk. „Wir liefern in einem Marketingjahr 5-6 Schiffe mit Getreide nach Israel. Theoretisch erlaubt uns ein Freihandelsregime die Ausfuhr von Getreide ohne Quoten, jedoch praktisch wird es wenig wahrscheinlich sein“, betont der Direktor des Consultingunternehmens AAA, Sergej Naliwka. Seinen Worten nach gestattet die Einrichtung der Freihandelszone es Israel die Lieferung von Nahrungsmitteln in die Ukraine zu erhöhen, jedoch nicht in einem solchen Grade, dass die Waren einheimischer Produzenten verdrängt werden.

Jurij Pantschenko

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 489

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