Die Regierung Julia Timoschenko nutzt jede Möglichkeit für die Erhöhung der Finanzierung der Auszahlungen der Schulden der Sberbank der UdSSR. Gestern teilte das Kabinett der Oschtschadbank 400 Mio. Hrywnja (ca. 42,1 Mio. Euro) zu, die 400.000 Anleger an einem Tag abholen können. Dabei werden mehr als 11,5 Mio. Anleger, die im Bankregister enthalten sind, in diesem Jahr kein Geld erhalten. Experten bewerten die Entscheidung des Kabinetts nicht eindeutig: der zusätzliche soziale Effekt könnte von der erwarteten Inflation nivelliert werden.
Am Mittwoch brachte das Ministerialkabinett Änderungen in die Anordnung #1 vom 9. Januar ein, welche die Menge und die Reihenfolge der Auszahlungen für Bürger als Kompensation für Verluste durch die Entwertung bei der Sberbank/Sparkasse und Gosstrach (Staatliche Versicherung) der UdSSR in 2008 vorsieht. Die beschlossenen Änderungen (eine Kopie liegt dem “Kommersant-Ukraine“ vor) erhöhen die Kompensationen um 400 Mio. Hrywnja (ca. 42,1 Mio. Euro) – auf 6,4 Mrd. Hrywnja (ca. 674 Mio. Euro). Diese Mittel gehen in voller Höhe an lebende Anleger – die Summe erhöhte sich von 5,76 Mrd. Hrywnja (ca. 606 Mio. Euro) auf 6,16 Mrd. Hrywnja (ca. 648 Mio. Euro). Das Volumen der Auszahlungen an die Nachkommen der Anleger und Versicherten, die zwischen 2005 und 2007 gestorben sind, blieb unverändert: 230 Mio. Hrywnja (ca. 24,2 Mio. Euro) bzw. 10 Mio. Hrywnja (ca. 1,05 Mio. Euro)
Wie es im erklärenden Anhang zum Dokument heißt, welches vom stellvertretenden Finanzminister, Wladimir Litwin (nicht der Parlamentspräsident), unterzeichnet wurde, fand die Erhöhung der Bewilligungssumme gemäß dem Programm für Kompensationen der Einlagen um 400 Mio. Hrywnja dank der sparsamen Ausgaben bei der Bedienung von Binnen- und Auslandsschulden statt. Für die Zuweisung der Summe an die Anleger, welche den im Budget 2008 zugrundegelegten Plan von 6 Mrd. Hrywnja übersteigt, war noch die Erlaubnis des Ausschusses der Werchowna Rada zu Budgetfragen notwendig. Diese Erlaubnis gab er dem Finanzministerium bereits am 7. März im Brief #64-14/9-279. Merken wir noch an, dass anfänglich das Finanzministerium die Kompensationssumme in diesem Jahr um 1,4 Mrd. Hrywnja (ca. 147 Mio. Euro) erhöhen wollte, doch die Rada untersuchte die entsprechenden Änderungen im Gesetz zum Staatsbudget nicht.
Die Erhöhung des Kompensationsvolumens erlaubt, den Berechnungen des Finanzministeriums nach, zum 31. Dezember 2008 die allgemeine Schuldsumme des Staates für Einlagen bei der Sberbank der UdSSR auf 120,96 Mrd. Hrywnja (ca. 12,73 Mrd. Euro) zu verringern. Doch 1.000 Hrywnja (ca. 105,26 Euro; die Maximalkompensationssumme) können nur etwa 400.000 Menschen oder insgesamt 3,33% der 12 Mio. Anleger, deren Daten in das Register der Oschtschadbank bis Ende Oktober eingetragen wurden (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 22. Oktober), erhalten und für die Auszahlungen sind 12 Mrd. Hrywnja (ca. 1,26 Mrd. Euro) notwendig. Derweil wurden 5,76 Mrd. Hrywnja die aus dem Budget zugewiesen wurden auf Spar- und Girokonten von 6,292 Mio. Anlegern noch bis zum 20. August überwiesen (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 8. September).
Den Worten des Vorstandsvorsitzenden von “Oranta” (Staatlicher Versicherer), Jelena Bolotowoj, nach, welche ebenfalls Kompensationen ausgibt, plant die Regierung nicht “Oranta” zusätzliche Gelder zuzuweisen. “Für uns sind im Budget 10 Mio. Hrywnja für Kompensationen vorgesehen. Dieses Geld haben wir bereits erhalten”, sagte sie. “Bei ausgearbeiteten Technologien, und bei uns gehen sie nirgendwo verloren, ist die Bank fähig die 400 Mio. Hrywnja innerhalb eines Tages zu verteilen”, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ die Pressesprecherin der Oschtschadbank, Jaroslawa Titowa mit. Sie erzählte, dass das Geld gemäß der Reihenfolge des Eintrags unter den registrierten Anlegern verteilt wird und ausschließlich in Hrywnja. Derweil wurden die Auszahlungen Anfang des Jahres auch in Dollar gemacht – zum Kurs von 5,05 Hrywnja/$.
“Das ist eine mehrdeutige Entscheidung”, sagt die Generaldirektorin des Instituts für Budget und Sozioökonomische Forschungen, Irina Schtscherbina. “Aus sozialer Sicht ist es eine richtige Entscheidung – Empfänger dieses Geldes werden hauptsächlich nichtarbeitsfähige und gegenüber der Krise schutzlosere Bürger sein. Aber aus ökonomischer Sicht wäre es zielgerichteter diese Gelder zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu verwenden”.
Experten gehen in den Bewertungen auseinander, ob die Auszahlungen der Kompensationen auf die Verbraucherpreisinflation Auswirkungen haben wird. “Obgleich die Summe der Kompensationen selbst die Inflation nicht beschleunigen kann, darf man den Faktor von überhöhten Inflationserwartungen vergessen. Dieser Faktor beschleunigte am Anfang der Auszahlungen das Preiswachstum um 1,5%”, betont Schtscherbina. Wesentlich kategorischer ist der Präsident der Ukrainischen Gesellschaft der Finanzanalytiker, Jurij Prosorow: “Auf die Inflation diesen Jahres einzuwirken schafft diese Summe nicht. Und in 2009 unter den Bedingungen einer scharfen Verstärkung der Krise wird der Einfluss der Auszahlungen nicht bemerkbar sein”. Vorher prognostizierten Experten einen Rückgang der Konsumentennachfrage für Anfang 2009 und eine Verlangsamung des Preiswachstums (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 8. Dezember). Den Worten von Prosorow nach, werden die zusätzlichen Kompensationen die Verbrauchernachfrage im Lande anregen: “Falls wir uns Anfang des Jahres gegen eine Auszahlung der Einlagen aussprachen, dann betrachten wir unter den Bedingungen der Krise diesen Schritt als richtig”.
Jurij Pantschenko
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“