Die Regierung nahm die Exportquoten für Getreide zurück. Für die Begrenzung des Exports, die fast sieben Monate existierte, gibt es keine Notwendigkeit mehr, erklärte gestern die Premierministerin Juli Timoschenko – bei der Regierung rechnet man mit einer hohen Getreideernte. Doch Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Maßnahmen des Kabinetts zu spät kamen – die Exporteure können rein technisch nicht alle Restbestände aus der Ukraine ausführen und damit können die Übergangsreserven und das Korn der neuen Ernte nirgendwo gelagert werden. Und in der massenhaften Ausfuhr des Korns gibt es keine Notwendigkeiten – dessen Preis fiel an den Weltmärkten.
Das Ministerialkabinett nahm die Exportquotierungen für Weizen, Roggen und Gerste zurück, erklärte gestern die Premierministerin Julia Timoschenko nach der Regierungssitzung. Außerdem, wurde die Exportquote für Sonnenblumenöl von 200.000t auf 500.000t erhöht. “Wir haben die Begrenzungen aufgehoben und jetzt können die (Exporteure) ruhig Korn außerhalb der Grenzen der Ukraine exportieren.”, teilte sie mit. Die Quotierung war eine zeitweilige Maßnahme und im gegebenen Moment gibt es dafür keine Notwendigkeit, merkte Timoschenko an. Ihrer Meinung nach, wird die Exporterleichterung nicht zu einem Anstieg der Preise in Inneren führen.
Am 26. September 2007 nahm das Ministerialkabinett die Anordnung Nr. 1179 an, gemäß der bis zum 31. März 2008 eine Quotierung für den Export von Weizen und Weizengemisch in der Höhe von 200.000t, Gerste – 400.000t, Mais – 600.000t, Roggen – 3.000t. Am 1. April wurde die Exportquote für Mais zurückgenommen und die Exportquoten für Weizen, Gerste und Roggen wurden bis zum 30. April verlängert.
Die Regierung entschied die Quoten in Verbindung mit den guten Prognosen für die Getreideernte zurückzunehmen, erläuterte dem “Kommersant-Ukraine“ der Minister für Agropolitik Jurij Melnik. Seinen Worten nach, werden im laufenden Jahr in der Ukraine nicht weniger als 40 Mio. t Getreide an Ernte erwartet. “Wir erwarteten, dass im letzten Jahr die Ernte sich nicht verringert, doch dies geschah nicht aufgrund der Naturkatastrophen.”, merkte Melnik an. Gerade befindet sich die Saat in einem guten Zustand, beruhigte der Minister.
Der stellvertretende Minister für Agrarpolitik, Jaroslaw Gadsalo, präzisierte, dass die Anordnung des Ministerialkabinetts, welche eingeführt wurde für die Begrenzung der Ausfuhr von Getreide, ihre Gültigkeit am 30. April einstellt. Auf diese Weise, wenn denn Export zum 1. Mai beginnt, bis zum Ende des Vermarktungsjahres (bis zum 1. Juli 2008) werden nicht mehr als 2,5 Mio. t Getreide ausgeführt werden, merkte Gadsalo an. “Die Ausfuhr einer solchen Menge an Getreide sollte keine negativen Auswirkungen haben.”, ist sich Jaroslaw Gadsalo sicher. “Bereits im letzten Jahr haben wir gesagt, dass bis zum Ende des Vermarktungsjahres 2007/2008 aus der Ukraine 3,8 Mio. t ohne Verluste für die innere Balance des Landes ausgeführt werden können. Noch ausgeführt wurden lediglich 1,2 Mio. t.” Die Abfertigungskapazität der ukrainischen Häfen beträgt 1,2 Mio. t im Monat, erklärte er.
Für die Marktteilnehmer war die Bestätigung der Anordnung keine Überraschung. Am Vortag der Regierungssitzung, am Dienstag, fand das Treffen des Agrarministers Jurij Melnik und des Wirtschaftsministers Bogdan Danilischins mit den Händlern, den größten Herstellern, der Ukrainischen Agrarkonföderation und der Ukrainischen Getreideassoziation statt, erzählte dem “Kommersant-Ukraine“ der Direktor der “Intertrading-Ukraine” Oleg Lewtschenko. “Auf dieser Zusammenkunft der Regierung wurde eine deutliche Position ausgesprochen – die Rücknahme aller Quoten und Lizenzen.”, sagte Lewtschenko. “Doch wir erwarteten, dass die Anordnung zum 5. Mai zurückgenommen wird. So wurde es auf einer der Kabinettssitzungen verkündet.”, informierte der Direktor der Consultingagentur AAA Sergej Naliwka.
Bleibt anzumerken, dass am gleichen Tage ein Treffen des Präsidenten Wiktor Juschtschenko mit der leitenden Direktorin der Weltbank, Ngosi Okonjo-Iweala, stattfand. Okonjo-Iweala erklärte, dass die Weltbank der Ukraine empfiehlt die Exportbeschränkungen für Getreide zurückzunehmen. “Wir gehen davon aus, dass es so besser für die Ukraine wird. Dies bringt dem Lande Nutzen und stellt die Verfügbarkeit für Getreide auf den Weltmärkten sicher.”, erklärte sie den Journalisten. “Die Anreise der Vertreterin der Weltbank war nicht zufällig. Große transnationale Exporteure vertreten immer auf diese Weise ihre Interessen. Das ist für niemanden ein Geheimnis.”, merkte Sergej Naliwka an.
Die Weltbank und die Botschaften von ausländischen Staaten haben nicht zum ersten Mal die Aufhebung von Getreideexportquoten der Ukraine erreicht. Haupttrumpf für sie war immer die WTO Vorgabe, welche die mengenmäßige Begrenzung des Außenhandels vorschreibt. So traten 2006 die diplomatischen Vertreter der USA, Deutschlands und der Niederlanden mit einer gemeinsamen Erklärung auf, welche der ukrainischen Regierung empfahl unverzüglich die Exportbegrenzungen für Getreide zurückzunehmen. Andernfalls wird die Ukraine mit neuen Hindernissen für den WTO Beitritt konfrontiert, versprachen die Botschafter (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 11. November 2006). Und im letzten Jahr übergab die USA nicht ihre Schlüsse über die Entsprechungen der ukrainischen Gesetze gegenüber den Standards der WTO an das Sekretariat der WTO aufgrund der Uneinigkeit beider Seiten bei Fragen der Quotierung des Getreideexports und der Lizenzierung des Imports von Fleischtprodukten (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 9. Februar 2007).
Doch die Regierung hat sich zu spät besonnen, sagen Marktteilnehmer. Auf dem Weltmarkt gibt es keine Agiotagenachfrage nach Getreide mehr, welche im Winter und am Anfang des Frühlings beobachtet wurde, merkt der Leiter des Analysedienstes “APK-Inform”, Rodion Rybtschinskij, an: “In der Mitte des Winter verteuerte sich Getreide jede Woche um 10-20$ die Tonne”. “Die Ukraine hat nur am Preisunterschied von 1,5-1,7 Mrd. $ verloren. Wenn der Binnenmarktpreis 250$/t ist, dann erreichte der Preis auf den Weltmärkten 520$/t.”, stimmt ihm Oleg Lewtschenko von der “Intertrading-Ukraina” zu. Den Worten des Direktors des Unternehmens “Walary”, Jurij Gordeytschuk, nach, beträgt gerade der “Free On Board” Preis für Lebensmittelweizen 400$/t beträgt, für Gerste und Futterweizen 300$/t, wobei im Februar und März die Preise 500$/t und 380$/t erreicht hatten.
Rodion Rybtschinskij erinnert daran, dass die Exporteure nicht alle Restbestände aus der Ukraine bis zum Beginn der neuen Ernte ausführen können. “Bis zum Einbringen der Ernte bleiben uns zwei Monate und die Exporteure schaffen es nicht mehr als 2 Mio. t Getreide auszuführen. Auf diese Weise werden die Übergangsreserven für Getreide 5,5 – 6 Mio. t betragen.”, sagt Sergej Naliwka von der AAA. Den Worten von Oleg Lewtschenko nach, betragen die Lagerkapazitäten für Getreide in der Ukraine 30 Mio. t. “Einbeziehend, dass die Ernte in diesem Jahr bei etwa 40 Mio. t liegen wird, kann man das Getreide nirgendwo hintun. Und es besteht die Chance eines niedagewesenen Ernteverlustes.”, denkt er.
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“