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Benzinpreise vor erneutem Anstieg?

Als Antwort auf die Versuche der Regierung die Treibstoffpreise administrativ zu regulieren, haben einige Erdölverarbeiter ihre Werke abgestellt. Gestern erklärten „Neftechimik Prikarparthija“ und „Galitschina“ die Einstellung der Verarbeitung von Erdöl. Formal erklärt man bei den Unternehmen die Einstellung der Arbeit mit technischen Problemen. Doch bei der „Privat“ Holding, zu der die Raffinerien gehören, sagt man, dass ihre Handlungen mit dem beginnenden Druck durch das Antimonopolkomitee/Kartellamt in Verbindung stehen. Marktteilnehmer prognostizieren, dass aufgrund der Abstellung der Werke die Preise für Erdölprodukte bereits im September steigen können.

Die Raffinerien in Nadwornjansk („Neftechimik Prikarparthija“) und Drogobytsch („Galitschina“, die der Gruppe „Privat“ gehören, verkündete man zum September die Einstellung der Erdölverarbeitung. Der Generaldirektor von „Galitschina“, Alexander Lasorko, teilte mit, dass der Betrieb wegen Reparaturarbeiten eingestellt wurde, welche sich mehr als einen Monat hinziehen können. Ein weiterer Grund für die Arbeitseinstellung der Unternehmen wurden, seinen Worten nach, die Ansprüche der Staatliche Verbraucherstandardkomission, welche erklärte, dass der Treibstoff von „Galitschina“ bei den Schwefelwerten nicht den Standards entspricht. Beim Pressedienst von „Neftechimik Prikarpathija“ hielt man sich mit Mitteilungen zurück, die Verarbeitung wurde aus „technischen Gründen“ eingestellt.

Ein hochgestellter Informant des „Kommersant-Ukraine“ bei der Gruppe „Privat“ erzählte, dass die Arbeitseinstellung des Unternehmens mit Versuchen der Regierung den administrativen Druck auf den Markt der Erdölprodukte zu erneuern zusammenhängt. „Das Antimonopolkomitee setzt die Politik der administrativen Einschüchterung der Marktteilnehmer fort. Für uns ist es leichter die Arbeit der Betriebe einzustellen und an unseren Tankstellen importierte Erdölprodukte zu verkaufen.“, merkte der Gesprächspartner des „Kommersant-Ukraine“ an. „Zumal die Importeure in der Mehrzahl kleine Unternehmen sind, auf die kein Druck ausgeübt werden kann; nach dem Tag der Eröffnung eines Verfahrens gegen sie schließt die Firma und es erscheinen zwei neue.“ Beim Pressedienst des Antimonopolkomitees der Ukraine verzichtete man auf Kommentare zu den Anschuldigungen der Erdölverarbeiter.

Im August hatte der erste Vizepremier Alexander Turtschinow von den Erdölhändlern gefordert die Preise für den Treibstoff um 12-15% zu senken, dies damit erklärend, dass in der letzten Zeit die Weltmarktpreise sich um 20% verringert haben. Beim Apparat der Premierministerin erläuterte man dem „Kommersant-Ukraine“ damals, dass, wenn die Preise für Treibstoff sich nicht im Laufe einer Woche verringern, das Antimonopolkomitee überprüfen soll, ob es eine Monopolabsprache auf dem Markt gibt (Ausgabe des „Kommersant-Ukraine“ vom 14. August). Nach Ablauf einer Woche leitete das Antimonopolkomitee ein Verfahren aufgrund von Anzeichen wettbewerbsfeindlicher abgestimmter Handlungen auf dem Markt für Dieselkraftstoffe in Bezug auf die Unternehmen „UkrTatNafta“, Linik, „TNK-WR Kommers“, „Neftechimik Prikarpathija“, „Galitschina“, „Optima-Trade“, „Galnaftogas“ und „Lukoil-Odessaer Raffinerie“ ein. Marktteilnehmer nannten damals die Verdächtigungen des Antimonopolkomitees haltlos.

Das Marktvolumen bei Erdölprodukten betrug im letzten Jahr in der Ukraine 11,2 Mrd. $ in Einzelhandelspreise. Die Ukraine verbraucht etwa 16 Mio. t an Erdölprodukten im Jahr, von denen 5 Mio. t Benzin und Dieselkraftstoffe, 6 Mio. t Masut (Ölrückstände, als Schmiermittel verwendet). Den Angaben des Wirtschaftsministeriums nach, gibt es im Land momentan mehr als 5.500 Tankstellen, die 431 Unternehmen gehören.

Der Generaldirektor des Tankstellennetzes „Donezkoilservice“, Wiktor Martirosjan, prognostiziert, dass die Einstellung der Arbeit dieser zwei Raffinerien den Preisfall für Treibstoff aufhalten und sogar zu einem Anstieg von 5-7% führen kann. „Die Wiederaufnahme der Arbeit bei ‚Galitschina‘ im August, war ein Faktor für das Sinken der Benzin- und Dieselpreise. Und obgleich die Unternehmen nicht so einen großen Marktanteil haben, hatte das Auftauchen ihres Treibstoffes Signalwirkung für die Senkung der Preise durch andere Betreiber.“??m stimmt der Generaldirektor des Tankstellennetzes „Galitsch-Petrol“, Bogda Radko, zu. ??„Jetzt provozieren das Antimonopolkomitee und die Regierung mit ihren ungeschickten Handlungen, von der Sache her, den Markt zu einem erneutem Anstieg.“ Den Angaben des Energieministeriums nach, hatte die Produktion dieser zwei westukrainischen Raffinerien einen Marktanteil von 4,5-5,1%.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 612

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