FacebookTwitterTelegramVKontakteMail

Benzinpreise vor erneutem Anstieg?

Als Antwort auf die Versuche der Regierung die Treibstoffpreise administrativ zu regulieren, haben einige Erdölverarbeiter ihre Werke abgestellt. Gestern erklärten “Neftechimik Prikarparthija” und “Galitschina” die Einstellung der Verarbeitung von Erdöl. Formal erklärt man bei den Unternehmen die Einstellung der Arbeit mit technischen Problemen. Doch bei der “Privat” Holding, zu der die Raffinerien gehören, sagt man, dass ihre Handlungen mit dem beginnenden Druck durch das Antimonopolkomitee/Kartellamt in Verbindung stehen. Marktteilnehmer prognostizieren, dass aufgrund der Abstellung der Werke die Preise für Erdölprodukte bereits im September steigen können.

Die Raffinerien in Nadwornjansk (“Neftechimik Prikarparthija”) und Drogobytsch (“Galitschina”, die der Gruppe “Privat” gehören, verkündete man zum September die Einstellung der Erdölverarbeitung. Der Generaldirektor von “Galitschina”, Alexander Lasorko, teilte mit, dass der Betrieb wegen Reparaturarbeiten eingestellt wurde, welche sich mehr als einen Monat hinziehen können. Ein weiterer Grund für die Arbeitseinstellung der Unternehmen wurden, seinen Worten nach, die Ansprüche der Staatliche Verbraucherstandardkomission, welche erklärte, dass der Treibstoff von “Galitschina” bei den Schwefelwerten nicht den Standards entspricht. Beim Pressedienst von “Neftechimik Prikarpathija” hielt man sich mit Mitteilungen zurück, die Verarbeitung wurde aus “technischen Gründen” eingestellt.

Ein hochgestellter Informant des “Kommersant-Ukraine“ bei der Gruppe “Privat” erzählte, dass die Arbeitseinstellung des Unternehmens mit Versuchen der Regierung den administrativen Druck auf den Markt der Erdölprodukte zu erneuern zusammenhängt. “Das Antimonopolkomitee setzt die Politik der administrativen Einschüchterung der Marktteilnehmer fort. Für uns ist es leichter die Arbeit der Betriebe einzustellen und an unseren Tankstellen importierte Erdölprodukte zu verkaufen.”, merkte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“ an. “Zumal die Importeure in der Mehrzahl kleine Unternehmen sind, auf die kein Druck ausgeübt werden kann; nach dem Tag der Eröffnung eines Verfahrens gegen sie schließt die Firma und es erscheinen zwei neue.” Beim Pressedienst des Antimonopolkomitees der Ukraine verzichtete man auf Kommentare zu den Anschuldigungen der Erdölverarbeiter.

Im August hatte der erste Vizepremier Alexander Turtschinow von den Erdölhändlern gefordert die Preise für den Treibstoff um 12-15% zu senken, dies damit erklärend, dass in der letzten Zeit die Weltmarktpreise sich um 20% verringert haben. Beim Apparat der Premierministerin erläuterte man dem “Kommersant-Ukraine“ damals, dass, wenn die Preise für Treibstoff sich nicht im Laufe einer Woche verringern, das Antimonopolkomitee überprüfen soll, ob es eine Monopolabsprache auf dem Markt gibt (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 14. August). Nach Ablauf einer Woche leitete das Antimonopolkomitee ein Verfahren aufgrund von Anzeichen wettbewerbsfeindlicher abgestimmter Handlungen auf dem markt für Dieselkraftstoffe in Bezug auf die Unternehmen “UkrTatNafta”, Linik, “TNK-WR Kommers”, “Neftechimik Prikarpathija”, “Galitschina”, “Optima-Trade”, “Galnaftogas” und “Lukoil-Odessaer Raffinerie” ein. Marktteilnehmer nannten damals die Verdächtigungen des Antimonopolkomitees haltlos.

Das Marktvolumen bei Erdölprodukten betrug im letzten Jahr in der Ukraine 11,2 Mrd. $ in Einzelhandelspreise. Die Ukraine verbraucht etwa 16 Mio. t an Erdölprodukten im Jahr, von denen 5 Mio. t Benzin und Dieselkraftstoffe, 6 Mio. t Masut (Ölrückstände, als Schmiermittel verwendet). Den Angaben des Wirtschaftsministeriums nach, gibt es im Land momentan mehr als 5.500 Tankstellen, die 431 Unternehmen gehören.

Der Generaldirektor des Tankstellennetzes “Donezkoilservice”, Wiktor Martirosjan, prognostiziert, dass die Einstellung der Arbeit dieser zwei Raffinerien den Preisfall für Treibstoff aufhalten und sogar zu einem Anstieg von 5-7% führen kann. “Die Wiederaufnahme der Arbeit bei ‘Galitschina’ im August, war ein Faktor für das Sinken der Benzin- und Dieselpreise. Und obgleich die Unternehmen nicht so einen großen Marktanteil haben, hatte das Auftauchen ihres Treibstoffes Signalwirkung für die Senkung der Preise durch andere Betreiber.”??m stimmt der Generaldirektor des Tankstellennetzes “Galitsch-Petrol”, Bogda Radko, zu. ??“Jetzt provozieren das Antimonopolkomitee und die Regierung mit ihren ungeschickten Handlungen, von der Sache her, den Markt zu einem erneutem Anstieg.” Den Angaben des Energieministeriums nach, hatte die Produktion dieser zwei westukrainischen Raffinerien einen Marktanteil von 4,5-5,1%.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 671

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Kommentare

Kommentar schreiben

Neueste Beiträge

Freizeitpark Gutscheine - Heide Park Soltau mit 50 Prozent Rabatt

Aktuelle Umfrage

Was war die Regierungszeit von Präsident Petro Poroschenko für die Ukraine?
Interview

zum Ergebnis
Frühere Umfragen

Karikaturen

Andrij Makarenko: Selenskyj lässt den Dschinn aus der Flasche

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)20 °C  Ushhorod15 °C  
Lwiw (Lemberg)18 °C  Iwano-Frankiwsk16 °C  
Rachiw20 °C  Jassinja12 °C  
Ternopil16 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)19 °C  
Luzk16 °C  Riwne16 °C  
Chmelnyzkyj15 °C  Winnyzja15 °C  
Schytomyr14 °C  Tschernihiw (Tschernigow)16 °C  
Tscherkassy19 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)18 °C  
Poltawa17 °C  Sumy17 °C  
Odessa23 °C  Mykolajiw (Nikolajew)20 °C  
Cherson19 °C  Charkiw (Charkow)18 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)18 °C  Saporischschja (Saporoschje)19 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)19 °C  Donezk19 °C  
Luhansk (Lugansk)16 °C  Simferopol17 °C  
Sewastopol22 °C  Jalta15 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

KOLLEGGA mit 150 Kommentaren

Alex Alexandrewitsch mit 60 Kommentaren

Wolfgang Krause mit 29 Kommentaren

Christos Papaioannou mit 29 Kommentaren

Torsten Lange mit 24 Kommentaren

franzmaurer mit 18 Kommentaren

Mario Thuer mit 17 Kommentaren

Poposhenko mit 17 Kommentaren

Anatole mit 17 Kommentaren

Jusstice For All mit 17 Kommentaren