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Wir brauchen Zeit - Mit Aktion Sühnezeichen in Czernowitz

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Czernowitz Friedhof Kathrin PowerCzernowitz Friedhof Kathrin Power
Die Ukraine empfängt uns laut – lange bevor wir an der Grenze sind. Männer und Frauen schreien durcheinander: Eine Familienkomödie läuft in Endlosschleife im Linienbus von Berlin nach Lviv. Wir sitzen direkt unter den Lautsprechern, sechzehn Freiwillige – bereit zur Sühne. Wir reisen in ein Land, das Väter und Großväter als Herrenmenschen überrollt haben.

Unser Ziel ist Czernowitz in der Bukowina, jetzt Ukraine, ehemals Sowjetunion, ehemals Rumänien, ehemals Königreich Galizien, Kronland Österreich-Ungarns, ehemals Russland, ehemals Osmanisches Reich, ehemals Fürstentum Moldau, ehemals Kiever Rus. Jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, Häuser, Menschen, Sprachen. Kultur und Barbarei. Wir kommen, um den jüdischen Friedhof von Czernowitz vom Dschungel zu befreien – eher einen winzigen Teil des Friedhofs. Angelegt im 19. Jahrhundert, ist er mit fünfzigtausend Gräbern einer der größten erhaltenen jüdischen Friedhöfe in Europa. Bis vor kurzem war er vollkommen überwuchert. Die Kinder der Vorfahren sind nicht mehr da, um die Gräber zu pflegen; sie wurden deportiert, ermordet, sind ausgewandert.

Setzen wir ein Zeichen der Sühne, wenn wir in der Hitze Wurzeln ausreißen und Weinranken mit der Sichel hacken oder bringen wir den normalen Friedhofsalltag durcheinander? Sollen wir das investierte Geld nicht eher der Friedhofsverwaltung überlassen, säubern sie vielleicht effektiver mit Kettensäge, Rasentrimmer und Chemie? Erscheint ein überwucherter Friedhof nicht schöner, verwunschener, ist der Verfall nicht der Lauf der Dinge? Und überhaupt: Ist es eine Anmaßung, Sühne zu wollen für etwas, was zu groß ist, um gesühnt zu werden? Es sind deutsche Hände mit deutschen Werkzeugen, die einen Weg zur Versöhnung graben wollen. Es sind deutsche Fragen, die nicht immer zu beantworten sind.

Am zweiten Tag kommt Paula aus den USA zu unserer Gruppe. Sie ist zum ersten Mal seit 65 Jahren in Czernowitz. Sie hat diesen Weg gewählt, um die schmerzhafte Reise in die Vergangenheit anzutreten: Gemeinsam mit den Deutschen auf dem jüdischen Friedhof arbeiten. Wir fällen Bäume, entfernen Ranken, Sträucher, arbeiten uns zu den Gräbern vor. Und wie wir die Grabsteine entblättern und Schriften zum Vorschein kommen, so werden Geschichten erinnert und erzählt. Von Brennnesseln zerkratzt und Mücken zerstochen, versuchen wir Reihen zu erkennen, abzuzählen, einen Weg zu bahnen auf der Suche nach dem Grabstein des Großvaters. Wir finden blanke Steine, die Schriften verwittert, die Gravuren wie weggewaschen vom Wind, von der Zeit; wie die Erinnerungen – schemenhaft. Was der Stein wirklich erzählen kann ist in ihm verschlossen. Was Paula erlebt und gesehen hat, ist in den Körper, in die Seele eingraviert und nicht sichtbar.

Es ist gut, dass wir Zeit haben. Paula hat angeboten ihre Geschichte zu erzählen. Sie spricht nicht zum ersten Mal über sich, sie war Lehrerin und ist aktiv im Breman Jewish Museum in Atlanta. Aber hier ist das anders. Hier sind wir in Czernowitz und wir sind Deutsche. Wir sind mitten in der Geschichte.

Kathrin Power

Sommerlager in Czernowitz – 03.07.-15.07.2011

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„Tauchen hier eigentlich immer neue Idioten auf oder sind das die gleichen? Offensichtlich sind es immer die gleichen Idioten die hier Schreiben.Sieht man ja an Ihnen. Sie,wahrscheinlich; heldenhafter Ukrainer....“

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„so....und wo ist in dem Text die Rede von Folter.Sobald irgend etwas ukrainisches das Maul aufmacht kommen nur Lügen heraus!“

„Der Klerus wusste schon immer wo Geld zu holen ist.Und die blöden deutschen ..zahlen. und zahlen und zahlen.“

„Respect für den Priester.Das ist wahre Nächstenliebe. Lass doch die Oligarchen und Selensky an der Front Kämpfen. Aber da scheißen sich die Maulhelden in die Hose!“

„Nein,nein,nein,,daß machen die braven ,guten Ukrainer nicht.Das hat ihm bestimmt ein böser Russe heimlich und das Auto gelegt!“

„Selensky wir als der größte Blender und Rattenfänger in die Weltgeschichte eingehen.Und als Milliardär in der Schweiz leben.Skrupel kennt diese Egomanie nicht!“

„Mein Nachbar hat auch eine Mistgabel hochgehalten und mich mit meiner Familie bedroht! Dann rufe ich doch auch gleich mal den Sicherheitsrat an! Ich glaube meine Nachbar war schon mal in der Sowjetunion...“

„Da war es doch schöner die Russenpipeline anzuzapfen und das gas dem Russen zu klauen.Und auch noch Durchleitungsgebühren zu kassieren. Ich mag diesen Ukrainischen Menschenschlag einfach nicht.Korruppter,hinterlistiger...“

„Das ist eine tolle Einstellung: Die Ukraine ist autonom genug zu entscheiden. Das lass sie mal mit Ihren eigenen Recoursen diesen Krieg führen. Sofort ALLE Zahlungen und Waffenlieferungen an dieses Korrupte...“

„Man. man man....wann begreift Ihr Ukrainer das ihr nicht der Nabel der Well seid! Hoffentlich haben bald Eure "Brüder" ,die Russen, die Sowjetunion wieder zum Leben geweckt! Weltweit hungern 800 Millionen...“

„Ihr macht Euch lächerlich! ..vorübergehend besetzte Regionen! Diese Gebiete sind an den Kriegsgewinner verloren. Und wenn die Korrupte Regierung weiter wartet ist alles weg! Aber die Idioten in Deutschland...“

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