Gestern hat Präsident Wiktor Janukowitsch eine weitere Personalumstellung im Bereich der Machtorgane vorgenommen. Er entließ Verteidigungsminister Michail Jeshel und ernannte auf diesen Posten Dmitrij Salatamin. Experten sind bezüglich der Prognosen für die Effektivität der vorgenommenen Rotation geteilter Meinung, sehen in ihr einerseits eine Chance auf Modernisierung und Ausrüstung der Armee mit modernen Waffen, als auch eine weitere Personalumstellung nach dem Prinzip der persönlichen Ergebenheit gegenüber dem Staatsoberhaupt.
Die Erlasse zu den Umstellungen im Verteidigungsministerium erschienen gestern Abend. Das Staatsoberhaupt entließ Michail Jeshel vom Posten des Ministerpräsidenten und ernannte an dessen Stelle Dmitrij Salamatin, der seinerseits vom Posten des Generaldirektors des Staatskonzerns „UkrOboronProm“ entlassen wurde. Mit einem dritten Erlass ernannte Wiktor Janukowitsch Dmitrij Pereudow zum Leiter der „UkrOboronProm“.
Darüber, dass Jeshel entlassen werden soll, begann man in der Präsidialadministration und bei der Regierung fast vom Moment seiner Ernennung im Frühling 2010 zu sprechen. Bereits im Sommer dieses Jahres war Wiktor Janukowitsch, als er auf die Krim zur Feier des Tages der Seestreitkräfte reiste, unzufrieden mit der Situation in der Flotte, worüber auf der Sitzung des Sicherheitsrates berichtete. „Ich begann damit, den Leiter des militärischen Teils zu fragen: ‘Wie erfüllen Sie Ihre militärischen Aufgaben, wie werden die Dienstaufgaben erfüllt?’ Er sagte, dass die Situation sehr schwierig ist, dass wir nicht vorbereitet auf die Aufgaben sind. Das sage ich daher, da ich das Recht habe dies vor der Kamera zu sagen“, erklärte der Präsident, dabei anmerkend, dass „sich nicht anschickt zu warten, bis, wie man sagt, der Hahn kräht“ und versprach ??„heute“ eine Entscheidung zu treffen (siehe Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 9. Juli 2010).
Das letzte Mal wurde die Tätigkeit von Michail Jeshel öffentlich auf der erweiterten Sitzung des Ministerkabinetts im November letzten Jahres kritisiert. Damals verlieh Ministerpräsident Nikolaj Asarow seiner Unzufriedenheit Ausdruck. „Der Zustand der Armee hat sich kein bisschen verbessert. Wohnungen für die Militärangehörigen werden nicht gebaut, die Bestellungen von Militärbedarf werden nicht ausgeführt und der Minister verschwendet all seine Energie für Skandale: so platzen Ausschreibungen, so kann er die Ernährung der Soldaten nicht sicherstellen oder er muss die Beziehungen zum Chef des Generalstabes klären – wer der Chef ist“, erklärte der Regierungsleiter.
Eine der Hauptaufgaben, die Michail Jeshel vom Präsidenten gestellt wurde, war die Revision der Militärdoktrin des Landes. Das Staatsoberhaupt wollte, dass ihr das Prinzip der „ausreichenden Verteidigungsfähigkeit zu Grunde gelegt wird“. In der Praxis bedeutete das den Übergang zu der von Janukowitsch bereits bei den Präsidentschaftswahlen versprochenen Berufsarmee, die Entwicklung neuer Waffensysteme, in erster Linie der Raketenstreitkräfte und der Luftverteidigung, sowie die Vervollkommnung der Managementsysteme der Streitkräfte. Bleibt anzumerken, dass die Konzeption zur Reformierung der Streitkräfte bis 2015 vom Verteidigungsministerium ausgearbeitet wurde, jedoch das Staatsoberhaupt nicht zufriedenstellte (siehe Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 17. Dezember 2010).
„Beim Verteidigungsministerium fiel unter der Führung von Jeshel sowohl die Kampffähigkeit als auch der moralische Geist des Offizierskorps. Die Armee befand sich auf dem Weg des Auseinanderfallens“, erklärte gestern dem “Kommersant-Ukraine” der Leiter des Parlamentsausschusses für Fragen der nationalen Sicherheit und Verteidigung, Anatolij Grizenko („Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung“). Den neuen Verteidigungsminister charakterisiert Grizenko auch nicht besser. „Mir ist Salamatin nicht als Mensch bekannt, der früher ein Verständnis der Grundlagen der Verteidigungs- und Militärpolitik gezeigt hätte, das auf die Reformierung der Streitkräfte unter modernen Bedingungen abzielt“, erklärte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses. „Daher sehe ich hinter dieser Ernennung eher die Auswahl von Leuten nach Parametern der persönlichen Ergebenheit und der Bereitschaft jeden Befehl auszuführen, den der Präsident den Streitkräften gibt“.
Auf dem Posten des Leiters von „UkrOboronProm“ bleibt Dmitrij Salamatin vor allem als „Sammler der vereinzelten Unternehmen unterschiedlicher Ministerien in die Vertikale von ‘UkrOboronProm’ in Erinnerung“, meint der Experte des Zentrums für Forschungen zu Armee, Konversion und Entwaffnung, Sergej Sgurez. Zur Erinnerung: „UkrOboronprom“ vereinte sieben Unternehmen der Rüstungsbranche, darunter waren „UkrSpezExport“, „Tasko-Export“ und „UkrOboronService“.
„Eben Dmitrij Salamatin begann in letzter Zeit aktiv die These darüber zu verbreiten, dass ‘UkrOboronProm’ die Umrüstung der Armee gewährleisten soll“, erklärte Sgurez dem “Kommersant-Ukraine”. „Salamatin ist eine hinreichend komplizierte Figur, er könnte seine Gewohnheiten und Traditionen in die Beziehungen mit seinen Untergebenen einbringen“.
Zur Erinnerung: In der Zeit der Führung von Dmitrij Salamatinen von „UkrOboronProm“ entbrannte um den Konzern ein Skandal, der mit dem Scheitern der Lieferung einer Partie Schützenpanzer des Typs BTR-4E in den Irak im Rahmen des 2009 unterzeichneten Vertrags über 420 Maschinen im Wert von 457 Mio. $ verbunden war (siehe Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 4. März 2011). Bleibt anzumerken, dass der Vertrag noch nicht erfüllt ist: so soll die Ukraine im April dieses Jahres die nächste Partie in den Irak liefern – 62 Schützenpanzer.
„Die Ernennung des neuen Verteidigungsministers stellt faktisch den Abschluss der totalen Kontrolle der Familie Janukowitsch über die Rechtsschutzorgane dar – die Generalstaatsanwaltschaft, das Innenministerium und die Steuerbehörde. Je weniger Unterstützung der Diktator bei den Leuten hat, um so mehr Hoffnungen setzt er auf die Machtorgane“, erklärte dem “Kommersant-Ukraine” der Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden von „BJuT-Batkiwschtschyna“, Sergej Sobolew. Seinen Worten nach, hat Dmitrij Salamatin „die Prüfung in der delikatesten Frage bestanden – dem Waffenhandel“. „Merkwürdig ist, dass dort eine Person hingelassen wurde, die nicht von Janukowitsch persönlich kontrolliert wurde“, betonte der Abgeordnete.
Gestern ernannte der Präsident den neuen Generaldirektor für den Staatskonzern „UkrOboronProm“. Es wurde Dmitrij Peregudow, der bis zum gestrigen Tag das Staatsunternehmen „UkrSpezExport“ leitete. Bleibt anzumerken, dass das von ihm geleitete Unternehmen den Ergebnissen des letzten Jahres nach die Überweisungen in den Staatshaushalt aus dem Verkauf von Waffen und doppelter Bestimmung erhöht hat. „In den letzten drei Jahren stiegen die Volumina aus den Export-Import-Operationen von ‘UkrSpezExport’ um ein Viertel und 2011 haben wir ein Ergebnis von 1 Mrd. $ erreicht“, erklärte Peregudow, bei seinem Jahresabschluss. „Der Auftragsbestand von ‘UkrSpezExport’ und ihren Tochterunternehmen beträgt nach vorläufigen Berechnungen für die nächsten 3-5 Jahre mehr als 5 Mrd. $. Und das sind reale Ziffern und nicht nur eine optimistische Prognose“.
Olga Kurischko, Walerij Kutscheruk
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“