Am letzten Freitag hat die Hauptverwaltung des Innenministeriums in der Oblast Lwiw ein Strafverfahren wegen Rowdytums/Hooliganstwo eingeleitet. Anlass dafür war das Auftauchen von Darstellungen von Präsident Wiktor Janukowitsch mit einer Schussverletzung im Kopf an Wänden der Innenstadt von Lwiw, die mit einer Sprühschablone aufgetragen wurden.
Wie dem “Kommersant-Ukraine” der Leiter des Pressezentrums der Oblastverwaltung des Innenministeriums, Dennis Chartschuk, mitteilte, tauchten die Bilder in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni an fünf Gebäuden auf. Seinen Worten nach teilte man bei der Miliz mit, dass an den Hauswänden auf der Kostjuschko und der Hnatjuk Straße mit Hilfe einer Sprühschablone Bilder aufgetragen wurden, die Wiktor Janukowitsch ähneln. „Unter den Bildern steht die Unterschrift opir.info“, erzählte Chartschuk. Am 17. Juni wurden die Bilder tagsüber von der Stadtreinigung übermalt.
Bei der Hauptverwaltung des Innenministeriums gab man an, dass in Verbindung mit der Schädigung der Außenansicht von Gebäuden im Stadtzentrum ein Verfahren nach Artikel 296 der Strafprozessordnung eingeleitet wurde („Rowdytum/Hooliganstwo“, Höchststrafe – Freiheitsentzug von bis zu vier Jahren). „Das wäre in jedem Fall passiert, sogar wenn nur Blumen gemalt worden wären. Die Rede geht von Hooligan-Aktionen, dabei gibt es keinen politischen Subtext“, erläuterte Dennis Chartschuk dem “Kommersant-Ukraine”.
Derweil hat die nichtregistrierte Organisation „Awtonomnyj Opir“, den Informationen des “Kommersant-Ukraine” aus der Oblastverwaltung des Innenministeriums nach, deren Link unter den Bildern steht, Verbindungen zur Allukrainischen Vereinigung „Swoboda/Freiheit“. Wie es auf der Seite opir.info heißt, vertreten die Autonomen Nationalisten eine „nationalrevolutionäre Ideologie“ und „streben danach alle sozial und national denkenden Bürger für den Kampf zum Sturz des Systems zu vereinen“. Vertreter von „Swoboda“ weisen ihre Beteiligung an den Bildern zurück. Der Vorsitzende der „Swoboda“ Fraktion im Lwiwer Stadtrat, Ruslan Koschulinskij, schließt nicht aus, dass „eine gewisse Gruppe, die sich zu den Nationalisten zählt, beschlossen hat, sich auf diese Weise zu amüsieren“.
Weronika Sawtschenko
Quelle: Kommersant-Ukraine


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