google+FacebookVKontakteTwitterMail

Patriarch Kyrill beendete seinen Ukrainebesuch

Gestern endete der Besuch des Patriarchen der Moskauer und der ganzen Rus, Kyrill, in der Ukraine. Beim Verlassen des Landes rief er zur Einigung der orthodoxen Kirchen auf. Die Leitung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats nahm diese Erklärung als Aufruf zu einer Intensivierung des Dialogs mit dem Kiewer Patriarchat auf. Derweil betrachtet man die Perspektive von Gesprächen mit dem Moskauer Patriarchat beim Kiewer Patriarchat skeptisch.

Der Vorsteher der Russischen Orthodoxen Kirche, der Patriarch der Moskauer und der ganzen Rus, Kyrill, beendete gestern seinen “Hirtenbesuch” in der Ukraine. “Ich komme als Pilger”, erklärte der Patriarch am Anfang seines Besuches, der zehn Tage dauerte. “Kiew ist unser Jerusalem!”, sagte damals Patriarch Kyrill. “Wir werden gemeinsam für das Wohl und das Aufblühen der Ukraine beten, für Frieden und Verständnis ihrer Bürger, für die Freundschaft und die Brüderlichkeit der verwandten Völker, die aus dem Taufbecken des Dneprs hervorgingen, für unsere unauflösliche geistige und kirchliche Einheit”.

Letzter Punkt des Aufenthaltsprogrammes des Vorstehers der Russischen Orthodoxen Kirche in der Ukraine wurde die Lawra von Potschajiw in der Oblast Ternopil, wo er in der Lithurgie zur Wiedererrichtung der Einheit der Kirchen aufrief, “der Einheit, ohne die keine Rettung sein kann”. Und am 4. August, als er Wladimir Wolynskij besuchte, sagte Patriarch Kyrill, dass er die Spaltung der ukrainischen Kirche “als Reaktion auf die unrichtige Kirchenpolitik Moskaus” sieht.

“Diese wichtige Anerkennung öffnet den Weg zum Dialog zwischen allen Flügeln der ukrainischen Orthodoxie und gibt eine zusätzliche Chance für ihre Vereinigung”, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ der Leiter der Abteilung für außerkirchliche Kommunikation der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, Archimandrit Kyrill (Goworun).

Vorher, vor Kirchenvertretern und Weltlichen in der Kiewer Petschersker Lawra auftretend, kritisierte Kyrill die Idee der Gründung einer einheitlichen lokalen orthodoxen Kirche in der Ukraine (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 30. Juli). Jedoch legte Archimandrit Kyrill nahe, dass der Vorsteher des Moskauer Patriarchats im Verlaufe seines Besuches “die Situation überdenkt”.

“Der Patriarch ist ein ausreichend flexibler Mensch und berücksichtigt die existierenden Realitäten. Unsere Kirche (die des Moskauer Patriarchats) ist bereit einen Schritt auf die Spalter zu zu gehen. Bleibt eine Intensivierung des Dialogs mit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats und der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche abzuwarten, was der Position des Vorstehers der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, Metropolit Wladimir, entspricht”, sagte Archimandrit Kyrill dem “Kommersant-Ukraine“.

Derweil bezieht man sich beim Kiewer Patriarchat skeptisch auf die Perspektive von Gesprächen mit dem Moskauer Patriarchat. Insbesondere sagt der Leiter der Informations-Verlagsabteilung des Kiewer Patriarchats, Episkop Ewstratij (Sorja), dass “von einer Rückkehr in den Bestand des Moskauer Patriarchats keine Rede sein kann”. “Das Volk wird das nicht verstehen”, unterstrich er. Der Meinung des Episkopen nach, ist Patriarch Kyrill “nicht der Kirchenvertreter, der zum Hirten/Pastor aller Ukrainer werden kann”. “Wenn er aus Sicherheitserwägungen nicht nach Riwne fuhr, wohin Metropolit Wladimir, der Vorsteher der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, ohne Probleme fuhr”, betonte Episkop Ewstratij (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 3. August). Er fügte hinzu, dass man die Ergebnisse des Besuchs von Patriarch Kyrill “den organisatorischen Entscheidungen nach beurteilen kann, die er nach seiner Rückkehr nach Moskau trifft”.

Der Meinung eines Mitarbeiters der Lwiwer Nationalen Universität namens Iwan Franko, des Religionswissenschaftlers Andrej Jurasch, nach, hat sich Kyrill davon überzeugt, dass die ukrainische Herde kein Monolith ist. “Er wird alle Anstrengungen dahingehend unternehmen, dass in dieser Kirche seine Anhänger dominieren. Bleiben Versuche von Seiten des Moskauer Patriarchats abzuwarten, die Führung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats umzubauen, die damit begonnen hat, eine eigenständige Politik zu führen”, denkt Jurasch.

Andrej Kislow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 612

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Kommentare

Kommentar schreiben

Neueste Beiträge

Aktuelle Umfrage

Ist das Einreiseverbot für die russische ESC-Kandidatin Julia Samoilowa richtig?
Interview

zum Ergebnis
Frühere Umfragen

Karikaturen

Andrij Makarenko: PrivatBank

Wetterbericht

Kyjiw (Kiew)24 °C  Ushhorod23 °C  
Lwiw (Lemberg)22 °C  Iwano-Frankiwsk23 °C  
Rachiw24 °C  Ternopil18 °C  
Tscherniwzi (Czernowitz)22 °C  Luzk23 °C  
Riwne23 °C  Chmelnyzkyj20 °C  
Winnyzja20 °C  Schytomyr21 °C  
Tschernihiw (Tschernigow)21 °C  Tscherkassy20 °C  
Kropywnyzkyj (Kirowograd)22 °C  Poltawa19 °C  
Sumy20 °C  Odessa24 °C  
Mykolajiw (Nikolajew)25 °C  Cherson25 °C  
Charkiw (Charkow)22 °C  Saporischschja (Saporoschje)24 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)25 °C  Donezk23 °C  
Luhansk (Lugansk)19 °C  Simferopol20 °C  
Sewastopol16 °C  Jalta18 °C  
Daten von World Weather Online

Leserkommentare

Хулио Капительман in Die Krim: Drei Jahre unter russischer Kontrolle

«Ihre Aussage "...typisch russisch verlogen" ist rassistisches 'hate speach' und müsste umgehend an die von Herrn Maas und...»

«Eie? Esotheriker? Krin? leered? authark? Um an einer Diskussion halbwegs normal teilnehmen zu können sollten sie die Grundzüge...»

Alex Alexandrewitsch in Die Krim im Tausch gegen alles

«Eie gesagt Korruption ist ein problem dem langsam angegangen werden kann. An Ihrer komma setzung, kann man die deutsche sprache...»

«Und schon wieder schafft es Genosse Alexandrewitsch,auch nur einen korrekten deutschen Satz zu formulieren. Immer wieder...»

Alex Alexandrewitsch in Die Krim im Tausch gegen alles

«Okay, korruptesind ein problem. Aber was haben paar tausend jugendliche schon zu melden? Es ist nicht die Ukraine wo sie...»

«Das, was Sie da behaupten, ist reine Propaganda, typisch russisch verlogen. In jedem Fall ist das, was Sie da von sich geben,...»

«Und jetzt rudert VV ganz schön zurück: http://korrespondent.net/sh...»

KOLLEGGA mit 143 Kommentaren

Alex Alexandrewitsch mit 60 Kommentaren

Torsten Lange mit 24 Kommentaren

Wolfgang Krause mit 23 Kommentaren

Christos Papaioannou mit 20 Kommentaren

Anatole mit 17 Kommentaren

Jusstice For All mit 17 Kommentaren

franzmaurer mit 16 Kommentaren

E Siemon mit 16 Kommentaren

stefan 75 mit 15 Kommentaren